MiGAZIN

Migration und Integration in Deutschland

Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren.

Hessischer Integrationsminsiter Jörg-Uwe Hahn (FDP), Frankfurter Neue Presse, 7.2.2013

TGD

Rente mit 67 benachteiligt insbesondere Migranten

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) fordert die neue Bundesregierung auf, den Beschluss zur Rente mit 67 rückgängig zu machen. Besonders betroffen seien Migranten. Sie würden über niedrigere Einkommen verfügen, seien häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und durch belastende Arbeiten doppelt so häufig berufsunfähig.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) fordert die neue Bundesregierung auf, ihre soziale Verpflichtung bei der Überprüfung der Rente mit 67 ernst zu nehmen. Hüseyin Yilmaz, sozialpolitischer Sprecher der TGD, hält die Rente mit 67 angesichts der Wirklichkeit in den Betrieben für nicht realisierbar: „Dieses Gesetz bedeutet für die Mehrheit der heute Beschäftigten Altersarmut, da eine Verbesserung der Beschäftigungsaussichten älterer Arbeitnehmer/innen nicht zu erkennen ist“, so Yilmaz.

Schon heute hätten die meisten Arbeitnehmer/innen kaum eine Chance, überhaupt bis 65 zu arbeiten. Nur 18 Prozent der älteren Erwerbstätigen seien im Jahr 2007 aus sozialversicherungspflichtiger Arbeit in Rente gegangen; nur 30% der über 55jährigen seien überhaupt sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Rente mit 67 würde die mit Rentenabschlägen verbundene Lücke zwischen dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben und dem Renteneintritt vergrößern und somit einer Rentenkürzung gleichkommen. „Besonders betroffen davon sind Migrantinnen und Migranten. Sie sind überdurchschnittlich oft in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, verfügen über niedrigere Einkommen und sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Durch besonders belastende Arbeiten werden sie auch doppelt so häufig berufsunfähig“, so der TGD-Sprecher.

Die Bundesregierung ist laut Gesetz im Jahr 2010 verpflichtet zu prüfen, ob die Umsetzung der Rente mit 67 vertretbar ist. Als Kriterium dafür gilt die Entwicklung der Beschäftigungschancen für ältere Arbeitnehmer/innen. Angesichts der Beschäftigungsaussichten in den Betrieben und den sozialen Konsequenzen für die Betroffenen fordert die TGD, den Beschluss zur Rente mit 67 rückgängig zu machen.

Testen Sie den kostenlosen MiGAZIN Newsletter:

Ein Kommentar
Diskutieren Sie mit!»

  1. Olli sagt:

    Wen interessieren denn Migranten, wenn nicht mal Nichtmigranten von dieser Rente leben werden. Anstatt für eine kleine Gruppe rum zu streiten, sollten sich die Rentner und sozialpolitischen Sprecher mal zusammentuen und überlegen in wie weit der Renten- bzw. Generationsbetrug nicht mal als Ganzes thematisiert werden soll. Aber dafür hat keiner Eier in der Hose…



Bitte beachten Sie unsere Netiquette. Vielen Dank!

Ihr Kommentar dazu:

MiGAZIN

Ziel und Zweck von MiGAZIN ist die Förderung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Partizipation von Migrant(inn)en in der Aufnahmegesellschaft. In diesem Sinne soll MiGAZIN die Kommunikation fördern und füreinander sensibilisieren. Mehr über uns...

MiGMACHEN

Die Redaktionsmitglieder von MiGAZIN haben vor allem eins gelernt: Wer über sein Wissen und seine Erfahrungen schreibt, lernt immens dazu. Die kritische Diskussion mit Lesern eröffnet neue Horizonte. Daher hat das MiGAZIN-Team die Aktion-MiGMACHEN ins Leben gerufen. Hier bieten wir allen Interessierten die Möglichkeit, MiGAZIN als Autor, Pate oder Jungautor mitzugestalten. Nähere Informationen...

GRIMME Online Award 2012

    Begründung der Jury: "Über Migranten und Migration wird in Deutschland viel gesprochen. Vor allem von Deutschen. Im Chor der vielen und oft sehr lauten Stimmen fehlen aber zumeist die der Migranten. Und genau diese Lücke füllt das MiGAZIN mit qualitativ hochwertigen Texten und verständlicher Berichterstattung." Weiter ...