Christen Türkei

Lammert setzt sich für Religionsfreiheit der Christen in der Türkei ein

In einem Schreiben an seinen türkischen Amtskollegen Mehmet Ali Şahin setzt sich der Bundestagspräsident Norbert Lammert für die Religionsfreiheit der Christen in der Türkei ein. In einem Brief an den türkischen Parlamentspräsidenten Mehmet Ali Şahin bedankt sich Lammert für die Einladung zur Eröffnung der Kulturhauptstadt Istanbul, an der er im Januar teilgenommen hatte.

Freitag, 19.02.2010, 8:06 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 27.08.2010, 23:52 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

„Bestärkt durch die bemerkenswerten Worte von Ministerpräsident Erdogan, in Istanbul könne jede Kultur ihre eigene Identität finden, verbinde ich mit diesem Dank zugleich meine Hoffnung auf einen wachsenden Ehrgeiz der verantwortlichen türkischen Behörden, die freie christliche Religionsausübung in der Türkei zu schützen“, schreibt Lammert und appelliert an Şahin, „sich mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln für das Recht der Kirchen, über die vorhandenen Gotteshäuser als eigenen Besitz zu verfügen und ihre Religion frei zu praktizieren“, einzusetzen.

Dabei spricht Lammert besonders das Kloster Mor Gabriel (wir berichteten) sowie die Marienkirche in Diyarbakir und das Pilgerzentrum in Tarsus an. In all diesen Fällen müssten den Ankündigungen noch Maßnahmen folgen.

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Außerdem lud Lammert den türkischen Parlamentspräsidenten zu einer trilateralen Konferenz mit dem ungarischen Parlamentspräsidenten im September 2010 nach Essen ein.

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  1. Pretzel sagt:

    Es ist schon frappant in welcher Art und Weise man in Deutschland gewisse Sachverhalte wahrnimmt.
    Herr Lammert sollte sich adäquat über das Verfassungsprinzip des Laizismus in der Türkei informieren.

    Dieses sieht eine Adelung Religiöser Kollektive ähnlich der Regelung in Deutschland nicht vor !

    Es gibt in der Türkei keine Körperschaften Öffentlichen Rechts dies ist darin begründet dass der Staat neben sich keine Körperschaften auf Augenhöhe duldet. Artikel 9 der EMRK ist auch eindeutig in dieser Angelegenheit.
    Es handelt sich beim Menschenrecht auf Religionsfreiheit um ein sogenanntes Individualrecht.

    Wie kommt man zu der Annahme dass die Türkei der Kurie Rechte einräumen müsse die selbst der Muslimischen Bevölkerungsmehrheit nicht eingeräumt werden können.

    Im übrigen:

    Was hindert die Kurie oder die Kirchen daran eine Stiftung oder einen Trägerverein zu etablieren um den Kirchenbau zu forcieren ?

    Genau auf diese Art und Weise werden doch Moscheen in Deutschland gebaut und betrieben, ich wüßte nicht dass man aufgrund dieser Praxis Deutschland vorwerfen würde gegen die Religionsfreiheit zu verstoßen ?!

    Ich möchte in der Türkei keine Kleirikalen Strukturen jedweder Konfessioneller Coleur die sich neben den Staat stellen und Ihr Süppchen kochen. Keine Klerikalen die in Gremien innerhalb der öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten sitzen bspw.
    Viele Türken sehen das ähnlich.

    Es ist einfach nur infam wenn man im Hinblick auf das Laizitätsprinzip in der Türkei so gebiert als gäbe es dort keine Religionsfreiheit in der Türkei.
    Anders wird ein Schuh draus…..

    Deutschland ist ein eingeschränkt säkularer Staat indem der Volkssouverän zum Erfüllungsgehilfen eines oder mehrerer Religiöser Kollektive macht. Siehe Kirchensteuer.

    Hier muss sich die Kanzlerin schon entschuldigen wenn Sie sich dem Papst und seinem Tun gegenüber kritisch äussert.

