Studie

Stand der Integration in Deutschland

Aus einer Umfrage des dimap-Instituts „Stand der Integration in Deutschland“, die im Auftrag der Bundesregierung erstellt wurde, geht hervor, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Deutschen gute Erfahrungen mit Migranten gemacht hat. 78 Prozent der Befragten berichten von „eher guten Erfahrungen“ mit Migranten im Alltag; nur 9 Prozent beklagen „eher schlechte“ Erlebnisse.

Mittwoch, 19.08.2009, 7:17 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Aus der Umfrage, die dem Magazin “Focus” exklusiv vorliegt und noch nicht veröffentlicht wurde, gehe außerdem hervor, dass die Mehrheit der Deutschen der Ansicht seien, dass Integration nicht Assimilation bedeutet. Des weiteren scheint sich die Auffassung durchgesetzt zu haben, dass es kein Widerspruch sei, sowohl Teil dieser Gesellschaft zu sein, als auch die kulturellen Wurzeln beizubehalten wie Muttersprache, Religion und Kultur.

76 Prozent der 1002 Befragten hätten zu dem erklärt, dass Zuwanderer ihre Lebensweise aus ihrer Heimat behalten können, „solange sie unsere Art zu leben respektieren und sich an Recht und Gesetz halten.“ Die Forderung, Zuwanderer müssten ihre „Eigenheiten aufgeben und sich den Deutschen anpassen“, hielten nur 17 Prozent der Umfrage-Teilnehmer für richtig. Rund 90 Prozent würden vielmehr die Auffassung vertreten, für eine gute Integration von Zuwanderern sei Toleranz „sehr wichtig“.

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Chancengleichheit Grundvoraussetzung für Integration
Den Zugang zu Bildung und Chancengleichheit würden die meisten als Grundvoraussetzung für eine gelungene Integration halten; ebenso würden 82 Prozent Hilfsleistungen für Zuwanderer in Schule und Ausbildung für „besonders wichtig“ halten. Zugleich aber beklagen viele ein zu dürftiges Bemühen bei den Betroffenen selbst: Dass Kinder aus Zuwandererfamilien in der Ausbildung häufiger Probleme hätten, liege vor allem daran, dass die Jugendlichen sich selbst zu wenig anstrengten, meinten fast zwei von drei Befragten.

Angesichts der erfreulichen Ergebnisse sagte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, dem Magazin Focus: „Natürlich gibt es noch Schatten, aber eben viel mehr Licht.“ Die wichtigste Botschaft der Umfrage laute: „Die Fortschritte bei der Integration werden von den Menschen auch positiv wahrgenommen.“

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  1. Ali As Men sagt:

    Das ist mal eine aus meiner Sicht erfreuliche Meldung. Die Zahlen geben mir wieder Hoffung. Da ist wohl der Eindruck den man hier bei Migazin in Bezug auf die massiv destruktiven Reaktionen, um jegliche Bemühungen von Türken, von den wenigen gleichen Personen doch nicht Representativ sind. Das macht angesichts der Beiträge hier doch Mut nicht auf diese Kommentare zu hören und besser nicht weiter zu Kommentieren.

    Zusammenwachsen geht eben doch besser mit Taten als mit Totreden. Ich werde mich wieder daran halten. Das werde ich auch weiterhin so handhaben.

    • municipal sagt:

      @ Ali As Men

      Sie haben das was Sie als „massiv destruktive Reaktionen“ völlig falsch verstanden. Es geht NICHT um die, die sich wirklich BEMÜHEN, es geht um die, die sich der Integration beständig (teilweise von Generation zu Generation) verweigern.

      Und was diese VERWEIGERUNG betrifft (auch im Zusammenhang mit dem ISLAM), hier in kurzen Auszügen aus einem Artikel der FAZ zur Islamkonferenz:

      Zitate
      Die Ignoranz gegenüber der religiösen Dimension der Einwanderung unter Rot-Grün hatte den Integrationsprozess ebenso blockiert wie die Behauptung aus der Ära Kohl, Deutschland sei kein Einwanderungsland. Beides hat Parallelgesellschaften zur Normalität werden lassen. Es gibt heute in vielen Großstädten Viertel, in denen Kinder schlechtere Chancen haben als anderswo, in denen Frauen von ihren Vätern, Brüdern, Schwiegermüttern und Ehemännern Grundfreiheiten vorenthalten werden. Um solche Viertel machen die bildungsorientierten Eltern jeder Herkunft mit ihren Kindern einen weiten Bogen. Einwanderer bereichern eben nicht nur Straßenfeste mit Falafel und Folklore, wie man zu Multikulti-Zeiten dachte.

      Alle Vorurteile scheinen bestätigt

      Die Integrationsdefizite der türkischen und türkischstämmigen Bevölkerung sind die größten, wie das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung zu Jahresbeginn in einer Studie gezeigt hat. Wenige von ihnen streben höhere Bildungsabschlüsse an, die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch, wenige besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft, selten werden bikulturelle Ehen geschlossen. Auch nach dem Bericht der Integrationsbeauftragten Böhmer (CDU) heben sich Migranten negativ von der Mehrheitsgesellschaft ab: Sie verlassen doppelt so häufig die Schule ohne Abschluss, sind doppelt so häufig ohne Arbeit, beziehen doppelt so häufig Sozialhilfe und verüben doppelt so häufig Straftaten. Sind also alle Vorurteile bestätigt? Die Zahlen machen vor allem deutlich, dass es der zweiten Generation nicht gelingt, die Bildungsmängel der Gastarbeitergeneration auszugleichen.

      Bei türkischen Jungen liegt die Schwierigkeit oft darin, dass sie Frauen als Lehrer nicht akzeptieren. Die nachhängende patriarchale Kultur ihrer Familien steht ihrem Erfolg im Weg. Der von türkischen Zeitungen in Deutschland erhobene Vorwurf, der Grund für schlechtere Schulnoten sei die Ausländerfeindlichkeit der Lehrer, ist billig.

      Er wurde ihr Fürsprecher für islamischen Religionsunterricht, theologische Fakultäten und schulfreie Tage an religiösen Festen. Im Gegenzug konnte er verlangen, dass Mädchen unter 14 Jahren kein Kopftuch tragen sowie an Klassenfahrten teilnehmen, dass muslimische Organisationen ihre Finanzen offenlegen, dass Muslime die hiesige Rechts- und Werteordnung akzeptieren und andere religiöse Überzeugungen tolerieren.

      So unverbindlich die Abschlussempfehlungen der Islamkonferenz sein mögen – die Verständigung auf sie war ein großer Schritt. Integration ist ein Unterfangen, das die Einwanderer verändert und von der Aufnahmegesellschaft bewusstes Handeln verlangt.
      Zitate Ende

      Kompl. Artikel hier
      http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EC0E6A884FD6245DF8BF2AE1737858AEF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

      Das (negativ) Bedenkenswerte aber spiegelt sich darin wiedert, das „so unverbindlich die Abschlussempfehlungen der Islamkonferenz sein mögen“…..

      Zum weiterem Stdudium empfehle ich Ihnen die kompl. Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“, besonders die Seiten

      164,193,189,193,202,203,284,287,303,304,331,334,336,341,343,348

      Auch als Nachtrag für Herrn Senol gedacht.

