Studie

Der Teufel an der Wand hat einen türkischen Migrationshintergrund!

Am 2. April 2009 hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die sozialwissenschaftliche Studie von Sinus Sociovision „Diskriminierung im Alltag - Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft“, vorgestellt. Die Untersuchung zeigt erhebliche Defizite und verzerrte Wahrnehmungen in der Gesellschaft auf. Kapitel für Kapitel lesen sich die Ergebnisse der Erhebungen so, als lebten viele der Befragten nicht im Europa des 21. Jahrhunderts.

Von Montag, 20.04.2009, 7:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 29.08.2010, 12:31 Uhr Lesedauer: 11 Minuten  |   Drucken

Besonders die Befunde in den Kapiteln über Benachteiligte „wegen der Religion oder Weltanschauung“ und „wegen der ethnischen Herkunft oder der Hautfarbe“ sind nicht nur besorgniserregend, sondern auch ein Armutszeugnis für das von der Bundeskanzlerin Angela Merkel ernannte Integrationsland Deutschland, zu dessen wesentlichen Bestandteilen nicht nur das Staatsgebiet, die Staatsgewalt sondern auch das Staatsvolk – die Gesellschaft – zählen. Im Folgenden eine Zusammenfassung der Ergebnisse, die aus der Befragung des letzteren gewonnen wurden:

Mit dem Stichwort „Religion“ assoziieren die Befragten Gruppen zunächst Begriffe wie „Islam, Moslems, Türken, Rückständigkeit, Intoleranz oder Fundamentalismus“, um im nächsten Schritt an „Unterwanderung, Bedrohung, Terror, Zwangsheirat und Ehrenmord“ zu denken. Ausgehend von diesen Assoziationsmustern überraschen auch die folgenden Ergebnisse nicht. So haben beispielsweise 45 Prozent nichts dagegen, dass nach jedem Terroranschlag als Erstes die Muslime verdächtigt werden. Der Ansicht, dass die meisten Muslime intolerant und gewalttätig seien, stimmten sogar fast 40 Prozent zu. Jeder zweite Befragte gibt zu dem an, dass er nicht mit einem Türken in einem Haus wohnen möchte und jeder vierte ist der Ansicht, dass Menschen mit schwarzer Hautfarbe nicht nach Deutschland passen.

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Ungenutzte Potenziale vs. Diskriminierung im Alltag
Eine der Ursachen für die desolaten Ergebnisse reißt die Studie lediglich in einem Nebensatz auf, „wie man es aus einschlägigen Medienberichten gelernt hat.“, ohne Näheres auszuführen. Um die „einschlägigen Medienberichte“ zu analysieren, reicht es bereits aus, die Zeit um nur zweieinhalb Monate zurückzudrehen und ein Vergleich anzustellen:

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung stellte gegen Ende Januar 2009 in einem Exklusivbericht im als seriös geltenden Politmagazin „Der Spiegel“ eine sogenannte Studie unter dem Namen „Ungenutzte Potenziale“ vor. Diese Studie kommt nach augenscheinlich verzerrten Vergleichen zu dem unhaltbaren Ergebnis, dass Türken mit Abstand die am schlechtesten integrierte Migrantengruppe in Deutschland sind, was dann auch vom Spiegel so verbreitet wurde. Print- wie Rundfunkmedien hoben in den Folgetagen und Wochen das schlechte Abschneiden der Türken hervor und vermittelten den Eindruck, als sei die Herkunft ursächlich für das Abschneiden der Migranten. Zahlreiche Politiker wie Personen des öffentlichen Lebens lobpreisten die Befunde als erkenntnisreich, interessant oder lehrreich.

Drehen wir die Zeit wieder um knapp zweieinhalb Monate vor bis zum 2. April 2009, der Tag an dem die Antidiskriminierungsstelle des Bundes die Sinus-Milieu-Studie vorstellte und die Tage danach. Wie viele Medien haben über die Studie von Sinus Sociovision „Diskriminierung im Alltag“ berichtet? Wer sich die Mühe gemacht und gezählt hat, hatte nicht viel zu tun. Vier Zeitungen mit insgesamt vier Artikeln brachten die Befunde der Antidiskriminierungsstelle des Bundes unters Staatsvolk.

Die Zeit, die am ausführlichsten berichtete, titelte „Bürger fürchten Überregulierung“ und machte auf alles andere aufmerksam, als auf die Befunde unter den oben aufgeführten zwei Kapiteln. „Gleichberechtigung ist den meisten Deutschen wichtig. Die konkrete Antidiskriminierungspolitik stößt jedoch auf Skepsis.“ War der Grundtenor des Artikels.

Die „Kölnische Rundschau“ legte den Schwerpunkt auf ältere Menschen. „Rund jeder Fünfte in Deutschland ist der Ansicht, dass Ältere in der Gesellschaft diskriminiert werden. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Berlin.“ Nicht das einzige Ergebnis, wie wir wissen.

Unter dem Titel: „Diskriminierung – na und?“ scheint es die Frankfurter Rundschau auf den Punkt zu bringen. Beim Durchlesen des Artikels wird man allerdings enttäuscht, möchte man etwas über „Religion > Moslems > Türken > Ausländer > Bedrohung“ erfahren.

Der letzte und vierte auffindbare Artikel über die Studie ist aus der TAZ. Unter „Hierarchie der Schwachen“ wird der Artikel mit „Gerade Menschen mit wenig Geld und Konservative halten einen gesetzlichen Diskriminierungsschutz von Homosexuellen, Ausländern und Andersgläubigen für nicht notwendig.“ eingeleitet. Im Artikel selbst werden einzelne Punkte erwähnt, wobei penibel darauf geachtet wurde, Muslime, Islam oder Türken nicht zu nennen.

Wie kam es, dass die Berliner Studie „Ungenutzte Potenziale“ so großen Anklang fand und die Studie „Diskriminierung im Alltag“ der Antidiskriminierungsstelle des Bundes derart unbeachtet blieb? Waren die oben erwähnten Ergebnisse oder die Assoziationsketten für bunte, hübsch aufgearbeitete 3D-Charts oder für reißerische Schlagzeilen ungeeignet? Ganz sicher nicht; ganz im Gegenteil!

Möglicherweise lag es daran, dass die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Martina Köppen, bei der Präsentation der Studie auf keines der „brisanten“ Befunde in Bezug auf Türken bzw. Muslime aufmerksam machte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass weder Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble noch die für Integration zuständige Staatsministerin Maria Böhmer oder Familienministerin Ursula von der Leyen bei der Präsentation anwesend waren, wie es bei Vorstellungen von bedeutenden bzw. „Bedeutung zugemessenen“ Forschungsergebnissen oftmals der Fall ist.

Türken/Muslime in der medialen Berichterstattung
Möglicherweise lag es aber auch daran, dass Medien – die so genannten vierte Staatsgewalt – mitverantwortlich für diese Ergebnisse sind. Wissend um diesen Umstand, duckt man sich lieber und macht sich möglichst klein, um sich selbst nicht zu outen.

Denn eine Auswertung aus über einem Dutzend quantitativen und qualitativen Presseuntersuchungen ergibt, dass Ausländer deutlich häufiger mit Kriminalität und insbesondere mit Gewaltdelikten in Verbindung gebracht werden als Deutsche. Sie erscheinen als Bedrohung. Weiterhin werden Ausländer häufiger im Zusammenhang mit Kosten genannt, die sie den Deutschen aufbürden oder als Fremdkörper dargestellt, deren Anwesenheit aufgrund ihres Daseins die deutsche Lebensart beeinträchtigt. 1 Hinzu kommen konstruierte Bedrohungsszenarien im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus, die in erster Linie auf Muslime fokussiert behandelt werden und jährlich sowohl vom Bund als auch von den Ländern in den Verfassungsschutzberichten von den jeweiligen Innenministern vor einer Schaar von Journalisten präsentiert und entsprechend abgedruckt werden.

Ein weiterer interessanter Befund der Auswertung zeigt, dass von der negativen bzw. verzerrten Berichterstattung insbesondere Migranten aus der Türkei betroffen sind 2 , die von den Rezipienten sowohl in ihrer Eigenschaft als Türke als auch in ihrer Eigenschaft als Muslim wahrgenommen werden.

Berichte in den Massenmedien über Kindergärten und Schulen, in denen der Ausländeranteil zu groß sei, über gestiegene Kriminalität in den Ghettos und über Ehrenmorde, über Sprachprobleme von Ausländern und über die arbeitslosen Gastarbeiter, die den Sozialstaat ausnehmen, über Moscheebauten in Parallelgesellschaften und über unterdrückte Frauen mit Kopftuch und Zwangsheirat, über so genannte fundamentalistisch-islamistische Terroristen oder Schläfer, die unter uns leben mit möglichen Anschlagszielen in unserer näheren Umgebung und über Sicherheitspakete sowie Rasterfahndung, über neue, noch sicherere Personalausweise und über die Verschärfung des Ausländerrechts mit Datenspeicherung und Rasterfahndung, über Lehrerinnen mit Kopftüchern, die das Neutralitätsgebot des Staates gefährden und über unkontrollierbare, unheimliche Hinterhofmoscheen, wo Hassprediger am Werk sind, über das brutale Schächten im Islam und über den Jihad, der inzwischen entstellt nur noch als heiliger Krieg wiedergegeben wird.

Diese Aufzählung ist sicherlich nicht einmal abschließend. Dennoch hinterlässt bereits die Erwähnung einiger dieser Schlagwörter beim Leser ein unbehagliches Gefühl zurück. Die Gesellschaft wird diesen Themen täglich ausgesetzt.