    Religion hat meinem Selbstverständnis nach Privatsache zu sein.
    Die Kirchen haben sich bitteschön mit dem Laizistischen Verfassungsprinzip der Türkei abzufinden. Diese Gesetze und Regelungen sind vom Volkssouverän verabschiedet worden und stehen für mich und viele andere Türken über jeder Kirche und jeder Religionsgemeinschaft.

    Es dürfte für jeden nachvollziehbar sein dass die Türkei besseres zu tun hat als sich den Wünschen der Kurie und Ihrer Advokaten im Hinblick auf deren seltsame Vorstellung von Religionsfreiheit zu beugen.

    Nochmal ein Hinweis auf Artikel 9 der EMRK:

    Zitat:

    (1) Jede Person hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu wechseln, und die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung einzeln oder gemeinsam mit anderen öffentlich oder privat durch Gottesdienst, Unterricht oder Praktizieren von Bräuchen und Riten zu bekennen.

    Jede Person ! Nicht jede Kirche !

    Herr Lammert sollte sich besser mal seinen Bischöfen ins Gewissen reden und zusehen dass die Kirche sich endlich mal dazu herablässt den eigenen Laden SAUBER zu halten und die Menschenwürde wieder ÜBER das Bestreben zu stellen das Ansehen des eigenen Vereins auf biegen und brechen zum Primaten zu machen….

    Just my 5 Cents dazu

    • Bierbaron sagt:

      Pretzel, sie verbreiten hier türkische Propaganda und das müssten sie auch wissen.
      Türkei ein laizistisches Land? Ich lach mich schlapp! Eine islamische Partei ist Staatspartei und quasi die gesamte muslimische Gesellschaft ist dem Staat unterordnet. Ich zitiere mal aus folgendem Wikipedia-Arikel http://de.wikipedia.org/wiki/Diyanet_%C4%B0%C5%9Fleri_Ba%C5%9Fkanl%C4%B1%C4%9F%C4%B1 :
      „Daher ist die türkische Form des Laizismus weniger eine Trennung zwischen Staat und Religion, sondern vielmehr eine Unterordnung der Religion unter den Staat.“ Christen jeder Coleur wie Juden sind den Moslems freilich nochmal nachgeordnet, von einer Religionsfreiheit nach europäischem Muster kann noch nicht gesprochen werden.

      Und noch etwas: Wenn den religiösen Minderheiten Gottesdienste in Kirchen/Klöstern, die älter als das türkische Volk sind, verboten/unmöglich gemacht werden, kann man eben nicht mehr von Religionsfreiheit reden.

      Grüße
      Bierbaron

      • maria sagt:

        Hallo Bierbaron,
        wie alt eine Kirche in der Türkei ist, wenn ich sie zum Gottesdienst besuche, ist mir eigentlich egal.
        Mit Vorliebe besuche ich die Saint-Antoine Kirche in der Istiklal-Cadd. in Istanbul. Bevorzugt gehe ich in den türkischen Gottesdienst am Sonntag abend um 18.00 Uhr. Ich könnte aber auch die polnische, italienische oder englische Messe besuchen.
        Für mich, die ich nun als Christ seit über 20 Jahren überwiegend in der Türkei lebe, ist es immer wieder interessant zu lesen, wie unterdrückt wir Christen hier doch leben müssen. Ich fühlte mich noch nie unterdrückt oder benachteiligt und kann mich als Christ wie jeder Moslem frei bewegen und meinen christlichen Ritualen nachgehen. Im Gegenteil, im Freundeskreis feiern wir die religiösen Feste beider Religionen immer gemeinsam.
        Beste Grüße
        Maria

        • Bozzi sagt:

          Wenn sie wirklich die sind für die sich ausgeben dann war das ein schönes Kommentar.
          Von meinem Verwandten in der Türkei habe ich auch noch nie gehört das sie was gegen Christliche Menschen haben oder so.

