Wochenrückblick

KW 11/11 – Pro und Contra Islam in Deutschland

Die Themen der Woche sind: Angriff auf "den Islam" in Deutschland; Dürfen Schulklassen die Penzberger Moschee besuchen?; Gibt es so etwas wie Islamophobie in Deutschland?; Der Islam wird Deutsch

Von Leo Brux Montag, 21.03.2011, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 21.03.2011, 1:34 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |  

Angriff auf „den Islam“ in Deutschland

Monika Maron greift auf spiegel online den Islam in Deutschland frontal an. Was würde „der Islam“ tun, wenn er sich intergieren wollte?

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Dann verzichtet er freiwillig auf Sonderrechte, auf Prozesse um Gebetsräume in Schulen und Universitäten, die Befreiung von bestimmten religionsunverträglichen Arbeiten wie die Berührung von Bierflaschen, dann werden Imame und Funktionäre ihre Gläubigen davon überzeugen, dass ihre Religion sie weder berechtigt, deutsche Gesetze zu brechen, noch die vereinbarten Regeln des Zusammenlebens in diesem Land zu missachten.

Vielleicht wäre es hier angebracht gewesen, einen Beleg dafür vorzubringen, wo denn „der Islam“ deutsche Gesetze bricht oder die (von wem?) vereinbarten Regeln des Zusammenlebens missachtet.

Dem Islam verleiht sie magische politische Kräfte:

Die Frage heißt eben nicht: Gehört der Islam zu Deutschland? Sondern: Wollen wir, dass der Islam die Stellung der Religionen in Deutschland verändert? …

Vor allem aber hat der Islam den in diesem Land üblichen Umgang mit der Religion außer Kraft gesetzt.

Die Religion einer wirtschaftlich und politisch schwachen, auch sonst marginalisierten Minderheit entfaltet nach Maron eine gewaltige Wirkung. Als Politologe hätte man da gerne das Geheimnis gewusst. Und sieht es nicht eher genau entgegengesetzt aus: Der übliche respektvolle Umgang mit Religion ist einem pöbelhaften gewichen, und Religion ist überall auf dem Rückzug?

Marons Artikel hat einen Höhepunkt. Nicht die Muslime sind unter Druck, nicht gegen die Muslime werden aus ihrer Nischenexistenz herausgeholt und zur Selbstrechtfertigung gezwungen …

Wir alle, Christen, Juden, Orthodoxe, Atheisten, sind gezwungen, fast täglich über den Islam zu sprechen und nachzudenken, wir sollen den Koran lesen und die Hadithen, damit wir den Islam verstehen lernen. Aber ist es nicht unser Recht, vom Islam nichts zu verstehen und nur zu erwarten, dass wir von ihm nicht mehr behelligt werden als von allen anderen Religionen?

Werter Leser, jetzt wissen Sie es: Entweder Sie lesen jetzt sofort den Koran und mindestens eine Hadith-Sammlung und denken tief und schwer darüber nach, oder … oder? Welche Sanktionen könnte „der Islam“ im Weigerungsfalle gegen Sie in Stellung bringen?

(Mehr zur Kritik an Marons Artikel finden Sie auf meinem Blog und in der Debatte zum letzten Wochenbericht.)

Dürfen Schulklassen die Penzberger Moschee besuchen?
Jein, sagt Kultusminister Spaenle. (Quelle: Süddeutsche vom 5./6. März, nicht online)

Klar, sie dürfen, weil es doch nie ein Verbot gegeben habe. Aber sie sollten doch besser Abstand halten, sagt der CSU-Mann, weil Idriz ja immer noch drin steht im Bericht, und den sollte ein Lehrer auf jeden Fall lesen. Außerdem, sagt Spaenle, gebe es doch genügend bayerische Moscheen, die völlig unverdächtig wären.
Und die liberalste, offenste, modernste Moschee – die ist verdächtig. Was für ein Spiel wird da gespielt?

