Europäische Union

Visapflicht für Albaner und Bosnier aufgehoben

Bürger aus Albanien und Bosnien-Herzegowina mit einem biometrischen Pass können ab Dezember 2010 ohne Visum in fast alle Länder der Europäischen Union einreisen. Dies beschlossen die EU-Innenminister gestern in Brüssel.

Dienstag, 09.11.2010, 8:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 15.11.2010, 0:43 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Von einem „wirklich historischen Tag“ und einem „sehr wichtigen politischen Signal“ für beide Balkanstaaten sprach EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström gestern nach dem Beschluss der EU-Innenminister in Brüssel. Erfreut zeigte sich auch der bosnische Präsident Haris Silajdzic: „Die Menschen hier werden nun viel über europäische Standards lernen, das kann unser Land am Ende in die EU führen.“

Die neue Reisefreiheit gilt aber nicht vorbehaltslos. Die Reiseerleichterung wurde von den EU-Innenministern unter der Bedingung erteilt, dass das Asylrecht nicht missbraucht wird. Aufgrund schlechter Erfahrungen aus den anderen Balkanländern, deren Visumpflicht die EU vor einem Jahr aufgehoben hatte, habe man sich zu diesem Schritt entschlossen. Viele Reisende hätten ungerechtfertigt Asylanträge gestellt, weswegen auch Innenminister Thomas de Maiziere nur mit Bedenken zugestimmt habe. In den vergangenen drei Monaten sei die Zahl von Asylbewerbern aus Serbien und Mazedonien in Deutschland um 400 Prozent auf knapp 1000 gestiegen.

___STEADY_PAYWALL___

Nun liege es an Albanien und Bosnien-Herzegowina, erklärte Malmström. Die Regierungen der beiden Länder haben sich verpflichtet, ihre Bürger vor einem Visa-Missbrauch zu warnen. Die Visumfreiheit ermöglicht nur einen Aufenthalt von 90 Tagen pro Halbjahr in der Schengen-Zone. Kommt es dennoch zu Auswanderungsströmen in einen EU-Mitgliedsstaat, kann dieser die Suspendierung der Visa-Freiheit beantragen. Darüber entscheidet dann der Rat der Innenminister.

Ziel der Reiseerleichterung sei es, den Staaten einen Anreiz zu geben, den notwendigen Reformprozess für eine Mitgliedschaft in der EU voranzutreiben. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Bisher haben noch nicht einmal die Beitrittsverhandlungen begonnen. Dennoch hoffen Bosnien und Albanien auf eine Aufnahme in den kommenden zehn Jahren.

Weniger optimistisch kann Kosovo in die Zukunft blicken. Die positiven Auswirkungen der gestrigen Entscheidung würden von der „noch weiter verstärkten Isolierung“ des Kosovo überschattet, erklärte Ulrike Lunacek (Grüne), Kosovo-Berichterstatterin des EU-Parlaments. Sie warnte: „Kosovo ist das einzige Land der Region, für das die EU-Visa-Regeln aufrecht bleiben. Deswegen fordere ich die EU-Kommission auf, nun schleunigst den Visa-Dialog mit dem Kosovo zu beginnen und so schnell als möglich eine Road-Map zur Visa-Liberalisierung vorzulegen.“

Auch die Sozialdemokraten im EU-Parlament stellten klar, dass die Bürger aus dem Kosovo nicht auf Dauer von der Reiseerleichterung ausgeschlossen werden dürften. „Eine solche Ungleichbehandlung reißt höchstens neue Gräben auf und verschärft Diskriminierungen. Das Kosovo darf den Anschluss an die Entwicklung der anderen Länder in der Region nicht verlieren“, warnten Birgit Sippel, SPD-Europaabgeordnete und Mitglied im Innenausschuss, und Jutta Steinruck (SPD), stellvertretendes Mitglied der Balkandelegation.

Derartige Befürchtungen sind nicht neu. Bereits Anfang 2010 hatten Kritiker bemängelt, dass die Aufhebung der Visa-Pflicht nur für bestimmte Länder eine Ungleichbehandlung in der Region bedeuten würde. Nach der gestrigen Entscheidung bleibt Kosovo der letzte Teil des ehemaligen Jugoslawien, der nicht von der Visa-Freiheit profitiert. (bk)

Politik
Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. bogo70 sagt:

    @Liebster Albaner,
    Ihnen gegenüber bin ich tatsächlich zu garnichts verpflichtet, der Allgemeinheit gegenüber schon. Stört es sie etwa, dass sie ihre Theorien belegen müssen? Ich find es bildet ungemein, wenn man alle Facetten des Jugoslawienkonflikts sachgerecht und unemotional betrachtet bzw. beschreiben kann, hier lesen schließlich junge Menschen mit und Menschen, die denken der Krieg in Jugoslawien,wäre eine einzige Aktion von 1991-2000 gewesen. So können wir wenigstens daran arbeiten, dass die Mehrheit nicht nur übernimmt was vielerorts einfach angenommen wird ohne zu hinterfragen.