          • maria sagt:

            Hallo Bozzi,

            natürlich bin ich die, für die ich mich ausgebe. Habe absolut keinen Grund, hier etwas vorzutäuschen.
            Wissen Sie, was hier in der Türkei anders ist? Wenn ich hier Menschen begegne, dann sehen diese vordergründig den Menschen in mir. Wenn man in Deutschland als Ausländer, der womöglich auch noch südländisch aussieht oder gar noch Kopftuch trägt, sieht man zuerst seine Religion – der Mensch kommt erst viel später. Das ist der Unterschied und die Mauer in den Köpfen, die es gilt, abzubauen.
            Viele Grüße aus dem sonnigen Istanbul
            Maria

            • Selçuk sagt:

              „Wenn ich hier Menschen begegne, dann sehen diese vordergründig den Menschen in mir.“

              Ich freue mich sehr solche Stimmen zu hören. Mir geht es nicht anders, wenn ich in der Türkei bin. Ich sehe den Menschen in einen Menschen und mache mir über seine Nationalität, Ethnie oder Religionszugehörigkeit überhaupt keine Gedanken.

  2. Boli sagt:

    Bei ein paar Punkten kann ich Ihnen zustimmen. Bei jenem aber:

    Wie kommt man zu der Annahme dass die Türkei der Kurie Rechte einräumen müsse die selbst der Muslimischen Bevölkerungsmehrheit nicht eingeräumt werden können.

    Nicht!! Und zwar als der türkische Staat damals in der Tat ALLE religiösen Schulen / Einrichtungen geschlossen hat, hat er dies aber nach ein paar Jahren wieder geändert, NUR NICHT bei den Kirchen, sprich die muslimischen Einrichtungen sind schon lange wieder am Lehren wenn wohl durchaus wohl unter Aufsicht des Staates.
    Beim Griechisch-Orthodoxen Patriarchat ist seit gut 30 Jahren Sendepause. Wie es bei den Armeniern und Aramäern ist weiß ich nicht, ich denke jedoch nicht viel besser.
    Und man darf vor allem mal eines nicht vergessen. Diese Kirchen waren schon dort bevor noch irgendjemand das Wort Türke überhaupt gekannt hat.

    • Mehmet sagt:

      „Und man darf vor allem mal eines nicht vergessen. Diese Kirchen waren schon dort bevor noch irgendjemand das Wort Türke überhaupt gekannt hat.“
      Erzählen Sie das mal den Heiden im, die vor dem Christentum ihren eigenen Glauben hatten. Raten Sie mal warum Sie den Heiden das nicht mehr sagen können: Weil sie aufgrund christlich-missionarischer Tätigkeiten nicht mehr existieren. Warum existieren die Kirchen in der noch? Warum existierten Juden und Christen im osmanischen Reich und später in der Türkei?
      Der Grund, warum es jetzt Andersgläubige in christlichen Ländern gibt, ist nicht das Christentum, sondern die Aufklärung (diese könnte zugegebenermaßen der Türkei auch etwas gut tun. Der Weg wird ja seit Jahrzehnten beschritten und entwickelt).
      Um das Christentum per se nicht zu attackieren, nenne ich dies lieber mal die falsche Interpretation der Bibel.

    • Pretzel sagt:

      Boli,

      Das Gesetz welches 1971 erlasssen wurde hatte und hat zum Inhalt dass alle Schulen bzw Religionsschulen in der Türkei unter der Hoheit des Kultusministeriums zu stehen habe,

      Dies ist seit Heute so unverändert es gibt in der Türkei weder muslimische noch christliche Schulen die eben nicht unter der Ägide des Kultusministeriums lehren.

      Der Griechisch Orthodoxe Patriarch hat bisher alle Vorschläge im Hinblick auf das Priesterseminar in Halki abgelehnt. Der Grund dafür liegt in dem Umstand dass er offenkundig aus Theologischen Gründen dazu nicht in der Lage ist.

      Der faire Vorschlag der Türkei zur Gründung einer Teheologischen Fakultät in Istanbul wurde vom Patriarchat abgelehnt.
      Ich würde mir wenn ich Sie wäre mal die Mühe machen und eben das Patriarchat diesbezüglich anschreiben…
      Es geht ja um ein Menschenrecht.