      • T.U sagt:

        Also zum X`ten Mal. Versucht erstmal die Wenigen die sich integriert und gute Abschlüsse haben einzubinden. Verhindert die Diskriminierungen in bestimmten Bereichen wie z.B am Arbeitsmarkt damit keine türkischstämmige Akademiker dieses Land verlassen. Befreit euch von euren Vorurteilen. Glaubt mir Integration wird dann von selbst gelingen…

        • Markus Hill sagt:

          Bitte nicht falsch verstehen, ich gebe Ihnen recht: Diese Integration gelingt bereits. Ist auch eine Erfolgsgeschichte. Ist auch ein erster, notwendiger und von allen gewünschter Schritt. Schön wäre es aber auch, wenn da der Teil, der oft negativ in der Presse steht, da langsam – nein! – SCHNELL nachziehen würde. Da wäre es dann schön, wenn die dann erfolgreich Angekommenen mit den Deutschen etwas mehr Druck in die Verbände und türkische Community tragen würden. „Druck“ kann auch sein, eine Vorbildfunktion einzunehmen, ist eine Facette.(Verzeihen Sie mir da meine Ungeduld.:-)

    • solo sagt:

      @ali
      den fehler habe ich auch schon gemacht. bringt nähmlich nichts ausser „kopfzerbrechen“ ;-) und feindseligkeit. da brauchst du blos die deutschen schreiber hier anschauen. sie wollen keine vermittler sie sehen den einzigen weg nicht. nicht mal die inteligenten.
      verstehen können einen nur die deutschen freunde , deutsche die einen freundschaftlichen kontakt mit türken haben. hier ist keiner dabei.

  2. Selçuk sagt:

    Es ist in der Tat eine erfreuliche Meldung, doch mich würde mal interessieren, in welchen Regionen Deutschlands diese Befragungen gemacht wurden. Außerdem ist die Zahl der Befragten, also 1002, nicht wirklich hoch oder? Oder ist die Zahl für eine solche Studie gewöhnlich?

    „Aus der Umfrage, die dem Magazin “Focus” exklusiv vorliegt und noch nicht veröffentlicht wurde, gehe außerdem hervor, dass die Mehrheit der Deutschen der Ansicht seien, dass Integration nicht Assimilation bedeutet. Des weiteren scheint sich die Auffassung durchgesetzt zu haben, dass es kein Widerspruch sei, sowohl Teil dieser Gesellschaft zu sein, als auch die kulturellen Wurzeln beizubehalten wie Muttersprache, Religion und Kultur.

    76 Prozent der 1002 Befragten hätten zu dem erklärt, dass Zuwanderer ihre Lebensweise aus ihrer Heimat behalten können, „solange sie unsere Art zu leben respektieren und sich an Recht und Gesetz halten.““

    Es freut mich, dass die Mehrzahl so denkt. Ich hoffe, dass dies nicht nur für diese 1002 Personen, sondern für die Gesamtbevölkerung gilt. Ich befürchte nur, dass es nicht der Fall ist. :-/

    • NDM sagt:

      Das dimap-Institut macht in der Regel repräsentative Umfragen. Was das in etwa bedeutet, kann man hier nachlesen:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Repräsentative_Umfrage

      An der Grafik kannst du ablesen, dass bei etwa 1.000 teilnehmern die Fehlerquote bei etwa +-3% liegt – was bei den hier dargestellten Ergebnissen kaum ins Gewicht fällt.

      • Selçuk sagt:

        Zunächst danke für den Link.

        Ich finde es nur seltsam, dass die max. Fehlerquote laut Abbildung immer bei 3% liegt, was mir nicht ganz logisch erscheint. Denn dann könnte ich auch anstatt 1000 Personen nur 10 Personen befragen und die max. Fehlerquote würde weiterhin bei 3% liegen. Mir ist natürlich klar, dass die Auswahl repräsentativ sein muss, was aber bei 10 Personen sehr schwer sein könnte diese zu erreichen. Deshalb müsste meiner Meinung nach eine untere Grenze für die Anzahl der Teilnehmer gesetzt werden, die je nach „Komplexität“ des Themas bestimmt werden müsste.

  3. Tobias H. sagt:

    Erfreulich.. Nur möchte ich wissen wie man das Wort Migrant definiert?. Ich bin auch ein Migrant, da ein Elternteil von mir aus Skandinavien kommt ..Mit Migranten sind wohl auch Menschen aus China, Japan, Südkorea, Brasilien, Polen, Spanien oder Australien gemeint..
    Wenn man aber nur Einwanderer aus dem islamischen Kulturkreis damit meinen würde, wäre das Ergebnis etwas anders ausgefallen.. Da bin ich mir sicher..

    • elimu sagt:

      Zitat: “ Wenn man aber nur Einwanderer aus dem islamischen Kulturkreis damit meinen würde, wäre das Ergebnis etwas anders ausgefallen.. Da bin ich mir sicher.. “

      Der Meinung bin ich leider auch… Die Skepsis, die in den hervorgegangenen Kommentaren beschrieben wird, kann ich sehr gut nachvollziehen.

      Meinungsumfrage; Focus; Migranten; 1002 Befragte….= gute Ergebnisse?

      @ municipal

      Na ja… also Sie befassen sich ja ganz speziell mit Türken und dem Islam. Ich verstehe ehrlich gesagt Ihre ganze Aufregung nicht. Genau wie Sie vorhin sagten „Es geht NICHT um die, die sich wirklich BEMÜHEN, es geht um die, die sich der Integration beständig (teilweise von Generation zu Generation) verweigern. “

      Genau solche finden Sie HIER aber NICHT. Ihre Anspielungen werden von den meisten hier als persönlicher Angriff empfunden. Dann heißt es wieder “ ach ja Ihr Türken vertragt ja keine Kritik und dieses ewige gejammere… “ usw. usw. usw. Wissen Sie, irgendwann ist man satt und jaaa wenn sogar solche Umfragen zum Teil mal positiv ausgefallen sind, kann man sich in diesem Land auf gar nichts mehr freuen. (Und jetzt kommt natürlich der Satz: “ dann sucht euch ein anderes Land“) Kennen wir doch schon zu Genüge….

      Es macht schon kein Spaß mehr irgendwelche Meinungen auszutauschen, denn vieles wird ( absichtlich oder nicht) falsch verstanden. Jeder besteht auf seine Sicht und die Einsicht bei manchen fehlt einfach.

      Das mal als Kritik „@ all „

      • municipal sagt:

        @ elimu

        Entschuldigung, aber gerade SIE (und die anderen „hier Aangekommenen“) müßen sich schon den Vorwurf gefallen lassen, faktisch NICHTS dazu beizutragen, das sich die angesprochene Gruppe verändert, wäre es doch wohl auch IHRE AUFGABE. Sie sagen natürlich, ICH bin doch gut integriert, und ICH möchte mich solchen Leuten nicht „in einen Topf geworfen werden“.

        Aber es sind IHRE Leute. Oft wird deren Verhalten von Ihnen auch noch verteidigt oder negiert.

        „Ihre Anspielungen werden von den meisten hier als persönlicher Angriff empfunden,“ genau das ist es, man ist wieder mal in seiner Ehre gekränkt.

        ” dann sucht euch ein anderes Land” ?

        Nein. Warum ? SIE sind doch /anscheinend) gut integriert.