    Wenn kleine Bogo sich auf mein Alter bezieht, finde ich das man mit 40 Lenzen doch schon einen guten Überblick haben sollte, in Sachen Weltpolitik. Falls sie meinen Post mit dem Alter nicht richtig verstanden haben, könnte es daran liegen, dass bei ihnen der Konflikt in Jugoslawien erst 1999 beginnt. Alle anderen scheinen ihnen egal zu sein, der Konflikt begann 1991 und da war ich 21 Jahre alt, ergo bin ich jetzt 40 und fühle mich durchaus in der Lage mit jemandem ihres Alters zu diskutieren. Vorausgesetzt sie sind nicht über 70, da würde ich ihnen höchstens Respekt entgegenbringen und die Klappe halten, ist halt so in unserer Kultur. :-)

    Ja, meine Vorfahren waren Österreicher und sie haben sich prächtig in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Serbien integriert, so wie ich mich nun in Deutschland integriere. Das ist nun mal der Lauf der Dinge, wenn die Welt nicht mehr an der Dorfgrenze endet, würde ich persönlich als Teil der Globalisierung betrachten. ;-)

    Die UCK und ihre Folgeorganisationen wurden und werden vom organisierten Verbrechen finanziert, zu damaliger Zeit mit stillschweigender Zustimmung der USA und ihren Verbündeten. Prostitution, Drogen und Korruption beherrschen das Kosovo, nach wie vor. Kriminelle Organisationen ziehen die Fäden in der Politik.
    Ramush Haradinaj war, Ex-Kommandeur in der „Kosovo-Befreiungsarmee“ UCK, 2004 – 2005 Premierminister des Kosovo und war 2008 angeklagt vorm Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Für seine Gefolgsleute: „die Faust Gottes“. Für die UNMIK-Mission: „ein Freund und Partner“. Zusammen mit zwei Mitangeklagten, Idriz Balaj, Anführer der „Schwarzen Adler“ und Lahi Brahimaj, „der Zigeuner“, soll Ramush Haradinaj zwischen März und September 1998 systematisch Serben, auch auch Roma und Albaner, die sich seinem Herrschaftsanspruch nicht unterwarfen, aus dem Gebiet seines Clans im Nordwesten des Kosovo vertrieben und ermordet haben. Menschen wurden mit Stacheldraht gefesselt und an Autos hergeschleift, bei lebendigem Leib verstümmelt. Serbien hatte in den Jahren 1998 und 1999 eine bewaffnete Operation gegen die Extremisten aus der „Kosovo-Befreiungsarmee“ durchgeführt, die auf die Unabhängigkeit von Belgrad hingearbeitet hatten. 1999 wurde die UCK aufgelöst und eine UN-Administration (UNMIK) in der Region eingesetzt. Im Februar 2008 proklamierten die albanischen Kosovo-Behörden mit Unterstützung der USA und mehrerer EU-Länder einseitig die Unabhängigkeit von dem übrigen Serbien. Erst im Dezember 2008 übernahm die EULEX-Mission von der UNMIK die Verantwortung für Gesetzlichkeit und Rechtordnung im Kosovo. Was aber noch lange nicht bedeutet das Recht und Ordnung tatsächlich herrschen. Ramush Haradinaj der 2008 auf wunderliche Weise von Kriegsverbrechen freigesprochen wurde, während man seinen Mitkämpfer Lahi Brahimi zu sechs Jahren Haft verurteilte, seit Juli 2010 ist der Freispruch von 2008 aufgehoben und ihm steht erneut ein Kriegsverbrecherprozess in Den Haag bevor. „Auf die Initiative von Ramush Haradinaj wurde die UCK-Sondereinheit „Schwarze Adler“ gegründet, die für Ermordungen und Misshandlungen Dutzender serbischer Zivilisten verantwortlich gemacht wird.“ Fakt ist das die UCK keine Befreiungsarmee war, sondern zumindest eine zwielichtige Organisation, die vom Westen seit 1996 systemathisch ausgebaut und unterstützt wurde, ein Auftakt zur erneuten Zerstückelung existierender Staaten und das obwohl die UÇK im deutschen Verfassungsschutzbericht 1998 als in „ihrer Heimat terroristisch operierend“ eingestuft wurde. <a
    Was die Rolle Serbiens bei der Kriegsführung angeht, habe ich nirgendwo in meinem Text beschönigt. Doch sollte ein souveräner Staat, wie es Serbien zu diesem Zeitpunkt war, mit einer regulären Armee gegen Extremisten vorgehen dürfen. Genau das werden sie ja auch für ihr Großalbanien verlangen, wenn es denn mal dazu kommt.

    Ihre Verehrung für Adem Jashari in allen Ehren, doch ist der Mann tot und es steht selbst in ihrem Link zu Wiki, schwarz auf weiß : "Am 6. März 1998 kam Jashari zusammen mit 56 Familienmitgliedern und Freunden bei einem so genannten Vergeltungsschlag serbischer Einheiten auf sein Haus ums Leben, "nachdem er zuvor" Angriffe auf serbische Polizeiposten durchgeführt hatte."

    Ihr Vorwurf es sei erbärmlich und eine Verhöhnung der Opfer, ihre Aussagen als falsch darzustellen weise ich von mir. Ich verlange lediglich von ihnen eine differenzierte Diskussion, erbärmlich wäre es wenn ich jegliche Schuld der Serben leugnen würde, wie sie es mit der Rolle der UCK halten.

    Zu ihren Träumen von Großalbanien, hat sich MoBo schon geäußert. Dem gibt es nicht viel hinzu zufügen, außer vielleicht das sie die Eigenart haben, ihren Nationalismus offen an den Tag zu legen, um im gleichen Moment jegliche Gedanken an Nationalistentum von sich zu weisen.

