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Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Hilfeschrei

UN brauchen Hunderte Millionen Euro für Rohingya-Krise

Anderthalb Jahre nach Beginn der Miltäroffensive Myanmars gegen die muslimische Minderheit sind immer noch weit mehr als eine Million Menschen auf Hilfe angewiesen. Die Vereinten Nationen legen einen neuen Appell vor.

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Muslimische Rohingya auf der Flucht in Bangladesh (Archivfoto) © Jordi Bernabeu Farrús @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Die Vereinten Nationen haben zu großzügiger internationaler Unterstützung für weit mehr als eine Million Menschen in der Rohingya-Krise aufgerufen. Im laufenden Jahr würden 815 Millionen Euro benötigt, um die notleidenden Kinder, Frauen und Männer in Bangladesch zu versorgen, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit.

Die Gelder für den Nothilfeplan 2019 müssten rasch fließen, betonte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi. Die Hilfe solle mehr als 900.000 aus Myanmar geflohenen Rohingya zugutekommen, aber auch mehr als 330.000 bedürftigen Bürgern Bangladeschs. Die humanitäre Lage der Menschen sei sehr schlecht, die meisten von ihnen seien auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

Grandi verlangt sichere Rückkehr

Zudem benötigten die verzweifelten Menschen Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, Unterkünfte, Medizin und Schutzvorkehrungen. Der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, António Vitorino, dankte der Regierung Bangladeschs für ihre Bereitschaft, die vertriebenen Rohingya aufzunehmen. Die meisten Geflohenen halten sich in Bangladeschs Region Cox’s Bazar auf.

UN-Hochkommissar Grandi verlangte von der Regierung des buddhistisch geprägten Myanmars, die Voraussetzungen für eine friedliche und sichere Rückkehr der muslimischen Rohingya zu schaffen.

Hilfswerke begrüßen Plan

Die Hilfswerke Oxfam, Save the Children und World Vision begrüßten den Rohingya-Plan der Vereinten Nationen. Die Werke forderten zugleich dazu auf, den Schwerpunkt auf Bildung und Einkommen zu legen. An die Regierung von Bangladesch wurde appelliert, dafür zu sorgen, dass sowohl die Flüchtlinge als auch die Aufnahmegemeinden humanitäre Hilfen erhalten, die ihnen ein Leben in größerer Sicherheit und Würde ermöglichen. Investitionen in Bildung seien dafür von großer Bedeutung.

Die muslimischen Rohingya werden im buddhistisch dominierten Myanmar seit langem verfolgt und unterdrückt. Nach einer Militäroffensive Ende August 2017 sind mehr als 745.000 Angehörige der Volksgruppe nach Bangladesch geflohen. Nach früheren Gewaltausbrüchen waren Rohingya ebenfalls von Myanmar nach Bangladesch geflohen. UN-Ermittler und Menschenrechtler werfen Myanmars Armee Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. (epd/mig)

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