      Für mich stellt es sich jedoch so dar dass der Patriarch für sich und seinen Klerus etwas einfordert was:

      1. Durch ein Gesetz auch für die Muslimische Bevölkerungsmehrheit geregelt ist.

      Der Patriarch hat als Türkischer Staatsbürger jedoch keine Sonderrechte nur weil er ein Klerikaler ist.
      Das mag in Deutschland anders sein in der Türkei ist es aber eben nicht so.
      Und das ist gut so.

      Ihren Letzen Satz lasse ich mal unkommentiert……

  3. Sugus sagt:

    „Die Kirchen haben sich bitteschön mit dem Laizistischen Verfassungsprinzip der Türkei abzufinden. Diese Gesetze und Regelungen sind vom Volkssouverän verabschiedet worden“
    Nein – das wurde allein von Atatürk durchgeboxt, zum Teil gegen erheblichen Widerstand der Bevölkerung. Ob die Türkei heute noch laizistisch ist, ob sie es jemals richtig war, steht dann noch auf einem anderen Blatt. Oder sind meine Informationen falsch, daß ein türkischer Christ so gut wie keine Chance hat, z.B. Offizier in der Armee zu werden?

    • Pretzel sagt:

      Ich nehme aus Ihrem Beitrag folgendes mit:

      1.- Die Türkei war niemals Laizistisch und ist es auch nicht.
      2.- Christen dürfen keine Offiziere werden

      Deshalb müssen die Kirchen auch das Verfassungsprinzip der Laizität nicht anerkennen?

      Habe ich Sie richtig verstanden ?

      • Sugus sagt:

        Meine Aussage ist: „Türkischer Laizismus“ ist eine Mogelpackung. Es ist nicht drin, was draufsteht.
        Ein Muslim hat in der Türkei alle Möglichkeiten, sich religiös zu entfalten und seinen Glauben in der Öffentlichkeit zu bekennen und hat volle staatsbürgerliche Rechte, ein Christ eben nicht.
        Haben Sie nun verstanden?

        • Pretzel sagt:

          Wenn es wirklich so wäre wie Sie schreiben dass die Christen in der Türkei Ihren Glauben nicht öffentlich bekunden dürften, wenn Türkische Staatsbürger Christlichen Glaubens (wie bspw. der Patriarch Bartholomäus, oder der Patriarch der Armenier Mesrop II beides Christliche Türken übrigens) Ihren Glauben nicht öffentlich pflegen könnten wie sie Sagen…..

          Stünde diesen Menschen der Weg zum EGMR offen !

          Wenn es wirklich so wäre wie Herr Lammert impliziert dass die Kurie und andere Kirchen in der Türkei ein ANRECHT auf die ANERKENNUNG als RECHTSPERSON hätten…

          Stünde auch diesen Kollektiven der Rechtsweg offen !

          Der Umstand dass er nicht gegangen wird sollte Ihnen zu denken geben SUGUS……

          Im übrigen http://www.kiliseler.tk/

          Eine Liste von Kirchen die in der Türkei stehen mit E-Mail Adressen und Telefonnummern.
          Sie sollten sich den Gefallen tun und dort mal anfragen ob es in der Türkei erlaubt ist Glocken zu läuten und Gottesdienste in Türkisch oder in irgend einer anderen Sprache abzuhalten oder nicht.

          Vielleicht verstehen Sie dann was Laizismus bedeutet und ob die Türkei eine Mogelpackung ist oder nicht…..

          So zum Reflektieren und Nachdenken……

          Meine Empfehlung.

