MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Niemand lässt sich so gut ausbeuten wie Mitglieder einer Gemeinschaft, die ohne Hilfe der anderen in Deutschland nicht überleben können – illegal und ohne Sprachkenntnisse.

Neske/Heckmann/Rühl, Menschenschmuggel, 2004

Arbeitsmarkt 2011

Zwei von fünf Nicht-EU-Ausländern sind atypisch beschäftigt

Die Zahl der Beschäftigten steigt, ebenso die Zahl der atypisch Beschäftigten. Hier sind vor allem Ausländer betroffen und Nicht-EU-Ausländer in ganz besonderem Maße. Das teilt das Statistische Bundesamt auf Anfrage des MiGAZIN mit.

Die Zahl der Beschäftigten in einem Normalarbeitsverhältnis stieg im Jahr 2011 um rund 610.000 Personen auf insgesamt 23,67 Millionen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mitteilt. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der atypisch Beschäftigten um 80.000 Personen auf insgesamt 7,92 Millionen und erreichte einen historischen Höchststand.

Wie das Destatis auf Anfrage des MiGAZIN mitteilte, sind vor allem Ausländer atypisch beschäftigt. Während 31,45 % oder 6,89 Millionen der deutschen Staatsbürger atypisch beschäftigt waren, betrug diese Quote unter Ausländern 52,15 % (1,59 Millionen). Differenziert nach EU-Bürgerschaft zeigt sich, dass vor allem Nicht-EU-Ausländer einer atypischen Beschäftigung nachgehen müssen. So sind EU-Ausländer zu 31,33 % (923.000) atypisch beschäftigt, bei Nicht-EU-Ausländern beträgt diese Quote sogar 39,4 % (667.000).

Ausländer häufig Leiharbeiter
In Wirklichkeit dürfte die Zahl der atypisch Beschäftigten jedoch viel höher liegen. So rechnet das Statistische Bundesamt bereits Jobs ab 21 Stunden die Woche als Normalarbeitsverhältnis. Zu den atypisch Beschäftigten werden Erwerbstätige in befristeten, geringfügigen und Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen sowie solche in Zeitarbeit gezählt. Für Jutta Krellmann (Die Linke), ist dieser Sektor „das Haupteinfallstor für Niedriglöhne“.

Betroffen sind hiervon vor allem Leiharbeiter und hier wiederum Nicht-EU-Ausländer in besonderem Maße. Über sechs Prozent oder 108.000 von ihnen bestreiten ihren Lebensunterhalt als Leiharbeiter. In diesem Sektor arbeiten EU-Ausländer mit 4,51 % (133.000) deutlich seltener. Bei deutschen Staatsbürgern liegt diese Quote bei vergleichsweise niedrigen 2,12 % (613.000). (etb)

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

3 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Klaus sagt:

    Wer hat sich „Nicht-EU-Ausländer“ zurechtnegiert und kann jetzt bitte erklären wer damit gemeint ist?

  2. […] 4,9% aller Erwerbspersonen) oder gehen ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nach, z.B. einem Minijob (12,7% gegenüber 8,6% aller Erwerbstätigen). Doch auch hier gibt es einen Lichtblick: Der […]

  3. […] Niedriglohnsektor (atypisch) waren, betrug diese Quote unter Ausländern über 52 Prozent. Das sind Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus Juli 2012. Ein Jahr zuvor teilte das Bundesamt zudem mit, dass die Zahl der atypisch […]



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...