    Das sie sich nicht vor Griechenland scheuen, glaube ich gern, nur ist Griechenland nicht Serbien, es ist ein Teil der EU und soweit kommt es sowieso nicht, aber die EU würde ihnen schon ihre Grenzen aufzeigen. Kleiner Ratschlag von mir, sie könnten ja versuchen den Griechen ihre Pleite zu erleichtern und ihnen ein paar Inseln abkaufen, Deutschland hatte so ein Angebot schon gemacht, erfolglos vielleicht haben sie ja mehr Glück. ;-)

  2. Albaner sagt:

    Liebe Bogo,
    mit „klein“ habe ich sicherlich ein wenig emotional reagiert jedoch keinerlei schlechte Absichten gehabt. Gerne können Sie es aber auch als Kompliment ansehen, da ich „klein“ mit etwas Süßem, Zierlichen und Knuddligen vergleiche.
    Nochmal zum Thema zurück. Zu keinem Zeitpunkt habe ich den „Serben“ oder „Serbien“ und damit Verbunden das „gesamte“ Volk diskriminiert, beleidigt o.ä. Was ich jedoch klar und deutlichen machen möchte ist, dass die Mehrheit der Serben an den Geschehnissen zwischen 18.. und 1999, in indirekter Weise natürlich, an allen Geschehnissen auf dem Balkan beteiligt war. Ich muss nicht 100 Jahre alt sein um so etwas zu wissen!!!! Sie sagen es ja selber „dafür gibt es genug zugängliche Quellen“, wobei mir meine Herkunft in gewisser Weise Vorteile verschafft. Ich betone es nochmal „Die Mehrheit der Serben haben ihren Politikern, ihrer Armee, ihren Paramilitärs, ihren Dieben, ihren Massakerbanden, das Recht zugesprochen Albaner zu foltern, zu töten, zu vergewaltigen und auszurauben. Gibt es für ein Volk eine größere Demütigung?
    Zur Ihren Vorfahren: Sie sagen ihre Wurzeln sind Österreicher! Sie schreiben von Integration! Warum also mussten sich die Albaner in ihrer eigenen Heimat integrieren? Unter Integration verstehe ich jedoch etwas anderes. Egal wie lange ich in Deutschland leben werde, meine albanische Identität werde ich niemals leugnen.
    Anderes Thema: Wie können Sie den Gründer der UCK „ADEM JASHARI“ ehren, wenn Sie gleichzeitig die UCK als einer terroristische Organisation einstufen?!?! Das ganze ist sehr paradox und widerspricht sich in allen Belangen! Abgesehen davon. Wie können Sie (außerden den Tod von Adem Jashari) den Tod von 55 anderer Mitglieder (meistens Frauen, Ältere, Kinder und Neugebore) mit einem Vergeltungsanschlag begründen? Glauben Sie etwa, dass kleine Kinder und Frauen auch Polizeistationen angriffen?? Wie muss ich mir Sie als Mensch vorstellen? Wenn die serbische Armee albanische Zivilisten, u.a. KINDER und ALTE, tötet, dann dient das nur der Staatssicherheit!!! Wenn aber Albaner serbische Zivilisten (was ich genau so verabscheue) tötet, dann ist das natürlich terroristisch und Menschenunwürdigend!
    Zu Ramush Haradinaj: Er ist und bleibt ein Held. Er war einer von weniger, der Serbien die Stirn geboten hat und die serbische Herrschaft über Dardania-Kosova ein für alle Mal beendete. Er und seine Familie haben 3 Tote zu beklagen und alle samt sind seine Brüder!!!! Ich betone es nochmal. Die UCK entstand auf Grund einer ungerechtfertigten Unterdrückung u.a. Diskriminierung, unzählige willkürliche Verhaftungen, Foltereien, Morde, Landraub, Vergewaltigungen und und…die Liste reicht bis ins Unendliche! Und Ramush Haradinaj hat sich auch diesmal dem Gerichtshof in Den Haag freiwillig gestellt, was man von Millosevic und Co KG nicht behaupten konnte/kann. Diese flohen/fliehen vor ihrer Schuld. Der serbische Staat ist und bleibt für die albanische Bevölkerung ein „Okkupator“ und nicht mehr.
    Zum Thema Griechenland: Sogar der intern. Gerichtshof als auch die EU forderten Griechenland mehrmals auf, die Rechte der Albaner (besonders in Camerija o.a.g. Janina-Epiros,etc) zu stärken, legitimieren und ihre Grundbesitze zurück zu führen. Betrachtet man das Ganze genau, dann fällt einem schnell auf, dass diese Ländereien genau den Zipfel Erde markieren, welchen ich als albanisches Land bezeichne!

    zu Bogo: Ich betrachte sehr wohl die andere Seite und recherchiere sehr viel z.b. auch auf der Seite RIA NOVESTI (eine russiche Agentur), die bekannt für die PRO-SERBISCHE-ARGUMENTATION Ist.

    Lassen sie uns nicht all zu sehr vom Thema abweichen. Serbien hat 3 (bzw. 4) Kriege begonnen, jeden einzelnen verloren, unermäßliche Schäden an Mensch und Gut zugefügt, dem eigenen Volk Leid zugefügt (siehe u.a. Vertreibung aus Kroatien oder West-Bosnien) sowie die Stellung der serbischen Gemeinschaft in Dardania-Kosova drastisch verschlechtert.

