Friedrich Merz wollte die Union stabilisieren und die AfD halbieren. Nun gewinnt sie in Sachsen-Anhalt mit mehr als 40 Prozent, während seine eigene Partei abstürzt. Innerparteilich dürfte die Verantwortung schnell zum Streitpunkt werden. Nun geht es um die Brandmauer - nach links und nach rechts.
Die schwarz-rote Landesregierung will ihre Asylpolitik neu ausrichten und setzt auf einen Maßnahmen-Mix. Nun wurden konkrete Schritte bekannt. Flüchtlingsorganisationen kritisieren Teile der Pläne und zweifeln die Aussagekraft der dafür angeführten Zahlen an.
Deutschland und vier weitere EU-Staaten drücken bei Abschiebezentren außerhalb der EU aufs Tempo. Ein Abkommen soll noch 2026 stehen, ein erstes Zentrum möglichst 2027 arbeiten. Unter den möglichen Partnern sind zahlreiche afrikanische Staaten. Hilfsorganisationen fürchten massive Menschenrechtsverletzungen.
Bis 2031 könnten Sachsen-Anhalt bis zu 46.000 Beschäftigte fehlen. Das IWH warnt, dass eine migrationskritische Politik den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt zusätzlich belasten und dem Land bis zu 3,2 Milliarden Euro Wertschöpfung kosten könnte. Auch die IHK äußert Sorgen.
Deutsche Unternehmen sollen beim Wiederaufbau Syriens stärker zum Zuge kommen. Entwicklungsstaatssekretär Annen reist dazu mit einer Wirtschaftsdelegation nach Damaskus. Doch beim deutschen Engagement geht es ausdrücklich auch um Migrationspolitik – mit einem deutlich sichtbareren Widerspruch.
Sprache, Bewegung und Entwicklungsstand sollen künftig nach einheitlichen Standards geprüft werden – auch bei Kindern, die keine Kita besuchen. Für zusätzliche Unterstützung und bessere Ausstattung sind Milliardeninvestitionen vorgesehen. Familienministerin Prien spricht von einem „Gamechanger“.
Die AfD verspricht in Sachsen-Anhalt einen radikalen Kurswechsel in der Migrationspolitik. Doch was will die AfD überhaupt – und was davon könnte sie tatsächlich durchsetzen? Und: Was würde geschehen, wenn sie die Grenzen des geltenden Rechts austestet?
Ein antiziganistischer Spruch, Forderungen nach millionenfacher Rückführung und die Parole von der „Festung Europa“: Mehrere Auftritte zeigen, wie offen AfD-Akteure derzeit mit ausgrenzender und völkischer Rhetorik arbeiten. Für AfD-Chef Chrupalla könnte das ein juristisches Nachspiel haben.
Für Abschiebungen nach Afghanistan arbeitet Deutschland praktisch mit den Taliban zusammen. Pro Asyl und der Menschenrechtsbeauftragte Castellucci warnen vor einer Aufwertung des Regimes. Gleichzeitig wurden weitere 22 afghanische Straftäter abgeschoben.
Um mehr Menschen nach Afghanistan abschieben zu können, erlaubt die Bundesregierung weiteren Vertretern der Taliban die Einreise. Sie sollen unter anderem Identitäten bestätigen und Dokumente ausstellen, die von den Machthabern in Kabul anerkannt werden. Eine umstrittene Praxis.