Wenn Sie das interessieren sollte: Schauen Sie auf die Website der Islamischen Gemeinde Penzberg. Dort finden Sie eine Reihe von Zeitungsartikeln zum skandalösen Vorgehen des Bayerischen Innenministeriums. Mein Blog informiert detailliert über alle Vorgänge und Hintergründe.

Zum selben Thema hat Patrick Bahners Stellung genommen in seine FAZ-Rezension von Benjamin Idriz‘ Buch „Grüß Gott, Herr Imam!“

Das Buch ist ein radikales theologisches Manifest, das durch Freilegung des ursprünglichen Universalismus der koranischen Offenbarung den Nachweis führen will, dass der Glaube der Muslime nicht nur nicht im Widerspruch zu den Prinzipien des demokratischen Rechtsstaats steht, sondern eigene Gründe für diese Prinzipien liefert. Idriz geht sogar so weit, die „Sicherheit der Menschen und des Landes“ als „islamischen Wert“ auszuweisen, also den Verfassungsschutz buchstäblich aus dem Koran herzuleiten. „Wenn eine offenkundige Gefahr vorhanden ist, so ist es ein Gebot unserer Religion, mit den staatlichen Institutionen zu kooperieren.“

Die Unverschämtheit des Bayerischen Verfassungsschutzes charakterisiert er so:

In der Affäre um Imam Idriz begegnet uns die Hermeneutik des Verdachts, die von der deutschen Auseinandersetzung mit dem Islam Besitz ergriffen hat, in der gefährlichsten Variante: der des amtlichen Handelns. … Im Fall Penzberg agiert der Verfassungsschutz als Inquisition, die sich ihre Ketzer erfindet.

Gibt es so etwas wie Islamophobie in Deutschland?
Nein, sagt Josef Joffe in der ZEIT. Abgesehen davon, dass sich in der „Islamkritik“ weder Rassenwahn noch Holocaust-Ambitionen verbergen:

Fragen wir etwas gelassener: Gibt es hier eine »Antimuslimliga«, die wie Wilhelm Marrs Antisemiten-Bund Petitionen gegen die rechtliche Gleichstellung von Türken verbreitet? Wer will Araber aus der Universität werfen, ihnen den Anwaltsberuf verwehren? »Muslime raus!«? Das Gegenteil ist richtig: »Rein mit ihnen!« – in die Kulturtechniken, die den Aufstieg verheißen, in die Schule, Uni und Staatsbürgerschaft.

Stimmt, kann man da nur sagen. Man ist vorsichtiger geworden, was Forderungen anbelangt – da wirkt der Schatten des Dritten Reiches noch nach. Aber was für verschwiegene Forderungen verstecken sich in der Vehemenz und Pauschalität der Angriffe, in der Sprache der rigorosen Ausgrenzung? – Was noch nicht ist, kann noch werden.

Der Islam wird Deutsch
Hakan Turan macht uns darauf über das Deutschlandradio aufmerksam.

Es scheint unbemerkt geblieben zu sein, dass gerade die junge Generation von Muslimen längst eine starke deutsche Teilidentität besitzt. Aber selbst diese jungen Muslime sind sich dessen oft nicht bewusst. Dabei sprechen sie in der Regel wesentlich öfter und besser deutsch als beispielsweise türkisch. Auch die Erwartungen an das Leben nehmen selbst in religiösen Kreisen immer mehr Formen an, die eher für die deutschstämmigen Bürger typisch sind: das immer höhere Heiratsalter von Männern wie Frauen, der Rückgang der Geburtenrate oder der Wunsch der Frauen nach beruflicher Erfüllung und gleichberechtigter Partnerschaft.

Ja, sie sind meist religiöser als ihre deutschstämmigen Nachbarn, aber sie gehen mit ihrer Religion zugleich sehr pragmatisch um – auf eine Weise, die durchaus deutsch geprägt ist. Die Praxis ist hier also der Theorie zuvorgekommen. Die neuen theologischen Lehrstühle sind nur die Spitze des Eisberges einer zunehmend deutschen Lesart des Islams. Auch im Alltag verschieben sich Prioritäten und liberalere Denkweisen setzen sich durch, insbesondere auch in frommeren Kreisen.

