Ehegattennachzug

Vor dem Visum

Eine Sprache zu erlernen heißt immer sich selbst zu dezentrieren. Es bedeutet, das Andere in sich zu erkennen, sich mit der Fremdheit vertraut zu machen und sich in ihr zu verorten. Seit nunmehr anderthalb Jahren lässt Deutschland seine Migranten deutsch lernen, um ihre kulturelle Kompetenz zu stärken. Konkret heißt das, dass die Einreisewilligen für Monate zu Lernmaschinen werden.

Von Vicky Marie Eichhorn Freitag, 21.08.2009, 6:55 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 05.09.2010, 0:15 Uhr Lesedauer: 6 Minuten  |   Drucken

Montag, 8:00 Uhr, Nusaybin. Meine 18 Schülerinnen und Schüler sitzen auf ihren Bänken, die einen verschlafen, die anderen aufmerksam. Sie sind zwischen 17 und 28 Jahre alt, ein Fünftel ist männlich. Ein Schüler hat studiert, vier Schülerinnen sind Analphabetinnen. Sie kommen aus der umliegenden Gegend, von Mardin über Midyat bis Sirnak. Die jungen Frauen sind in einer Art Internat untergebracht, viele von ihnen zum ersten Mal für längere Zeit von ihrer Familie getrennt. Hierdurch avanciert der Deutschkurs für sie zu einer wichtigen Zwischenstation auf dem Weg in die Selbständigkeit.

Gleich erzählen meine Schülerinnen und Schüler mir, was sie am Wochenende gemacht haben: schlafen, essen, lernen, spazieren gehen – soviel können sie nach vier Wochen. Ich bin für die meisten von ihnen die erste indigene Deutsche, eine interkulturelle Konfrontation. Sie fragen mich, warum ich unverheiratet bin und keine Kinder habe. Außerdem trinke ich Bier. Ich frage, warum sie es so eilig mit dem Heiraten haben und als was sie später einmal arbeiten möchten. Die Situation löst eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Anderen aus. So erhalten sie einen ersten Einblick in deutsches Leben, bevor sie vor Ort sind. Auf diese Weise wird zudem Sozialarbeit geleistet: Anhand von Fallbeispielen erzähle ich ihnen sukzessiv und subtil von ihren Rechten in Deutschland.

Gleichsam bin ich für sie eine hermeneutische Herausforderung. In den Pausen verständigen wir uns mit Händen und Füßen, im türkischkurdischdeutschen Kauderwelsch. Meine Schülerinnen und Schüler sind rege, sie wollen sich mitteilen und wo ein Wille ist, ist Kreativität. Geglückte Kommunikation, die Erfahrung, das Gelernte praktisch anwenden zu können, stärkt ihr Selbstbewusstsein. Hier, in den Pausen oder wenn wir uns abends zum Lernen treffen, findet selbstgesteuertes und inkorporiertes Lernen statt.

Ein Deutschkurs im türkischen Sanliurfa, ca. 250 westlich von Nusaybin.
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BjL7jsuYPNs[/youtube]

Im Unterricht bleibt dafür allerdings keine Zeit. Immerhin sollen sie am Ende des Kurses, der in Kooperation mit einem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugelassenen Integrationskursträger angeboten wird, rund 700 deutsche Worte passiv verstehen und 300 aktiv anwenden können. Sie lernen die Artikel, Dativ, Akkusativ, die Verben im Präsens, auch die unregelmäßigen; dazu Syntax und Präpositionen. Sie sollen sich zu den Themen Wohnen, Arbeit, Freizeit, Einkaufen, Verkehr und Gesundheit äußern können. Fünf bis sechs Tage pro Woche sitzen sie sieben Stunden am Tag im neugebauten Klassenzimmer, bei 40 Grad. Die Klimaanlage im Raum verkommt wegen der häufigen Stromausfälle zu einer Metapher von einem weniger beschwerlichen Leben. Nachmittags machen sie Hausaufgaben, abends lernen sie Vokabeln. Das Pensum übersteigt ohne weiteres die deutsche 38,5 Stunden-Woche. Der Kurs ist teuer, der Druck auf meine Schülerinnen und Schüler enorm hoch.