    Ich möchte noch einige Angaben zu der Zeit vor 1999 bzw auch 1991 machen:
    „Iseljavanje Arnauta“ – Sie wissen sicherlich besser was das heißt!! Das bedeutet nämlich „Die Aussiedlung der Albaner“!!! Was will ich Ihnen sagen? Ich möchte Ihnen sagen, dass auch schon vor 1998, die serbische Politik dazu neigte, dass albanische Volk zu terrorisieren. Wie wurde die Aussiedlung von fast 700.000 Albaner aus allen historischen-albanischen Gebieten begründet??? Cubrilovic begründet dies folgendermaßen: Diese hielt er für die gedeihliche Entwicklung des jugoslawischen Staates, den er immer als großserbischen dachte, für unbedingt notwendig……Er sagte: Ich zittiere: „In unserem Fall müssen wir uns unbedingt vor Augen halten, daß wir es mit einer grobschlächtigen widerstandsfähigen und gebärfreudigen Rasse zu tun haben. So beschrieb der Serbe die Albaner (was er heute noch macht). Vielleicht noch anzumerken, dass Cubrilovic zu den Verschwören des Attentats auf den öst. Kronprinzen gehörte! Nach dem Abschluss des Vertrages von San Stefano, infolgedessen der russisch-türkische Krieg von 1877-78 endete und Serbien mit der Ausbreitung seines Territoriums die Unabhängigkeit erlangte, vertrieb und ermordete die serbische Armee aus dem Sandschak von Nisch hundertausende Albaner, indem es ganze Städte und Dörfer niederbrannte. Jene Familienväter, die sich weigerten zu gehen, wurden in ihren Häusern oder Stallungen eingesperrt und samt ihren Familien und Vieh bei lebendigem Leibe verbrannt. Diejenigen die geblieben waren und überlebt hatten, mussten sich assimilieren. Mit der gleichen Methode wie in den Jahren von 1878-79 auf den Sandschak von Nisch, ging die serbische Armee letztendlich auch bei ihrer Eroberung des kosovarischen Kernlandes im Jahre 1913 vor. Sie eroberten das restliche Vilajet von Kosova und begannen mit der systematischen Einschüchterung und Vertreibung der Albaner. Unter der kommunistischen Diktatur Titos, wurden unter der Leitung des damaligen serbischen Innenministers, Aleksandar Rankovic, im Zeitraum von 1945 bis 1966, also bis zu seiner Entmachtung durch Tito, mehr als fünfzigtausend Albaner bei großangelegten „Säuberungsaktionen“ ermordet und hunderttausende nach Albanien oder in die Türkei vertrieben – die zweite organisierte Vertreibungswelle der Albaner nach 1913 bis 1941.

    Ich denke mehr muss ich nicht dazu schreiben!!!

  3. bogo70 sagt:

    Bevor ich es vergesse.
    Bugün Bayram – Bayramınız Kutlu Olsun! ;-)

  4. Albaner sagt:

    Wenn ich das doch nur verstehen würde :-)….

  5. bogo70 sagt:

    Ich schrieb ihre Verehrung für Adem Jashari in Ehren, sollte heißen das ich Ihren Volkshelden keinesfalls noch im Grabe beleidigen möchte und nicht das ich ihn als Helden feierne. Die Geschichte unserer Länder kann man in den groben Zügen vom Amselfeld bis Heute gut nachvollziehen, dass wir unter den Osmanen zwar Religionsfreiheit genossen und die Janitscharen es sogar in höhere Ämter schafften, rechne ich den Osmanen gern an und doch war es die Unterdrückung unseres Volkes, dass dem osmanischen Reich zum Vorteil diente.

    Was aber Damals unsere Seite radikalisierte und Heute ihre Seite radikalisiert, will ich in einem Jahrhundert der Aufklärung nicht mehr. Keine Kriege im Namen des Nationalismus und kein Blutvergießen für Boden, dass gilt für jedes Volk und sollte das Bestreben jeden Volkes sein. Nur die Auseinandersetzung mit der eigenen Schuld bringt uns in diesen Punkten weiter und nicht wie es bei uns üblich ist, dass Gegenrechnen der Opfer diese Krieges. Wo nun mehr gestorben wurde, wen es am schlimmsten getroffen hat, kann man überall nachlesen und ich habe sogar Verständnis dafür, wenn den Serben nun ähnlich wie den Deutschen dauernd unter die Nase gerieben wird, dass sie Schuld haben, doch weiter bringt uns das auch nicht.

    Um hier der Frage nach Schuld oder Unschuld nachzugehen, habe ich sie nicht herausgefordert, es erschien mir als der richtige Weg zum Nachdenken aufzufordern. Wenn ich mir verschiedene Balkanforen ansehe, möchte ich am liebsten weglaufen vor soviel Hass und Nationalismen. Jeder prügelt auf jeden ein, jeder hält sich und sein Land für etwas besseres und ich frage mich: „Merkt ihr noch was, ihr sprecht die gleiche Sprache, nur dieses Mal ist es die des abgrundtiefen Hasses.“ Das will ich hier, so wie MoBo es auch formuliert hatte nicht haben.

    Auch ihr Traum von Großalbanien nimmt den gleichen Weg, wie jeder Nationalismus es bisher tat, einschließlich dem Serbischen. Bestehen sie partout darauf, müssen sie mit dem Wiederstand der Mehrheit in besagten Ländern rechnen, was wieder Krieg bedeutet, dieses Mal wären aber sie der Aggressor und wieder würden Massen von Menschen sterben. So kann es sich bis zum Sankt Nimmerleinstag fortsetzen. Wären sie Pazifist, würden sie sich alle Grenzen und Ethnien zum Kuckusland wünschen, denn diese Grenzen sind es, die uns zu Barbaren und Verteidigern von Linien auf einem Papier machen.

    Das ich österreichische Vorfahren habe ist mir ziemlich wurscht, es ging nur um ihre abfällige Haltung gegen Roma, dass ich in Serbien geboren wurde ist reiner Zufall, ich hätte sonstwo geboren werden können. Deshalb ist es für mich auch unsinnig stolz auf mein Land zu sein, ich hatte nur das Glück nicht irgendwo in der dritten Welt geboren zu werden und unter schlimmeren Unmenschlichkeiten leiden zu müssen, als wir es hier im Westen tun. Falls es sie beruhigt, die Vorfahren meiner Mutter sind Serben, Väterlicherseits ist es Österreich.