Es darf hier nicht der Eindruck entstehen, als sollten Medien beschönigen und Politiker schweigen oder umgekehrt. Probleme gehören an die Tagesordnung, wie es das Ausmaß der Problematik es gebietet. Es ist aber fatal, beispielsweise ein aus einem Eifersuchtsmord – der in Deutschland in aller Regel als Familiendrama bezeichnet wird – einen Ehrenmord zu konstruieren, wie es die Staatsministerin für Integration, Maria Böhmer, getan hat, nur weil der Täter einen türkischen Migrationshintergrund hat. Ebenso sind Äußerungen folgender Art fatal: „Wenn wir nach Schätzungen der Kriminalpolizei zwischen 20 000 und 30 000 Zwangsverheiratungen von jungen muslimischen Frauen in Deutschland pro Jahr haben …“ Diese Worte gehören dem Bayerischen Innenminister Joachim Hermann. Weder Bundes- noch Landeskriminalamt konnten diese Zahlen trotz ausdrücklicher Nachfrage bestätigen. Wie denn auch? Im Jahre 2007 wurden in Deutschland insgesamt 368 329 Ehen geschlossen. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge leben in Deutschland ca. 3,2 bis 3,5 Millionen Muslime (ca. 4 Prozent der Gesamtbevölkerung). Selbst wenn man 5 Prozent aller Eheschließungen aus dem Jahre 2007 Muslimen zuordnet, kommt man gerade einmal auf ca. 18 500 Eheschließungen. Auf Roland Kochs ausufernden und an Undifferenziertheit kaum mehr zu überbietenden Hessischen Wahlkampf im Jahre 2008 über „zu viele ausländische kriminelle Jugendliche“ wollen wir nicht einmal näher eingehen. Und nicht minder problematisch ist es, wenn Herr Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die Deutsche Islamkonferenz im Zusammenhang mit Terrorprävention erörtert.

Auswirkungen der medialen Darstellung auf die Integration
Die Folgen? Eine Zusammenfassung aus mehreren Einzelstudien über die Wirkung medialer Präsentation kommt zu dem Ergebnis, dass eine über längere Zeit in einer Vielzahl von Medien nahezu einstimmig verbreitetes Negativbild von ethnischen Minderheiten, in dem vielfach der „bedrohliche und kriminelle Ausländer“ thematisiert wird, einen maßgeblichen Einfluss darauf hat, welches Bild sich die Rezipienten solcher Medienbotschaften von ethnischen Minderheiten in Deutschland machen. 3 Die größtenteils negativ verzerrte Darstellung der ethnischen Minderheiten in den Medien wirken nicht nur verstärkend auf bereits bestehende negative ethnozentrische oder ausländerfeindliche Einstellungen, sondern führen auch zur Entstehung eines Negativbildes, von Ressentiments, Misstrauen und mangelnder Akzeptanz, diskriminierendem oder gar feindlichem Verhalten. 4

Medien wie Politiker haben Tag für Tag maßgeblich mit dazu beigetragen, dass der Teufel, den sie gemeinsam über viele Jahre an die Wand gemalt haben, einen türkischen Migrationshintergrund bekommen hat. Dies hat sich in der Vorstellung der Mehrheitsgesellschaft derart festgesetzt, dass wir an dem Punkt angekommen sind, den uns die Studie anschaulich vor Augen führt. Daher dürfte das große Schweigen sowohl der Medien als auch der Politiker über die Ergebnisse der Sociovision-Studie nicht überraschen. Schließlich ist es das Produkt ihrer eigenen täglichen Arbeit.

Allein schon die Fülle bedrohlicher Nachrichten der oben genannten Art suggerieren dem Rezipienten, dass man Angst haben muss, was sich eben auf die Ergebnisse der Untersuchung niedergeschlagen hat. Daher verwundern auch die Feststellungen in der Sinus-Milieustudie nicht, dass die Befragten eben Angst haben. 5

Für ein Integrationsland wahrlich keine guten Voraussetzungen. Insbesondere deshalb nicht, weil die Darstellung von Migranten in deutschen Massenmedien eine doppelte Bedeutung für den Integrationsprozess hat. Massenmedien liefern nicht nur einen Beitrag zur Integration der Migranten in die deutsche Gesellschaft, sie beeinflussen auch die Akzeptanz der Migranten durch die Aufnahmegesellschaft. 6

Angesichts dessen ist es keinem deutschen Vermieter zu verdenken, wenn er seine Wohnung in guter Lage lieber einem Deutschen vermietet als einem Türken. Ebenso kann man es einem Unternehmer nicht verübeln, wenn er bei der Einstellung eines Arbeiters oder eines Azubis dem Deutschen – unabhängig von den Qualifikationen der Bewerber – den Vorzug vor dem Muslim gibt. Schließlich kann man auch die Grundschullehrerin nicht anprangern, wenn sie die Eltern der Ayse meidet, weil die Mutter ein Kopftuch trägt oder sogar die kleine Ayse in eine Hauptschule verweist, obwohl ihre Leistungen für eine Realschule reichen. Benachteiligungen dieser Art sind hier zwar kurz exemplarisch genannt, sind aber in zahlreichen Studien belegt, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann.

Unter Berücksichtigung dessen haben jegliche Integrationsbemühungen von Migranten und allen voran Türken, die gleichzeitig Muslime sind, in Deutschland einen schweren Stand, da sie täglich gegen den Strom schwimmen. Sämtliche Bemühungen werden durch negative und verzerrte Darstellung regelrecht torpediert. Ein noch so vorbildliches Auftreten während eines Bewerbungsgesprächs wird beispielsweise einem Ahmet Öztürk nicht helfen, wenn der Entscheider vor ihm die Tageszeitung gelesen hat und nach einem Blick auf die Bewerbung denkt, der Bewerber wohnt in einer Parallelgesellschaft und ist höchstwahrscheinlich zwangsweise verheiratet. Ehen, die aus Liebe geschlossen werden, kann es bei 20 000 bis 30 000 Zwangsverheiratungen pro Jahr schließlich kaum geben.

Die Integration wird daher im Wesentlichen mit davon abhängen, ob die öffentliche Diskussion in Deutschland über ethnische Minderheiten von Verzerrungsfaktoren befreit und sachlicher geführt wird. Aber weder der Nationale Integrationsplan von der für die Integration zuständige Staatsministerin Maria Böhmer enthalt einen Passus in diese Richtung noch der von Innenminister Wolfgang Schäuble initiierte Islamkonferenz, was nicht hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Studienergebnisse – allem Schweigen zum trotzt – zumindest einen Denkanstoß in diese Richtung geben.

  1. Daniel Müller, Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, S. 100 f.
  2. Daniel Müller, Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, S. 101f.
  3. Sonja Weber-Menges, Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, S. 174 f.
  4. Sonja Weber-Menges, Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, S. 139 f.
  5. Sinus Sociovision-Studie: „Diskriminierung im Alltag – Wahrnehmung von Diskriminierung und Antidiskriminierungspolitik in unserer Gesellschaft“ [pdf], S. 57, 60, 70
  6. Sonja Weber-Menges, Massenmedien und die Integration ethnischer Minderheiten in Deutschland, S. 176 f.
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  1. delice sagt:

    Wieso? Du akzeptierst ja auch einen Bess-Arabier als Bundespräsidenten!

    Und den Amerikanern wolltet ihr doch gerade so gerne einen Obama aufdrücken!

    • Roi Danton sagt:

      @delice

      Erstens akzeptiere ich Horst Köhler kein Bisschen.
      Dieser mir unsympatische Mensch entsammt dem Fürstengeschlecht der Basarab.
      Das von Dir konstruierte Bess-Arabier ist Schwindel.

      Zwotens war ich für McCain, eigentlich eher für seine Vizekandidatin.

      Drittens: Definiere `ihr´ aus `…wolltet ihr…´

      • delice sagt:

        Ich denke man sollte dich so denken lassen, wie nun mal bist!
        Davon abgesehen habe ich auch nicht behauptet, dass du für Obama warst, sondern viele andere Deutsche.

        Du bist ja auch der andere Teil eines Deutschlands. Wir werden nie miteinander zurecht kommen,das steht wohl fest! Nur solltest du dich der Welt ein wenig öffnen, und die gegebene Wirklichkeit verstehen lernen. Die Welt besteht mal nicht nur aus deinem Deutschland(-Bild)!

        Außerdem ist Köhler die bessere Alternative!

  2. SamTheMan sagt:

    Ich erinnere mich an einen Bericht über Barack Obama beim G20 Treffen.
    Als Überschrift wurde die Frage gestellt, ob Barack Obama kein Schweinefleisch ist, denn das Schweinefleisch wurde aus dem Menü genommen und somit die „berechtigte“ Frage von der Zeitung Bild.
    Leider wurde in dem Artikel nicht auf den türkischen und saudi-arabischen Staatspresident hingewiesen, die ja bekanntlich Moslems sind und selber kein Schweinefleisch essen.
    Die Sache an sich ist, dass die Ignoranz der Bild Zeitung bzw. des Redakteurs gegenüber den Moslems so groß ist, dass er sie schlichtweg vergißt und so ein Pseudoartikel über den Star Obama schreibt, gerade in dem G20 Treffen.

  3. Christian Slütter sagt:

    Liebe Mitbürger.