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  1. Teleprompter sagt:

    „vier Schülerinnen sind Analphabetinnen.“

    Ich finde es ja schmeichelhaft, dass jemand, der nicht lesen und schreiben kann, lieber Deutsch lernt, als lesen und schreiben, bin aber trotzdem der Meinung, dass das die falsche Reihenfolge ist.

    • BiKer sagt:

      tolle feststellung teleprompter! es war sehr interessant, ihre meinung darüber zu lesen. klasse! sie bestätigen, was ich schon immer gedacht hatte. wer lesen uns schreiben kann, kann eine sprache schneller lernen und nicht umgekehrt. echt toll ihre feststellung. sie haben ein komplexes thema kurz und prägnant wiedergegeben. bravo!

      mal im ernst. was treibt menschen wie sie dazu, sich tatsächlich die zeit dafür zu nehmen, solche kommentare zu schreiben? zu viel zeit? oder sollten wir – migazin leser – uns geschmeichelt fühlen, dass da jemand ist, der noch vor dem überlegen sachen zum lesen hinterlässt, obwohl es umgekehrt richtig gewesen wäre.

      in ihrem kommentar erkenne ich nur eins: sie machen sich lustig über menschen, die – weshalb auch immer – keine bildung genießen durften. sowas macht man nicht. insebsondere bei extrem ungleichen voraussetzungen.

      • Teleprompter sagt:

        „die – weshalb auch immer – keine bildung genießen durften“

        Darüber sollten Sie sich ereifern, nicht über mich. Die Verantwortung dafür liegt einzig und allein beim türkischen Staat. Sind Sie türkischer Staatsbürger? Falls ja, dann wissen Sie ja, an wen Sie sich wenden müssen.

        • BiKer sagt:

          überlassen sie mir, worüber ich mich ereifere! sie machen sich lustig und das gehört sich nicht. ende! ihrer antwort nach zu beurteilen sehen sie das aber nicht einmal ein. peinlich.

          • Teleprompter sagt:

            Ja, ja die „Heilige Türkei“.

            Dass ich mich lustig gemacht hätte, haben Sie sich zurechtphantasiert. Die Frauen tun mir leid, denn das Schicksal als analphabetische Importbraut eines türkischen Kleinpaschas in Deutschland ist sicher kein Zuckerschlecken.

            • Nordtürke sagt:

              ne,ne TELEPROMPTER, die Zeiten ändern Sich. Eigentlich geht es den Türkischen Bevölkerungs-
              schichten bis auf die sehr Faulen Recht Gut. Glauben Sie mir Ich weiss wovon ich Rede.
              Vielleicht Trifft man die Frauen in einem Noblen Restaurant in der Küche, acchhh die wirkliche Türkische
              Küche kann nicht übertroffen werden wegen ihrer Vielzahl an Gerichten.

  2. Schwarzmaler sagt:

    Deutschland ist eine Chance für sie, aber sind sie auch eine Chance für Deutschland? Wie lange werden wir indigenden Deutschen uns den Luxus leisten können, die Mühseligen und Beladenen dieser Welt aufzunehmen, während die Infrastruktur um uns herum verfällt – fahren sie mal abseits der Autobahnen und Hauptbundesstraßen durch den Hunsrück oder Taunus – während die Belastungen durch Steuern und Abgaben steigen ohne dass nennenswert Leistungen des Staates an den Bürger dahinter stehen.