Dass die Theorie bzw. Theologie der Praxis noch hinterherhinkt und sich die liberalere Praxis und Weltsicht der Frommen sich an der Theologie vorbeischmuggelt, wird den Islamverbänden noch einige Kopfschmerzen bereiten. Aber die Integration des Islam in die deutsche Kultur ist nicht aufzuhalten – weder von konservativer Theologie noch von den Islamfeinden.

(Hakan Turans Blog ist Ihren Besuch wert!)

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  1. Europa sagt:

    „Sie, Europa, haben eine arg reduzierte Vorstellung von Religion. Als ob sich die nicht seit Heine beträchtlich weiter entwickelt hätte. Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Religionen. Ihr “Wissen” von Religion ist im 19. Jahrhundert stecken geblieben.“

    Tschuldigung für das Zitat von Heinrich Heine, kann mir vorstellen, dass Sie soviel Wahrheit nicht ertragen können.
    Ich hoffe Sie wissen auch warum sich die Religionen mit der Zeit verändern!? Ganz einfach, weil die Menschen Heute gebildeter sind und nciht mehr jeden schwachsinn glauben. Da muss man dann natürlich auch darauf reagieren. Ohne das widersetzen der Menschen gegenüber der Kirche, wäre die Erde wahrscheinlich immer noch eine Scheibe. Vielleicht sollten Sie auch mal kucken wo weltweit die meisten Innovationen herkommen, mit Sicherheit nicht aus Ländern mit einer ausgeprägten religiösen ausrichtung. Und vorallem keine islamische Länder.

    Der einzige Grund warum es Heute noch soviele religiöse Menschen gibt, ist aus dem Grund dass man in dieses System hinein geboren wird, so wie ich auch. Ich wäre froh die religiösen Menschen wären so tolerant gegenüber der Vielfalt, wie ich und würden ihre Kinder selbst entscheiden lassen, welchen Glauben sie bevorzugen. […]

  2. Leo Brux sagt:

    Europa,
    erst zitieren Sie einen Absatz von mir,
    dann schreiben Sie etwas dazu, das nicht darauf zwar eingeht, aber nicht logisch.
    Haben sich evangelische und katholische Kirche seit dem 19. Jahrhundert geändert oder nicht? Haben sich die Gläubigen geändert? Hat sich der Glaube in einigen Hinsichten geändert? Ja. Sie geben es zu. Aber dann ziehen Sie daraus keine Konsequenzen, sondern beurteilen die Religionen wieder, als ob sie im 19. Jahrhundert stecken geblieben wären.

    Heinrich Heine bezieht sich auf eine Situation, die heute nicht mehr gegeben ist. Oder? Sie geben es eigentlich halb zu.

    Religionen ändern sich genauso, wie sich die Menschen ändern. Das kann auch gar nicht anders sein, denn es gibt Religionen ja nur insofern, als sie in den Köpfen von Menschen wirkt. Ändern sich die Verhältnisse, ändern sich die Menschen; ändern sich die Menschen, ändert sich die Religion.

    Das spricht nicht GEGEN die Religion, sondern FÜR sie. Da SIE, Europa, in Ihrem Religionsverständnis noch im 19. Jahrhundert hängen, können Sie eine moderne, zeitgemäße Form der Religiosität kaum erkennen und verstehen.

    In meinem Kommentar steht noch mehr — auf das Sie nicht eingehen. Zum Beispiel der Hinweis auf Menschen, die hochgebildet und im Leben überaus tüchtig sind — und doch gläubige Christen. Wie vereinbart sich das mit Ihrer wüsten, überaus arroganten Verunglimpfung derer, die religiös sind?

  3. Leo Brux sagt:

    Manfred O.,

    Sie könnten zum Beispiel mal das neue Buch von Benjamin Idriz lesen: Grüß Gott, Herr Imam! Da kriegen Sie einiges mit über den europäischen Islam.