          • Sugus sagt:

            „Offiziell herrscht in der Türkei Religionsfreiheit – aber noch immer gibt es zahlreiche Beeinträchtigung, so das staatliche Verbot, Pfarrer und Religionslehrer auszubilden. Christliche Studenten können Theologie heute nur noch an islamisch-theologischen Fakultäten studieren, und Pfarrer müssen türkische Staatsangehörige sein oder sich als Diplomaten ausweisen. Auch die Renovierung alter Kirchen ist durch juristische Schikanen erschwert, Enteignungen von Kirchengütern noch immer Praxis.
            Christen werden gegenüber Muslimen, die uneingeschränkte Kultusfreiheit genießen, grundsätzlich benachteiligt: Bibeln und religiöse Traktate dürfen auf den Straßen nicht verteilt werden, Prozessionen und christliche Straßenfeste sind verboten, die Behörden erteilen christlichen Rundfunksendern grundsätzlich keine Lizenz.

            Angesichts dieser systematischen Diskriminierung versucht die Türkei die Europäische Union mit immer neuen Gesetzen und Bestimmungen von seiner Toleranz gegenüber Minderheiten zu überzeugen. Das mit dem Etikett „EU-Harmonisierungsgesetze“ versehene Reformpaket machte Eindruck auf die EU-Erweiterungskommission, bedeutet aber tatsächlich kaum eine Verbesserung der rechtlich unhaltbaren Lage der christlichen Gemeinden. Das stellte der Menschenrechtsexperte und Türkei-Kenner des internationalen Missionswerks „Missio“, Otmar Oehring, bei Recherchen vor Ort fest: „Die Fortschritte stehen nur auf dem Papier, in der Praxis werden die von der Europäischen Gemeinschaft geforderten Veränderungen systematisch verschleppt.“
            http://www.welt.de/politik/ausland/article5436121/Das-schwere-Los-der-Christen-im-Islam.html

            • Mehmet sagt:

              Sugus nicht viel Spekulieren! Direkt die „betroffenen“ Personen fragen! :)

            • Pretzel sagt:

              Moin Sugus,

              schön dass Sie jetzt anfangen hier Presseberichte aufzutischen die auf der Expertise eines Fachmanns für Menschenrechte des Katholischen Hilfswerks Missio fußen.

              Gerne möchte ich dezitiert auf die darin vorgebrachten Vorwürfe eingehen auch wenn es bei Ihnen kein Erkenntnisgewinn bringen wird, denn ich bin sicher dass Sie dann wieder aus Ihrem Fundus von „objektiven“ Berichten aus der Deutschen „Premiumpresse“ einen passenden Beitrag auskramen werden.

              Mir ist wichtig dass es hier steht.

              Fangen wir mal an:

              “Offiziell herrscht in der Türkei Religionsfreiheit – aber noch immer gibt es zahlreiche Beeinträchtigung, so das staatliche Verbot, Pfarrer und Religionslehrer auszubilden. “

              Falsch !
              Es gibt kein Verbot Pfarrer und Religionlehrer auszubilden, es gibt ein Verbot für Religionschulen die nicht unter der Ägide des Kultusministerims stehen dass hatte ich auch bereits geschrieben
              Dass das Priesterseminar von Halki nicht eröffnet wird liegt nicht daran dass die Türkei so barbarisch und Böse ist sondern ganz einfach daran dass der Griechisch Orthodoxe Patriarch alle Vorschläge rigoros ablehnt.

              Ein Vorschlag lautet:
              Etablierung einer Theologischen Fakultät an der Universität zu Istanbul
              Abgelehnt durch den Griechisch Orthodoxen Klerus.

              „Christliche Studenten können Theologie heute nur noch an islamisch-theologischen Fakultäten studieren, “

              Ja welch unrecht nicht wahr ? Was kann die Türkei dafür wenn der Schaffung einer Theologischen Fakultät innerhalb der Istanbuler Universität eben der Klerus nicht zuzustimmen vermag weil er meint er Stünde ÜBER der Verfassung und den Gesetzen denen sich jeder Staatsbürger der Türkei beugen muss?

              Niemand steht über den Gesetzen auch nicht wenn er ein Klerikaler ist !

              „und Pfarrer müssen türkische Staatsangehörige sein oder sich als Diplomaten ausweisen. “

              Was bitteschön ist hieran auszusetzen ?
              Im übrigen sind die Imame der DITIB in Deutschland als Diplomaten hier !
              Niemand unterstellt aufgrund dieser Jahrzehntealten Praxis der Bundesrepublik das Menschenrecht auf Religionsfreiheit zu unterminieren.