        • Markus Hill sagt:

          Ich kann Ihre Empörung in Teilen verstehen. Sie sind da auch nach der Suche nach Verbündeten auf türkischer Seite, um die Misere zu beheben. Bei der Vehemenz der Ausführungen, weiss ich nicht, ob das Gegenüber da nicht nicht etwas „zuckt“. Eigentlich kann ich mir vorstellen, dass man sich vielleicht auch als Deutscher von türkischer Seite (besagte Akademiker etc.) etwas im Stich gelassen fühlt, weil diese scheinbar auch nicht auf ihre Landsleute einwirken oder einwirken wollen. (Nur: Sehen diese Akademiker sich nicht schon zum Teil als Deutsche? Haben viele nicht einen deutschen Pass oder überlegen, diesen zu beantragen? Dann würde man ohnehin am gleichen Strang ziehen.:-)
          Diskriminierung – davon halte ich wenig als Begriff. Lieber spreche ich da von schlechtem Ruf einer Einwanderergruppe, ein schlechtes Image. Das stigmatisiert die ganze Gruppe und damit sehr viele zu Unrecht. Vielleicht kann man es vielen türkischen Akademikern (Diese, zum Beispiel, sollen in Deutschland bleiben, SIND WILLKOMMMEN!!!) aber nicht verdenken, dass zunächst einmal deren persönliche Probleme wie Anfeindungen, In-einen-Topf-geworfen-werden, Probleme bei Wohnungs- und bei der Stellensuche im Vordergrund stehen.
          Erfreulich wäre es, wenn man nach viel Diskutieren und auch produktivem Streiten in diesem Blog vielleicht zu dem Schluss kommt, dass es doch SEHR VIELE gemeinsame Interessen gibt. So weit liegen alle hier doch nicht auseinander, wenn man oft zwischen den Zeilen liest.:-)

        • Selçuk sagt:

          „Entschuldigung, aber gerade SIE (und die anderen “hier Aangekommenen”) müßen sich schon den Vorwurf gefallen lassen, faktisch NICHTS dazu beizutragen, das sich die angesprochene Gruppe verändert, wäre es doch wohl auch IHRE AUFGABE.“

          Wie stellen Sie sich das denn genau vor? Was soll jemand, den Sie als „hier Angekommenen“ bezeichnen, genau Ihrer Meinung nach unternehmen, um praktisch etwas dazu beizutragen?

          Ich von meiner Seite aus kann „nur“ etwas in meiner direkten Umgebung (Familie, Bekanntenkreis) bewirken. Z. B. in dem ich versuche für die jüngeren ein Vorbild zu sein, auf ihre Fehler hinzuweisen und bei Problemlösung zu helfen (die letzten beiden Punkte gelten nicht nur im Bezug auf jüngere). Ich mache das aber nicht, weil die Integration gelingen soll, sondern weil ich das als eine menschliche Aufgabe betrachte und meiner Verantwortung bewusst bin. Genau so habe ich das auch von meinen älteren Familienangehörigen erfahren, von denen Sie evtl. einige auf den ersten Blick als einen „hier NICHT Angekommenen“ bezeichnen würden. Ich habe eh das Gefühl, dass sich Menschen unter dem Begriff „gebildet“ nicht immer das selbe vorstellen.

          Was kann ich denn sonst noch machen? Denken Sie bitte dabei auch an das zeitliche Problem.

          „Aber es sind IHRE Leute.“

          Es sind auch IHRE Leute, vor allem die, die hier geboren und deutsche Staatsbürger sind. Deutschland trägt die Verantwortung für diese Menschen.

          „“Ihre Anspielungen werden von den meisten hier als persönlicher Angriff empfunden,” genau das ist es, man ist wieder mal in seiner Ehre gekränkt.“
          Können Sie es nicht verstehen, dass es einem sehr traurig stimmt Kommentare lesen zu müssen, die unverschämt pauschalisierend sind? Können Sie es nicht verstehen, wenn etwas, was einer für sich selber mit gutem Willen wertgeschätzt, von anderen niedergemacht wird, dass es als einen persönlichen Angriff empfunden wird? Bleiben Sie sachlich und pauschalisieren Sie nicht. Dann würde Ihnen jeder, zumindest der Großteil, mit offenen Ohren zuhören. Gehen Sie mit guten Absichten auf die Menschen zu und nicht um sie fertigzumachen. Kritisieren Sie, aber bitte auf eine menschliche Art und Weise.

          • municipal sagt:

            @ Selcuk

            Entschuldigung, wenn ich (gerade Menschen wie Ihnen) da manchmal zu heftig auf die Füsse trete, Sie sind ja eigentlich dafür nicht „die richtige Adresse“.

            Es ärgert mich halt, das seit Jahren (und das ansteigend) besonders von Seiten der Verbände immer nur gefordert, und gleichzeitig bei offensichtlichen Problemen sofort
            und beständig abgewiegelt wird. Diese Leute vertreten doch nur höchstens 15-20 %
            der hier lebenden Migranten mit islamischem Hintergrund, versuchen aber, möglichst viele unter ihre „Fittiche“ zu bekommen, um sie dann gegegbenenfalls als „Demonstrations-Masse“ zur Durchsetzung ihrer Ziele zu benutzen.

            Lassen Sie sich von denen nicht vereinnahmen.

            • Selçuk sagt:

              Leider kann ich zu dem Thema mit den Verbänden nichts sagen, da ich weder selber zu einem gehöre, noch irgend jemanden kenne, der Mitglied eines solchen Verbandes ist.

              Ohne Zweifel ist es Ihr gutes Recht Ihre Sorgen bezüglich dieses Themas zum Ausdruck zu bringen. Das würde Ihnen niemand (der vernünftig ist) übel nehmen. Es ist wirklich von großer Bedeutung, auf welche Art und Weise man diese Sorgen zum Ausdruck bringt.

              Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis.

      • Markus Hill sagt:

        Da stimme ich Ihnen voll zu. Die, die sich hier in der Regel austauschen, haben mit denen, über die negativ berichtet wird, sehr, sehr wenig zu tun (ausser der Herkunft gibt es da wenig Gemeinsames). SIE und andere sind eigentlich oft die falschen Adressaten der Kritik. Trotzdem finde ich es nicht falsch, kritische Punkte zu nennen (damit man weiss, woran man arbeiten kann), ohne persönlich jemanden anzugreifen.
        Es macht nun einmal wenig Sinn, jemandem Dinge vorzuwerfen, für die er persönlich nicht verantwortlich ist.:-)

      • Markus Hill sagt:

        Weiss nicht, ob es Ihnen überhaupt als Statement/Vermutung/Spekulation etwas bedeutet: Auch die Deutschen, die hier in Teilen EXTREM hart kritisieren und Ihnen sämtliche Klischees und negativen Punkte um die Ohren hauen (falscher Adressat, das ist unbestritten), würden das nicht machen, wenn Ihnen die ganze Angelegenheit nicht irgendwie am Herzen liegen würde. Ich sage auch oft kritische Dinge mit Überzeugung (glaube, in der Regel, nicht „hyper-persönlich-verletzend“), andere sagen es sehr hart und klar – die sachliche Begründung sei dahingestellt. Die extreme Härte in der Ausführung kommt meiner Ansicht nach dadurch, dass man vielleicht auch irgend jemand greifen will und eine Reaktion haben möchte. Aber mehr in Richtung: „Ich sehe Deinen Punkt und Deine Wut. Es ist nun einmal Dein (und mein?, unser?) Heimatland. Du willst nicht, dass es den Bach herunter
        geht!“ (Ist wohl mehr eine Gefühls- als Verstandessache, natürlich entfernt man sich dann ab und an von der ganz sachlichen Schiene).

