MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Viele wollen sich aber nicht entscheiden. Da schlagen zwei Seelen in ihrer Brust. Lassen wir doch beide Herzen schlagen! Wir brauchen die jungen Leute.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) über die doppelte Staatsbürgerschaft, Neujahrsempfang am 17. Januar 2010

Unglaublich

Sind die Neonazi-Opfer selbst Schuld an ihrem Tod, Herr Uhl?

Wären die von den Neonazi-Terroristen ermordeten Opfer nicht nach Deutschland gekommen, wären sie heute am Leben. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, fordert daher eine Einwanderungspolitik, die diese Kausalkette unterbricht.

VONBirol Kocaman

DATUM16. Januar 2012

KOMMENTARE53

RESSORTLeitartikel, Politik

SCHLAGWÖRTER , , , , ,

DRUCKENAnsicht

MEHR ZUM ARTIKEL

DANKE,
ich möchte MiGAZIN auch in Zukunft lesen!

Wird man in Saudi-Arabien als Ausländer unverschuldet in ein Autounfall verwickelt, ist man trotzdem schuld. Die Begründung lautet oftmals: Wenn man nicht in das Land gekommen wäre, wäre auch der Unfall nicht passiert.

Von solchen Zuständen ist man in Deutschland weit entfernt, könnte man meinen. Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Uhl (CSU) beweist das Gegenteil.

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle betonte er am Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion Jesuiten-Hochschule in München die Bedeutung der Ausländerpolitik. „Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen“, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion einer Meldung KNA zufolge. Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden, habe Uhl gewarnt. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

53 Kommentare
Diskutieren Sie mit!»

  1. Volker Seidenfuß sagt:

    Das schlägt doch dem Fass den Boden aus.
    Eine völlig untaugliche Zuwanderungspoltik, die vor allem die CDU/CSU zu vertreten hat, führte dazu, dass es viel zu wenig Intergrationsanstrengungen für die Zuwanderer gab.
    Das gipfelt darin, dass eine „deutsche Leitkultur“ postuliert wird. Was das sein soll, wird aber nicht erklärt . Es genügt doch, sich an die Verfassung und die Gesetze zu halten, somit ist die ständige Wiederholung der „deutschen Leitkultur“ (auch wieder etwas,das vor allem die CDU/CSU zu vertreten hat) sicherlich auch eine Bestätigung der ewig gestrigen Rechten
    Gleichzeitig entwickelt sich am rechten Rand (übrigens vor allem in Gegenden, in denen kaum Zuwanderer leben) ein Gewaltpotenzial, das erschreckend ist. Da scheint ja etwas in der Erziehung dieser Neonazis völlig falsch gelaufen zu sein. Bekämpfung von Fremdenhass ist (auch) eine Aufgabe der Bildung, also auch der Schulen.
    Deutschland hat insgesamt von der Zuwanderung der letzten Jahrzehnte profitiert, insbesondere wirtschaftlich, aber auch kulturell. Das hat Christian Wulff absolut treffend so formuliert, dass sowohl das Christentum als auch der Islam zu Deutschland gehören und hat das ja auch in der Türkei mit umgekehrtem Vorzeichen wiederholt.
    Wer Menschen, weil sie anders aussehen als er selbst, beschimpft, angreift, verletzt oder gar tötet, dem gebührt die ganze Härte der deutschen Gesetze.
    Zuwanderern vorzuwerfen, sie seien, weil sie eben zugewandert sind, selbst schuld daran, was an Kriminalität gegen Ausländer in Deutschland geschieht, ist blanker Zynismus und zutiefst menschenverachtend.
    Mich würde interessieren, wie die Teilnehmer der Tagung auf den Vortrag reagiert haben..

  2. Guy Fawkes sagt:

    Hat der nicht auf einer Liste gestanden, welche im Zusammenhang mit der Terrorgruppe gefunden wurde? Nur in welchem Zusammenhang; Sympathisant, Unterstützer oder potenzielles Opfer?

  3. hans sagt:

    Es ist unfassbar. nach dem ersten Schock aber eigentlich nicht verwunderlich. An wievielen Stammtischen das so ähnlich ausgesprochen wurde will ich garnicht wissen. Es zeigt nur das ganz deutlich auf, was schon lange erwiesen ist. Der Rassismus kommt aus der Mitte der Gesellschaft und sollche Politiker feuern ihn an. Wenn das so weiter geht gibt es nach 20 Jahren wie der Pogromme.

  4. Zensus sagt:

    Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall.

  5. Sugus sagt:

    @ selcuk
    „Ich verstehe darunter dass “Türken” die unvernünftige Entscheidung waren als man Sie herholte!“
    Sehr richtig. In den 70er und 80er Jahren war das noch Allgemeingut, auch und gerade bei den Großparteien CDU und SPD. Lesen Sie doch mal die Meinung von Helmut Schmidt dazu.

  6. Optimist sagt:

    @ Guy Fawkes

    Das wird schon seine Gründe haben, warum seit den Geschehen so viel Zeit vergangen ist und so gut wie nichts Neues raus kommt, obwohl das Ganze so nen Riesending ist….

  7. malinka meier sagt:

    Ich finde diese aussagen gut die Herr uhl tätig und gebe ihm recht , lässt uns für ein 100% tiges deutsches Deutschland abstimmen

  8. […] innenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, so zwar nicht gesagt – aber fast: Angesichts der Mordserie der rechtsextremen Zwickauer Zelle betonte er am Donnerstagabend bei […]

  9. […] MigAzin vom 16.01.2012: Unglaublich – Sind die Neonazi-Opfer selbst Schuld an ihrem Tod, Herr Uhl? […]


Seite 3/6«12345»...Letzte Seite

Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...