    Ich bin heilfroh, dass wir eine türkische Immigration haben und keine nordafrikanische. Die Geschichte der Türkei ist geprägt von zivilisatorischen Höchstleistungen, sowohl im Bereich der Kunst, als auch der Wissenschaften.
    Auch wenn die Mehrheit der türkischstämmigen Immigranten aus den wirtschaftlich unterentwickelten Teilen des Landes stammt, sind sie doch im Geiste der türkischen Staatsgemeinschaft – also im Rahmen eines modernen Staatswesens – sozialisiert worden (bitte korrigiert mich wenn ich irre).
    Das bedeutet, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in Deutschland eigentlich gut sind. Warum gestaltet sich also der Integrationsprozess so mühsam und langsam?
    Bevor ich auf diese Frage eingehe, möchte ich anmerken, dass die Situation in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Ländern sehr entspannt ist. Wer sich einmal in den Vorstädten der französischen Metropolen umgeschaut hat, wird sich gezwungen sehen, seine Auffassung von „gescheiteter Immigration“ radikal zu ändern, denn dort brodelt es wirklich (in den Niederlanden und in England ist es ähnlich).
    An der Tatsache, dass die Lage der türkischstämmigen Mitbürger in Deutschland unbefriedigend ist, kann dennoch nicht gezweifelt werden.
    Es haben sich übrigens schon Heerscharen von Soziologen und anderen Experten den Kopf darüber zerbrochen, und ich masse mir nicht an, das Problem besser durchdringen zu können.

    Trotzdem möchte ich die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt lenken, der mir sehr am Herzen liegt: die Identifikation von Immigranten mit ihrer neuen Heimat und ihre Aufnahme durch die Einheimischen. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass man in einem Land das man nicht liebt, nicht glücklich werden kann.
    Wenn also viele türkischstämmige, darunter auch Akademiker, sich hier nicht glücklich fühlen, liegt es in erster Linie daran, dass sie Deutschland nicht lieben (vielleicht nicht lieben können). Woran liegt das?

    Es sind in den letzten Jahrzehnten auf beiden Seiten so viele Fehler begangen worden, dass es mir müssig scheint, darauf im Einzelnen genauer einzugehen.
    Wir wissen allzu gut, dass junge Türken schulisch nicht ausreichend gefördert worden sind, dass viele nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert werden und deshalb in eine prekäre Situation geraten. Wir wissen auch, dass viele Deutschen wenig über die Türkei wissen und sich dementsprechend ignorant und arrogant verhalten.
    Auf der anderen Seite sind viele Deutsche von der Gewaltbereitschaft türkischer Jugendgangs abgeschreckt (ich habe das in meiner Jugend oft zu spüren bekommen, unter anderem auch deshalb, weil ich nie bereit war, das verächtliche Dominanzgebaren türkischer Jungpaschas zu dulden) und viele kommen mit dem Frauenbild in der türkischen Familie nicht klar. Last but not least – viele Türken sind ultranationalistisch eingestellt und idealisieren ihr Ursprungsland (für Deutsche nach all den eigenen nationalistischen Erfahrungen besonders schwer zu verstehen). Ok, das alles sind alte Stiefel, aber wenn wir nicht die Vorurteile benennen, können wir nicht weiterkommen.

    Es ist illusorisch zu glauben, die mit der Integration verbundenen Probleme liessen sich schnell lösen. Wir müssen beiden Seiten Zeit geben und auf die Kraft unserer Institutionen vertrauen. Das gewaltige Anstrengungen nötig sein werden, vor allem im Bereich der Ausbildung, aber auch der Stadtplanung (Ghettos abschaffen!) ist offensichtlich.
    Mein Anliegen besteht eigentlich nur darin, denjenigen die sich hier in Deutschland ungerecht behandelt und vor den Kopf gestoßen fühlen, einen anderen Zugang zu unserem Land zu vermitteln.
    Versuchen Sie es einmal mit unserer Kultur. Lesen Sie Goethe, Schiller, Heine, oder Thomas Mann. Lassen Sie sich von Deutschlands grossartigen Komponisten verführen. Blenden Sie für einen Moment das grantige Gesicht der Kanzlerin oder ihres Nachbarn aus, um sich der Anmut einer Sonate von Beethoven hinzugeben.
    Mit anderen Worten: machen Sie sich auf die Suche nach der Schönheit des Landes, das Sie hoffentlich eines Tages als ihre Heimat bezeichnen werden. Ich kann Ihnen versichern: Deutschland ist ein liebenswertes Land. Und im tiefen Grunde ihrer Seele sind die Deutschen Romantiker. Wir haben gewiss viele Fehler. Aber man kann dieses Land und seine Bewohner nicht auf teutonischen Ernst reduzieren.

    Mein Bild von der Türkei wird jedenfalls nicht ausschliesslich durch die Medien bestimmt, sondern auch durch grossartige Autoren wie Orhan Pamuk.

    Bitte versteht mich nicht falsch: ich bin kein Idealist, glaube nicht an grosse Verbüderungen. Alles braucht Zeit und nicht ist vollkommen.

    Ich glaube jedoch, dass man in Deutschland als Ausländer – trotz aller Beschwernisse – glücklich werden kann, wenn man nach dem Schönen sucht.

  4. Klaus-Dieter Boden sagt:

    Das waren ja tolle Diskussionen in den letzten 14 Tagen.Von der Schweinefleischproblematik bis hin zur Weltpolitik. Bravo, liebe Diskussionsgemeinde. Alles das befreit jedoch letzten Endes nicht vom Kernproblem dessen, was hier eigentlich auf der Tagesordnung steht, nämlich der andauernden Verletzung der Menschenrechte durch die derzeitige Bundesregierung, egal, ob es sich um langjährige Mitbürgerinnen und Mitbürger ohne deutschen Paß handelt , und/ oder um Flüchtlinge, die in unserem Land und in Europa Schutz suchen. Ich finde, das ist wesentlich wichtiger, als innerstaatliche Probleme in diesem tollen Forum MIGAZIN zu debattieren..Denkt alle mal darüber nach !

  5. engin sagt:

    Dieser Beitrag ist richtig, wichtig und doch leider kraftlos in seiner Auswirkung.
    Solange hier keine funktionierende und qualitative lobbyarbeit seitens einer tuerkischen organisation gelebt wird, solange werden diese aus meiner sicht wertvollen analysen ihr kraft nicht entfalten koennen. Ich darf hinzufuegen, dass es leider fast immer die falschen landsleute sind, die vor der deutschen Presse, meinen unsere interessen vertreten zu muessen.
    ich bin kein freund von michel friedmann, aber wir brauchen einen der chemisch gereinigt und teflon beschichtet wortgewaltig und elegant medial auftretten und fuer uns das wort ergreifen kann. ( ohne ein peinliches doppelt leben) selbstverstaendlich weiss ich das die medien Ihre opfer in die talk runden dementsprechend aussuchen. ich bin ueberzeugt das wir auch jemanden haben, der politischkorrekt im rahmen der meinungsfreiheit, regelmaessig in den medien die presseferheit auch zugunsten der tuerken auslegent aggieren kann.

  6. G.Keldermann sagt:

    @ Engin

    Die Pressefreiheit sollte NIE zu Gunsten oder zu Lasten irgendeiner Gruppe genutzt/mißbraucht werden,
    sondern eine OBJEKTIVE Sicht der Dinge bringen.

    Ob diese Sicht gefällt, oder nicht.

  7. Engin sagt:

    Keldermann

    Ihre Darstellung hinsichtlich Pressenfreiheit ist bewusst im konjunktiv. Ja die Pressefreiheit sollte.. aber Sie unterstuetzt nur gewisseTendenzen.. ergo IST Ihre knackige Schlussfolgerung und unbrauchbar. Ich denke es ist nur ein zufall, das Sie ausgerecht die Worte NIE und OBJEKTIV im Zusammenhang mit Pressefreit in Grossbuchstaben geschrieben haben. Siegmund Freud wuerde es bestimmt treffender formulieren. DU BIST DEUTSCHLAND!

  8. Einer der Jura studiert sagt:

    Ich hab vielerlei Kommentare hier gelesen und nun wie soll ichs sagen, irritiert mich und da ich aus Sachsen komme muss ich sagen, ihr hört euch an wie die Links und vorallem Rechtsextremen an…. kommen wir zum Thema Pressefreiheit, wenn ich mir Deutschland rechtlich anschaue dann bin ich verwundert, über was für Rechte ich alles verfüge, ja sie sind durchsetzbar. Das Land in dem ich aufgewachsen war, der DDR an die sich reichlich von Ihnen hier gewiss nicht erinnern können, hat einen Bruchteil der Rechte zu gesprochen als nun in dem jetzigen Staatsgefilde. Wenn ich dann Berichte über die Türkei höre, entschuldigt, ich weiß der wie soll ich sagen, medialen Polarisierung aber trotzdem informiere ich mich auch über andere Quellen um wirklich fundiert etwas sagen zu können. Gewiss mit Istanbul hat einer der hier zu lesenden Kommentarschreiber vollkommend recht. Es ist mit die „europäischste“ Stadt in dieser Region, entschuldigen Sie falls ich jetzt zu grob war, aber man muss sich einer gewissen Kürze unterziehen – das Recht was ein deutscher Staatsbürger hierzu Lande genießt ist wirklich eine große Freiheit.
    Demographische Entwicklung… ja es ist erschreckend, gut aber noch lange keine Krise, gut es wird nicht besser, aber hat sich schon einer mal überlegt auf welchem Niveau wir leben – es ist luxuriös, und dabei habe ich nur 300€ zur Verfügung zum studieren. Ich hab mir bis zu der Zeit genug angespart um nicht durch Nebenjobs dringliche Anschaffungen finanzieren zu müssen. Wenn die Türkei nun als … Kindersegen für Deutschland werden soll frag ich mich – wo macht das Sinn? – braucht die Türkei denn keine Kinder? – Anschluss gleich an das mit dem türkischen Bundeskanzler, entschuldigt, jetzt bin ich entrüstet; “ Habt ihr noch nen Hirn???“ – jeglicher Präsident und Volksvertreter in der höchsten Machtinstanz ist zwangsläufig ein Staatsbürger des Landes als auch sollte er das Land verkörpern, somit wählt wohl immer die Mehrheit den am besten passenden Kandidaten – ansonsten würde doch gewiss der Trend aufkommen, dass sich die Kultur des Staates ändere, aber grundlegend. Das sollte meiner Meinung bewahrt werden, dass ein Staat seine einzigartige Kultur hat und nicht in einem weltweiten Kunterbunt erstickt – oder wollt ihr in der Türkei die tollen deutschen Ämter übernehmen, sodass man für alles eine Bewilligung braucht etc. , es gibt gewiss noch mehr Dinge die ihr an der Türkei liebt und nicht durch deutsche Äquivalente ersetzen wollt.
    Letzteres, damit ihr mich nur bis zu einem gewissen Grad… verachtet, ich beziehe das auf die Einfärbung der hier zulesenenden Kommentare, den Autor eingeschlossen, ist es doch so, dass (es ist nicht rassistisch oder diskriminierend gemeint, sollte sich jemand dadurch verletzt fühlen, sollte er es nochmal lesen um es vllt. besser mir nachzuvollziehen) wenn jemand schreibt, er fände die Türkei viel besser etc. dann sollte er doch auch dort wohnen, denn mit türkischer Staatsbürgerschaft stellt das wohl kein Problem dar. Anzumerken ist hierbei warum kommt ihr her ( nichts gegen die hier geboren werden, kann ich verstehen lieber wieder in die Heimat zu wollen), wenn ihr doch alles ungerecht und diskriminierend findet. Dazu würde ich gern ein Statement hören.