        • Selçuk sagt:

          „Auch die Deutschen, die hier in Teilen EXTREM hart kritisieren und Ihnen sämtliche Klischees und negativen Punkte um die Ohren hauen (falscher Adressat, das ist unbestritten), würden das nicht machen, wenn Ihnen die ganze Angelegenheit nicht irgendwie am Herzen liegen würde.“

          Sind Sie sich da sicher? Manchmal habe ich eher einen anderen Eindruck. Außerdem finde ich das keine gelungene Vorgehensweise, um die Leute zu erreichen.

          “Ich sehe Deinen Punkt und Deine Wut. Es ist nun einmal Dein (und mein?, unser?) Heimatland. Du willst nicht, dass es den Bach herunter geht!”

          Das kann ich verstehen. Jeder, der selber eine Bindung zu seinem Heimatland hat und frei von bösen Absichten ist, würde das verstehen.

          • Markus Hill sagt:

            Von Ausnahmen (die gibt es!!!) abgesehen habe ich das Gefühl, dass die Härte nicht persönlich gemeint ist. Das es nicht Ihre staatsbürgerlich Aufgabe ist, alle Verfehlungen von Teilen der türkischen Community zu kommentieren oder Ihnen entgegenzuwirken sollte klar sein. Sie haben Ihr Leben und sind nicht zwangsweise zum Ehrenamt „Türken-in die-Pflicht-nehmen“ berufen worden.:-) Ich bin auch nicht für Nazi-Glatzen irgendwo in Deutschland haftbar zu machen.:-)
            Natürlich ist die Härte in der Kommunikation oft keine Einladung zum Dialog. Vielleicht ist die auch nur temporär vorhanden. Dann ist der Dampf abgelassen und man wird dann wieder sachlicher. (Hartnäckige „Türken-Basher“ laufen ohnehin mit ihren Tiraden irgendwann ins Leere).

            • Selçuk sagt:

              „Vielleicht ist die auch nur temporär vorhanden. Dann ist der Dampf abgelassen und man wird dann wieder sachlicher.“

              Ich hoffe aber ganz stark, dass man sich nicht dadurch als Dialogpartner verliert. Denn Sie wissen, dass der erste Eindruck entscheidend ist. Wenn sich jemand mit mir unterhalten möchte und mich gleich zu Beginn mit irgendwelchen Beschuldigungen zumüllt, für die ich nichts kann aber vielleicht auch Verständnis hätte, würde ich ihm wahrscheinlich aus dem Weg gehen. Bei jemanden, den ich schon seit längerer Zeit gut kenne und weiß, dass er keine bösen Absichten hat und einfach nur verärgert ist, liegt natürlich ne ganz andere Situation vor. ;-)

              • Markus Hill sagt:

                Verstehe ich. Man kann halt eine zeitlang grosszügig Raum zur Einfaltung bieten. Sozusagen eine Übung in Gelassenheit.:-)

    • NDM sagt:

      „Nur möchte ich wissen wie man das Wort Migrant definiert?“

      Ich würde mal sagen, es im allgemeinen so, dass beim Thema „Migration“ der erste Begriff, der vielen durch den Kopf schießt, der Begriff „Türken“ oder „Moslems“ ist – entsprechend dürften die Antworten meiner Meinung nach ausgefallen sein. Und wenn es um das Thema Integration geht, waren beim Integrationsgipfel meines Wissens nach nie Buddhisten oder Hindus anwesend, da es diesbezüglich keine, oder zumindestens wenige in der Presse wahrnehmbaren kulturellen Missverständnisse gibt.

    • Markus Hill sagt:

      Ich vermute es auch, müsste man noch einmal irgendwie in aufgegliederter Form haben. Ansonsten würde man sich da wieder einmal (wie vorher die politischen Parteien) in die eigene Tasche lügen.
      Auf den ersten Blick ist die Studie ja erfreulich. Anderseits: Durch Zusammenziehen der Gruppen vielleicht doch wieder wenig aussagekräftig. Kann ja noch geklärt werden, wäre interessant. Die von Ihnen genannten Einwanderergruppen sind mehr oder weniger allgemein beliebt oder werden nicht als problematisch betrachet. Im Übrigen würden zum Beispiel auch jeder die hier oft vertretenen türkisch-stämmigen Akademiker oder Leute mit Freude an Bildung/Ausbildung diesen Gruppen zuordnen. (Nur wird da wohl oft das Befragungs-Setting nicht so aufgebaut sein).

  4. municipal sagt:

    @ Tobias H.

    Sie haben in sofern Recht, das wenn man eine Studio nicht nach den verschiedenen Migrantengruppen auffächert, ein verfälschtes Ergebnis bekommt.
    Lesen Sie die von mir hier eingestellt Studie „Muslimische Leben in Deutschland“, und Sie werden die „Knackpunkte“ erkennen.

  5. Peter Habersaat sagt:

    Wenn man es als gelungene Integration verkaufen möchte, dass mir Türken schon in den 90er Jahren damit in den Ohren lagen, dass sie „aufgrund der niedrigen Geburtenraten der Deutschen irgendwann mal das Land übernehmen werden“, dann habe ich vielleicht eine falsche Vorstellung von Integration oder die Türken haben verkappte Erobererträume.

    • Selçuk sagt:

      Glauben Sie, dass diese Kommentare ernst gemeint waren?

      Ich hatte noch Freunde anderer Nationalitäten aus der Zeit, in der ich noch die Oberschule besuchte, die dies behauptet hatten. Aber man hat sich nur ein bisschen lustig gemacht, über die damals aktuelle Lage, und es war nie ernst gemeint.

      • Peter Habersaat sagt:

        Ja.

        • Selçuk sagt:

          Ok, im Vergleich zu heute würde die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund oder Ausländer prozentual höher liegen, aber das Land übernehmen … Was läuft in den Köpfen solcher Menschen ab?!

          Können Sie uns evtl. noch verraten, ob das Erwachsene waren oder eher Jugendliche? Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, aber es fällt mir sehr schwer zu glauben, dass eine erwachsene Person so etwas im Ernst von sich gegeben hat. Wenn, dann könnte ich mir vorstellen, dass er Sie auf den Arm nehmen wollte. Sie haben in Ihrem Satz oben „Türken“ geschrieben, aber ich hoffe doch ganz stark, dass dies eine Ausnahme war.

          • Peter Habersaat sagt:

            Es waren ausschließlich Erwachsene. Und ich glaube auch daran, dass Deutschland vereinnahmt werden soll. Warum sonst sind trotz Anwerbestopp so viele Türken nach Deutschland gekommen? Ich persönlich empfinde das als Armutszeugnis für die Türkei und die Türken.

            • Selçuk sagt:

              „Und ich glaube auch daran, dass Deutschland vereinnahmt werden soll.“
              Das glaube ich kaum.

              „Warum sonst sind trotz Anwerbestopp so viele Türken nach Deutschland gekommen? “
              Warum wandern Menschen in der Regel aus? Weil Sie sich ein besseres Leben erhoffen, das Ihnen z. B. ein besserer Job ermöglichen soll und nicht weil sie die Bestrebung haben, das Land, in das sie einwandern, zu vereinnahmen. Ich kenne einige Personen und ich zähle auch dazu, die trotz dem Anwerbestopp nach Deutschland gekommen sind und keiner von Ihnen hat ein solches Bestreben.