    Sie könnten auch den theologischen Kurs bei Diyanet verfolgen. Die bleiben zwar noch ein gutes Stück hinter Idriz zurück, aber über das 19. Jahrhundert sind sie weit hinaus.

    Wir müssen auch mit Tariq Ramadan nicht unbedingt immer konform gehen, um feststellen zu können, dass es sich bei seiner Weise, den Islam zu interpretieren und zu vertreten, um eine zeitgemäße Entwicklung handelt.

    Vor allem aber werfen Sie mal einen Blick auf Benjamin Idriz und sein Buch!

    Und wenn Sie nun sagen sollten, so ein einzelnes Buch mache noch keinen Sommer, dann lesen Sie bitte nochmal oben, in meinem Artikel, was Hakan Turan geschrieben hat: Der Islam wird Deutsch.

    Auch im Alltag verschieben sich Prioritäten und liberalere Denkweisen setzen sich durch, insbesondere auch in frommeren Kreisen.

    Die Theologie hinkt dem realen Einstellungen der gläubigen Muslime in Deutschland etwas hinterher. Aber sie kommt nach. Dafür wird die Institutionalisierung des Islam an den Hochschulen und der islamische Religionsunterricht in unseren Schulen sorgen. Vielleicht kommen auch bald neue Impulse aus Ägypten. Wenn sich dort tatsächlich die Demokratie durchsetzen sollte – wenigstens ansatzweise – dann wird das auch „theologische“ Konsequenzen haben.

  4. schneider sagt:

    Verehrter Herr „Leo“ Brux,

    Sie sind also der Überzeugung, Ildriz sei jemand, der einst im Verdacht islamisch-fundamentalistischer Umtriebe, die durch gewisse Telefonate mit gewissen Personen untermauert wurden, stand und nun geläutert streng nur noch den moderaten, angepassten Euro-Islam vertritt.

    Ich würde das so gerne glauben… mich irritiert nur die Tatsache, dass laut Zeitungsberichten die potentiellen Geldgeber für sein neuestes Projekt in München, dem Europäischen Islam Zentrum, aus so gar nicht freiheitlich-moderaten islamischen arabischen Staaten kommen sollen.

    Gut, die Zeitung übertreiben und phantasieren und auch in Arabien gibt es wohlhabende Menschen, die an einem sehr viel moderateren, zeitgemäßeren islam in Europa interessiert sein könnten. Und auch wenn nicht, den Geldgebern ist es vermutlich egal, welche Auslegung und in welchem „fundamentalistischen“ Grade gepredigt wird, ist es nicht so, Herr Brux? Herr Ildriz hat da sicherlich alle Freiheiten, in Bayern ist die Welt halt noch in Ordnung.

    • Leo Brux sagt:

      Herr Schneider,
      die Mitschnitte dieser Telefonate hatte die Penzberger Moschee auf die eigene Website gesetzt, in ganzer Länge standen sie da – ich glaube, etwa ein halbes Jahr. Da konnte jeder lesen, was der Inhalt dieser ominösen Gespräche war. Josef Schmid (CSU-Fraktionschef in München), Christian Ude (OB München, SPD), Alois Glück (CSU, Präsident des Deutschen Katholikentags), sogar unsere Bundesjustizministerin haben nur den Kopf geschüttelt und sich gewundert über den Verfassungsschutz, was der da herausgelesen hat. Das dominante Phänomen dieser Telefongespräche war ein heftiger Streit zwischen Milli Görüs und dem IBD einerseits, Idriz und der Penzberger Moschee andererseits – ein Streit, der eigentlich eher die Distanz belegt hat, die zwischen den beiden Seiten besteht.

      Was die Finanzierung angeht: Die Penzberger Moschee wurde vom Emir von Sharjah hauptfinanziert. Der wollte ausdrücklich eine moderne, liberal orientiert Moschee. Die hat er bekommen. Wenn nun in München eine Moschee finanziert werden sollte, wird das Geld voraussichtlich wieder aus dem Bereich der Golfstaaten kommen, und wieder von einer Seite, die ausdrücklich eine liberale, moderne, reformerische Ausrichtung wünscht.