    Nur um es nochmal zu betonen; Ich habe nicht gegen Immigranten, doch aufgrund meiner eigenen Wahl, wo ich wohnen/leben will, finde ich, ist es nicht das Recht „Außenstehender“ in das der andern einzugreifen, ausser ich betone, ausser es liegt ein in hohem Maße erheblicher Missbrauch der Macht gegen dessen Staatsbürger vor, sodass die Welt sich erheben soll, zum Verteidigen des humanistischen Gedankens – siehe Interventionen in dem Völkermord in Ruanda durch Blauhelme (ich entschuldige mich für Rechtschreibfehler)

    Till

    • Mehmet sagt:

      „er fände die Türkei viel besser etc. dann sollte er doch auch dort wohnen“
      Nach meinem Auslandssemester in Istanbul bin ich leider nicht zu der Erkenntnis gelangt. Dennoch: Da Ich hier geboren und aufgewachsen bin, bin ich ein Teil der Gesellschaft und wenn Ich sehe, dass „Farbenblindheit“ in Deutschland noch nicht der Fall ist, dann müssen wir gegen diese Ungerechtigkeit ankämpfen. Was bewirkt man denn, wenn man sagt: „Dann flieg doch zurück!“. Hat man damit denn die eigentlichen Probleme gelöst? Die Ausländerdiskriminierung erkannt und Schritte eingeleitet? Nein. „Dann flieg doch zurück!“ bedeutet nichts anderes als dass Rassismus gebilligt wird. Ja Rassismus, denn nichts anderes ist es, wenn Ausländer ungerecht behandelt werden. „Und sie haben alle weggeschaut.“

      • municipal sagt:

        @ Mehmet

        Entschuldigung, WIE Ausländer behandelt werden, regeln die rechtsstaatlichen Gesetzte DIESES (wie jedes anderen) Landes. Und sicher gibt es da eine unterschliedliche „Behandlungen“, wozu wäre sonst die Stattsangehörigkeit (und deren damit verbundenen Rechte UND Pflichten) gut?

        Wenn einige Personen/Gruppen etwas als „ungerecht“ betrachten, heißt das doch noch lange nicht, das es auch ungerecht IST,oder? Ist die Bundesrepublik Deutschland VERPFLICHTET, jeden ins Land zu lassen und vielleicht auch noch zu versorgen?

        Hören Sie damit auf, alles was Ihnen nicht gefällt, mit dem Totschlagswort RASSISMUS zu betiteln.

        • Mehmet sagt:

          „Hören Sie damit auf, alles was Ihnen nicht gefällt, mit dem Totschlagswort RASSISMUS zu betiteln.“

          „Kaum hier, schon schnorren sie sich einen Mercedes zusammen!“ „Hey Schmarotzerkind!“ „Dreckstürke, mach den Dreck weg!“.

          Entschuldigen Sie, dass mir so etwas nicht gefällt. Sicherlich ist die Interpretation dieser „Begrüßungen“ von mir verzerrt und daher nehme Ich sie auch bestimmt negativ auf.

      • Markus Hill sagt:

        Türken sind für mich keine Rasse, Deutsche sind für mich keine Rasse. Bitte lassen Sie bitte diesen Ausdruck, ein einfaches: „Ungleiches wird ungleich behandelt, manchmal auch zu unrecht oder auch zu recht“ würde den gleichen Sinn haben, würde aber eine inhaltliche Diskussion ermöglichen. Gefühlsmässig kann ich vielleicht noch etwas folgen, aber es erschwert sehr die Sachlichkeit in der Diskussion. Ich gebe Ihnen recht, zur Zeit kann man mit dem Label „Türke“ bzw. „türkische Herkunft“ wenig Blümenpötte in Deutschland gewinnen. Man wird in eine Rechtfertigungshaltung gedrängt. Nicht Ihre persönliche Schuld. Das wandelt sich aber, der Zug fährt derzeit in die gute Richtung.

    • Ali As Men sagt:

      Zitat: Einer der Jura studiert:
      – jeglicher Präsident und Volksvertreter in der höchsten Machtinstanz ist zwangsläufig ein Staatsbürger des Landes als auch sollte er das Land verkörpern, somit wählt wohl immer die Mehrheit den am besten passenden Kandidaten – ansonsten würde doch gewiss der Trend aufkommen, dass sich die Kultur des Staates ändere, aber grundlegend. Das sollte meiner Meinung bewahrt werden, dass ein Staat seine einzigartige Kultur hat und nicht in einem weltweiten Kunterbunt erstickt –

      Deutschland ist eines der Länder die am meisten von der Globalisierung profitieren. 15% der deutschen Bevölkerung haben einen ausländischen Hintergrund.

      Die sentimentalen Reaktionen vieler Migranten in Bezug auf ihr ursprüngliches Herkunftsland ist Ausdruck von Resignation und Hilfslosigkeit. Beruhend auf den minimalen bis nicht vorhandenen Einfluss in einer Gesellschaft in der sie geboren und aufgewachsen sind. Leider können Aufgrund ständiger Wiederstände selbst auf Seiten der aufgeschlossenen Bevölkerungsteile nur geringe Verbesserungen erziehlt werden. Wenn schon Bestrebungen Änderungen herbeizuführen daran scheitern, dass die Positionen in Unternehmen und der Öffentlichkleit die Änderungen bewirken können nicht erreicht werden konnen.
      Integrierte Migranten kennen beide Seiten und Schwachpunkte auf beiden Seiten. Das kann man von einem Deutschen ohne spezielle Kenntnisse für Problembereiche nicht erwarten. Trotzdem wird das oft nicht in Betracht gezogen.

      • Markus Hill sagt:

        Zitat:
        „Leider können Aufgrund ständiger Wiederstände selbst auf Seiten der aufgeschlossenen Bevölkerungsteile nur geringe Verbesserungen erziehlt werden.“
        Da gibt es viele Kreise in der Bevölkerung, die auf Seiten dieser Einwanderer (die derzeit etwas in der Luft hängen) stehen. Doppelstaatlertum – danach wird immer gerufen, verlängert meiner Ansicht aber diesen Schwebestatus. Ich würde noch weiter gehen und behaupten, dass viele Deutsche den Erfolg von türkisch-stämmigen Einwanderern begrüssen. Der Eindruck entsteht aber, dass diese sich nicht nur gegen kritische Deutsche, sondern auch noch gegen die eigenen Verbände behaupten müssten. Diese führen in Ihrem Vorgehen in der Öffentlichkeit oft noch zu zusätzlicher Stigmatisierung der erfolgreichen Migranten. Pauschal, nicht differenziert ausgedrückt, ich weiss.

        • Ali As Men sagt:

          Ich habe nichts mit einem Migrantenverband zu tun und kenne persöhnlich auch keinen der mit irgendeinem „Migrantenverband“ was zu tun hätte. Das diese Verbände aber die viele Facetten der Migrantenbelange ansprechen ist natürlich für viele unbequem. Aber Forderungen haben Migranten genausolange wie sie von der Politik und Gesellschaft ignoriert wurden eingefordert. Die Wahrnehmung in der Bevölkerung änderte sich leider als Migranten für politisches Verfehlungen verantwortlich gemacht wurden.

          • Markus Hill sagt:

            Habe Sie auch nicht als Verbandsfunktionär gesehen. Ich wollte nur ausdrücken, dass mit irgendwelchen Sonder-Bevorzugungsgesetzen für Türken nichts Konstruktives, ausser weitere Rufschädigung, erfolgt. Die Verbände fordern so etwas aus häufig. Bitte nicht „Migranten“ sagen und Türken meinen. Das sollte differenziert behandelt werden. Würden Vietnamesen und Chinesen etc. lauter bei Ihren Forderungen (in der Regel überzeugen sie durch Leistung, genauso wie eine neue Generation von Türken, haben diese Verbandspolitik weniger nötig) in Deutschland, würde man wahrscheinlich aufhorchen. Ich glaube sogar, dass viele Verständnis für deren Belange hätten. Da würde Ungleiches halt ungleich behandelt. Statt mit dem Finger auf die deutsche Seite zu zeigen, würde es den türkischen Verbandsvertretern oft besser anstehen, die zum sehr grossen Anteil türkisch-hausgemachten Probleme in der Bildungsfrage erst einmal interen etwas selbstkritischer zu diskutieren. Wenn in der deutschen Öffentlichkeit diese Haltung und „Hausarbeit“ wahrgenommen würde, dürfte Vieles an Schärfe in der Diskussion verlieren. So entsteht platt gesprochen oft der Eindruck: „Jetzt haben die so einen Trümmerhaufen in den Schulen mit ihren Kindern hinterlassen und wagen es auch noch, permanant Sonderrechte einzufordern. Jetzt wollen die noch so etwas wie einen Behinderten- oder Homosexuellen-Bonus bei der Einstellung oder Wohnungssuche.
            Die Asiaten machen es doch vor, wie das alles problemlos geht“. (So würde es wohl irgendwie die BILD-Zeitung auf den Punkt bringen – Sie wissen, dass deren Einfluss nicht unbedingt als konstruktiv und positiv zu betrachten ist).
            Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass viele Leute in diesem Land das nicht mögen; Deutsche, erfolgreiche Migrantengruppen und erfolgreiche Migranten aus der türkischen Community. Ich bin mir durchaus bewusst, dass wir hier da alle nur über Stimmungen, Meinungen und Befindlichkeiten diskutieren. Aber diese haben eine Wirkung, auch oft gegenüber Sachargumenten.