              • Peter Habersaat sagt:

                “Und ich glaube auch daran, dass Deutschland vereinnahmt werden soll.”
                „Das glaube ich kaum.“

                Warum dann die Penetranz?
                ————————————————————————————————————————————————————

                “Warum sonst sind trotz Anwerbestopp so viele Türken nach Deutschland gekommen? ”
                „Warum wandern Menschen in der Regel aus? Weil Sie sich ein besseres Leben erhoffen, das Ihnen z. B. ein besserer Job ermöglichen soll und nicht weil sie die Bestrebung haben, das Land, in das sie einwandern, zu vereinnahmen. Ich kenne einige Personen und ich zähle auch dazu, die trotz dem Anwerbestopp nach Deutschland gekommen sind und keiner von Ihnen hat ein solches Bestreben.“

                Besserer Job? Soll ich lachen? Zuwanderer aus der Türkei sind in der Regel schlecht oder überhaupt nicht ausgebildet oder gar AnalphabetInnen. (lt.Vural Öger). Man kommt wegen der überdurchschnittlichen Sozialleistungen nach Deutschland. Klar, wer wie Deutschland mit einem Wohlfahrtsangebot wirbt, der darf sich nicht wundern, wenn er zum Flusensieb für parasitäre und wenig qualifizierte Individuen wird. Die guten und fleißigen Teile einer Bevölkerung vertreibt dies früher oder später – nicht weil sie wollen, sondern weil sie weder selbst noch ihren (potentiellen) Nachwuchs zum Wirtstier bestimmen wollen.
                Durch quantitative und eben nicht qualitative Zuwanderung haben wir den Dampfkochtopf auf eine immer heißere Platte gestellt. Für den ehemaligen anatolischen Bauern und seine Nachkommenschaft, gibt es auf diesem Planeten schlicht keine besser Einkommensbildung als ein Wohlfahrtssystem in welchem allein die pure Fortpflanzung mehr Einnahmen garantiert als eine gutes Äquivalent in seiner Heimat.
                Ganz ehrlich: Ich würde mich schämen, als Bittsteller in ein fremdes Land zu kommen. Nun, vielleicht wirkt die Weltwirtschaftskrise als Regulativ.

                • Selçuk sagt:

                  Alles klar … Glauben Sie ruhig an das, was Sie glauben wollen.

                  • Markus Hill sagt:

                    Ich unterstelle einmal, dass Herr Habersaat bisher noch nicht so einen grossen Kontakt zu netten, intelligenten türkischen Migranten gehabt hat. Vielleicht hat die Gelegenheit in der Vergangenheit gefehlt.:-)

                    • Selçuk sagt:

                      Es mag ja eine Tatsache sein, dass er in seinem Umfeld Menschen mit derartigen dummen Bestrebungen hat und es mag auch sein, dass es unter den Freunden seines Kindes keine türkischen oder arabischen dabei sind, was zunächst garnichts bedeutet. Es ist durchaus wahr, dass es in Deutschland Migranten türkischer Herkunft gibt/gab, die weder schreiben noch lesen können und deshalb auch der deutschen Sprache nicht wirklich mächtig sind oder nur teilweise.

                      Aber die Logik für die Schlussfolgerungen, die er auf Grund seinen Erfahrungen (ich hoffe, dass es keine Einbildungen sind) so einfach mal dahinstellt und auch noch für Tatsachen (!) hält, dass dies der Regelfall sei oder dass Türken (ich nehme an, dass er alle meint, denn sonst wäre eine präzisere Formulierung nötig) mit der Motivation nach Deutschland kommen würden, um sich nur mit den Sozialleistungen ein schönes Leben zu machen, kann ich nicht verstehen. Außerdem, was soll diese Respektlosigkeit? Ich hoffe, dass er das nicht seinem Kind so weitergegeben hat. Ich habe von meiner Oma, die weder schreiben noch lesen konnte und trotz den vielen Jahren, in denen sie in Deutschland gelebt hat, nur ein gebrochenes Deutsch sprach, gelernt, dass man anderen Menschen gegenüber mit Respekt auftreten muss. Ach ja, sie war außerdem alles andere als parasitär, wie es der Herr Habersaat so unverschämt ausgedrückt hat.

                      Markus, ich hoffe, dass Sie dieses Verhalten nicht als „Dampflassen“ bezeichnen, denn dann kann ich gut auf sowas verzichten. Wenn jeder, ja ich meine sowohl die aus der türkischen als auch aus der deutschen Seite, so mit dieser Logik kommuniziert, ja dann wird die Integration (ich finde dieses Wort langsam echt zum Kotzen) niemals gelingen.

                  • Markus Hill sagt:

                    PS: An den Folgeschreiben von Herrn Habersaat sieht man, dass es wohl ein „Dampf-ablassen“ war. Ich bestreite nicht, dass es Unklug ist, zu Unrecht anderen Dinge vorzuhalten, mit denen diese nichts zu tun haben. Zumal die Grenze zur persönlichen Beleidigung da oft fliessend ist.
                    Vielleicht verfallen wir hier aber in der Diskussion in eine kleine „Fehlerschleife“: Die Tatsache des Damp-ablassens werden wir beide nicht ändern können. Auch bin ich vielleicht der falsche Adressat für diese Kritik. Ich bin nicht verantwortlich für die ungeheure Wut, Frustration und Kritik von vielen Deutschen, die in den den Medien so viel „Dampf ablassen“. (Bitte nicht den Überbringer der Botschaft mit der Botschaft verwechseln.:-)
                    NATÜRLICH: Sollte das scheinbare Beleidigen eine Dauerstrategie sein, führt sie zur Verhärtung der Fronten, da stimme ich Ihnen zu.

                • Markus Hill sagt:

                  Um einmal inhaltlich auf bestimmte Punkte von Ihnen einzugehen:
                  Ich glaube, dass die meisten in diesem Lande gegenwärtig nicht an weiterer Zuwanderung „aus Anatolien“ (die negativen Folgen und Altlasten der 60er sind noch nicht verarbeitet) interessiert sind. Auch die erfolgreichen Migranten in diesem Land sind da, so glaube ich, auch nicht daran interessiert. Eine sehr gut ausgebildete türkisch-stämmige Deutsche sagte mir vor kurzer Zeit noch: „Lasst die auf keinen Fall mehr hier rein!“. (Verständlich: Der Negativ-PR-Effekt fällt aus sie und andere zurück).
                  Natürlich ist es auch ein legitimes Interesse Deutschlands, keine Zuwanderung in die Sozialsysteme zuzulassen. Da tritt das subjektiv verständliche Eigeninteresse des Einwanderers gegenüber den Interessen der Bundesrepublik natürlich zurück. Niemand bestreitet, dass es Missbrauch gibt und gegeben hat. Natürlich ist die wirtschaftlich Situation in der Türkei eine Sache der Türke, sie ist kein Problem der Bundesrepublik Deutschland. Die Türkei kann da auch keinerlei Forderungen etc. stellen, das ist doch selbstverständlich. Die fortwährende Pauschalisierung erscheint mir aber in der Diskussion nicht sehr zielführend.
                  ABER: Ich weiss es wegen Ihrer Wortwahl gegenüber Diskussionsteilnehmern nicht genau einzuschätzen, ob es Ihnen hier wirklich um einen Dialog geht, oder ob Sie hier lediglich türkische Migranten beschimpfen und beleidigen möchten. Der Verdacht liegt nahe. Es wäre schön, wenn ich mich täuschen würde. Eine klare Frage an Sie: Wollen Sie diskutieren oder nur beschimpfen?
                  (Übrigens: Viele türkische Migranten schämen sich durchaus für das Verhalten bestimmter Leute in der türkischen Community. Muss man jemanden, der sich ohnehin vielleicht nicht so wohl fühlt bei dieser Angelegenheit durch solche Vorwürfe zusätzlich noch demütigen? Ziehen Sie aus so etwas irgendwie eine tiefe persönlíche Befriedigung?
                  Wie gesagt, ich hoffe, dass ich Sie da zu Unrecht verdächtige. Wäre schön. Da bricht dann auch niemanden ein Zacken bei einer Entschuldigung ab.:-)

