Türkische Presse Europa

09.02.2010 – türkischer Name, Türkischunterricht, Integrationsrat

In der türkischen Presse in Europa vom Dienstag wird die Diskriminierung aufgrund eines ausländischen Namens bei Arbeitsplatzbewerbungen aufgegriffen. Außerdem wird über die Einführung von Türkisch als zweite Schulfremdsprache in NRW und die Ergebnisse der Integrationsratswahlen in diesem Land berichtet.

Mittwoch, 10.02.2010, 11:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.08.2010, 23:50 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Der fremde Name wird abgelehnt
MILLIYET, HÜRRIYET und SABAH berichten über eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit, wonach Migranten in der Arbeitswelt diskriminiert werden. Bei einer Untersuchung bewarb sich die selbe Person zwar mit der selben Qualifikation aber mal mit deutschem, mal mit einem türkischen Namen auf Jobangebote. Mit dem deutschen Namen erhielt der Bewerber 14 % mehr Zusagen, als mit dem türkischen.  In kleineren Betrieben erhielten Bewerber mit deutschem Namen sogar 24 % mehr Zusagen.

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Verspätete Entschuldigung
Im Fall der Zahnärztin, die einen minderjährigen Patienten wegen seines  Namens nicht behandeln wollte, ist nun Bewegung gekommen, berichtet die TÜRKIYE. Die Ärztin soll sich nun bei dem Patienten und seiner Familie entschuldigt haben. Sie wäre nach dem 11. September von der negativen Berichterstattung über den Begriff „Cihad“ beeinflusst worden. Der betroffene 16-jährige nahm die Entschuldigung auch an, wies aber auch darauf hin, dass es solche Erfahrungen sind, die einem die Nähe zu Deutschland verwehre.

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Kritische Situation für den Türkischunterricht
In NRW wird Türkisch zu einer versetzungsrelevanten Wahlfremdsprache in der Schule, berichtet die HÜRRIYET. Danach können alle Schüler an weiterführenden Schulen Türkisch als zweite Fremdsprache wählen. Es müssten jedoch mindestens 18 Schüler dies beantragen, um das Fach an einer Schule unterrichten zu können. Von der Nachfrage der Schüler würde auch das Fortbestehen dieser Regelung abhängen. Bei fehlendem Interesse könne die Regelung bald wieder abgeschafft werden, warnt die Zeitung.

Wenig Interesse am Integrationsrat
Migranten zeigten wenig Interesse an den Wahlen zu den Integrationsräten in NRW. Dies berichten TÜRKIYE, SABAH und ZAMAN. Die Wahlbeteiligung habe landesweit um die 11 Prozent betragen.  Besonders in Großstädten lag die Beteiligung oftmals unter 10 Prozent. Nur in Duisburg erreichte die Wahlbeteiligung die 20-Prozent-Marke. Als Gewinner aus den Wahlen sollen vornehmlich die türkischen Kandidaten hervorgegangen sein.

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  1. Boli sagt:

    Sie wäre nach dem 11. September von der negativen Berichterstattung über den Begriff “Cihad” beeinflusst worden. Der betroffene 16-jährige nahm die Entschuldigung auch an, wies aber auch darauf hin, dass es solche Erfahrungen sind, die einem die Nähe zu Deutschland verwehre.

    Ein Namenswechsel könnte auch eine Form von gesellschaftlicher Rücksicht sein. Die Gesellschaft leidet schon unter genug Streß.

    Als Gewinner aus den Wahlen sollen vornehmlich die türkischen Kandidaten hervorgegangen sein.

    Warum wundert mich das nicht?? Monokulti die Zweite!!