            • Ali As Men sagt:

              Türken sind nicht die einzige Gruppe die von Benachteiligung betroffen sind. Es gibt sie unter vielen anderen Nationalitäten. Es ist war das Benachteiligung gegenüber Türken am meisten verbreitet ist. Ich tu mir aber schwer es als ein rein türkisches Problem darzustellen.
              Sie als Betrachter von aussen nehmen vornehmlich die Türken war. Es trifft aber auch auf Menschen zu die auch nur im entferntesten türkisch aussehen zu wie z.B. Iraker, Iraner, Syrer, Libanesen, Mazedonier, Albaner usw. In der Bevölkerung werden sie als Türken wargenommen und nicht weiter unterschieden. Es sei man hat näher mit den Menschen zu tun.
              Was die Verbände anbelangt hätte es sicher eine bessere Lösung gegeben wenn sich „unsere“ Bundesregierung mit der Vertretung von Minderheiten wie z.B. Türken befasst hätte. Aber man hat sich nunmal bisher von diesem Teil der „deutschen“ Bevölkerung distanziert. Sonst hätte man Zeit und Geld in Forschung über Kulturelle eigenarten investieren müssen. Aber die Dringlichkeit wird und wurde eben nicht gesehen.
              Und wenn viele denken wieso sollen wir deutschen da was machen, suggeriert es mir und vielen anderen Türken „Du bist nicht Deutschland“.

              • Markus Hill sagt:

                „Und wenn viele denken wieso sollen wir deutschen da was machen, suggeriert es mir und vielen anderen Türken “Du bist nicht Deutschland”.
                Da gebe ich Ihnen recht. Ich meinte aber nicht, dass die Deutschen nichts tun sollten. Die sollten jetzt kräftig Geld für Sprachkurse, Unterstützung für Bildungsmassnahmen und Stipendien etc. geben. Das geschieht auch derzeit. Sie reden hier von Gefühlen, ich habe oben von Gefühlen gesprochen. Worauf ich hinauswollte war, dass auch das WAHRNEHMBARE Engagement der Verbände hier sichtbar wird. Man nimmt die Verbände beim Fordern wahr, aber nicht beim „Leviten-lesen“ ggü. der eigenen Klientel. Ich würde mit Ihnen wetten, dass da immer noch oft eine Trotzhaltung herrscht: „Ha, wir lassen uns nicht vorschreiben, UNSERER Leute in Bildungsdingen unter Druck zu setzen!“ (wohlgemerkt: nach jahrelanger Passivität werden die alles als Druck empfinden). Die Bildungsfrage ist das was die Deutschen bewegt, die Missstände an den Schulen – nicht Visum, Antidiskriminierungsgesetze oder die doppelte Staatsangehörigkeit. Nicht das diese Punkte nicht irgendwann auf die Agenda kommen würden.
                Ich kann nur von meinem persönlichen Bekanntenkreis (Deutsche, Inder, Türken, Amerikaner etc.) ausgehen. Mir ist nicht bekannt, dass irgendjemandem daran gelegen ist, die Türken und Deutschen mit türkischer Abstammung im Regen stehen zu lassen. Keiner will, schon aus purem Eingeninteresse, dass diese hier scheitern. Es gibt da wirklich keine Verschwörung!!!:-)

                • Ali As Men sagt:

                  Mir geht es nicht darum schlaue Tips oder Ratschläge zu äussern. Es geht mir darum die Kommunikation erst mal möglich zu machen.

                  Sie irren sich wenn Sie annehmen, dass es Trotz sei welches Türken an der Teilnahme an Sprachkursen oder anderen Aktivitäten zur Förderung der Integration hindern. Es ist schlicht eine Apathie die Sie aber in der gesamten auch deutschen Gesellschaft beobachten können.
                  Es kommt sehr erschwerend hinzu, dass man, wenn man doch die Bereitschaft zeigen sollte, dabei auch noch gegen zum Teil massive Wiederstände ankämpfen muss. Also bleibt man Zuhause und steckt den Kopf in den Sand es ging ja schliesslich bisher auch so. Das ganze spielt sich dann noch in Bildungsfernen schichten ab.

                  Es sind also keinen Verweigerer sondern ein Bild unserer heutigen Gesellschaft. Denn in vielen Dingen ähneln sich Türken und Deutsche eben.

                  Ein weiterer Knackpunkt ist die Schulpolitik in BRD. Diesem ist endlich auch von unabhängigen Stellen eine höchst diskriminierende Selektion bestätigt worden. Leider werden diese Themen in BRD nicht wargenommen und zu wenig dagegen unternommen, dafür die daraus resultierenden Symptome umso mehr.

  9. Einer der Jura studiert sagt:

    ich meine das anders, sich aufzuregen, man hätte in Deutschland nicht genug Rechte, man müsse mehr Integrieren, mehr Rechte für besagte Immigranten, dann sehe ich in Deutschland ein Land, welches im Gegensatz zu Amerika, Norwegen, Australien und gewiss andere Länder die sehr hohe Anforderungen an eine Immigration stellen,eben sehr aufgeschlossen ist. Leider kann man erwähnte Rechts- und Linksradikale nicht verweisen, die genauso das System anprangern und hierbei durch eine machthungrige Diktatur ersetzen wollen, und nicht zu frieden damit sind. Die meisten sind aber hier geboren und haben gemäß der deutschen Staatsbürgerschaft ein Anrecht darauf ihre Interessen durchsetzen zu wollen und ihre Meinung zu vertreten.
    Ich wollte nicht proklamieren, dass man „farbige“ ruhig dahin schicken soll, wonach ihre Hautfarbe aussieht. Ganz und gar nicht, bloß ich kann nicht verstehen, wie man sich aufregen kann über die Rechte und Gewohnheiten eines Landes, in das man selbst und freiwillig gezogen ist um dort zu leben. Genau bei diesem Fall bin ich der Meinung, dass man auch in sein Heimatland gern wieder zurückkehren kann.
    „Ausländer ungerecht behandelt“… damit fang ich nicht an, den egal wer es ist, meiner Meinung nach ist in Deutschland jeder,ich betone jeder, Mensch geschützt vor Rassismus, Beleidigungen und andern menschenverachtenden Handlungen. Und als Deutscher (ich denke das bist du) „Und alle haben sie weggeschaut “ zu sagen. Frag ich mich ob dir der 2.Weltkrieg entfallen ist, ja da haben sie weggeschaut – es gibt noch „Kräfte“ die so denken, aber ich hoffe jedenfalls die Vielzahl der in Deutschland lebenden Menschen hat begriffen, was immer nur „wegschauen“ anrichtet.

    Ich hoffe ich konnte dir erklären was ich meinte, ansonsten gern noch was schreiben und ich versuche es in andere Worte zu fassen, den Rassismus, nein diese Oberflächlichkeit möchte ich mir nicht anhaften lassen.

    (PS: Ich hab ein paar wirklich gute „schwarze“ Freunde, aus Indien, für die Stehe ich gegen jeden Nazi sofort ein)

    • Ali As Men sagt:

      Rechte gibt es auf dem Papier genug, nur die Realität sieht anders aus. Was nützten einem all die „gute“ Gesetze wenn sie nicht auf alle gleich angewandt werden? Denkt ein Vermieter oder ein Arbeitgeber an das Grundgesetz wenn er einem Migranten Wohnung oder Job verweigert. Da helfen nur Antidiskriminierungsgesetze welche konsequent durchgesetzt und auch von Migrantengruppen mitüberwacht werden und nicht halbherzig oder verwaschen „einseitig“ geahndet werden.

      • Markus Hill sagt:

        Ich glaube, Ihre Empörung verstehen zu können. Meiner Ansicht nach täuschen Sie sich. Antidiskriminierungsgesetze passen oft bei Behinderten, Homosexuellen, Leuten die in Not sind etc.. Es werden jedoch neue UNGERECHTIGKEITEN für nicht bevorzugte Gruppen geschaffen.
        Für erwachsene Türken empfände ich so etwas als beschämend. Als Deutscher im Ausland würde ich mich zutiefst schämen, wenn man Deutsche-Quoten – „weil die es nicht so drauf haben“ – schaffen würde. Türken-Quoten (seien wir ehrlich, es geht nicht um Migranten allgemein) sorgen nur noch für noch mehr Spott und Häme bei der Bevölkerung. Das macht Ihnen das Leben noch schwerer. Der Ruf ist NOCH MEHR „versaut“. Das kann nicht der Ausweg sein. Es ist nun einmal so, dass man mit den tollsten Gesetzen nicht das Denken der Leute kontrollieren kann. Die Zeit wird das Problem lösen. Schon heute spricht man mit vielen gut-ausgebildeten Türken oder Deutsch-Türken. Die türkischen Frauen fallen positiv auf, so wie Vietnamesen in den Schulen. Achtung, Respekt vor Leistung steht da im Vordergrund. Das kann man nicht befehlen oder per Gesetz. (Ich weiss, gegenwärtig hilft das Ihnen nicht bei der Wohnungssuche etc, sorry!).