                  • Peter Habersaat sagt:

                    Sind Tatsachen benennen Beschimpfungen? Vielleicht ist meine Wortwahl etwas rabiat, ich bin aber kein Fan von Verniedlichungen oder Verschleierung.
                    Ich versuch Ihnen mal mein Verständnis von Einwanderung/ Zuwanderung/ Gastarbeit (…) kurz zu vermitteln- vielleicht verstehen Sie mich dann: Mein Kind möchte auch ins Ausland. Ob für immer oder nur befristet, ist noch nicht klar und hier auch nicht von Belang. Was macht mein Kind? Lernt Fremdsprachen, ausserschulisch noch die des favorisierten Auswandererlandes, arbeitet hoch motiviert für das Abitur, macht sich über Land und Leute kundig und bereitet alles dafür vor, in dem ausgewähltem Land ARBEITEN und leben zu können. Es wird nicht mal ein Gedanke daran verschwendet, ob man sich ggf. ohne Vor- bzw. Eigenleistung über Scheinehe oder ähnlichem „reinschleichen“ könnte… das Sozialsystem interessiert gar nicht. Und genau DAS vermisse ich bei den Türken!
                    Mein Kind hat viele ausländische Freunde.. die „deutschen“ Freunde haben oft ein Elternteil mit Migrationshintergrund – es gibt keine Probleme und ist wirklich befruchtend. Nur: Türken oder Araber sind nicht darunter. Und die nichtdeutschen Freunde meines Kindes haben auch keine Türken im Freundeskreis. Woran liegt das? Sind wirklich „wir Deutschen“ so […], so fremdenfeindlich? Ich glaube nicht.

                    • Markus Hill sagt:

                      Danke. Das kling, hart, empört, nicht so diplomatisch aber „echt“. Ich möchte Ihnen da auch nicht allzu entschieden wiedersprechen in dem Sinne, als das ich diese Form von Eigeninitiative von bestimmten Vertretern der türkischen Community manchmal auch vermisse. Vietnamesen, Aussiedler etc. machen es vor – NUR würde ich fairerweise sagen, dass es durchaus viele Türken in einer neuen Generation gibt, die nicht mehr diese passive Haltung haben. Ich rede hier von Freunden und Bekannten von mir. Genauso welche gibt es hier auch noch im Forum. Das wir uns hier nicht falsch verstehen: Ich mag viele dieser Leute und habe den Eindruck, dass die es auch nicht leicht haben in ihrer Situtation zwischen zwei Ländern.
                      Ich sehe aber auch klar die Interessen, die der durchschnittliche Deutsche wohl hat. Diese Interessen prallen hart auf die teilweise unangebrachten Forderungen der türkischen Community. Meine Meinung ist: Anerkennung und Respekt bekommt man nachhaltig am ehesten durch Leistung. Die Asiaten etc. haben es vorgemacht. (Ich weiss, dass türkische Migranten das oft nicht gerne hören und dann sofort die Klappen herunterfahren. Insgeheim wissen sie aber, dass ein sehr grosser Kern Wahrheit darin steckt. In einer stillen Stunde wird dann oft durch die Blume gesagt: „Ganz so falsch ist das nicht. Man hat ja auch eine Verantwortung für sich selbst!“)
                      Durch Forderungen und Bevorzugungsprogramme für Türken tut man diesen keinen Gefallen, sondern verärgert die Leute noch mehr. DAS HEISST ABER AUCH, dass man von deutscher Seite durchaus so etwas wie eine „Anschubsfinanzierung“ in Richtung Sprachkurse machen kann.
                      Der Karren ist schon in den Dreck gefahren, Schuldzuweisungen sind schon völlig in Ordung – wg. Sauberkeit in der Analysephase – sollten aber nicht den Schwerpunkt der Auseinandersetzung bilden. Ich wäre froh, wenn man in fünf Jahren über diese Sachen mehr lächeln würde und sich die Lage entspannen würde).
                      Es gibt sehr symphatische und strebsame türkischen Migranten, das ist keine Erfindung von mir!

                    • Markus Hill sagt:

                      PS: Es sollte nicht so pauschalisiert ausgedrückt sein, wie bei Ihnen angeführt. Aber natürlich ist es so, das Sozialbetrug, Scheinehen oder der Missbrauch vom Gastrecht der Deutschen (Kriminalität) DURCH BESTIMMTE (NICHT ALLE,!!!) türkische Migranten ein zutiefst unehrenhaftes Verhalten darstellen. Natürlich sollte sich dieser bestimmte Personenkreis zutiefst für dieses Verhalten schämen. (Ändern wird das wenig.:-)
                      Ich glaube aber, dass da jeder türkische Migrant, der guten Willens ist, Ihnen da zustimmen würde. Diese würden solche Verhaltensweisen auch nicht gut finden, wenn Einwanderer in die Türkei sich so verhalten würden.

                    • Johanna sagt:

                      „Was macht mein Kind? Lernt Fremdsprachen, ausserschulisch noch die des favorisierten Auswandererlandes, arbeitet hoch motiviert für das Abitur, macht sich über Land und Leute kundig und bereitet alles dafür vor, in dem ausgewähltem Land ARBEITEN und leben zu können. Es wird nicht mal ein Gedanke daran verschwendet, ob man sich ggf. ohne Vor- bzw. Eigenleistung über Scheinehe oder ähnlichem “reinschleichen” könnte… das Sozialsystem interessiert gar nicht.“

                      Ich habe Jahre im Ausland (in vier verschiedenen Ländern gelebt und gearbeitet), und genauso habe ich es gehalten.

                • Ali As Men sagt:

                  Herr Habersaat,
                  in Ihren Bemerkungen ist Wahrheit enthalten.
                  Das sage ich Ihnen nicht um Ihnen die Gelgenheit zu geben um an anderer Stelle zu Behaupten, dass selbst hier lebende Türken Ihnen zustimmen.
                  Wir haben, wie hier schon bemerkt, auch unter dieser Tatsache gelitten und leiden. Wir integrierte Türken, die ständig bei Null ansetzen müssen und mussten und immer wieder aufs neue einen Weg finden müssen damit umzugehen. Die Tatsache das immer weniger Deutsche auch mit uns Kontakt suchen erschwehrte die Sache zusätzlich. Immer mehr sehen sich bei „den Deutschen“ nicht mehr willkommen auch die bereits tief Integriert waren. Es nimmt auf diese Weise keinen positive Verlauf. Es ist wichtig das man sich als Deutscher nach den Anfeindungen wieder in eine sachliche Diskussion zurückbewegt. Eine Differenzierung ist dringend notwendig. Die folgen sind Parallelgesellschaften. Das will keiner!?

