Welt Online

Fast ein Drittel, ein Viertel oder doch nur ein Fünftel?

Am Montag veröffentlichte das nordrhein-westfälische Arbeits- und Integrationsministerium die Studie „Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen“. Zuvor stellte das Ministerium die Ergebnisse der Welt am Sonntag exklusiv zur Verfügung, die vorab berichten durfte.

Von Dienstag, 18.01.2011, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20.01.2011, 2:38 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Auf Welt Online lautete am Sonntag (16.01.2011) die Schlagzeile: „Fast ein Drittel der Muslime in NRW lebt vom Staat“. 1 Im Kleingedruckten darunter war allerdings zu lesen, dass 28 Prozent aller Muslime vom Staat leben, was einer „Gut ein Viertel…“-Schlagzeile näher gelegen hätte als der „Fast ein Drittel…“-Schlagzeile.

Anzeige

Am 17.01.2011 – also nur einen Tag später, stellte das Arbeits- und Integrationsministerium die Studie online. Zeitgleich änderte Welt Online die Schlagzeile. „Fast ein Viertel der Muslime lebt vom Staat“, heißt es jetzt dort. 2 Verwirrung pur. Wieso „fast“? Bei 28 Prozent müsste es doch „Gut ein Viertel…“ heißen. Ein Blick in die Studie: Danach beziehen 21,6 Prozent der Muslime Sozialhilfe und nicht „Fast 33 Prozent“, wie Welt Online seinen Sarrazinern vorab schon mal nahebringen wollte.

Zwar liegen auch die 21,6 Prozent einer „Gut ein Fünftel…“-Schlagzeile viel näher als einer „Fast ein Viertel…“-Schlagzeile, aber immerhin. Schon nach einmal Schlafen hat Welt Online seinen Fehler erkannt und korrigiert. Fast.

Das Foto, auf dem drei Frauen und ein Kinderwagen abgebildet sind, ziert den Artikel immer noch. Laut diesem Foto tragen fast sieben von zehn aller muslimischen Frauen eine Burka und ein Drittel ein Kopftuch. Dies nur als Hinweis für die nächste Schlagzeile, liebe Welt Online-Redaktion.

  1. Der ursprüngliche Link zum Artikel: http://www.welt.de/politik/deutschland/article12187137/Fast-ein-Drittel-der-Muslime-in-NRW-lebt-vom-Staat.html
  2. Der aktuelle Link zum Artikel: http://www.welt.de/politik/deutschland/article12187137/NRW-Fast-ein-Viertel-der-Muslime-lebt-vom-Staat.html
Zurück zur Startseite
MiGAZIN ABONNIEREN (mehr Informationen)

MiGAZIN wird von seinen Lesern ermöglicht. Sie tragen als Abonnenten dazu bei, dass wir unabhängig berichten und Fragen stellen können. Vielen Dank!

WEITERE INFOS
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. bogo70 sagt:

    Gerüchte streuen
    „Ich werde es bestimmt nie wieder tun, versprach der Nachbar, ich nehme alles zurück, was ich über Sie erzählt habe“

    Künzelmann sah den anderen ernst an. „Ich habe keinen Grund, meinen Nachbar in ein Unglück zu stürzen“, erwiderte er, „jedoch verlangt jede böse Tat ihre Sühne.“ Ich bin gern zu allem bereit. „ Künzelmann erhob sich, ging in den Stall und kam mit einem geschlachteten Hahn zurück. „Tragt diesen Hahn in euer Haus, das hundert Schritte von meinem steht“, sagte er“ dann kommt langsam wieder zurück und rupft den Hahn unterwegs, eine Feder nach rechts, und eine Feder nach links werfend. Dies ist der Sühne erster Teil.“

    Der Nachbar tat, wie ihm geheißen. Als er wieder vor Künzelmann stand und ihm den gerupften Hahn, fragte er: „Und der zweite Teil meiner Buße?“ „Geht jetzt wieder den Weg in euer Haus zurück und sammelt alle Federn wieder ein.“ “Der Nachbar stammelte verwirrt: „Ich kann doch die Federn unmöglich wieder sammeln! Ich streute sie wahllos aus, warf eine hierhin und eine dorthin. Inzwischen hat der Wind sie längst in alle Himmelsrichtungen getragen.

    Wie könnte ich sie alle wieder einfangen?“

    Künzelmann nickte ernst: „Dies wollte ich nur hören!

    Genauso ist es mit der üblen Nachrede und den Verleumdungen. Einmal ausgestreut, laufen sie durch alle Winde, wir wissen nicht wohin. Wie kann man sie also einfach wieder zurücknehmen?“

    http://www.mein-finanzbrief.de/GedankenPositiv/geruechte.htm

  2. Raver sagt:

    Anstatt darüber zu schreiben ob es nun „ein Drittel“, „fast ein Viertel“ oder „etwas mehr zwei Zehntel“ heißt wäre es sinnvoller gewesen über die Gründe und Lösungen zu sprechen.
    Dieser Artikel, Herr Şenol, hat leider nichts dazu beigetragen.

    Im übrigen – was ist an dem Foto schlimm? Die Zahlen zeigen auf, dass die Kopftuchtragenden Frauen schlechter integriert sind – auf nichts anderes weißt das Foto mit seinr Bildunterschrift ja hin. Wenn das jetzt schon verwerflich sein soll…

  3. NDS sagt:

    Liebe Welt-Online, nicht zu vergessen, dass wenn sieben von zehn Frauen eine Burka tragen und ein Drittel ein Kopftuch (Gesamt: ca. 100 Prozent), in dem Kreisdiagramm kein Platz mehr ist für die 70 Prozent ohne Kopftuch.
    Siehe: http://www.heymat.hu-berlin.de/ PDF-Dokument: „Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand…“, S. 13 und S. 33 ff.