    • Ali As Men sagt:

      Das mit Ihren int. Freunden freut mich. Aber sind Sie auch dabei wenn diese Leute nicht in vertrauter Umgebung sind und von nicht so aufgeschlossenen Menschen wie Ihnen umgeben sind und was sie dabei Empfinden. Und leider ist das wohl das representativere Bild in Ihrer Heimatregion. Es geht nunmal nicht um einzelne Beispiele als vielmehr um kollektive Verantwortung die Sie tragen.

  10. Einer der Jura studiert sagt:

    Es gibt, Mehmet, einfach […] oder besser […], die einfach jeden der nicht ganz so aussieht wie sie oder ihnen nicht anhänglich ist(zur Gruppe gehört), verurteilen und beleidigen. Es ist dabei egal ob man Ausländer ist, oder eine Behinderung hat, bei unteren Schichten, entschuldigt wenn ich das so sage, aber da kommt es nun mal noch vor das Wort „Brillenschlange“ zu hören. Ich kann mich seit meiner Schulzeit nicht mehr daran erinnern überhaupt noch so etwas zu hören.
    Das was Rassismus genannt wird, ist leider nur ein kleiner Teil der von diesen „[…]“ diffamiert wird. Nur bei der Hautfarbe ist es leichter zu sehen und vorallem, findet man im eigenen Land meist wohl mehr „Lacher“ – als wenn man jemanden wegen seinem Gewicht hänselt, da sich davon auch genug im Freundeskreis des Jenigen befindet.
    Deshalb wird es auch nicht so einfach bekämpft werden, denn bedenke man die Ursache glänzt es an Unmöglichkeit. Meiner Meinung ist jegliche Beleidigung ein Ausdruck eigener Unzufriedenheit die auf das Opfer projiziert wird. Und sind wir ehrlich, wie oft haben wir schon vllt. aus Neid jemanden mit einem blöden Spitznamen versehen, eine ironische Bemerkung gemacht oder einen Witz auf Kosten eines anderen gemacht.

    Der Mensch, wie richtig bemerkt ist nicht durch Gesetze gebunden, doch gibt es eine Stütze die uns oft wieder darauf stoßen soll, wie wir uns benehmen sollen.

    Das einzige Mittel, mit dem man Rassismus, Diskriminierung und Mobbing begegnen kann, ist leider das schwerste aller Mittel… Liebe, Vergebung und Hoffnung. – Ich meine damit nicht sich einfach alles gefallen zu lassen, oder still zu stehen wenn neben einem einer verprügelt wird, aber das Zahn um Zahn und Auge um Auge Prinzip schafft nicht das nötige Verständnis, dass der Täter braucht um langfristig zur Vernunft zu kommen.

    Danke übrigens für das Verständnis mir gegenüber

    Till

    • Ali As Men sagt:

      Hi Till,
      es geht nicht um die täglichen Spitzen mit denen jeder klarkommen muss. Es geht um die vielen Dinge die nicht gesagt oder ausgesprochen werden. Dinge die einem ungesagt klar und deutlich machen was das gegenüber von einem hält. Das ist zwar auch kein typisch türkisches Problem haben alle insbesondere Behinderte und Homosexuelle. Aber die eine Gruppe erlebt es Morgen wieder anders die andere ist rechtlich geschützt (Behinderte) die andere hat es in der Hand ob er/sie bereit ist sich dem Auszusetzen (Homosexuelle) und beide letzere haben eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung ;-)
      Von daher sehe ich wenig Punkte die einem Vergleich standhalten könnten. Viele Türken erleben diese Spannungen jeden Tag und wen wunderts wenn Parallelgesellschaften entstehen. Ich bin gegen Parallelgesellschaften aber auch alle anderen Deutschen müssten „wirklich“ dagegen sein.

      • Einer der Jura studiert sagt:

        Hallo Ali As Men,
        Jetzt kommen wir vorallem an den Punkt den ich vorwiegend nicht verstehe, doch zuerst zu behinderten Menschen. Wenn ich die Wahl hätte mich entweder für eine dunklere Hautfarbe, bzw. anderer Kultur oder einer Behinderung die mich körperlich einschränkt (schwer genug, dass es nicht alltäglich ist wie Brille, bei Plattfüssen spezielle Schuhe etc.) – dann wird wohl so gut wie jeder lieber nur die Hautfarbe wechseln, als vllt. impotent zu sein, geistig Zurückgeblieben etc.
        Aber jetzt zu Punkt Nr. 1; es soll sich keine Parallelgesellschaft herausbilden, ganz klar, davon haben wir genug – denn ehrlich mit der Hauptschule/Mittelschule/Gymnasium beginnt eine gewisse Selektion. Doch wenn ich den Begriff Integration genau betrachte, ist meiner Meinung nach eine Anpassung einer Sache in eine andere gemeint, wobei die Hauptbestandliche Sache im wesentlich gleichbleibt und immernoch so zu definieren ist wie am Anfang. So ist vllt. auch auf Grund meiner Konfession es nicht, normal, wenn eine Moschee gebaut wird hier in Deutschland – und es kommt mir vor, dass jedenfalls in den Nachrichten, die arabischen Immigranten eher nur zu einem Bruchteil sich dem der deutschen Gesellschaft beugen, so spiele ich an auf Geschwistermord/Ehrenmord, Kopftuchbedeckung und damit einhergehendes anderes Frauenverständnis. Weiterhin der Meinungsfreiheit gegen Gott – siehe Dänemark.
        Ich will damit, auf keinem Fall, es allgemein verurteilen, sondern mein Anliegen darin begründen, dass es gesellschaftliche Unstimmigkeiten die nur durch das Übernehmen des anderen zu beheben sind.

        @ Homosexualität, ja ich finde sie ist weitestgehend angenommen, vorallem durch jede Serie die jetzt einen Schwulen hat, bester Freund der Freundin etc. Es gibt zwar noch nicht vollste Akzeptanz, doch bieten gewiss genug Berufe einen Vorteil für Schwule, nicht nur Frisör, Ballettänzer (davon kenn ich einige), Gärtner (auch Erfahrung, wegen dem Blumenbinden wurde mir erklärt), Eventmangament und viele weitere.
        Das Outen ist hier nicht mehr so “krass” wie es früher war.

        Till

        • Ali As Men sagt:

          Till
          Sie machen den selben Fehler wie viele. Die Beispiele mit Behinderten und Homosexuellen habe ich nur aufgegriffen. Aber was symptomatisch ist ist die Tatsache das meine Diskussionspartner in solchen Themen oft nur die Symptome ansprechen. Eine Ganzheitliche Betrachtung ist aber notwendig. Wenn jemand mit dem Rücken zur Wand steht bleiben oft nur noch archaische Mittel übrig. Das ist verwerflich ebenso wie die die jemanden in diese Situation bringen. In der Psychologie weiß man das Sugestionen eine Wirkung auf Menschen haben. Wenn ich die meiste Zeit nur das eine Höre füge ich mich wenn auch unbewust in dieses Bild oder ich lehne mich dagegen auf.
          Umso schlimmer wenn ich keinen Bezug zu der Gesellschaft (deutsche Freunde und Kollegen) habe um das dann ausgleichen zu können.

          Bei einem entkrampften Umgang gebe es keine extremen Standpunkte auf beiden Seiten. Wenn man sich dessen bewust wäre wäre uns allen schon sehr viel geholfen.

          „Ich“ muss mich ändern in meiner Einstellung.

          • Einer der Jura studiert sagt:

            okay ich verstehe, es muss erst die „Anlaufstelle“ geschaffen werden, damit Integration stattfinden kann. Das ist doch so zusammengefasst worin das Problem besteht oder?
            – ich schätze mal da ist vorallem die Sprache eine Barriere die effektiv beseitigt werden müsse. – den Homosexuelle oder so können ja in Selbsthilfegruppen und ähnliches Anschluss finden, wenn aber Immigranten dieses System übernehmen teilen sie ja dann nur ihre verschiedenen Kulturen und separieren sich. Soweit sollte ich jetzt hoffentlich mit Ihnen übereinstimmen.
            – aufgrund der anderen Religion, finde ich es schwer muslimische Immigranten in die meisten Menschenoffenen-„Sozialeinrichtungen “ zu verweisen, da diese einem christlichen Hintergrund entspringen, und ich weiß dass beide Religionen unvereinbar sind. Warum meiste? – ergibt sich daraus, dass jede Kirche/ Gemeinde so etwas darstellen sollte
            – somit müssten andere Begegnungsstätten geschaffen werden, die eine andere Gemeinsamkeit haben, wie Frauen mit Kindern – dabei könnte nun die von mir oben erwähnte andere Einstellung zur Freiheit der Frau ein vllt. zu großes Vorurteil darstellen um richtig ins Gespräch zu kommen, oder in einem anderen Fall sich bewahrheiten

            -> es ist leider sehr verschieden, sodass wie schon gesagt Unstimmigkeiten nur dadurch zu lösen sind, indem man sie aufhebt durch Übernahme des andern Äquivalenz

            Till

            • Ali As Men sagt:

              Moment Moment :-) soweit sind wir noch lange nicht. Solange die negative Berichterstattung in der Öffentlichkeit nicht abnimmt habe ich wenig Hoffnung, daß deutsche und türken einen Weg finden „wieder“ ein bisschen näher zu kommen. Denn es war schonmal anders hier in Deutschland auch für mich persöhnlich :-( Erst dann können die Spannungen abnehmen.