                  • Markus Hill sagt:

                    Ich stimme da grundsätzlich zu. Ihre schlechten Erfahrungen erstaunen mich, da ich oft andere Erfahrungen mache. Unterhält man sich in Frankfurt oder Köln mit türkischen Migranten die fliessend Deutsch sprechen und Ausbildung oder Studium haben entsteht sofort an anderes Bild. (Die gemeinsame Sprache macht sehr viel aus). Viele Deutsche nehmen das wahr und sind auch neugierig. Das negative Image der Türken in Deutschland ändert das nicht sofort, aber die ersten Risse treten auf.:-)
                    Ein türkischer Freund von mir studiert Architektur in Deutschland. Er ist selber in jungen Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Er möchte nach dem Studium mit diesem Know-how in die Türkei gehen. Ich war erstaunt, als ich einmal (sinngemäss) aus seinem Mund hörte: „Ich bin Deutschland dankbar dafür, dass mir hier ein Studium auf Steuerzahlerkosten ermöglicht wird. Ich komme selber aus Berlin-Neukölln und schäme mich für bestimmte Landsleute, die uns hier so ein negatives Image verschaffen. Das viele Deutsche da langsam sauer werden, verstehe ich“. (Fairerweise muss ich auch sage, dass er sich masslos über die schlechte Presse bzgl. der Türken in Deutschland, insbesondere die BILD-Zeitung, aufregt).
                    Soviel zum Thema von gemeinsamen Verständnis und Empathie von BEIDEN SEITEN.

                    • Ali As Men sagt:

                      Naja ich gebe zu ich klage auf hohem Niveau. Da ich es aber als hier geborener und aufgewachsener Türkisch-Deutscher schonmal anders erlebt habe ist der Rückschritt in meinen Augen sichtbarer. Auch wenn es sich für andere als nicht so dramatisch darstellt. Aber ich empfinde es als spürbaren Verlust von Lebensqualität und die möchte ich eben nicht einfach so aufgeben. Das ist eben mein Weg um gegen einseitige Kommentare entgegenzuwirken :-)

                    • Ali As Men sagt:

                      Naja ich gebe zu ich klage auf hohem Niveau. Da ich es aber als hier geborener und aufgewachsener Türkisch-Deutscher schonmal anders erlebt habe ist der Rückschritt in meinen Augen sichtbarer. Auch wenn es sich für andere als nicht so dramatisch darstellt. Aber ich empfinde es als spürbaren Verlust von Lebensqualität und die möchte ich eben nicht einfach so aufgeben/hinnehmen. Das ist eben mein Weg um gegen einseitige Kommentare entgegenzuwirken :-)

                  • Markus Hill sagt:

                    Danke. Genau das, was Sie hier gemacht haben, gibt auch der anderen Seite das Gefühl, dass man auch deren
                    Sicht nachvollziehen kann. Vielleicht erhitzen sich auch oft deshalb so stark die Diskussionen: Wenn man jemanden das Gefühl gibt, dass das Gegenüber offensichtliche Tatsachen leugnet, dann wird man noch aggressiver. (Oft die Reaktion von Deutscher Seite, oft wird man dann im Ton noch beleidigender und pauschalisierender, da man dem Gegenüber Unredlichkeit in der Diskussion unterstellt. Dabei ist es oft nur ein menschlicher „Schutzmechanismus“).
                    Aus der Zustimmung zu kritischen Punkten leite ich nicht ab, dass man das gegen jemanden verwenden muss. Es dient doch nur Abrundung bzw. dient der Möglichkeit bei der Problemanalyse (Grundlage für konstruktive Lösungen ist ein sauberes Herausarbeiten der Ursachen, ist oft hilfreich) ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Vielleicht ist es auch einer Gründe, warum man ständig von Null anfängt bei Integrationsthemen. Solange man Verantwortlichkeiten nicht benannt hat, schiebt eine Seite der anderen immer den „schwarzen Peter“ zu. Es kann sein, dass eine Seite tatsächlich überwiegend den „schwarzen Peter“ in einer Angelegenheit haben kann. Ausgewogenheit um der Ausgewogenheit Willen würde hier auf Kosten von Wahrheit und Erkenntnis gehen, würde man hier Tabus in der Diskussion einrichten. ABER: Problem analysiert und dann aber auch ABGEHAKT, um Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.

            • Mehmet sagt:

              Da sollte man sich eventuell erst einmal die wirtschaftliche Entwicklung im Ursprungsland anschauen. In Italien, Spanien und Griechenland hat sich die wirtschafltiche Lage viel schneller stabilisiert als in der Türkei. Im Jahr 2001 war die Türkei kurz vor dem Bankrott. Erst in den letzten Jahren höre Ich aus dem Bekanntenkreis in der Türkei, dass sich die Leute mehr und mehr überlegen, nicht nach Deutschland auszuwandern, weil sich die Lebensumstände wohl verbessert haben (obwohl auch von anderen Teilen gesagt wird, dass nur die Reichen reicher geworden sind). Wenn Deutschland also an einem Einwanderungsstopp interessiert ist, dann ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei oder anderen Ländern wichtig.

              • Peter Habersaat sagt:

                Mehmet sagt: Wenn Deutschland also an einem Einwanderungsstopp interessiert ist, dann ist die wirtschaftliche Entwicklung in der Türkei oder anderen Ländern wichtig.

                Was hat Deutschlands Einwanderungspolitik mit der wirtschaftlichen Situation in der Türkei zu tun? Sind die Deutschen den Türken resp. der Türkei in irgendeiner Weise verpflichtet.?

      • Markus Hill sagt:

        Glaube ich auch. Allmachtsphantasien. Es gibt wenige, die an das tatsächlich glauben. Sie vergessen vielleicht einen wichtigen Punkt, der mir bei dem Gespräch mit türkischen Freunden und Bekannten immer wieder angenehm aufgefallen ist: Die Erziehung in deutschen Schulen verändert auch das Denken und die Informationsfilterung bei Schülern mit türkischem Migrationshintergrund. Natürlich schätzt man die türkischen Wurzeln, aber man hat auch viele, viele andere Dinge aus Deutschland im Kopf. Man vergleicht mit der Türkei, man lernt bestimmte Dinge hier zu mögen. Das was dann später entsteht, ist meines Erachtens kein total unreflektierter Nationalismus. Ansonsten würden sich viele Migranten nicht so viel Gedanken über ihre Identiät machen bzw. sich manchmal auch in Gewissensnöten befinden. Man befindet sich in einem Prozess.

        • Ali As Men sagt:

          Mein erstes Kommentar zu diesem Artikel war keine „Blauäugigkeit“. Ich habe schon mit gegenteiligen Reaktionen gerechnet. Trotzdem sehe ich eine solche Umfrage als positiv an. Es ist eben eine Imagefrage an der wir Deutsch-Türken und „Türkisch-Deutschen“ arbeiten müssen. Leider sind wir zeitweise selber gespalten über das Bild das wir von uns selber haben. Da passt das Beispiel von Ihnen Markus Hill „in der Luft hängen“, welches
          Sie anderswo schon benutzt hatten, ganz gut. Nur Sie können auf diese Menschen einwirken, aufgeschlossene Deutsche.

          @ Markus Hill
          Zitat
          Glaube ich auch. Allmachtsphantasien. Es gibt wenige, die an das tatsächlich glauben.

