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Migration und Integration in Deutschland

Wenn ich mir die Hauptschulen in Ballungszentren anschaue, sehe ich es als zentralen bildungspolitischen Auftrag für diese Schulart, dass sie […] Schülern ein niederschwelliges Bildungsangebot macht […]. Gerade für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Präsident der Kultusministerkonferenz Ludwig Spaenle (CSU), taz, 20. Januar 2010

Migrantinnen interessiert an Technik

Studie zeigt Aufgeschlossenheit für neue Berufswege

Das Potenzial junger Frauen mit Migrationshintergrund wird in der Wirtschaft und Wissenschaft nicht ausreichend erkannt. Dabei kann sich jedes dritte Mädchen mit Zuwanderungshintergrund vorstellen, einen technischen Beruf zu erlernen.

Rund ein Drittel der Mädchen mit Zuwanderungshintergrund kann sich vorstellen, später in einem technischen, ingenieurwissenschaftlichen, handwerklichen oder IT-Beruf zu arbeiten. Das ist das Ergebnis einer Befragung im Rahmen des Girls’Day 2011 von über 2.000 Mädchen zu ihren Berufswünschen.

„Das Potenzial, das junge Frauen mit Migrationshintergrund mitbringen, wird bisher in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik noch nicht ausreichend erkannt“, sagt Elisabeth Schöppner, Projektleiterin der Bundesweiten Koordinierungsstelle Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag. Durch die interkulturelle Herkunft können junge Migrantinnen häufig sehr gut zwischen verschiedenen Kulturen interagieren, sind oft besonders flexibel und sprachlich talentiert. Teams, die möglichst vielfältig besetzt sind, arbeiten erfolgreicher als Teams, in denen die Mitglieder eine homogene Gruppe bilden.

Aufgeschlossene Migrantinnen
Nach dem Girls’Day 2011 sagten knapp 35 Prozent der Mädchen mit Migrationshintergrund, sie hätten Lust in dem Betrieb, den sie am Girls’Day besucht haben, später ein Praktikum, eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren. „Mädchen aus Zuwanderungsfamilien sind demnach neuen Berufswegen gegenüber sehr aufgeschlossen“, so die Initiatoren.

Der Girls’Day selbst kommt bei den Mädchen mit Migrationshintergrund gut an. Über 90 Prozent der Mädchen hat der Girls’Day sehr gut oder gut gefallen. Über den Girls’Day entdecken viele Mädchen ihren Wunschberuf. So war es auch bei Derya, die ein so genanntes duales Studium absolviert. Die heute 22-Jährige studiert Maschinenbau an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin und macht gleichzeitig eine Ausbildung zur Industriemechanikerin bei der Ford-Werke GmbH in Köln. Im neuen Girls’Day-Podcast zeigt sie, was sie dabei alles erlebt.

Der Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag findet das nächste Mal am 26. April 2012 statt und ermöglicht Mädchen ab der fünften Klasse einen Schnuppertag in einem frauenuntypischen Beruf. So absolvieren Mädchen Tagespraktika in Berufen des technischen, naturwissenschaftlichen, handwerklichen oder IT-Bereichs und lernen Chefetagen sowie erfolgreiche Frauen in Führungspositionen kennen. Mehr als eine Million Mädchen haben bereits am Girls’Day teilgenommen. (hs)

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