      Wer Millionen gibt, der informiert sich ja nun, wo Benjamin Idriz und sein Verein ZIE-M theologisch und praktsich stehen. Wenn ihm diese Richtung nicht passt, spendet er nicht. Wofür steht Benjamin Idriz – und zwar seit seinem öffentlichen Auftreten? – Für einen an den zeitgenössischen Gegebenheiten orientierten, für einen europäischen bzw. deutschen Islam. Worin der nach Meinung von Benjamin Idriz besteht, können Sie erstens in seinem Buch nachlesen, zweitens bei den vielen Vorträgen, die der Imam hält, hören, drittens durch einen Besuch in Penzberg verifizieren. Als Idriz die Gemeinde übernommen hat, war sie noch „traditional“. Das ist sie heute nicht mehr. Sondern ein schönes Beispiel dafür, wie der Islam in Deutschland angekommen ist.

      Ich halte es, nebenbei gesagt, nicht für notwendig, dass alle 2000 Moscheevereine unbedingt dem Beispiel von Penzberg folgen. Vielfalt ist angesagt. Es gibt viele Moscheevereins-Wege, um in Deutschland anzukommen. Werner Schiffauer beschreibt sehr gut den Weg, den Milli Görüs gegangen ist und weiter geht, in seinem Buch „Nach dem Islamismus“. Ich kann mir auch noch andere Möglichkeiten vorstellen; der liberale Weg und der von Milli Görüs sind nur zwei von vielen möglichen. Finden und bahnen müssen die Muslime diese Wege selber. In mir haben sie einen aufmerksamen, sympathisierenden, großzügigen Beobachter, der nicht gleich überkritisch ausflippt, wenn mal etwas anders ausfällt, als es ihm gefällt. Auch ein strengerer, traditionalerer Islam hat in Deutschland seinen Platz und darf den nötigen öffentlichen Respekt verlangen.

      Privat können Sie mosern und anklagen und phantasieren, soviel Sie wollen, Herr Schneider. Aber im öffentlichen Raum genießen die Religionen Gleichberechtigung. Was Katholiken dürfen, das dürfen Muslime auch.

  5. Kritiker sagt:

    Warum muss denn Islam ne gute Religion sein?
    Jeder Muslim sagt ihr Religion sei toll!

    Gibts denn keine die ihre Religionszugehörigkeit richtig schlecht finden?
    Wir wurden doch alle so erzogen, wann hat man uns gefragt ob wir so erzogen werden wollen?
    Also wie kann es dann bitte sein, das nun jeder seinen Koran toll findet?
    Gibts doch einfach zu das man seine eigene Meinung nicht äussern darf.

    Die Deutschen kritisieren ihren Christentum doch auch, und sagen das sie Religion dumm finden etc….

    Kann doch nicht sein das jeder Türke seine Religion als gut empfinden kann?

  6. Leo Brux sagt:

    Mir ist er sympathisch,
    Kritiker,
    wie dem ollen Goethe auch.

    Ihnen oder wem immer muss er nicht sympathisch sein. Da ist doch jeder frei. Auch der Koran sagt: Im Glauben gibt es keinen Zwang.

    Aber darum, ob einem der Koran und der Islam sympathisch ist oder nicht, darum geht die Debatte nicht.

    Sie geht darum, ob der Islam gezielt diskriminiert werden darf. Ob Muslime nicht das haben und das tun dürfen, was Katholiken auch haben und tun dürfen.

    Es geht um das Minimum an öffentlichem Respekt vor dem Islam, mehr noch: vor der Religion überhaupt, denn viele hier sind Religionsverächter, die die Rolle der Religion gern ganz aufs Private reduziert sähen und die positive Rolle der Religion, wie sie grundgesetzlich festgeschrieben ist, gern aufgehoben sähen. Weil ja aus dieser missionarisch atheistischen Sicht religiöse Menschen Idioten sind.

