Türkische Presse Europa

17.02.2009 – Deutsch-türkische Perspektiven, Bildungspakt in München, Burka-Plakat in Nürnberg

Nahezu sämtliche Europaausgaben türkischer Tageszeitungen (SABAH, HÜRRIYET, MILLIYET und ZAMAN) berichten heute großzügig über die Veranstaltungsreihe „Deutsch-türkische Perspektiven“ in Berlin mit türkischen Gemeindevertretern und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Dienstag, 17.02.2009, 22:48 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 21.08.2010, 18:46 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier auf der Veranstaltungsreihe „Deutsch-türkische Perspektiven“
Nahezu sämtliche Europaausgaben türkischer Tageszeitungen (SABAH, HÜRRIYET, MILLIYET und ZAMAN) berichten heute großzügig über die Veranstaltungsreihe „Deutsch-türkische Perspektiven“ in Berlin mit türkischen Gemeindevertretern und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Neben einem Gedankenaustausch über aktuelle wirtschafts- und europapolitische Fragen im deutsch-türkischen Verhältnis habe der Bundesminister die Gelegenheit genutzt, das kulturpolitische Engagement des Auswärtigen Amts in der Türkei darzustellen, insbesondere die gemeinsam mit Staatspräsident Abdullah Gül gegründete Ernst-Reuter-Initiative, die geplante deutsch-türkische Universität in Istanbul und die Errichtung der Künstlerakademie Tarabya in Istanbul.

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Die HÜRRIYET zitiert dabei Frank-Walter Steinmeier in der Überschrift: „Versprechen werden gehalten“. Der Bundesaußenminister habe für den Fall eines SPD-Wahlsieges angekündigt, dass sich die Europapolitik in Bezug auf den EU-Beitritt der Türkei nicht ändern werde. Das Versprechen gegenüber der Türkei werde eingehalten. Die Türkei werde eine faire Chance bekommen. Steinmeier habe zu dem Bekräftigt, dass die Türkei ein wichtiger Partner sei. In Bezug auf Visaprobleme gäbe es allerdings keinerlei Änderungen.

Die ZAMAN zitiert ebenfalls Steinmeier und titelt: „Wir schätzen die mutige Außenpolitik der Türkei“. Wie auch in der SABAH wird ausgeführt, dass Steinmeier die Vermittlerrolle der Türkei zwischen Syrien und Israel zu schätzen wisse und die Türkei weiterhin als Vermittler brauche.

Die MILLIYET hingegen legt den Fokus auf die Bildung und titelt: „Auch der Minister ist für Chancengleichheit“. Steinmeier habe auf die hohe Arbeitslosenquote und auf Schulabgänger ohne Abschluss unter den türkischstämmigen aufmerksam gemacht.

Bildungspakt in München
Weiterer Schwerpunkt der türkischen Tagespresse ist eine Zusammenkunft des türkischen Konsulats in München und dreißig türkischen Verbänden. Dabei sei über die Bildungssituation türkischer Jugendlicher beraten und mögliche Lösungswege erörtert worden. Die ZAMAN titelt dazu: „Die Bildungsmisere türkischer Schüler wird mit einer Stiftungsgründung gelöst“. Die Bemühungen türkischer Zivilgesellschaften habe leider nicht gefruchtet, weswegen das türkische Konsulat das Ruder übernehme. Die MILLIYET zeigt sich erfreut über diese erstmalige Zusammenkunft und titelt: „Vorbildlicher erster Schritt“. SABAH hingegen macht unter dem Titel: „Unser Problem ist die Bildung“ auf den Kernpunkt aufmerksam und berichtet über die Bemühungen der anwesenden, der Bildungsmisere Herr zu werden.

Burka-Plakat in Nürnberg

Die TÜRKIYE berichtet über den Plakatstreit in Nürnberg. Eine komplett verhüllte islamische Frau auf einem Werbeplakat der Stadt Nürnberg sorge für Ärger. Das Plakat mit dem Ganzkörperschleier, einer so genannten Burka, widerspreche laut CSU der Absicht, die Stadt als tolerant zu präsentieren. Die SPD hingegen wehre sich gegen den Vorwurf. Das Plakat versuche im Stil einer Comic-Zeichnung Menschen unterschiedlicher Kulturkreise darzustellen – dazu gehörten in der Realität auch Frauen mit Burka.

Weitere Themen

sind Sprachkurse in Dänemark für Imame in der MILLIYET. Wenn die rechtspopulistisch Dänische Volkspartei ihre Vorstellungen umsetzen könne, müssten Imame ab kommenden Jahr die Predigen in dänischer Sprache halten.

Schließlich macht die ZAMAN auf Schulbücher in einer Berliner Schule aufmerksam und titelt: „Schulbücher in Deutschland verbreiten Islamfeindlichkeit“. Darin würden falsche Vorstellungen über den Islam verbreitet. So werde beispielsweise die PKK als eine islamistische Terrorgruppe vorgestellt und behauptet, in den Moscheen würde Geld für Al-Kaida gesammelt.

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