          Das sehe ich auch so. Das ist es welches hier an anderer stelle als Trotz oder Verweigerung bezeichnet wurde. Bei solchen Äusserungen höre ich auch eine Ausweglosigkeit heraus.

          @Peter Habersaat
          Ich hoffe Sie sehen das auch als solches (Ausweglosigkeit).

          Bei den Integrationsfortschritten die bei vielen Türken stattfindet sollte nicht wie mit einem deuschen Sprichwort umschrieben „Das Kind mit dem Bade ausschütten“ verfahren werden.
          Es sind auch Menschen wie Sie die einen Zugang zu den Integrationsfähigeren Türken haben die am ehesten eine vermittelnde Rolle bei der deutschen Bevölkerung einnehmen können. Die auch ich nicht erreichen kann. Ich muss nur von Zeit zu Zeit herauslesen können, dass Sie als deutsche Kommentatoren eine solche Bestrebung überhaupt haben. Damit hätten Sie auch die Möglichkeit den Entwicklungsprozess mitzusteuern.

      • Markus Hill sagt:

        Mit „Sie“ meinte ich oben Herrn Habersaat. Nicht dass das verwirrt.:-)

      • nebukadnezarin sagt:

        Die Kommentare waren und sind ernst gemeint.

        Erst September letzten Jahres, hat mir das einer Ihrer Mitbürger ins Gesicht gesagt! und die drei daneben stehenden Herren haben dem mit Kopfnicken zugestimmt.
        Aber, wenn sie sich schon Selcuk nennen, werden Sie das sicher selber wissen.
        Wenn nicht dann gehen Sie mal in den nächsten türkischen Heimatverein oder Coffishop
        Nett, Sie halten die Menschen in diesem Land wohl für total verblödet, wie?
        Es werden aber immer mehr, die begreifen, das irgendwas hier falsch läuft.

        Spätestens wenn dieser „Sozial“ Staat so pleite ist, das er das Kindergeld bzw. die Sozialhilfe nicht mehr zahlen kann, (vorher werden die Rentner noch fachmännisch beschnitten werden) dann werden wir sehen, was wir von unseren friedlichen Mitbürgern zu erwarten haben.
        Also warten wir es ab…. es würde mich freuen wenn ich mich irren würde!

  6. Pingback: Türkische Presse Europa vom 19.08.2009 – Integration, Studie, NPD, Moschee | MiGAZIN

  7. Kosmopolit sagt:

    Sollte zum Nachdenken anregen und nicht gleich verteufelt werden, wenn andere versuchen die Muslime zu verstehen.
    http://zukunft-ch.ch/pages/themen_islam.php?bid=249&seite=1

    Muslime wachsen in einer Gesellschaft mit starken äusseren Autoritäten und klaren Verhaltensregeln auf. Der westliche Weg, Kompromisse und Nachdenken als Problemlösungsansatz anzustreben, wird in der Folge als Schwäche gesehen. Muslime verstehen zu großen Teilen diesen weicheren Weg einfach nicht. Die Konsequenz ist, dass wir ihnen in der Sozialarbeit und -politik strengere Grenzen und härtere Konsequenzen entgegensetzen müssen, wenn wir ihr Verhalten wirklich beeinflussen wollen…….
    …….Ich würde eher von muslimischer Kultur als Religion sprechen, denn es gibt eine Menge Muslime, die nicht wissen, was im Koran steht und die auch nicht in die Moscheen gehen. Aber sie sind auf einer kulturellen Ebene sehr stark beeinflusst. Hierbei sticht als besonderer Unterschied zu unserer Kultur hervor, dass unter Muslimen der Zorn geschätzt wird. Hier im Westen und in anderen nicht-muslimischen Kulturen wie z.B. in Asien wird Aggression und ein Wutanfall als etwas Peinliches gesehen, als etwas, für das man sich danach schämt. In der muslimischen Kultur ist genau andersherum. Wenn jemand deine Ehre verletzt was ich als Psychologe als Selbstbewusstsein bezeichnen würde wird von dir Aggression und verbale oder physische Rache gefordert. Aggressionen verleihen dir in unseren Kulturen einen niedrigen Status, in muslimischen hingegen einen sehr hohen.

  8. Teleprompter sagt:

    „Des weiteren scheint sich die Auffassung durchgesetzt zu haben, dass es kein Widerspruch sei, sowohl Teil dieser Gesellschaft zu sein, als auch die kulturellen Wurzeln beizubehalten wie Muttersprache, Religion und Kultur.“

    Das funktioniert nur, solange eine dieser verschiedenen Kulturen die dominierende ist. Sobald ein Kräftegleichgewicht erreicht ist, gibt es Mord und Totschlag. Man kann das überall beobachten, wo zwei ungefähr gleich starke Kulturen um die Vorherrschaft kämpfen.

    • Mehmet sagt:

      Meinen Sie? Zwischen der evangelischen und katholischen Kirche war es früher auch nicht so ruhig wie heute.

      • Teleprompter sagt:

        Ja, und?

      • Markus Hill sagt:

        Der Vergleich hinkt sehr. Recht unglücklich.:-)

        • Mehmet sagt:

          Inwiefern hinkt der Vergleich? Siehe Dublin.

          • Teleprompter sagt:

            Wir wollen weder ein evangelisch-katholisches noch ein christlich-islamisches noch ein demokratisch-schariatisches Dublin.

          • Markus Hill sagt:

            Nicht bezogen auf die Theorie bzgl. Mehrheit etc., das kann sein, muss aber nicht. NUR: Evangelisch und katholisch sind eher „Schwesterreligionen“ (Christentum), da gibt es in vielen Dingen einen Konsens. Deshalb ist der Streit schnell beigelegt worden. Ireland auch unglücklich, weil es weniger ein Religionsstreit sondern ein knallharter politischer und ökonomischer Streit war und ist. (Siehe die Geschichte von England und Ireland).

            • Teleprompter sagt:

              „Evangelisch und katholisch sind eher “Schwesterreligionen”

              Zu Zeiten des dreißigjährigen Krieges sah das aber auch noch anders aus. Beim Islam habe ich allerdings den Eindruck einer Religion, die ihren „dreißigjährigen Krieg“ erst noch vor sich hat. Oder gerade mittendrin ist.

    • Kosmopolit sagt:

      „Das funktioniert nur, solange eine dieser verschiedenen Kulturen die dominierende ist. Sobald ein Kräftegleichgewicht erreicht ist, gibt es Mord und Totschlag. Man kann das überall beobachten, wo zwei ungefähr gleich starke Kulturen um die Vorherrschaft kämpfen.“

      Wer sich nicht nur oberflächig mit dem Balkanproblem beschäftigt hat, kommt zu diesem Schluss.
      Das osmanische Erbe lässt grüßen. Überall wo der Islam die Mehrheit erreicht, werden die Karten neu gemischt. Siehe Malaysia, Indonesien um nur einige zu nennen.

  9. elimu sagt:

    Halleluja hört das denn nie auf…. Hätte gar nicht gedacht, dass das Thema Medien soviel an Gesprächsstoff herbeiführen könnte. Ich dachte, dies klappt nur beim Thema “ Kopftuch“ :)

    • Markus Hill sagt:

      Erfreulich ist doch, dass man miteinder Gedanken austauscht, Sichtweisen. Ohne sich persönlich zu beleidigen. Natürlich, Missverständnisse sind manchmal nicht auszuschliessen. Zudem ist es doch keine Desinteresse an der Meinung vom Gegenüber.