              Der Artikel impliziert das jedoch.

              Aber etwas anderes hätte ich von einem Experten der sein Geld von der Kurie bezieht auch nicht erwartet !

              „Auch die Renovierung alter Kirchen ist durch juristische Schikanen erschwert, Enteignungen von Kirchengütern noch immer Praxis.“

              Kann sein, wenn dem so ist kann man den Rechtsweg einschlagen und Recht sprechen lassen !

              „Christen werden gegenüber Muslimen, die uneingeschränkte Kultusfreiheit genießen, grundsätzlich benachteiligt: Bibeln und religiöse Traktate dürfen auf den Straßen nicht verteilt werden, Prozessionen und christliche Straßenfeste sind verboten, die Behörden erteilen christlichen Rundfunksendern grundsätzlich keine Lizenz. “

              1. Religiöse Bekundungen im öffentlichen Raum sind in der Türkei verpönt sicherlich werden sie vernommen haben dass Frauen mit Kopftüchern in der Türkei nicht mal an die Uni dürfen deswegen, dass Imame sich auf der Straße nicht im Kaftan zeigen dürfen etc.

              Was ein Christliches Straßenfest sein soll entzieht sich meiner Kenntnis Prozessionen sind auf Heybeliada bspw. Gang und Gäbe es gibt ganze Reisegruppen die zu Ostern dahinpilgern.

              Nochmal:

              Laut dem laizistischen Selbstverständnis der Türkei hat Religion Privatsache zu sein, Riten und Gottesdienste sollen in Kirchen und Moscheen erfolgen nicht im öffentlichen Raum !
              Das gilt ausnahmslos für alle einschlisslich der muslimischen Bevölkerungmehrheit.

              „Angesichts dieser systematischen Diskriminierung versucht die Türkei die Europäische Union mit immer neuen Gesetzen und Bestimmungen von seiner Toleranz gegenüber Minderheiten zu überzeugen.“

              Diskriminierung wäre es wenn die Muslime Dinge dürfen die Christen nicht dürfen…….
              Wo genau soll jetzt bitteschön diskriminiert werden Strukturell und Systematisch ?

              „Das mit dem Etikett „EU-Harmonisierungsgesetze“ versehene Reformpaket machte Eindruck auf die EU-Erweiterungskommission, bedeutet aber tatsächlich kaum eine Verbesserung der rechtlich unhaltbaren Lage der christlichen Gemeinden.

              Erneut:
              Das Gejammer und Gezeter nach Rechtsstatus !
              Geht nicht ! Sorry ist Verfassungsprinzip
              Auch die DITIB hat keinen Rechtsstatus auch die Aleviten haben keinen!

              „Das stellte der Menschenrechtsexperte und Türkei-Kenner des internationalen Missionswerks „Missio“, Otmar Oehring, bei Recherchen vor Ort fest“

              Ein wahrer Türkei Kenner wie mir scheint der Herr Otmar Oehring……..

              Was die Religionsmarkierungen in Pässen angeht:

              Was hat das mit Religionsfreiheit zu tun ?

              • Mehmet sagt:

                Pretzel versuchen Sie es nicht erst… :)

              • Sugus sagt:

                „Laut dem laizistischen Selbstverständnis der Türkei hat Religion Privatsache zu sein, Riten und Gottesdienste sollen in Kirchen und Moscheen erfolgen nicht im öffentlichen Raum !
                Das gilt ausnahmslos für alle einschlisslich der muslimischen Bevölkerungmehrheit.“
                Ach, und Schafe werden zum Opferfest ganz verschämt im Hinterzimmer geschächtet?

                „Was die Religionsmarkierungen in Pässen angeht:
                Was hat das mit Religionsfreiheit zu tun ?“
                Diese Frage stelle ich mir auch. Können Sie sie mir beantworten? In Frankreich – einem laizistischen Land – gibt es das nicht, in Deutschland auch nicht. Ich hätte es nicht gern, daß ein Polizist bei einer Routinekontrolle sofort weiß, welcher Konfession ich angehöre.

