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Migration und Integration in Deutschland

[Es würde im Interesse der deutschen Arbeiter liegen, wenn wir sie zu Fachkräften ausbilden.] Dafür müssen wir natürlich dann die relativ primitiveren Arbeiten … von ausländischen Arbeitskräften besorgen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, NWDR-Interview vom 9. April 1954

Statistik

Migranten haben häufiger Abitur

2014 hatten 30 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund Abitur oder Fachhochschulreife. Der entsprechende Anteil bei Personen ohne Migrationshintergrund betrug 28,5 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltbildungstages mit.

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Aibtur © barockschloss @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Im vergangenen Jahr hatten 30 Prozent der Menschen mit ausländischen Wurzeln in Deutschland die Hochschulreife. Unter den Deutschen ohne Migrationshintergrund betrug der Anteil 28,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden zum Weltbildungstag (8. September) am Dienstag mitteilte.

Bei den Menschen mit Migrationshintergrund schneiden die Franzosen am besten ab. So hatten 62,4 Prozent der aus Frankreich stammenden Bürger Abitur oder die Fachhochschulreife. Die Franzosen machen aber von den 12,8 Millionen Zuwanderern in Deutschland nur einen Anteil von rund einem Prozent aus. Darauf folgen Menschen aus Großbritannien (53,9 Prozent mit Hochschulreife) und der Ukraine (50,5 Prozent). Von den Menschen aus Bulgarien (45,9 Prozent) und Spanien (43 Prozent) wiesen ebenfalls viele einen solchen Schulabschluss auf. Bei den Ungarn waren es 42,9 Prozent, bei den Österreichern 40,6 Prozent.

Von den Zugezogenen aus Polen, die mit mehr als 1,3 Millionen den größten Anteil an Zuwanderern aus der EU ausmachen, hatten 36,1 Prozent einen Hochschulabschluss. Italiener schnitten mit 17,4 Prozent ebenso wie die Türken (14,4 Prozent) vergleichsweise schlecht ab. Betrachtet wurden in der Erhebung Personen ab 15 Jahre. (epd/mig)

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3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Akademikerin sagt:

    Na toll: Was ist ein Abitur heutzutage schon wert?

  2. Rahel sagt:

    Es geht ja nicht darum, „was ein Abitur heutzutage schon noch wert“ ist, sondern darum, das Ausmaß der Bildungsaspiration festzustellen.

  3. Akademikerin sagt:

    @Rahel Eben, ein Berliner Abiturient gilt genauso viel wie ein Abiturient aus Sachsen oder Bayern mit dem Unterschied, dass er zwei Jahre hinten ist. Im Verhältnis haben aber Länder wie Berlin viel mehr Gymnasiasten und Migranten.
    Mit anderen Worten – etwas plakativ ausgedrückt: Abiturienten sind dort nichts anderes als Realschüler in Bayern. Daher sind solche Meldungen „Luft“.

    Viel Geschwall an der Migrationsfront mal wieder!



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