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Multikulti ist tot

Untergang einer Gesellschaft

Ich saß gerade in einem türkischen Imbiss, als ich im Radio hörte: „Meine Damen und Herren, wir sind kein Einwanderungsland, Multikulti ist tot.“ Ich erschrak. Was passiert nun? Müssen alle das Land verlassen?

Von Freitag, 22.10.2010, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 26.10.2010, 0:27 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Ich stand schnell auf, ging zu meinem japanischen Auto und fuhr nach Hause. Während der Fahrt hörte ich das Album von Merzad Marashi. Er gewann den Wettbewerb „Deutschland sucht den Superstar“. „Oh je“, dachte ich, „er muss bestimmt auch den Titel abgeben, er stamm aus dem Iran.“ Als ich nach Hause kam, hatte ich schon Angst, meinen Fernseher einzuschalten. Er ist aus Taiwan. Ich schlüpfte deshalb sehr schnell in mein schwedisches Bett und schlief ein. Im Traum erschien mir der Prophet Horst, als er in den Alpen die neuen 10 Gebote von Gott erhielt. Da sprach Gott zu Horst:

  • „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir
  • Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen
  • Du sollst das Oktoberfest heiligen
  • Du sollst die CDU Vorsitzende ehren
  • Du sollst nicht andere Sprachen als Deutsch sprechen
  • Du sollst nicht andere Frau als die deutsche ehelichen
  • Du sollst nicht ein anderes Auto als das deutsche fahren
  • Du sollst nicht Pizza, Döner und Sushi essen
  • Du sollst nicht begehren deines Nächsten Land
  • Du sollst nicht begehren, was nicht Deutsch ist“

Ich wachte voll verschwitzt auf. Mein Gott, was habe ich dir nur getan, dass du mich so bestrafst, dachte ich laut. Ich muss mein Auto abgeben, es ist japanisch. Essen mit Freunden muss ich heute auch absagen, wir wollten nämlich Döner essen gehen. Meine polnische Freundin schicke ich lieber gleich nach Hause, bevor ich ihr erzähle, dass Urlaub in Spanien gegen Schwarzwald ausgetauscht wird.

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Ich stand auf, machte mir einen Kaffee und schaltete den Fernseher an. Was ich dort sah, überstieg meine Vorstellungskraft. Es waren Dunja und Cherno. Ich atmete auf. Es stand fest, es war nur ein böser Traum. Auf der Straße italienische und japanische Autos, vor der Tür liegt Hürriyet. Die Welt ist in Ordnung. Aber nicht ganz in Ordnung.

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In einem fernen Land, das von Horst regiert wird, will man Leitkultur einführen, man will nur Deutsch sprechen und man will, dass alle sich assimilieren.

Man, wie langweilig – und Deutsch sprechen die meisten dort eh nicht. Kommen sie alle zu uns, nach Multikultistan?!

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