    Also: Sie können ruhig über die Religion und über den Islam SAGEN und SCHREIBEN, was Sie wollen (im Rahmen eines gewissen Anstandsminimums) – öffentlich-rechtlich genießen die Religionen und der Islam mit ihnen einen Schutz, der in unserer Verfassung und Rechtsprechung deutlich formuliert worden ist.

    Ich bin darüber hinaus persönlich gern bereit, mit atheistischen Dummköpfen zu debattieren darüber, was Religion eigentlich ist und warum Religion unvermeidlich ist und was für verschiedene Formen es gibt. Die Religionsverächter haben kaum eine Ahnung, was es da alles zu lernen gibt. Ich nenne sie deshalb Dummköpfe. Leute, die über etwas reden, was sie kaum kennen, und die sich dann weigern, es kennen zu lernen.

    Hat hier in Deutschland schon mal jemand in den letzten 30 Jahren einen Religionsverächter daran gehindert, die Sau rauszulassen? Geschweige denn daran, Religion allgemein oder eine bestimmte Religion speziell zu kritisieren?

    Ein Teil der Aggressivität gegen Religion kommt wohl daher, dass wir religiösen Menschen von manchen Agnostikern und Atheisten beneidet werden.

    ich will hier aber gar nicht missionieren. Diese Blinden und Hämischen unter den Agnostikern und Atheisten sollen ruhig bleiben, was sie sind. Sie würden, wenn sie zu einer Religion konvertieren würden, ihre Aggressivität, ihren Dogmatismus, ihre Enge, ihre Hartherzigkeit, ihre Blindheit mitbringen und ihre neue Gemeinde damit eher belasten.

  7. schneider sagt:

    Oh weh, Herr Brux, Sie stecken ja noch tiefer drin, als ich geahnt habe. „Es gibt keinen Zwang in der Religion…“ steht also so im Koran? Ein völlig aus dem Kontext gerissenes Zitat soll beweisen, dass ein jeder Moslem friedlich und froh und jederzeit seinen Glauben wechseln kann, wie ihm beliebt?* Die Eltern und Großeltern begrüßen es, wenn ihre Spößlinge zwischen den Religionen „hoppen“ oder gleich ganz zu Atheisten oder Agnostikern werden? Glauben Sie das wirklich? Wo doch sonst die Muslime und deren „Verehrerer“ den (Islam-)Kritikern immer wieder vorwerfen, daß aus dem Koran zu Zitieren doch nicht schlau sei, reißt man doch alles aus dem (göttlichen) Zusammenhang.

    „Josef Schmid (CSU-Fraktionschef in München), Christian Ude (OB München, SPD), Alois Glück (CSU, Präsident des Deutschen Katholikentags), sogar unsere Bundesjustizministerin haben nur den Kopf geschüttelt und sich gewundert über den Verfassungsschutz, was der da herausgelesen hat.“

    => hat das was zu heißen? Geht es hier nicht um ganz andere Interessen? Ich vertraue hier mehr dem deutschen Verfassungschutz als der Schnarrenberger und dem Ude, der sowieso ganz heiß auf „sein Münchner Denkmal“ ist….

    „Schardscha gilt als das konservativste Emirat der VAE, da es noch weitgehend das religiös legitimierte, unabänderliche Gesetz des Islam, die Scharia einhält. Es verfügt z. B. über ein strenges Alkoholverbot auch für Ausländer. Des Weiteren sind Kleidungsvorschriften für das Auftreten in der Öffentlichkeit festgelegt. Ein Nichtbeachten hat eine Verwarnung und bei fortgesetztem Verstoß eine Geld- und unter Umständen gar eine Haftstrafe zur Folge. Desgleichen streng wird bei Besitz von Rauschgift oder Partydrogen verfahren; schon kleinste Mengen können drastische Strafen nach sich ziehen.“
    Quelle: Wikipedia

    Ja, Ja, so geht es im aufgeklärten und modernen Schardscha zu… ** anderswo möchte der Emir natürlich aber alles ganz moderat und modern und abgewandelt sehen. Ildriz darf im fernen Bayern ruhig das Wort Gottes verändern, wie es ihm beliebt. Ach, wir freuen uns alle so auf eine moderne Variante des Islam.

