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Bundespräsident Christian Wulff, Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010

Leistungsverfall

Lehrerverband fordert Maximal-Quote für Migrantenkinder in Schulklassen

Der Deutsche Philologenverband fordert eine Begrenzung des Migrantenanteils in Schulklassen. Schon ein 30-Prozent-Anteil führe zum Lesitungsverfall und hindere die Integration. Bundesbildungsministerin Wanka hält nichts von diesem Vorstoß.

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Eine Schulklasse © vauvau auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Der Deutsche Philologenverband hat sich für eine Begrenzung des Migrantenanteils in Schulklassen ausgesprochen. Nur so könne Integration gelinge, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Schon wenn der Anteil von Kindern nicht-deutscher Muttersprache bei 30 Prozent liegt, setzt ein Leistungsabfall ein. Dieser wird ab 50 Prozent dramatisch.“ Dies sei unter anderem durch eine Pisa-Begleitstudie belegt.

Die Migranten selbst hätten den Wunsch nach gemischten Klassen geäußert, weil dies Integration und Spracherwerb fördere, sagte Meidinger weiter. Er verwies auf entsprechende Befragungen der Stiftungen Vodafone und Mercator. „Darüber sollten wir dringend nachdenken“, sagte der Pädagoge. „Wir wollen keine Ghettos.“

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) jedoch lehnt eine Begrenzung des Migrantenanteils in Schulklassen ab. „Es gibt keinen Grund, Angst zu haben“, sagte Wanka den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen steige schon seit Jahren. „Gleichzeitig haben sich die Leistungen der Schüler in internationalen Tests wie der Pisa-Studie deutlich verbessert“, betonte die Ministerin.

Meidinger unterstrich die Notwendigkeit von „Willkommens- oder auch Sprachlernklassen“ für Flüchtlingskinder, damit diese schnellstmöglich die deutsche Sprache lernen. Es wäre aber „fatal“ und die schlechteste Lösung, wenn diese zu hundert Prozent aus Flüchtlingskindern bestehenden Klassen auch in den Regelklassen der verschiedenen Schularten wiederauflebten. Dies fördere Parallelgesellschaften, erklärte der Vorsitzende des Philologenverbands, der 90.000 Gymnasiallehrer vertritt. (epd/mig)

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Ein Kommentar
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  1. Anna S. sagt:

    In welcher Welt leben eigentlich die im Philologenverband Organisierten?
    Die gesellschaftlichen Realitäten, besonders in den Großstädten, sehen längst anders aus, ob es gefällt oder nicht…
    In der 5. Klasse meiner Tochter z.B. (am Gymnasium, sic!) waren fünf von 25 ohne sog. Migrationshintergrund, sprich mit Familiensprache Deutsch. Wie sollte da denn eine „30%-Quote“ umgesetzt werden?
    Sinnvoller wäre doch, einige der Herkunftssprachen auch an den Schulen als Fremdsprachenunterricht anzubieten, und somit die schon mitgebrachten Sprachkompetenzen weiter zu fördern. Eine Bereicherung für alle, meiner Meinung nach. Am besten im Rahmen eines Ganztagsschulangebots für alle. So könnten wir einem drohenden Leistungsabfall der aktuellen Schülergeneration sicher sinnvoller begegnen. Die Kinder und Jugendlichen könnten so die unterschiedlichsten Kultur- , Sport und Sozialangebote wahrnehmen, gemeinsam etwas erleben und wären somit auch weniger online und mit ihren Smartphones beschäftigt, was sicher mehr zur allgemeinen Verdummung beiträgt, als eine international zusammengesetzte Schülerschaft, oder? Wegen Schuldenbremse und Spardiktat im Bereich Schule halten die organisierten Gymnasiallehrer dann wohl eher eine o.g. Quotierung für angezeigt, oder wie ist der Vorschlag zu verstehen? Und ganz ehrlich: Auch sprachlich erwarte ich von Lehrern mehr als: „Wir wollen keine Ghettos“ u. ä. Die momentane Pegidarisierung der Gesellschaft hat nun also auch die „gebildeten Stände“ erreicht, die sich nicht entblöden, auf der neuen rechten Welle mitzureiten.



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