    Und zum guten Schluß will ich noch einen klugen Menschen zitieren: „Heldentum auf Kommando, sinnlose Gewalt und die leidige VATERLÄNDEREI, wie glühend hasse ich sie, wie gemein und verächtlich erscheint mir der Krieg; ich möchte mich lieber in Stücke schlagen lassen, als mich an einem so elenden Tun beteiligen!“
    ALBERT EINSTEIN

  6. Albaner sagt:

    Das stimmt, die Geschichte vom Amselfeld an kann man wirklich gut nachvollziehen. Wie wird diese nochmal in den serbischen Geschichtsbüchern erzählt? Die Serben hätten um das Kosova gekämpft?? Allein die Serben waren es, die den Türken/Osmanen die Stirn boten? Allein Sie fielen für die christliche Sache? Ich glaube auch hier könnte ich detailiert Argumente bieten, die jeder serbischen Erzählung wiedersprechen würde.
    Zum Thema Osmanisches Reich:
    Ich kann mich nicht erinnern, dass während der 600 jährigen Okkupation „Religionsfreiheit“ herrschte, zumindest nicht für die Albaner! Bei den Serben kann ich mir das gut vorstellen, denn sie waren es, die den Osmanen ihre jungen Töchter anboten um gewissen Freiheiten zu erlangen.
    Ihr Argumentation finde ich grds. sehr gut und ich freue mich auch sehr darüber, dass sie eine Gesprächspartnerin und kein ungebildetes, vom amselfeldmythos- zerfressenes Millosevic-Kind sind!
    Ich würde gerne wie Sie denken können, all die Opfer, sowohl in meiner Familie, in meinem Freundeskreis als auch unter meinem Volk einfach vergessen zu können und ein neues Leben aufzubauen. Nur das Problem ist, dass ich es nicht kann und möchte, denn „vergessen“ bedeutet „wiederholen“ und ich werde mein Leben lang meine Stimme gegen den serbische Okkupator erheben.
    Was mich an Ihnen fasziniert, ist Ihre Art zu schreiben, sehr gefühlvoll und doch sehr sachlich, etwas komplex, provokant und doch klar strukturiert. Ich denke es wäre unfair Ihnen gegenüber, diesen Gedanken, den ich in mir spüre, nicht mit Ihnen zu teilen.
    Nochmal zum Thema zurück. Ich war niemals abfällig gegenüber Roma. Ich habe nur eine ihrer Heimaten wie z.B. Ägypten (sie steuerten Indien mit bei) genannt, mehr aber auch nicht, genau so wie ich die Heimat der Serben „die Ukraine“ nannte. Ich erkenne nichts abfälliges in und an meiner Aussage!
    Ich möchte es nochmal betonen, einen Traum namens „Großalbanien“ gibt es nicht. Es gibt aber ein Albanien, dass nicht vor all zu langer Zeit existierte. Es ist das Albanien, dass Gott schuf und uns die Slawen i.V.m den europäischen Großmächten schändeten, zerstückelten und stahlen! Großimperialitische Ambitionen hatte nur Serbien. Ich denke, da können die Kroaten, die Bosnier, Slowenen etc auch einiges dazu sagen. Wieso sollte ich keine gegenrecherche führen (wobei ich mich Frage welche Recherchen Sie da führten, führen oder führen möchten???).
    Der Gedanke, dass keine Kriege im Namen von Nationalismus oder wg. Anspruch auf Boden geführt werden sollen, ist im Grunde genommen sehr gut, aber warum schreiben Sie mir das? Sollten Sie sowas nicht lieber an das serbische Volk, Armee sowie Politik richten? Kein Krieg dieser Welt hat jemals einen weitergebracht. Dennoch bestehe ich auf unser Recht! Das Recht auf Freiheit, Demokratie sowie einen ethnischen-souveränen Staat ALBANIEN (einschließlich aller Vilajet oder historisch nachweisbar albanischen Gebiete)!!!
    Ich bin es mir genau so Leid jedes Mal alles und zehn Mal zu argumentieren, aber ich werde es nicht zulassen, dass die Ermordung von 15.000 Albaner vergessen bleibt. Sie können wirklich von Glück sprechen, dass Sie nicht in einem Drittland geboren wurden. Mein Vater dagegen ist in einem Drittland namens Albanien (einschließlich Kosova usw.) geboren und aufgewachsen. Diesen Status schuf jedoch nicht das albanische Volk, sondern der Okkupator „Serbien“, der den Albanern jeglichen Fortschritt untersag. Mein Vater floh vor einem grausamen Terror, vor einem Regime, das weder Tier noch Mensch kannte. Ihre Eltern oder vllt auch Sie selber, sind sicherlich nicht wegen diesen Gründen ausgewandert!!!! Da besteht der Unterschied. Sie können sich nicht in sowas hineinversetzen!!! Ihr Leben, Ihre Erziehung und und…lassen sowas nicht zu.
    Ich möchte auch einen kleinen Satz zitieren: Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht“. Die Serben hatten diese Macht und zeigten Ihren Charakter!

    Eine wunderschöne gute Nacht wünsche ich Ihnen!

  7. bogo70 sagt:

    @Albaner
    Wenn sie in den Geschichtsbüchern anderer Völker lesen, entsteht ein differenzierter Eindruck der Geschichten rund um die Entstehung der Völker. Wer stur nur der eigenen Seite Vorrang gibt, wird auch nur das finden was er bestätigt haben möchte. Sei es die eigene Unschuld, das Heldentum oder der Kampf für die richtige Sache. Wenn ich mich richtig erinnere, meine ich in einem Buch über die Jenitscharen gelesen zu haben, dass die Serben ihre Söhne in die Hände der Osmanen gaben und wenn dann nicht ganz freiwillig die Töchter. So kamen die Söhne, wenn sie erfolgreich für die Osmanen kämpften in den Genuß höherer Ämter. Die Albaner aber assimilierten sich unter den Osmanen, wurden Muslime und kamen so zu ihren Privilegien. Vielleicht sollten sich beide Seiten von den Erzählungen der jeweils anderen distanzieren und in den Geschichtsbüchern aller Völker Eindrücke holen. Dann könnte man in einer Art Puzzle, die Wahrheiten über Geschichtsverläufe zusammenfügen.