              Die wahrnehmung von Türken in der Öffentlichkeit muß positiver werden. Es kann keiner behaupten dass Türken nicht auch gute Seiten haben. Wieso kann man die nicht mal hervorheben und zur Gewohnheit machen statt andersrum. Wieso sieht man so selten mal einen Türken in einem Schützenverrein oder bei der Feuerwehr im Fernsehen in deutschen Sendungen. Mancher denkt vielleicht sagen ich hab schonmal gehört von einem oder es sind halt sowenige da die was taugen. Das sagt mir allerdings, dass man die dringlichkeit nicht sieht sei es aus Verlustängsten, Xenophobie oder sonst was. Wenn nicht andere Menschen samt ihrer eigenen Kultur bei Entscheidungen mitwirken wird immer nur Benachteiligung unter dem Strich rauskommen.
              Wenn soviel über Ehrenmorde (Eifersuchtsmorde) in der Medien berichtet wird hätte man wenigsten daraus Lernen können, dass wohl Ehre bei Türken eine Rolle spielt und die Vorgehensweise entsprechend Ausrichten könnte. Aber man weiß viele über die verschiedenen Naturvölker in exotischen Ländern deren Eigenarten und Gewohnheiten. Den Türken im eigenen Land kennt man nicht.

              Wenn das alles Zutrifft warum sollte sich ein Türke unerbittlich mit seinen Forderungen gegen jemanden behaupten wollen der ihm dieses Entgegenkommen erweist.

              • municipal sagt:

                @ Ali As Men

                Moment, die „negative Berichterstattung“ wie Sie sie nennen ist eine BERICHTERSTATTUNG. Es wird also über etwa berichtet, das auch stattgefunden hat. Die geschieht bei Deutschen genauso, die Presse lebt nämlich von der Berichterstattung vornehmlich NEGATIVER Ereignisse. Be einer grünen Wiese mit Blümchen guckt keiner. Warum sollte man also diese Dinge be Migranten verscweigen, das verfälscht doch das Bild,oder?

                „Die wahrnehmung von Türken in der Öffentlichkeit muß positiver werden.“

                Richtig. Und das ist zunächst einmal Aufgabe der türkischen Community.

                „Wieso sieht man so selten mal einen Türken in einem Schützenverrein oder bei der Feuerwehr im …. “

                Im Schützenverein? Gibt es. Vielleicht 10? Wird und wurde auch groß drüber berichtet. FEUERWEHR ? Gibts pratisch NICHT, es gab Fernsehberichte, in denen sich freiw. Feuerwehren über mangelndes Interesse belagten.

                „Wenn nicht andere Menschen samt ihrer eigenen Kultur bei Entscheidungen mitwirken wird immer nur Benachteiligung unter dem Strich rauskommen….“

                WER hindert denn deutsche Staatsbürger (mit welchem Migrationshintergrund auch immer) daran , an Kultur,Meinungsbildung und Entscheidungen (z.B. durch Wahlen) mitzuwirken? In kulturellen Dingen und Meinungsbildung sogar OHNE deutsche Staatsbürgerschaft.

                „Wenn soviel über Ehrenmorde (Eifersuchtsmorde) in der Medien berichtet wird hätte man wenigsten daraus Lernen können, dass wohl Ehre bei Türken eine Rolle spielt und die Vorgehensweise entsprechend Ausrichten könnte.“

                Also das ist ein starkes Stück! Wenn übersog.“ Ehrenmorde“ berichtet wird, dann sind diese auch geschehen, meist nach Absprache in der ges. Familie des/der Täter. Und DAS unterscheidet sie von Morden aus Eifersucht oder anderen Beweggründen ! Das Tatmotiv beim Ehrenmord ist die Wiederherstellung der Familienehre aus Gründen eines archaischen Familienbildes.

                Und das diese Art EHRE bei „Türken eine Rolle spielt“ ist zu verurteilen, und nicht der Anlaß, „das Vorgehen danach auszurichten“. Ein solches „Verhalten“ ist inakzeptabel und abzulehnen. Wer SO hier leben möchte, hat in Europa NICHT verloren.

                • Ali As Men sagt:

                  Obwohl ich mich über solche Argumente immer aufrege weil sie kein representatives Bild von einer Gesellschaft abgeben füge ich hier ein paar Links für diejenen ein die sich selbst und vielleicht auch andere als unbelastet sehen. Weitere habe ich uns erspart. Was meiner Meinung auf die einseitige „Berichterstattung“ und Wahrnehmung zurückzuführen ist!

                  Ist Ihnen das bekannt, welches Image hat die Betreffende Volksgruppe in BRD, was wird gegen diese Misstände hier unternommen?
                  http://www.nzz.ch/2006/01/18/al/articleDHFLS.html

                  …oder kennen Sie das, welches Bild haben Sie von sich selbst?
                  http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/panorama/5677654-Kindstoetungen-in-Deutschland.html

                  Wenn türkische und türkischstämmige Frauen und Frauengruppen sie gegen „Ehrenmorde“ (gibt es) einsetzten erscheint es nur unaufrichtig wenn auf deren Berichte in den Medien nicht weiter eingegangen aber dafür die türkische „Community“ zerpflückt wird. Das man Misstände wie „Ehrenmorde“ welche oft nur Eifersuchtsmode sind mit der Ehre gleichsetzt ist für mich nur eine Entschuldigung der Täter welches hier aber gerne Aufgegriffen wird um es zu Instrumentalisieren. Welche Stellung zu Ehrenmorden die Regierung in Türkei einnimmt ist auch unmissverständlich. Ich schreibe es sicherheitshalber: Diese werden noch Stärker als in der Vergangenheit verfolgt und geandet.

                  Was Schützenverein, Feuerwehr usw anbelangt. Um in einem Verein oder einer Interressengemeinschaft zugang zu bekommen ist es selbst für mich schwer gegen die vorhandenen Vorbehalte anzukommen. Es geht auch um Spass und Wertschätzung die man dort erfahren will. Warum sollte man als Türke dort hin wollen wenn man vorher und vielleicht auf Dauer gegen eine Mauer von Vorurteilen ankämpfen muss? Nicht jeder Türke ist ein Übermensch an dem jegliche Anfeindungen abprallen. Es gibt auch bei Türken solche und solche, die einfach gestrickt sind wie Otto-Normalbürger und auf solche Fragen keine Antworten wissen und überfordert sind.
                  Warum solte ich mich als einzelner in meiner Freizeit mit Argumenten wie Ihren ausseinandersetzen wollen, wenn ich die Misstände sowieso akzeptiere und diese oft von polemik geprägt ist?
                  Oder wie würden Sie es sehen wenn Sie ständig mit den o.g. Prolemen Ihrer Landsleute gleichgesetzt würden, von denen Sie auch nur über die Medien erfahren und nicht mal Beispiele dafür persöhnlich kennen aber auf polemisierende Einwände äussern sollen. Zu problemen mit denen Sie nicht persöhnlich konfrontiert sind und auch niemals sein werden weil die Wahrscheinlichkeit dass das passiert viel zu gering ist?

                  Bleiben Sie ganz locker! Wenn ich schreibe, dass man auf die eigenarten der Türken eingehen könnte meine ich keine Gesetzesänderungen speziell für Türken. Es ist ganz plump die Förderung der Gleibehandlung in der Öffentlichkeit und bei Ihnen gemeint. Im Grundgesetzt steht es schon drin.

                  • Markus Hill sagt:

                    „Ist Ihnen das bekannt, welches Image hat die Betreffende Volksgruppe in BRD, was wird gegen diese Misstände hier unternommen?
                    http://www.nzz.ch/2006/01/18/al/articleDHFLS.html
                    Ich verstehe den Bezug nicht. Wird so etwas von Indern in Deutschland praktiziert? Eigentlich haben die Inder einen sehr guten Ruf in Deutschland. Kommen auch immer sehr angenehm „rüber“. Friedfertig, viele legen Wert auf Bildung (sehr gute Freund von mir). Wo ist der Zusammenhang zu der Thematik mit den türkischen Migranten?

                  • Markus Hill sagt:

                    „Oder wie würden Sie es sehen wenn Sie ständig mit den o.g. Prolemen Ihrer Landsleute gleichgesetzt würden, von denen Sie auch nur über die Medien erfahren und nicht mal Beispiele dafür persöhnlich kennen aber auf polemisierende Einwände äussern sollen.“
                    Ich würde mich sehr genervt fühlen. Würden die Vorwürfe keine Einzelfälle sein, öfters auftreten (ohne durchwegs repräsentativ für die ganze Bevölkerungsgruppe zu sein) und hätte ich das Gefühl, dagegen auch nichts tun zu können, würde vielleicht noch ein Gefühl von Scham über diese „Problemfälle“ entstehen. Zumal ich selber ich jedes Mal mit auf der „Anklagebank“ sitze, obwohl ich nichts damit zu tun hätte.
                    Bei der Frage der Polemik bin ich etwas vorsichtiger. Das ist mir etwas zu stark ein „Todschlagargument“ für Sichtweisen, die halt nicht meiner eigenen entsprechen. Im Zweifelsfalle ist alles, was nicht meiner Ansicht entspricht „Polemik“. Wenn ich alles Gegensätzliche als „Polemik“ abtue, brauche ich mich nicht mehr mit der Meinung des Gegenübers konstruktiv, inhaltlich auseinanderzusetzen. Das ist dann am Ende schade, eine ungenutzte Chance, die Gedankengänge und Bedenken des anderen besser kennenzulernen. (Unterstelle ich Ihnen hier nicht persönlich, eine allgemeine Kritik an dem Begriff in einer Diskussion).

