V-Mann Felten

Die Strukturen sind schuld

NSU-Untersuchungsausschuss, Burschenschaften, Integrationsgipfel, Anne Will bei der ARD und die FDP mit der CDU - überall sind die Strukturen schuld. Wie kann der NSU-Prozess dann wohl ausgehen? Raten Sie mal!

Von Freitag, 31.05.2013, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 02.06.2013, 22:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Völlig unaufgeregt erwarteten wir den Abschlussbericht des NSU-Untersuchungsausschusses. Denn dass da nix rauskommt, war schon vorher klar. Denn eine Krähe hackt der anderen keine Augen aus. Nicht die Akteure seien schuld hieß es, sondern die Strukturen. Da haben dann wohl die Strukturen die Akten geschreddert, in der falschen Richtung ermittelt und den Opfern ein eigenes kriminelles Umfeld unter geschoben. Gut, dass Strukturen nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Die Entschuldigung kann man getrost Uli Hoeneß empfehlen, auch bei ihm waren letztendlich die Strukturen schuld für seine Steuerhinterziehung. Kann er was dafür, dass sich in der Schweiz Steuern sparen lassen?

Mit den Strukturen scheint es auch bei den deutschen Burschenschaften nicht weit her zu sein. Burschenschaften: das sind diese Vereinigungen dauernd pubertierender Männer, die vom „Ariernachweis“ faseln. Traurig an der Sache ist nur, dass sich diese Leute für eine Art Elite in diesem Land halten, die sich an den Schaltstellen der Gesellschaft versuchen. Das ist dann nicht nur peinlich, sondern gefährlich. Dass diese Bewegung von einer Burschenschaft aus Österreich angeführt wird, ist noch nicht mal eine Ironie der Geschichte.

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Die Strukturen der Integrationsindustrie trafen sich zum alljährlichen Gipfel in Berlin. Die Ergebnisse sind dann wie bei allen anderen Treffen, man sei zwar schon wesentlich weiter als bei letzten Treffen, aber es gäbe noch viel zu tun – wohl war. Am besten gleich mal bei der ARD anfangen, deren Struktur so unsensibel ist, dass sie am 20 Jahres- / Gedenktag für die Opfer des Anschlags in Solingen, bei Anne Will über „Allahs Krieger im Westen – wie gefährlich sind radikale Muslime“ diskutieren lässt. Das scheint wohl die Art von Willkommenskultur zu sein, für die sich Berlin zu feiern lässt. Besseres Thema wäre gewesen. „V- Leute – wie gefährlich ist der Verfassungsschutz“.

Jetzt hat die FDP endlich mal eine gute Idee und wieder wird es nichts. Der Doppelpass soll als Anreiz dienen, in Deutschland zu arbeiten. Den Doppelpass will aber die CDU nicht, also jene Zweistaatlichkeit, die Iranern, Afghanen, Marokkaner, Libanesen, Tunesier oder Syrern längst schon längst erlaubt ist. Befürchtet etwa die CDU, dass die Türken, wenn sie einen Doppelpass erhalten, aus Dankbarkeit die SPD und die Grünen wählen werden? Zu dem Thema gibt es eine Unmenge von Studien. Die Einzige die fehlt, warum es ein Unbehagen der „Deutschen“ gegen diesen Doppelpass gibt. Vielleicht ist es auch nur der Neid, weil sie selbst nur einen Pass besitzen.

Leicht gebessert haben sich die Strukturen nun beim NSU – Gerichtsverfahren in München. Es hat immerhin mittlerweile begonnen. Ob was bei diesem Prozess rauskommt? Bitte einfach nach mal den Anfang hier lesen.

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