    In einem Post schrieben sie, dass die Schuldigen am Kosovokrieg die jenigen seien, die Milosevic gewählt hatten. Die albanischen Kosovaren sollen aber das Wählen ganz verweigert haben und haben damit wenn auch ungewollt Milosevic in die Hände gespielt. Eine demokratische Wahl verhilft ja im Grunde auch denen zu mehr Rechten, die in der Minderheit sind. Als die albanischen Kosovaren nicht wählen gingen, haben sie sich selbst um die Chance auf eine gemischte Regierung im Kosovo gebracht und die serbischen Politiker haben es wie selbstverständlich ausgenutzt, ihrer Minderheit im Kosovo mehr Rechte einzuräumen. Im Grunde ist es aber auch so, dass jede Mehrheit ihre Minderheiten unterdrückt und nachdem das Kosovo nun mehrheitlich albanisch ist und unabhängig von Serbien, wird die serbische Minderheit unterdrückt. Das meine ich auch mit bis in den Sanktnimmerleinstag, es gibt keinen Schlußstrich, es gibt nur eine Verschiebung der Probleme. Nun könnte man dahergehen und die Minderheiten wie von Nationalisten gefordert zurück in ihre „Heimat“ verschieben. Das würde sicher einige Probleme lösen, doch genau wie sie und ich nicht aus Deutschland verschwinden wollen, wollen Minderheiten anderer Völker ihre „Heimat“ nicht verlassen. Wo ist Heimat, ist sie da wo ich mit meinem Herzen bin oder da wo ich meinen Lebensmittelpunkt habe und bin ich da nicht auch mit meinem Herzen?

    Sie schreiben “vergessen” bedeutet “wiederholen”. Ich denke eher nicht das ich die Opfer sinnloser Krige in Vergessenheit geraten lasse, in dem ich verzeihen kann. Ich suche keine Vergeltung und will wegen der Rachegelüste anderer nicht noch mehr Opfer sinnloser Gewalt sehen, im Laufe der Menscheitsgeschichte, sind schon zuviele Menschen Opfer ethnischer Konflikte oder Kriege geworden. Ein ethnisches Albanien, wird sich kaum von anderen ethnischen Völkern unterscheiden. In dieser Meinung kommt wahrscheinlich auch die Mutter in mir zu tragen, keine Mutter will ihre Kinder sterben sehen und immer sind es die Frauen, denen die Last der Kriege auferlegt wird. Sie wollen nicht kämpfen und doch sind sie es die am meisten leiden. Sei es während solcher Kämpfe oder danach, die Scherben liegen immer zu Füßen der Frauen, während die Männer schon wieder auf Rache sinnen.

    Mir kommen aber grade Zweifel, ob ich sie richtig eingeordnet habe, sind sie überhaupt Muslim? Die guten Wünsche zu Bayram auf türkisch, müssten sie wenigstens erraten haben. Auf Albanisch, kenne ich es leider nicht, da könnten sie ja nachhelfen.

    Wie dem auch sei, ist es nicht so das jedes Volk irgendwann in irgendwelchen Gebieten außerhalb der eigenen Grenzen Niederlage erlitten hat? Dürfen wir mit Ansprüchen, die so lang zurückliegen den Frieden eines Landes aufs Spiel setzen um irgendwelche Vorherrschaftsansprüche geltend zu machen? Allein das Wort Vorherrschaft lässt ein unbehagliches Magengrummeln bei mir einsetzen. Es hört sich nach Machtstreben an und leistet der damit verbundenen Unterdrückung von Minderheiten Vorschub. Deshalb bin ich der Meinung, dass man vom Westen her bei der Unterstützung eines Großalbanien zurückschrecken sollte und auch würde, die Angst das sich ein Terrorregime entwickeln könnte, wäre oder ist auf Seiten des Westens zu groß.

    Serbien ist nur noch eine Lachnummer, wenn es nach den Nationalisten geht. Zu tief enttäuscht wurden ihre Machtansprüche auf dem Balkan, ihrer Ansicht nach wurden sie vom Westen niedergeknüppelt, meiner Ansicht nach wurde ein Klima der Demokratie geschaffen was auch Minderheiten Rechte einräumt und auch dafür kämpfen viele Menschen in Serbien tagtäglich, gegen den Nationalismus vieler ewig Gestrigen, für eine wenigstens ansatzweise funktionierende Demokratie. Wovon Serbien aber auch Albanien und viele andere Länder sehr weit entfernt sind. Deshalb setzte ich meine rosarote Brille garnicht erst auf um einem Leben in meinem Serbien bzw. Jugoslawien nachzutrauern. Bevor dort wirklich eine funktionierende Demokratie herrscht, sind wir längst schon Geschichte. Und wer weiß, was für Lebensmodelle die Menschen bis dahin entwickelt haben oder ob sie sich nicht sogar rückentwickeln.

    Glauben sie mir, auch mir fiel es nicht immer leicht solche nationalen Gedanken von mir zu weisen. Als ich im Jahr 2000 das erste mal nach etlichen Jahren wieder nach Serbien reiste, wehte keine Tricolore mit dem roten Stern mehr dort und mir wurde schmerzlich bewusst, dass sie nie wieder dort wehen würde. Unser Hab und gut auf drei Länder verteilt, bedeutet, entweder mit dem Hass der anderen zu leben oder alles aufzgeben für ein Leben hier oder in Serbien. Mir ist aber mit dem Alter bewußt geworden, dass es der Nationalgedanke war der uns zu Feinden gemacht hat.