                „Auch die DITIB hat keinen Rechtsstatus auch die Aleviten haben keinen!“
                Die DITIB ist eine staatliche Behörde oder bin ich da falsch informiert? Mit diesem „Status“ steht sie sicher besser da als z.B. die griechisch-orthodoxe Kirche.

                Was das Juristische angeht: Kennen Sie den Begriff „Rechtswirklichkeit“?

                • Mehmet sagt:

                  „Ach, und Schafe werden zum Opferfest ganz verschämt im Hinterzimmer geschächtet?“
                  Wenn sich jemand durch das Schächten benachteiligt fühlt, kann er Rechtswege aufsuchen.

                • Mehmet sagt:

                  „Diese Frage stelle ich mir auch. Können Sie sie mir beantworten? In Frankreich – einem laizistischen Land – gibt es das nicht, in Deutschland auch nicht. Ich hätte es nicht gern, daß ein Polizist bei einer Routinekontrolle sofort weiß, welcher Konfession ich angehöre.“
                  Ich sehe hierin zwar per se keine Benachteiligung, jedoch hat dies m.E. auch nichts auf Personalausweisen zu suchen.

                • Mehmet sagt:

                  „Die DITIB ist eine staatliche Behörde oder bin ich da falsch informiert? Mit diesem “Status” steht sie sicher besser da als z.B. die griechisch-orthodoxe Kirche.“

                  Wie stehen denn muslimische Gemeinden in Deutschland da im Vergleich zu Kirchen?

                  • Sugus sagt:

                    Daß muslimische Gemeinden hierzulande den beiden „Staatskirchen“ nicht gleichgestellt sind, hindert sie offensichtlich nicht daran, massenhaft Moscheen zu errichten. Gilt gleiches für christliche Gemeinden in der Türkei?

                    • Mehmet sagt:

                      Für Sie ist es also in Ordnung, wenn Muslime in Deutschland benachteiligt werden, Christen in der Türkei aber nicht?

                • Pretzel sagt:

                  Sugus,

                  Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

  4. Kosmopolit sagt:

    Es wäre doch wünschenswert, wenn sich MIGAZIN entschließt, auch diese Ausführung zu publizieren, um dieses Thema von einer anderen Seite zu beleuchten.

    Unabgängig von den kritischen Bemerkungen von Sugos, gibt es aufgrund schriftlicher Hinterlegungen weitere Einschränkungen bezüglich der Religionsfreiheit, und wie mit dem Bau oder Erhalt von nichtmuslimischen Sakralbauten umzugehen ist.

    Frage: Wie beurteilt der Islam den Bau von nichtmuslimischen Gebetshäusern in islamischen Ländern?
    Antwort: „Imam Ahmad (bin Hanbal) und Abu Dawud überlieferten Ibn Abbas Aussprüche des Propheten Muhammad: ‚Es darf keine zwei [verschiedenen] Gebetsrichtungen in einem Land geben. Und ein Muslim zahlt keinen Tribut‘. Al-Shaukani bezeichnete in „nail al-autar“ die Überlieferer dieser Überlieferung als glaubwürdige Männer.“

    „Ibn Udai überlieferte von Umar Ibn al-Khattab [dem zweiten Kalifen nach Muhammad]: ‚Eine Kirche darf im Islam weder gebaut noch renoviert werden… Die Meinung der Shafiiten wird in ‚al-Iqna‘ (Kap. 2, S. 265-266) von al-Khatib erwähnt. Dort heisst es, dass die Schutzbefohlenen in einem Land, das von Muslimen eingenommen wurde, keine Kirche, keinen Gebetsraum oder ein Kloster bauen dürfen, z. B. in Kairo oder Bagdad. Dies gilt auch in Ländern [oder Regionen], deren Einwohner zum Islam übertraten, z. B. in Medina oder dem Jemen, weil Allahs Prophet sagte: ‚Keine Kirche darf im Islam gebaut werden‘. Das Bauen einer Kirche ist eine Überschreitung [des Erlaubten]. Deshalb ist dies in einem muslimischen Land nicht erlaubt. Falls Kirchen gebaut wurden, werden sie abgerissen. Es spielt keine Rolle, ob dies [das Verbot des Kirchenbaus] ihnen [den Christen] schon [von muslimischen Machthabern] erläutert wurde oder nicht…..

