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Migration und Integration in Deutschland

Die Wirtschaft entschied über die Anzahl der angeworbenen Gastarbeiter wie über deren Verteilung innerhalb der Bundesrepublik.

Ursula Mehrländer, Ausländerpolitik im Konflikt, 1978

Migranten-Milieu Studie

Weg von den Defiziten, hin zu den Potenzialen

Milieus statt Ethnie und blockierte Teilhabe statt Integrationsverweigerung. Dies sind die wichtigsten Befunde der Auswertung des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. (vhw) aus der Sinus Sociovision Studie „Migranten Milieus“.

DATUM6. November 2009

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RESSORTGesellschaft, Studien

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Einen „Vielfalt-Dialog“ führen und damit die Arbeit im Bereich Migration und Integration unter neuen konsequenten Zielsetzungen fortsetzen – dies ist die Forderung des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung (vhw) an die neue Bundesregierung. „Ziel eines solchen Dialogs muss es sein, den in der Integrationsdebatte angesetzten Perspektivwechsel fortzuführen: Weg von den Defiziten, hin zu den Potenzialen“, so vhw-Vorstand Peter Rohland.

Anlässlich seines jährlichen Verbandstages veröffentlichte der vhw seine Grundlagenstudie „Migranten-Milieus“. Diese zeige, so Peter Rohland, geradezu dramatisch, welche Integrations- und Teilhabepotenziale noch nicht ausgeschöpft werden: von der lokalen Teilhabe an der Demokratie im Stadtteil über die Teilhabe auf dem Wohnungsmarkt bis hin zur kulturellen Integration. Diese zusätzlichen Potenziale finden sich in allen Milieus: sowohl in den statusschwachen und statushohen Segmenten als auch in traditionellen sowie modernen Lebenswelten. Nicht zuletzt behindern diese gebremsten Potenziale auch die kulturelle Integration. Bei der Integration der Migranten gilt: Deutschland kann es besser machen.

Darüber hinaus geht es darum, die kulturelle Vielfalt in den Kommunen und Städten als produktive Ressource anzuerkennen und zu gestalten. „Wir brauchen ein kooperatives stadtgesellschaftliches Selbstverständnis, das Vielfalt als produktive Ressource begreift“, so Rohland weiter. In den statusschwächeren Milieus drohe sonst ein Wagenburgeffekt, der eine lebensweltliche Distanz zu Deutschland fördern kann. Gleichzeitig gelte in den statushohen Segmenten: Werden Migranten nicht als produktive Kraft der Stadtgesellschaft anerkannt, drohen auch Vertrauensverluste bei der modernen, „kosmopolitischen“ kulturellen Elite der Migranten. Wir wissen, dass sie für Deutschland Film- und Kulturpreise nach Hause bringen, gesuchte mehrsprachige Vertreter in deutschen Konzernen sind, sich als „Stadtteilmütter“ um die Mehrsprachigkeit ihrer Kinder kümmern, aber nicht als Teil „unserer Gesellschaft“ wahrgenommen werden.

Die zentralen Aussagen der Studie stehen kostenlos zum Download bereit. Gegen eine Schutzgebühr von 15,- € für vhw-Mitglieder bzw. für 25,- € für Nichtmitglieder ist die gesamte Studie (Umfang 88 Seiten) über das vhw-Referat Öffentlichkeitsarbeit zu erhalten: Ruby Nähring / Ulrike Röhner Tel. 030 39 04 73-170/121

„Da die vhw-Milieustudie die ausgebremsten Integrationspotenziale der Migranten aufzeigt, gilt zu fragen, was Integrationspolitiker taugen, die bis zu einem Drittel der Migranten nicht erreichen“, so Rohland abschließend.

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3 Kommentare
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  1. […] sich entlang von ähnlichen Lebensstilen, Geschmackskulturen, Weltanschauungen herausbilden. Die Studie „Migranten-Milieus“ hat dazu grundlegende Befunde geliefert: Sie belegt erstmals repräsentativ, dass auch Migranten […]

  2. […] Prof. Dr. Thomas Kunz, Vertretungsprofessor für das Fachgebiet „Soziale Arbeit in der Einwanderungsgesellschaft“ an der Fachhochschule Frankfurt am Main, kommentiert die Studie „Migranten-Milieus“ des vhw (wir berichteten). […]

  3. […] Prof. Dr. Yasemin Karakaşoğlu, Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen, kommentiert die Studie „Migranten-Milieus“ [pdf] des Bundesverbands für Wohnen und Stadtentwicklung (wir berichteten). […]



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