                    • Ali As Men sagt:

                      Ja die Inder haben einen guten Ruf, das sehe ich auch so. Deshalb habe ich dieses Beispiel gebracht. Denken Sie sie hätten den auch wenn die Inhalte dieses Artikel in der Bevölkerung durch entsprechende Berichterstattung vor Augen geführt würde und immer present wäre? Hätten diese in Deutschland oder sonstwo lebenden Inder die nichts damit zu tun hätte eine Kollektivschuld?

                      Den zusammenhang sehe ich auch nicht bei mir und denen die Ehrenmorde (Eifersuchtsmorde) begehen was ich ob so oder so benannt nicht akzeptieren kann.

                      Polemisch bezeichne ich wenn ich Beiträge wie zum Beispiel hier schreibe und als Antwort Beiträge wie;
                      -Dann geh doch zurück wo du herkommst wenn es hier so schlimm ist.
                      Wo soll ich hin wenn ich hier geboren und aufgewachsen bin und Deutschland als meine Heimat sehe.

                      -Oder ich ein türkisches Kochrezept in einem Rezeptforum bringe und ich mich als türke oute und kommentare wie: vor denen ist man nirgendwo sicher folgen.
                      Ich sehe mich als Deutscher mit türkischer Herkunft.

                      Keines der Kommentare hier mir gegenüber sehe ich bisher als polemisch.

                      Polemisch ist für mich wenn jemand nicht verhältnismäßig (Sachlich Sachlich) auf einen Beitrag eines anderen reagiert. Selbstverständlich kann man mir seine Bedenken mitteilen. Die o.g. Beispiele für polemik sind für mich Totschlagargumente wo ich mich dann besser zurückziehe.

                  • municipal sagt:

                    @ Ali As Men

                    Sie schrieben:

                    Das man Misstände wie “Ehrenmorde” welche oft nur Eifersuchtsmode sind mit der Ehre gleichsetzt ist für mich nur eine Entschuldigung der Täter welches hier aber gerne Aufgegriffen wird um es zu Instrumentalisieren. Welche Stellung zu Ehrenmorden die Regierung in Türkei einnimmt ist auch unmissverständlich. Ich schreibe es sicherheitshalber: Diese werden noch Stärker als in der Vergangenheit verfolgt und geandet.

                    Es ist unsäglich zu behaupten,. sog. „Ehrenmorde“ seinen oft Eifersuchtsmorde. Wie sich „Ehrenmord“ deffiniert,. habe ich schon beschrieben. Wenn eine Familie beschließt, die eigene Tochter töten zu lassen (meist vom jüngsten Sohn der Familie, da kalkuliert wird, das er eine niedrigere Strafe bekommt),weil sie „westlich lebt“ oder „Sex vor der Ehe hat“, dann hat das wohl mit EIFERSUCHT nichts zu tun oder ? Und die türkische Regierung verfolgt diese Taten intensiver als früher, als es noch vor Gericht RABATT gab, weil die Richter dafür Verständnis hatten, dachten sie doch oft selbst in solch archaischen Vorstellungen.

                    Sie schrieben weiter:

                    Es gibt auch bei Türken solche und solche, die einfach gestrickt sind wie Otto-Normalbürger und auf solche Fragen keine Antworten wissen und überfordert sind.

                    Nun, dazu passt wohl auch der Satz aus einer im STERN veröffentlichte Studie (auch hier bei MIGAZIN aufgeführt):
                    „Zu viel Kopfschmerzen mag der Türke nicht“

                    Es kann doch nicht richtig sein, das manchen Türken die Probleme um sich herum ziemlich egal sind, aber, sobald es um seine eigene „Benachteiligung“ oder „Forderung“, das Geschrei laut hörbar wird, weil er

                    „zu problemen mit denen Sie nicht persöhnlich konfrontiert sind und auch niemals sein werden weil die Wahrscheinlichkeit dass das passiert viel zu gering sind“

                    sich nicht äußern will.

                    • Ali As Men sagt:

                      @municipal
                      Sie können in meinen Formulierungen lesen, dass ich die Existenz von Ehrenmorden nicht abstreite. Ich erkenne deren Existenz an während Sie hier überzeugt sind, dass es ausschliesslich der Ehrenmorde seien.
                      Ich befasse mich gelegentlich in solchen Foren mit vielen Problemen von Türken mit denen ich nicht Konfrontiert bin. Mein bestreben ist es Verständnis auf beiden Seiten zu erwecken. Es ist keine leichte Sache das vom türkische Standpunkt aus zu tun im Gegensatz zu Ihrem Standpunkt. Selbiges tue ich auch auf türkischer Seite. Wenn Sie meinesgleichen dieses Recht absprechen können wir die Diskussion hier beenden.

                • Ali As Men sagt:

                  @municipal
                  Ihre Beiträge sind scharfzüngig aber bisher nicht polemisch.

                  • Markus Hill sagt:

                    Ihre Bemerkung finde ich gut. Sie hatten wg. der Inder geantwortet. Den Zusammenhang, auch über Umwege, sehe ich. Ganz passen tut er nicht, aber das erscheint mir hier auch wesentlich. Ich glaube, dass die meisten denkenden Menschen nicht in Kollektivschuldzusammenhängen denken. (Zu idealistisch?). Sie haben vorher geschrieben:
                    “ Es ist keine leichte Sache das vom türkische Standpunkt aus zu tun im Gegensatz zu Ihrem Standpunkt.“
                    Zusätzlich hatten Sie noch geschrieben, dass es Ihnen auch um gegenseitiges Verständnis geht. Vielleicht prallen da zwischen Türken („Ehre“ etc.) und Deutschen („Kritikdiskussionen“ etc.) beim gegenseitigen Verständnis manchmal Dinge aufeinander, wo eigentlich kein direkter Gegensatz da sein müsste. Die Fähigkeit zu Selbstkritik ist ein Zeichen von Stärke und Kritik auszudrücken, heisst ja auch, dass man am Gegenüber Anteil nimmt und nicht desinteressiert ist. Zudem ist man an einer positiven Veränderung der Zustände interessiert. Viele Beiträge von Deutschen – auch in diesen Blog – sind mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem Gedanken von Wohlwollen geschrieben worden.( Die, die reines „Türken-Bashing“ betreiben wollen, langweilen sich nach einer bestimmten Zeit und werden ohnehin zahmer). Es ist wohl eine Tatsache (die Meinungen sind frei) ist leider, dass es viele von „BESTIMMTEN TÜRKEN“ in eigener Verantwortung verursachten Dinge gibt, die halt in die Presse getragen werden. Natürlich ist es für den einzelnen NICHTVERURSACHER (z. B. SIE!) sehr unangenehm. Mir ist aber einmal der Gedanke gekommen, dass es besser ist, wenn sich jetzt vielleicht alle Seiten einmal kräftig verbal „auskotzen“, man die Dinge auf den Tisch bringt. Ich glaube, wenn diese derzeitige Welle aus den Wortgefechten, Vorwürfen und gegenseitigen Unterstellungen abflacht, werden sich positive Entwicklungen daraus ergeben.
                    Wie komme ich darauf? Nun, vor Jahren war es ein „Tabu“, überhaupt von Migranten mit Nachdruck zu verlangen, die deutsche Sprache zu lernen (Nationalismusvorwürfe, übliche Nazi-Ari, „unmenschlicher Assimilationsdruck“ etc.). Heute sind wir einen Schritt weiter. Die ersten Erfolge dieser normalen Denke zeigen sich nach und nach. Wichtig erscheint mir hier, dass Härte und Konfrontation in der Diskussion nicht in Polemik (Beleidigungen etc.) ausarten muss und in der Regel auch keine Angriffsabsicht dahintersteckt. Viel Polemik resultiert oft daraus, dass viele selber ratslos darüber sind, ob man den „verfahrenen Karren“ doch noch gemeinsam aus dem Dreck bekommt. Jeden Deutsche, der selber türkische oder deutsch-türkische Freund hat, weiss was er an ihnen hat und kann das vom täglichen Türken-Problem-Presse-Rummel unterscheiden!!!:-)

            • Ali As Men sagt:

              Ich weiß nicht ob das hier Erlaubt ist aber ich versuche es,

              hier ein Link der die Fakten beim Namen nennt. Die Zahlreichen peinlichen Kommentare hat die Redaktion freundlicherweise Entfernt.
              Leider bekommen ja viele bei solchen Headlines panische Ängste.

              http://nachrichten.finanztreff.de/news_news,awert,topthemen,id,29414362,sektion,uebersicht.html

              • municipal sagt:

                @ Ali As Men

                Wenn es dort Kommentare gab, warum sind diese „peinlich“? NUR weil sie der Meinung des Schreibers widersprechen?
                Dürfen die Menschen in Deutschland/deutsche Staatsbürger (in ihrer Mehrheit) nicht mehr darüber entscheiden, WIE das Land heute und in Zukunft aussehen soll? Wurde Dreutschland mittlerweile (ohne, das ich es gemerkt hätte) unter den Hoheitsanspruch anderer Staaten gestellt?

                Was für ein merkwürdiges Demokratieverständnis.

                Ich bin SEHR dafür, das sich hier lebende deutsche Staatsbürger jedweden Migrationshintergrunds auch und gerade in politischen Parteien engagieren. Voraussetzung dafür aber ist , für Rechte UND PFLICHTEN in einem Land geradezustehen, eben die Staatsbürgerschaft.

              • Markus Hill sagt:

                Welcher Art waren die Kommentare? Der Inhalt des Artikels beinhaltet nichts Schlimmes. Da steht lediglich etwas darüber, dass zum Beispiel Migranten nicht auf Wahlkampffotos sind und auch etwas über die Gedanken und Gefühle von Migranten. So wie auch in Ihren Beiträgen.