    Josip Broz Tito hat die komplizierteste Staatsschöpfung des 20. Jahrhunderts so charakterisiert: „Ich regiere ein Land mit zwei Alphabeten, drei Sprachen, vier Religionen und fünf Nationalitäten, die in sechs Republiken leben, von sieben Nachbarn umgeben sind und mit acht Minderheiten auskommen müssen.“

    Ob Tito nun ein Tyrann war oder eine großartige Leistung erbracht hat, liegt natürlich immer auch im Auge des Betrachters. Fakt ist aber das seine Nachfolger das Land innerhalb von 20 Jahren in Schutt und Asche gelegt haben und nun jeder irgendwie mit dem Rest ersteinmal klarkommen sollte, bevor er anfängt sich schon wieder vergrößern zu wollen. Im Moment mag ich nicht noch weiter ausholen, jeder hat seine Gründe so zu sein wie er ist. Es ist auch keine Lebensaufgabe von mir allen meine Meinung aufzudrängen. Nur ein respektvoller Umgang miteinander ist mir schon wichtig, da konnten wir uns ein wenig annähern, ohne uns zu beschimpfen und das werte ich als Erfolg. Womit ich noch einmal kurz auf das Wort Ciege kommen möchte. Sie, wie ich wissen ganz genau, dass dieses Wort bei uns abfällig benutzt wird auch wenn es die Zigeuner selbst manchmal nicht so eng sehen. Ich bin froh über die Wortprägung Roma, wenn es auch eher in westlichen Gefilden benutzt wird, kann es nicht schaden wenn „wir“ uns den Geflogenheiten hier anpassen.

    Ich würde mich gern weiter mit ihnen austauschen, nur weiß ich nicht wie sehr wir hier die Nerven der Nutzer und Moderatoren noch strapazieren können. Lassen wir es einfach gut sein, schließlich sind wir total vom Thema abgekommen, falls sie sich erinnern ging es um Visafreiheit. :-)

  8. Albaner sagt:

    @Bogo
    Liebe Bogo,
    Respekt und Hochachtung gebührt Ihnen für diese Zeilen. Für mich war es nie wichtig, das eine Seite alle Schuldzuweisungen akzeptiert und auch zugibt, aber ich deffiniere das Recht anders, als Sie das machen. Das Recht auf ein friedliches Zusammenleben basiert sicherlich nicht auf ethnische Staaten, aber will mir wirklich einer sagen, dass auch 10 Jahre nach dem letzten Krieg, die Weichen für ein friedliches Zusammenleben geschaffen sind? NEIN! Jedes Jahr auf’s Neue besuche ich die Gräber meiner besten Freunde, meiner Cousengs, meiner Landsleute und jedes Mal fallen mir die Tränen literweise zu Boden. Es sind unerträgliche Schmerzen. Mein Volk musste so viel leiden, so viel kämpfen, so viel Hass ertragen, so viel Hungern…und warum? Weil wir Albaner mit muslimischer Religionszugehörigkeit sind und uns Europa nicht ein mal mit dem letzten Winkel seiner Poritze beachten, respektieren und integrieren möchte. Sie schreiben Assimilierung. Da kann und möchte ich Ihnen nicht Recht geben, denn das albanische Volk wurde in die Knie gezwungen, die Religion gewaltvoll auferzwungen. Nun sind fast 600 Jahre vergangen und ja das albanische Volk hat den Islam angenommen, nur dessen Praktizierung auf albanischen Boden ist zweifelhaft und sehr bedenklich, da dies beinahe zu 100% nicht stattfindet. Vielen Dank auch für die Glückwünsche zu Kurban Bajram. Als Moslem fühle ich mich geehrt, von einer Christin (oder Orthodoxin) Glückwünsche zu erhalten, wobei mich die Glückwünsche auf türkischer Sprache etwas provoziert haben. Ich denke in Deutsch hätte es seinen Zweck auch erfüllt. Bajram ist ein Fest, dass allen Menschen den Frieden vor Augen hällt. Der Islam lehr uns, jede Religion, Kultur, Nationalität, Bräuche, etc zu respektieren. Der Islam toleriert keine Gewalt. Jedoch sagt er auch, dass aktive Gewalt mit aktiver Gegenwehr gerechtfertigt wird. Der Mensch ist naiv. Der Mensch lässt sich gerne mal leiten und JA auch ich lasse mich leiten, denn auch ich bin naiv. Wir alle sind naiv. Stellen Sie sich mein Leben mal vor. Seit meiner Kindheit nun träume ich von einem albanischen Staat. Auch ich möchte einmal sagen können „Ich komme aus Albanien“. ..“Meine Heimat ist Albanien“… Ich musste als Albaner mit serbischen PAss durch die Welt gehen. Ich erlebte, trotz Emmigration, viele Diskriminierungsdelikte seitens serbischer Behörden, Personen und mehr. Sei es bei der Passausstellung, bei der Durchfahrt durch Serbien, beim Einkauf in Kosova oder in Gesprächen mit Angehörigen der serbischen Nationalität. Mein Vater wurde 2 Jahre in serbische Gefängnissen festgehalten. Und warum? Weil er den 28. November (den albanischen Feiertag) feierte, die albanische Fahne hisste und ein albanisches Lied hörte. Das waren keine Rechte. Das war totaler Unterdrückung aller existierenden Rechte!!!