    Na ja, Herr Brux, wir kommen wohl nicht zusammen. Machen wir uns nichts draus.

    So, jetzt muss ich aber los, wir kochen heute mit unseren ungarischen Nachbarn. Wir, das sind wir Tschechen, Ungarn, Deutsche, Bulgaren und ein Päärchen aus Bosnien-Herzegowina. Richtig Multi-Kulti, isn’t it? Ach, ein Kasache kommt auch noch, mein bester Freund.

    Viele Grüße
    ein Ausländer

    * vor gar nicht allzulanger Zeit war das hier auch nicht anders, und meine Mutter würde mich enterben, würde ich in eine andere Religion wechseln. Von daher ist ja der Islam schon weiter als wir…

    ** richtigerweise hat das nichts mit dem Islam zu tun.

    • Leo Brux sagt:

      Herr Schneider,

      wie ich sehe: eigentlich keine Argumente. Wenn Muslime – was doch erfreulich ist – sich den Koranvers darüber, dass es keinen Zwang in der Religion gebe zu eigen machen, dann lästern Sie darüber, dass es Zeiten und Gegenden gibt, in denen das nicht der Fall war, und mimen den talibanischen Koranexperten. Soll das als Argument zählen? Es ist einfach nur böser Wille.

      Wenn der Präsident des Katholischen Kirchentags sich demonstrativ vor Imam Idriz stellt – sagen Sie einfach, Sie halten sich an den Bayerischen Verfassungsschutz … Begründung? Keine.

      Wenn der Emir von Sharjah Geld für eine ausdrücklich liberale Moscheegemeinde ausgibt, verweisen Sie auf die konservativen Verhältnisse in seinem Emirat. Macht das die Penzberger Gemeinde weniger liberal?

      Nach Ihnen ist Imam Idriz ein Ketzer. – Herr Schneider, wir sehen, wie Sie sich mit den Wahhabiten und den Taliban einig sind. Das reaktionärste Islamverständnis ist Ihnen grade recht und repräsentiert natürlich den wahren Islam. Man könnte fast annehmen, Sie sympathisieren mit den Wahhabiten – weil sie Ihnen erlauben, den Islam und die Muslime zu verachten. Da sind Sie sich auch mit einigen bayerischen Verfassungsschützern einig. Der sich reformierende Islam muss ganz besonders bekämpft werden.

  8. Kritiker sagt:

    @Leo Brux

    Islam wird kritisiert, möglicherweise auch zu unrecht, das kann sein.
    Vielleicht sollte man kritische Aussagen einfach verbieten?
    Man sollte auch kritisches Denken bestrafen?
    Kein Mensch sollte die Möglichkeit haben in Freiheit zu leben ,wo er frei
    seine Meinung äußern kann?
    Die Menschen sollten endlich aufhören zu hinterfragen, Menschen sollten
    endlich aufhören zu denken und nur das tun was man ihnen sagt?

    Ist das ihr Wunsch @Leo Brux?

    • Leo Brux sagt:

      Könnte es nicht einen Unterschied geben zwischen Kritik und Hetze,
      Herr Kritiker?

      Wenn es einen geben sollte, werden Sie ihn wohl nicht erkennen.

      Was Sie um 19:43 zum Beispiel mir unterstellen, ist einfach bloß Hetze.

  9. basil sagt:

    @Leo Brux
    Die Debatte geht auch darum ob der Islam selbst gezielt diskriminieren darf.
    Und Sie sind halt der Meinung er darf.

  10. basil sagt:

    Idriz hatte doch auch eine Informationsschrift zu seinem geplanten Euroislamzentrum herausgegeben in der er unter anderen einen gewissen Hassan Djojo als Wegbereiter und Inspirationsquelle ehrt.
    Der wiederum war zur NS Zeit Anführer einer muslimischen SS-Brigade, die auf dem Balkan Befehle Hitlers ausführte.
    Zufälle gibt’s!