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Migration und Integration in Deutschland

Nur die wenigsten dieser deutschen Arbeiter werden in dieser Situation mit den Ausländern solidarisch sein. Die meisten werden sich aggressiv von den Ausländern abgrenzen und bei ihnen die Verantwortung für die eigene schlechte Position suchen.

Hans-Günter Kleff, Vom Bauern zum Industriearbeiter, 1985
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Umfrage

Muslime würden Rot-Grün wählen

CDU, FDP und Linke scheitern einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ zufolge bei den wahlberechtigten muslimischen Wählern an der Fünf-Prozent-Hürde; die SPD kommt auf 35,5 Prozent, die Grünen auf 18 Prozent. Dies geht aus einer Studie des Zentralinstituts Islam-Archiv in Soest hervor.

Allerdings lag vor zwei Jahren die Zustimmung für SPD noch bei 52 Prozent. Die Grünen hingegen haben 3,6 Prozentpunkte hinzugewonnen. Die Studie führt dies vor allem auf den türkischstämmigen Grünen-Vorsitzenden Cem Özdemir zurück. Die Linke kommt in der Umfrage auf 3,5 Prozent, die FDP auf drei Prozent und die Union auf vier Prozent. Zu ihrer Wahlentscheidung hat das Zentralinstitut 1.500 Muslime befragt. Sie geht von 1,1 Millionen muslimischen Wahlberechtigten aus. Das machen rund 1,7 Prozent der Wahlberechtigten aus.

Trotz der guten Ergebnisse der SPD habe sich Lale Akgün besorgt gezeit. Obwohl die SPD immer die Partei der Migranten gewesen sei, habe Sie das Ruder der CDU überlassen. Das sei ein großer Fehler gewesen. Doch dürfe man die Wähler nicht nach muslimisch und nichtmuslimisch unterteilen. Bilkay Öney (SPD) hingegen, stimme das Minus von nahezu 20 Prozent nachdenklich.

Bülent Arslan vom Deutsch-Türkischen Forum der CDU sieht das Auftreten seiner Partei in der Vergangenheit als Grund für das schlechte Abschneiden unter muslimischen Wählern. „Man kann Muslime nicht als Freunde gewinnen, wenn man die Gruppe ständig problematisiert“, sagte er der Zeitung. Auf lange Sicht hofft Arslan dennoch, dass mehr Glaubensgenossen zur Union finden: „Das C im Namen steht für ein Menschenbild, das sich auf religiöse Werte stützt, die auch im Islam zu finden sind.“

Die islamischen Religionsgemeinschaften in Deutschland raten unterdessen von der Gründung einer islamischen Partei nach niederländischem Vorbild ab. Muslime partizipierten am Leben in Deutschland und seien Teil der Gesellschaft, also sollten sie sich in den etablierten Parteien engagieren. Politische Partizipation bedeute in diesem Sinne auch die Schaffung einer Diskussionskultur innerhalb der Parteien. Eine Wahlempfehlung gaben die Religionsgemeinschaften nicht ab. Sie riefen ihre Mitglieder vielmehr dazu auf, ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen und von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

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26 Kommentare
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  1. §27GO sagt:

    ja weil Sie mit dem „C“ nicht zu recht kommen
    CDU hatt uns Menschen mit Zuwanderungsvorgeschichte endlich in die Politische Partizipation eingegliedert und wird es weiter tuhn…..
    die karikatur SPD auf Muslemisch grün finde ich sehr schön:-)

  2. BiKer sagt:

    mit dem grün sind wohl eher die grünen gemeint. oder wieso klebt rechts die sonnenblume der grünen am würfel?

  3. Markus Hill sagt:

    Ich halte solche Darstellungen für problematisch. Man schafft mit solchen Darstellungen „Propaganda-Bilder“ für rechtsradikale Kreise. Bildlich schon dargestellt, griffig für den einfachen Verstand. Damit können SPD und Grüne sehr stark angreifbar gemacht werden. Im Zweifelsfalle werden sie als „die Ausländerparteien“ in der politischen Auseinandersetzung bezeichnet werden. Der Schuss geht bei solchen scheinbar „hippen“ Ideen oft nach hinten los. Dem Sachanliegen ist das oft nicht förderlich.

  4. Teleprompter sagt:

    Die Sonnenblume ist ein Halbmond.

  5. BiKer sagt:

    wer suchet der findet. ich möchte in nicht ihrer haut stecken. sie müssen sich ja von muslimen umzingelt fühlen. muslime was immer sie sehen und wo immer sie hinschauen.

  6. Teleprompter sagt:

    Da muss man nun wahrlich nicht lange suchen. (Um den Mond in der Sonnenblume zu sehen).

  7. Markus Hill sagt:

    Wo sie es sagen, stimmt. Man kann es so sehen, wird wohl auch eher in der unverfänglichen Variante gemeint sein. Also doch keine Vorlage für Rechtsradikale zum Missbrauch.:-)

  8. Markus Hill sagt:

    Naja. So eindeutig erscheint mir das aber nicht.

  9. Markus Hill sagt:

    Oder vielleicht doch??? Man müsste halt die Redaktion fragen.:-)

  10. Teleprompter sagt:

    Wenn aber die CDU tatsächlich unter der 5%- Hürde liegen sollte, ist die Darstellung zutreffend. Allerdings gebe ich auf die Angaben dieses islamischen „Zentralinstituts“ wenig. Näheres dazu in einem etwas älteren Artikel aus der Zeit:

    http://www.zeit.de/2007/17/B-Islam?page=1


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