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Ehrung

Ramazan Salman erhält das Bundesverdienstkreuz

Staatsministerin Maria Böhmer hat dem Sozialwissenschaftler und Medizinsoziologen Ramazan Salman das Bundesverdienstkreuz ausgehändigt. Die Integrationsbeauftragte überreichte dem türkischstämmigen Salman die Auszeichnung bei einer Feierstunde im Kanzleramt.

Dienstag, 26.05.2009, 14:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 04.09.2010, 0:55 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Geehrt wird der 48-Jährige insbesondere für seinen Einsatz bei der gesundheitlichen Aufklärung von Menschen aus Zuwandererfamilien. Seit 1989 leitet Salman das Ethno-Medizinische Zentrum in Hannover. „Sprachliche und kulturelle Barrieren hindern Migranten in Deutschland oft daran, für sich eine optimale Gesundheitsvorsorge und –versorgung zu finden. Ramazan Salman hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, diese Barrieren aus dem Weg zu räumen“, würdigte Staatsministerin Böhmer die Arbeit Salmans.

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Böhmer hob besonders das Projekt „Mimi- Mit Migranten für Migranten“ hervor. Ziel des Projekts ist es, bei Menschen mit Migrationshintergrund die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und für Maßnahmen zur Prävention zu stärken und langfristig einen Beitrag zur Reduzierung von Ungleichheiten bezüglich der Gesundheitschancen zu leisten indem ihnen die gleichberechtigte Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten der Regelversorgung sowie der Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen ermöglicht bzw. erleichtert wird. Dafür werden in einem ersten Schritt erfolgreich integrierte engagierte Migranten, die über sehr gute Deutschkenntnisse und ein hohes Bildungsniveau verfügen, zu interkulturellen Gesundheitslotsen, so genannten Mediatoren ausgebildet. Nach dieser Ausbildung, in der sie zum deutschen Gesundheitssystem und zu wichtigen Themen der Gesundheit und Prävention geschult werden, führen die Mediatoren selbstständig Informationsveranstaltungen durch, indem sie ihre Zielgruppen, d.h. ihre Landsleute, in deren jeweiligen Lebensräumen aufsuchen und die Informationen zu Gesundheitsförderung und Prävention kultursensibel und in der jeweiligen Muttersprache vermitteln. Die Mediatoren bilden somit Brücken zwischen noch nicht so gut integrierten Migranten und dem deutschen Gesundheitssystem.

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Dabei sind seit 2003 fast 1000 Migrantinnen und Migranten aus 44 Ländern zu interkulturellen Gesundheitsmediatoren ausgebildet worden. Mittlerweile gibt es „MiMi“ an 38 Standorten in 10 Bundesländern. „Damit verbessert Ramazan Salman das Wissen von Menschen mit Zuwanderungshintergrund über Gesundheit und die Nutzung des deutschen Gesundheitssystems“, betonte Böhmer. Das MiMi-Gesundheitsprojekt wurde mehrfach ausgezeichnet. Der Janssen-Cilag Zukunftspreis 2006 ging an das Migrationsprojekt „MiMi – Mit Migranten für Migranten“. Auch ist Salman dafür von der Schwab Foundation, Boston Consulting und der Zeitschrift Capital als »Sozialunternehmer des Jahres 2008« ausgezeichnet worden.

Die Integrationsbeauftragte wies auch auf die Mitwirkung Salmans an der Erarbeitung des Nationalen Intergationsplans hin. „Integration ist für Ramazan Salman ein mehrseitiger Prozess, von dem letztendlich alle profitieren, der aber allen viel abverlangt. Dementsprechend verlangt auch Salman allen viel ab, uns Politikern, den Einheimischen und den Zuwanderern und vor allem auch sich selbst“, so Böhmer.

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  1. Auffallend ist, das Herr Salmans Initiative noch lange vor den Integrationsprogrammen, -initiativen und -plänen existierte. Hätte das Programm nicht bereits den offensichtlichen Erfolg auf seiner Seite und würde erst in den heutigen Tagen starten, wäre wohl der erste Vorwurf der, dass man damit „die Parallelgesellschaft“ etablieren will.