    • Pretzel sagt:

      Interessant Kosmopolit,

      Eine Frage an Sie:

      Wann wurde im erzkatholischen Rheinland eigentlich die erste Evangelische Kirche erbaut ?
      Wissen Sie das ?

      Nein?

      Natürlich nicht wie denn auch ich will Ihnen helfen:

      Es war im Jahr des Herrn 1809 auf der Schäääl Sick.
      Nehmen wir uns das Bild mal mit und stecken es uns für einen kurzen Augenblick in unsere Tasche, schliessen kurz die Augen und reisen gemeinsam nach Jerusalem.

      Im Jahr des Herrn (suchen Sie sich ein Jahr aus eins zwischen: 1515 bis 1918) und sagen Sie mir bitte wieviele:

      1. Kirchen
      2. Synagogen

      dort existierten und existieren?
      Desweiteren erklären Sie mir bitte wieviele Moscheen Prinz Eugen (ein aufgeklärter wie man gemeinhin sagt) innerhalb von 24 niederbrannte als er Sarajevo einnahm ?

      So und jetzt nehmen Sie das eben eingepackte Bild aus Ihrer Tasche und fragen sich wie es aussieht mit den Wörtern der weisen Männer aus dem Land der Muselmanen und fragen Sie gleich danach den Pfarrer Ihrer Wahl welche Religion die einzig wahre ist.

      Dann dürfen Sie den Stein den Sie da in Ihren Händen halten auch gerne dem Muselman an den Kopf werfen…..
      Vorher jedoch davon bin ich überzeugt werden Sie sicherlich verstehen was es bedeutet Dinge in einen Kausalzusammenhang zu setzen und Realitäten gegeneinander abzuwägen.

      Auch Ihnen einen schönen Tag.

      • Sugus sagt:

        Bevor Sie diesen schönen Tag beenden, lieber Pretzel, von mir noch einige Fragen:
        Wenn das Osmanische Reich so tolerant war und auf Massenbekehrungen zum Islam verzichtete – könnte es damit zu tun haben, daß Nichtmuslime eine Sondersteuer zahlen mußten?
        „Realitäten gegeneinander abwägen“ – die (christlichen) USA haben mit (christlichen) europäischen Ländern den (muslimischen) Kosovo-Albanern geholfen, sich von den (christlichen) Serben zu befreien. Das ist, lange nach Prinz Eugen, die Realität auf dem Balkan. Findet das eigentlich Anerkennung bei Ihnen?

  5. Azzos sagt:

    @Sugus

    Ich kann ihre haßerfüllten Kommentare nicht nachvollziehen. Es gibt KEINE Diskriminierung von Christen in der Türkei. Das sind Medienmärchen. Bitte fahren Sie selber in die Türkei und sehen Sie sich um, fragen Sie nach, besuchen Sie Kirchen und Gottesdienste. Und bitte machen Sie nicht den Fehler vieler: Schliessen Sie nicht vom Kleinen aufs Große (tun Sie das bitte in den Naturwissenschaften).

    Die Geschichte vom diskriminierten Pater Paulo also kann nicht als Beispiel der Diskriminierung von Christen in der Türkei dienen. Genausowenig wie meine Diskriminierung wegen meines ausländischen Aussehens hier in unserem schönen Lande Allgemeingültigkeit bezüglich der Diskriminerung von Ausländern in Deutschland hat. Vielleicht werde ich aus ganz anderen Gründen schlecht behandelt / diskriminiert oder bekomme keinen Job: zu dumm, zu faul, unsympathisch, was weiß ich.