Der Triebtäter

Na, zieht’s?

Hier steht er und kann nicht anders, der Triebtäter. Heute mit Thomas Oppermann (bedeutungslose Partei), Burschenschaften, professionellen Nazis, Nazi-Amateuren und dem Nazi-Nachwuchs.

Von Dienstag, 01.07.2014, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 02.07.2014, 1:59 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Denn was musste ich da lesen? Thomas Oppermann von irgendso einer bedeutungslosen Pseudopartei, die sich heute noch für wichtig hält, weil sie vor langer Zeit mal ein bisschen was geleistet hatte, hat den Sohn eines jüdischen Kommunisten, dessen Partei als einzige in Deutschland für konsequenten Antifaschismus steht, in die Nähe der Nazis gerückt: ein veritabler Nazivergleich.

Not on my watch, Thomas!

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Wobei, welcher Hahn kräht schon nach Thomas Oppermann?

Und wo wir eh schon von Nazis reden: Die Burschenschafter waren ja auch mal wieder unterwegs. Jene abgehalfterten verzogenen Gören der Bourgeoisie, die Sauferei, Deutschtümelei und Ariernachweise zum Leitbild des deutschen Konservativismus erkoren haben.

Die waren ja auch mal wer. Also nicht sie selbst, sondern deren Vorvorvorgänger. Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, lang, lang ist’s her. Das Hambacher Fest wird dann gern genannt.

Die liberaleren unter den Burschenschaften, nichtsdestotrotz ebenso der Blut-und-Boden-Ideologie verschrieben, nehmen inzwischen ja sogar Nichtarier auf, heißt es. Kein Wunder, dass der Ariernachweis gefordert werden musste … unklar ist noch angesichts Verschlossenheit dieser Bünde, ob diese Nichtarier sich einer rituellen Kastration unterziehen zu haben.

Jedoch: Nicht nur die Burschenschaften proklamieren ihren Traum einer gleichgeschalteten, völkisch reinen Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen CSU und NPD, mit Sarrazin und Buschkowski sind zwei namhafte Blockwarte der Reinheit deutschen Blutes ja ganz woanders zu finden: In der Partei Oppermanns nämlich. Der Name der Partei ist mir leider entfallen, muss man aber auch nicht mehr kennen.

Immerhin: Hier treffen sich zwei ungleiche Brüder im Geiste im Spiel über die Flügel, die seit Generationen keinen sinnvollen Satz mehr zu Stande gebracht haben (ich gebe zu bedenken, dass Willi Brandts Kniefall von Warschau ohne Worte auskam) und allein vom einstmals großen Namen zehren.

Und so schließt sich nun der Kreis.

Übrigens: Wenn Nazis in politische Gremien einziehen, in Parlamente, Stadträte, wasauchimmer, wird ja gern vor einer Professionalisierung der Nazis gewarnt. Wenn es aber nun professionelle Nazis gibt, muss es dann nicht auch Naziamateure, Nachwuchsnazis, Halbnazis geben? Warum sind die nicht so gefährlich?

Und kann ein Naziprofi einfach seinen Job an den Nagel hängen, ein Profikoch werden und im Ausland Touristen mit internationalen Spezialitäten bekochen?

Ist ein Profinazi, der seinen Job quittiert, kein Nazi mehr? Oder ein Halbnazi, vielleicht ein Naziamateur? Ist Nazi überhaupt ein Job, eine Profession, die man quittieren kann? Fragen über Fragen.

Vielleicht weiß ja Holger Apfel eine Antwort…

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