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Es waren vor allem die übrig gebliebenen einheimischen Geringqualifizierten, die die Gastarbeiter als ungeliebte Konkurrenten empfanden.

Stefan Luft, Staat und Migration, 2009

Studie

Migranten gehen seltener in Vereine als Deutsche

Migranten und Ausländer sind seltener Mitglied in einem deutschen Verein als Deutsche. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Danach gehen Migranten eher in Sportvereine, deutsche eher in Hilfsorganisationen.

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Fußball © susieq3c @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Migranten und Ausländer schätzen einer Studie zufolge deutsche Vereine, werden aber seltener Mitglied als Deutsche ohne Migrationshintergrund. Rund 25 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund und 20 Prozent der Ausländer seien in einem deutschen Verein, teilte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am Mittwoch in Berlin mit.

Unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund belaufe sich der Anteil auf rund 33 Prozent. Für Migranten und Ausländer seien Sportvereine besonders attraktiv, bei Deutschen lägen die Hilfsorganisationen an erster Stelle, hieß es unter Berufung auf eine KAS-Studie, die sich mit der sozialen und politischen Teilnahme von Migranten und Ausländern befasst.

Gerade die Sportvereine hätten eine ausgeprägte Integrationsfunktion, schreibt die Stiftung. Die Zuwanderer kämen eher über persönliche Kontakte und Ansprache zu den Vereinen. Darin liege vermutlich die Erklärung, warum die Beteiligung von Migranten und Ausländern im Vergleich zu Deutschen ohne Migrationshintergrund etwas niedriger sei: Je weniger Bekannte in einem Verein seien, desto weniger persönliche Ansprache gebe es.

Politische Beteiligung von Migranten geringer

In der politischen Beteiligung sind Migranten und Ausländer der Studie zufolge zurückhaltender als Deutsche ohne Migrationshintergrund. Dennoch sei ihre „Demokratiezufriedenheit hoch ausgeprägt“: 90 Prozent der Ausländer sowie 88 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund seien mit der Demokratie in Deutschland „sehr zufrieden“ oder „einigermaßen zufrieden“.

Die Befragungen für die nach Angaben der Stiftung repräsentative Umfrage liefen zwischen Januar und April 2015. Befragt worden seien per Telefon jeweils rund 1.000 Deutsche mit Migrationshintergrund, dauerhaft in Deutschland lebende Ausländer und Deutsche ohne Migrationshintergrund. Alle seien über ein Zufallsverfahren ausgesucht worden. Flüchtlinge seien nicht befragt worden. (epd/mig)

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