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Migration und Integration in Deutschland

Der große Wert der Ausländerbeschäftigung liegt darin, dass wir hiermit über ein mobiles Arbeitskräftepotential verfügen. Es wäre gefährlich, diese Mobilität durch eine Ansiedlungspolitik größeren Stils einzuschränken.

Ulrich Freiherr von Gienanth, Der Arbeitgeber, 1966

Türkische Presse Europa

15.12.2009 – Integrationsgesetz, Sarrazin, Jugendamt

In der türksichsprachigen Presse vom Dienstag wird das geplante Integrationsgesetz in Berlin aufgegriffen. Thilo Sarrazins Äußerungen und die Reaktionen der Parteien werden ebenfalls thematisiert. Zudem wird eine Dialog-Initiative und im Rahmen der Jugendamts-Serie der ZAMAN ein Bildungsverein vorgestellt.

DATUM16. Dezember 2009

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RESSORTTürkische Presse Europa

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Erster Entwurf zum Integrationsgesetz
Die Berliner Integrationssenatorin Carola Blum hat ihre Arbeiten am neuen Integrationsgesetz beschleunigt, berichtet die HÜRRIYET (wir berichteten). Eine Arbeitsgruppe, die auf die Initiative des Migrations- und Integrationsausschuss gebildet wurde, hat einen ersten Anforderungskatalog an den Senat übergeben. Im Januar soll der erste Entwurf des Gesetzes vorgelegt und noch vor den Senatswahlen 2011 beschlossen werden.

Sarrazin hat beleidigt, die SPD hat es unterschrieben
Mit dieser Überschrift berichtet die SABAH über die aktuellsten Ausfälle des Bundesbank-Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin (Thilo Sarrazin: Geistige Brandstiftung aus Langeweile). Demnach sehe die SPD die erneut die Türken beleidigenden Aussagen des Bankers nicht als parteischädigend an. Damit würde die SPD den abfälligen Äußerungen ihres Parteimitglieds zustimmen. Unterstützung bekam Sarrazin auch vom Berliner CDU-Vorsitzenden Frank Henkel. Dieser stellte fest, dass er das Kopftuch in der Schule als nicht integrationsförderlich ansehe. Auch in der Türkei wäre das Kopftuch in der Schule verboten. Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky wies darauf hin, dass die Gesellschaft sich bisher nicht dazu entschlossen habe, sich in das Leben der Migranten einzumischen. Er sehe die Sorge, dass vom Fasten bis zum Kopftuch religiöse Praktiken auf die Kinder übertragen werden.

Kritik an Sarrazin kam von der Grünen-Vorsitzenden Claudia Roth. Darüber berichten auch TÜRKIYE und ZAMAN. Es könne nicht mehr verteidigt werden, dass Sarrazin noch weiter im öffentlichen Dienst tätig bleibe. Er müsse seines Amtes enthoben werden. Sarrazin hätte mit seinen Aussagen noch einmal gezeigt, dass er keine Achtung vor den Migranten habe. Der Berliner Abgeordnete Özcan Mutlu sprach sich gegen Verbote aus, die die Religionsfreiheit von Kindern einschränken. Aber muslimische Eltern sollten sich Kopftücher bei kleinen Mädchen noch einmal überlegen. Die frühere Ausländerbeauftragte von Berlin, Barbara John, warf Sarrazin Taliban-Mentalität vor. Die einen würden zum Kopftuch zwingen, die anderen wollten es um alle Fälle verbieten.

DITIB zertifiziert Dialog-Referenten
Die DITIB hat im Rahmen ihres „ProDiyalog„-Programms 35 ehrenamtliche Moscheeführer zertifiziert, berichten ZAMAN und MILLIYET. Die angehenden Dialog-Referenten nahmen zehn Wochen an dem vom Europäischen Integrationsfond (EIF) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanzierten Kurs teil. Nach dem Abschluss sollen die Teilnehmer in Moscheegemeinden als Ansprechpartner für Interessierte und Besucher zur Verfügung stehen.

„Türkische Vereine können den Weg zum Jugendamt verhindern“
Die ZAMAN interviewt in ihre Reihe zu den Jugendämtern in Deutschland den Geschäftsführer des Kultur- und Bildungsvereins KUBI e.V., Arif Arslaner. Dieser ruft in dem Interview Migrantenverbände dazu auf, mit den Jugendämtern zusammenzuarbeiten. Sie wären ein Partner der Jugendämter, wenn es darum gehe, Ausbildungsplätze für die Jugendlichen zu finden. Zweimal in der Woche würde für die Betroffenen ein Beratungsgespräch angeboten. Durch die Zusammenarbeit hätte man auch das eine oder andere Mal verhindert, dass Kinder aus den Familien genommen worden seien. Arslaner sehe einige der Probleme darin, dass die Vorstellungen mancher  Sozialarbeiter sich nicht mit dem türkischen Familienverständnis decke. Dies führe oftmals zu Missverständnissen.

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