    • Peter Habersaat sagt:

      Ach, wenn es denn nur die Straßen wären: bei meinem Kind an der Schule herrscht Lehrermangel, besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern. An anderen Schulen ist die Situation ebenso dramatisch. Für das neue Schuljahr (2009/10) fehlen bundesweit 40.000 (!) Lehrer. Bis 2015 baut sich das auf 80.000 (!) auf. Schon 40 % der Physiklehrer haben kein Lehramtsstudium mehr absolviert, sondern sind als sogenannte Feuerwehrkräfte quereingestiegen. Das deutsche Bildungsniveau sinkt von Jahr zu Jahr.
      Die TU-Aachen lässt inzwischen jeden deutschen Studenten unbesehen seiner Qualifikation zum Studium zu, weil akuter Nachfragemangel in den Ingenieurwissenschaften von Seiten der Abiturienten besteht. Um die Lücke zu füllen, studieren dort zusätzlich 5000 Asiaten auf Kosten des Steuerzahlers. Während die Abbrecherquote der deutschen Studenten bei 50% liegt, ist sie bei Chinesen und Koreanern praktisch Null. Dabei sind diese Studenten nicht die Elite ihres Landes – sie kommen nach Deutschland, weil die Zugangsbedingungen hier so erleichtert sind. Die Besten studieren in der Universitätsstadt Delian oder einer der vielen Elite-Unis Chinas.
      Für deutsche Studenten müssen Anfängerkurse in Mathematik begleitend angeboten werden, weil der Ausbildungsstand vom Gymnasium her erbärmlich ist; obwohl diese Angebote genutzt werden, ist die Abbrecherquote wie oben genannt. Massiver kann Geld nicht verschwendet werden! Zeitgleich werden Milliarden für „Integration“ ausgegeben, es sollen Imame an deutschen Hochschulen ausgebildet werden, auf Steuerzahlerkosten gibt es Islamunterricht…was soll man davon halten resp. soll man in Anbetracht dieser Zustände noch Multikulti feiern und sich über den Zuzug der im Video gezeigten Importbräute freuen?

      Ich sehe diese Politik als systematischen Angriff auf unsere Kultur und der damit zwangsläufig verbundenen Vernichtung der Zukunft unserer Kinder. Es ist eine bestialische Form organisierter und zutiefst verabscheuungswürdiger Staatskriminalität, deren Protagonisten schon längst auf gepackten Koffern sitzen, und ihren Nachwuchs, falls überhaupt vorhanden, elitär international ausrichten.

  3. Markus Hill sagt:

    Eigentlich war ich etwas entsetzt über den Bericht. Allein schon die Ausmachung mit der Tafel bzgl. „Ausländerfeindlichkeit“ . Schon etwas fragwürdig – Chinsen, Inder, Japaner, Aussiedler etc.: Keine Ausländerfeindlichkeit, d. h. hier wird genau die Pauschalisierung propagiert, die man selber oft anderen in Deutschland vorwirft. Türken: Ausländerfeindlichkeit – nein. Massive Kritik am Verhalten von bestimmten Gruppen der türkischen Community: JA! Genau die, die hier im Artikel beschrieben werden.
    Warum muss jemand Analphabeten nach Deutschland holen (Umgehungslücke „Zuwanderungstop“)? Ist das im Interesse des Einwanderungs- und Gastlands Deutschland? Sind das die selbstbewussten, gebildeten neuen erfolgreichen türkisch-stämmigen Männer, die diese Frauen „importieren“ (arrangierte Hochzeiten)? (Meine Vermutung: Wohl kaum!).
    Ist es im Interesse der erfolgreichen Migranten, dass hier wieder Zuwanderung geschieht, die den Ruf wieder ramponiert? Ist es zumutbar für ein „Einwanderungsland“ potentielle Mütter zu „importieren“, die mit GROSSER WAHRSCHEINLICHKEIT (Unterstellung von mir) wieder erneut nicht in der Lage sein werden, Ihren Kindern hinsichtlich Bildung in der Schule Unterstützung angedeihen zu lassen?
    Alles Fragen, die man einmal sachlich diskutieren könnte.
    Oder (natürlich deutsche Sicht auf die Dinge): Mit welcher Berechtigung meint ein türkischer Mann vom deutschen Steuerzahler finanzielle Unterstützung für Sprachkurse von Analphabeten-Frauen (eigene Entscheidung, bitte aus der eigenen Tasche bezahlen!!!) zu fordern? Man kann überhaupt nicht mehr genügend den Kopf schütteln über solche Forderungen. Das sind die Dinge, die schlechte Reputation von bestimmten türkischen Gruppen in Deutschland schaffen. Meine Empfindung und mein klarer Verdacht an dieser Stelle: Ein Mann, der sich vielleicht sogar aufgrund mangelnden eigenen Bildungsniveaus eine Analaphabetin in der Türkei aussucht, wird kaum bei Ankunft in Deutschland zuhause mit der Frau die grosse Bildungsoffensive starten. Man verfestigt gerade die Strukturen zusätzlich, die man mit Problem-Einwanderer-Gruppen geschaffen hat und warum man sich hier in den Foren die Köpfe heiss redet.
    Ich war entsetzt, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Dinge „so am Rande“ in dem Artikel genannt wurden. Allein der Gedanke, schon wieder die Form von Zuwanderung zu erhalten, die hier im Lande die meisten Leute nicht wollen (Egoismus, klar: Schon wieder wird Potential für Schulversagen und Folgekosten im Sozialbereich sehenend Auges produziert!), kann nur Kopfschütteln erzeugen.
    Die Fragen wollte ich zumindest einmal zur Sachdiskussion in den Raum stellen. Wohl wissend, dass wir hier von einer ganz bestimmten Gruppe innerhalb der türkischen Community sprechen.