    Zum Thema Wahlen im Ex-Jugoslawien:
    Haben Sie vergessen, dass die Autonomie ohne Zustimmung des albanischen Volkes augehoben wurde? Haben Sie vergessen, dass das Parlament in Kosova aufgelöst wurde? Haben Sie vergessen, dass die Albaner aus allen amtlichen Stellen entlassen worden sind? Haben Sie vergessen, dass den Albanern, die Schulbildung in ihrer eigenen Sprache verboten wurde? Haben Se vergessen, das die Albaner kein Wahlrecht mehr besaßen? Sie schreiben, dass Wahlen im Grunde genommen solche politisch-historische Ereignisse nicht zulassen könnte, wenn sie denn demokratisch und beide oder alle Seiten genug Gewicht hätten. Von welchen Wahlen sprechen Sie da? Wann gab es zur jugoslawische Zeit demokratische Wahlen? Der legendäre Präsident Dr. Ibrahim Rugova wurde mir fast 99% gewählt. Diese Wahl wurde niemals anerkannt, da seine Kandidatur nich akzeptiert wurde. Außerdem waren die Albaner weder in Wahlkommissionen, noch an den Wahltagungsorten o.ä beteiligt bzw. präsent. Eine faire, demokratische und freie Wahl hat es also nie gegeben. Sie können den Albanern beim besten Willen keine Schuldzuweisungen für die Ermordung von 15.000 Albanern machen.
    Ich wünsche mir, genau wie sie, ein friedlichen zusammenleben zwischen den Balkanvölkern. Aber ich bestehe auf unser Recht nach einem eigenen albanischen Staat. Und bitte kommen Sie mir jetzt nicht mit dem Argument “ Es existiert doch schon ein Albanien“. Dieses Albanien ist nur ein kleines Puzzl von vielen kleinen Teilen die zusammgefügt werden müssen. Erst dann kann man von fairen Voraussetzungen für ein Zusammenleben sprechen.

  9. bogo70 sagt:

    Also gut, bleiben wir mal in der Gegenwart. Nach neuesten Meldungen sind 80 Prozent der Kosovaren für Groß-Albanien oder um es weniger explosiv auszudrücken ein vereintes Albanien.

    Das sind nordwestliche Regionen der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien, südliche Gebiete Serbiens, einschließlich des Kosovo, südliche Gebiete Montenegros, nördliche Territorien Griechenlands . Drei potentielle EU- Beitrittskandidaten also, bis auf Griechenland was ja schon drin ist.

    Sie müssten nicht nur gegen den Widerstand der EU agieren, sondern auch mit dem Widerstand der Nichtalbanischen Bevölkerung in den betroffenen Ländern rechnen. Wie gedenken ihre Kreise da vorzugehen? Eine Möglichkeit ohne Gewalt ihr Ziel zu erreichen, kann ich nicht erkennen, setzen sie aber Gewalt ein, kommen Uno und Nato ins Spiel. Die Albaner werden in ihre Grenzen verwiesen und sie haben eine ähnliche politische Konstellation wie Serbien nach Kriegsende.

    Zitat TT.com
    „Zum Thema „Natürliches Albanien“ hat sich die nationalistische Organisation „Vetevendosje“ von Albin Kurti bekannt. Die Organisation will im Dezember erstmals bei Parlamentswahlen im Kosovo antreten.“

    Gute Chancen also für eine nationalistische Partei, bei 80% Zustimmung. Wenn dieser Kurti Erfolge einfahren könnte Mir stellt sich die Frage, ob die Länder die den neuen Status des Kosovo anerkannt haben, sich über das Ausmaß ihrer Politik bewußt waren oder ob hier nicht bei vielen Gefühle und Eindrücke aus den Medien eine Rolle gespielt haben.

    Auch wenn dieses vereinte Albanien in der EU Politik bisher kaum thematisiert wird oder wir es hier nicht mitbekommen, gibt es ein paar Stimmen die das Problem als soches erkennen und ansprechen.Ambitionen der Kosovaren und Albaner in Richtung Großalbanien sind in der EU unerwünscht und werden als weiteres Pulverfasses auf dem Balkan wahrgenommen.

    AG Balkan: Gespräch mit Bundestagsabgeordneten über Serbien und Kosovo

    Zitate aus oberem Link:
    „Peter Weiß (CDU) zeigte sich glücklich, dass die letzten albanischen Vertreter zu Gast im Bundestag sich eindeutig gegen Großalbanien positioniert hätten.“

    „Dr. Rainer Stinner (FDP) Zur EU-Beitrittsperspektive von Serbien und Kosovo müsse klar sein, dass keine weiteren Länder mit ungeklärten Regionalkonflikten aufgenommen werden könnten, weil man weiterhin unter dem noch immer geteilten und teils türkisch besetzen Zypern als EU-Mitglied leide.

    „Josip Juratovic (SPD) Serbien müsse Kosovo akzeptieren, die Kosovo-Albaner müssten sich von Großalbanien verabschieden.“

    „Marieluise Beck (B‘90/Grüne) Zuerst habe Milosevic die Armee gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt und damit als erster internationales Recht gebrochen. Erst danach habe die Nato in den Konflikt eingegriffen. Nur deshalb würde in der Ausnahme Kosovo Grenzen verändert, deshalb dürfe es aber kein Großalbanien und kein Großserbien geben.“

    Ich finde sie sollten das ganze mal weniger Emotional angehen und die Gefahren einer solchen Entwicklung nicht übersehen. Genauso, wie sie sich in Deutschland als Angehöriger einer Minderheit Schutz und Wahrung ihrer Menschenrechte erhoffen, gilt es auch für Minderheiten in anderen Ländern.
    Obwohl ich ja eingestehen muss, das die Sache mit dem Minderheitenschutz sich grad fast überall auf der Welt ins Nirvana verflüchtigt bzw. noch nie richtig umgesetzt werden konnte. :-(