    PS: Ich bitte vorab um Nachsicht wg. „emotionaler Komponente“ in meinen Ausführungen. Hoffe, dass sich niemand hier direkt persönlich angegriffen fühlt. Es soll niemanden beleidigen, aber einige der Fragen sind vielleicht einmal einer kontroversen Betrachtung wert.

    • Peter Habersaat sagt:

      Vielleicht sollten die hier lebenden, gut integrierten (Deutsch-) Türken mit „unseren“ Politkern mal Tacheles reden? Ich glaube nicht, dass diese Form der Zuwanderung (arrangierte Ehe/ Importbräute/ AnalphabetInnen) in deren Interesse ist: Es fällt auf sie zurück, auch sie werden über KV/Steuern zur Kasse gebeten und ihre Kinder wollen sie sicher auch gut beschult wissen.. wenn nicht doch die „Westtürkei“ hier entstehen soll..

      • Mehmet sagt:

        Ich denke die meisten „gebildeten“ sind Ihrer Ansicht, was diesen Kommentar betrifft.

        • Markus Hill sagt:

          Hat nichts mit Nationalitäten oder ähnlich zu tun – dieses Thema von oben betrifft unabhängig alle Steuerzahler in diesem Land, oder die, die Interesse an einer zukünftig guten Schulbildung für die Kinder haben. Es ist ein ganz normales GEMEINSAMES INTERESSE. Und das gibt es bestimmt noch andere Dinge, wo man an einem Strang zieht.

    • Teleprompter sagt:

      Uiiiiiiii! Wenn Sie so weiter machen, schreiben Sie bald wie ich;-)

      • BiKer sagt:

        das sollte ihnen zu denken geben, herr hill!

        • Markus Hill sagt:

          Ich sehe ja zumindestens, dass es Ihnen Anlass zum Nachdenken gibt. Wenn man eine Meinung darstellt oder Fragen aufwirft, kann man nicht immer bestimmen, wer einem da zustimmt und nicht. Das einmal ganz wertfrei, da ich auch nicht weiss, welche Phantasien Sie darüber haben, welcher Art und warum diese Zustimmung von dort erfolgt. Vielleicht könnten Sie da etwas differenzierter und konkreter zum Ausdruck bringen, was Sie so kritisch sehen. Wäre nett, sonst befeindet man sich hier in solchen Foren unterschwellig immer aufgrund von irgendwelchen Phantasien, Unterstellungen, Mutmassungen. Das ist Schade, wenn daran der Dialog scheitert
          Es geht wohl in diesen Foren auch nicht darum, den grössten Preis für Beliebtheit zu erhalten. Hart in der Sache diskutieren, Emotionales auch als emotional und nicht sachlich benennen, in unterbewussten schwellende Vorurteile und Sachurteile einmal an die Oberfläche bringen. Wenn solche Dinge auf dem Tisch sind, kommt man in der Diskussion sehr oft voran. Dass das für beide Seiten manchmal etwas „Schmerzhaft“ bzw. unangenehm ist, ist verständlich.
          Im Übrigen bitte ich von Ihrer Seite um etwas Toleranz und Verständnis für andere Sichtweisen. Es liegt in der Natur der Sache, dass verschiedene Gruppen verschiedene Interessenlagen haben. Ich weiss, dass das für manche Leute ein neuer Gesichtspunkt ist. Eine andere Meinung zu haben ist keineswegs ein Verbrechen oder anstössig. In den Foren hier habe ich bis auch natürlich gewissen emotionalen Ausfällen nicht wahrgenommen, dass Leute sich aufgrund verschiedener Meinungen umbringen möchten oder zur Gewalt aufgerufen haben, das heisst man redet miteinander. Und das ist angenehm. (Natürlich schliesst dass nicht aus, das man kritisiert wird, das ist ein gutes Recht, für jede Seite).

    • Johanna sagt:

      „Konkret heißt das, dass die Einreisewilligen für Monate zu Lernmaschinen werden.“

      Allein schon diese Ausdrucksweise zeigt mir, wie die „Jungautorin“ übers Lernen denkt.

      Deutschland, dieses „kapitalistische Land“ erwartet doch allen Ernstes, zu Maschinen zu werden;)

      Deutschland müsste es wie die USA und Spanien machen: die Stütze nach 2 Jahren einstellen.

  4. Peter Habersaat sagt:

    Ich bin für einen Wortschatz von mindestens 2000 Wörtern plus eine abgeschlossene Berufsausbildung als Voraussetzung für ein Einreisevisum nach Deutschland. Schließlich geht es nicht nur darum, dass diese Frauen sich in D zurecht finden (was sie sowieso nicht müssen, da sie in fast allen Fällen in ihrer türkischen Community leben werden…), sondern um die Kinder, die diese Importbräute bekommen und mit denen sie nur türkisch sprechen werden und die dann mit mangelhaften Deutschkenntnissen in die Schule kommen. Eine Grundschullehrerin hat mir mal ganz knapp gesagt: Deutsche Eltern, die ihre Kinder in eine Klasse mit Kindern dieser Importbräute geben, versündigen sich an ihren Kindern.
    Naja, und ansonsten ist ja bekannt, was ich vom Zustrom aus der Türkei halte: Nichts. Wie wollen denn diese Frauen jemals dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen? Ohne Schulabschluss, ohne Berufsabschluss? Mich ärgert sehr, dass die Türkei ihr Ventil öffnet und Deustchland den Bevölkerungsüberschuss aufnehmen muss… Erst tolerant, dann fremd im eigenen Land?!

    • Mehmet sagt:

      Da sich die Türkei auf Überholspur mit der Wirtschaft befindet, dürfte dies mittel- bis langfristig kein Problem mehr darstellen.

      • Markus Hill sagt:

        Es wäre der Türkei zu wünschen. Es würde vielleicht auf lange Sicht etwas Druck aus der Situation nehmen. Wobei ich immer an individuelle Motivationen von Migranten denke und nicht an irgendeine „Verschwörung“. Und natürlich ist diese Motivation verständlich. Ebenso wie man vielleicht etwas Verständnis für die Sichtweise von anderen Bürgern entwicklen kann.
        Natürlich wird man mit der Situation die oben genannt wurde humanitär verfahren. Keiner wird Eheleute jahrelang voneinder getrennt halten. Eine schöne Geste der türkischen Verbände könnte es zum Beispiel einmal sein, SELBER (und wenn es nur ein symbolischer Betrag wäre) einmal Stipendien an solche „Analphabetinnen“ zu geben. Indirekt hat man diese Entwicklung wohl zum Teil mit gefördert, es würde einen Glaubwürdigkeits- und Imagegewinn bedeuten.
        Wenn die Damen schon einmal hier wären, kann man immer noch deutsche Steuergelder für Zusatzschulungen bezahlen. Wobei mir das innerlich insofern widerstreben würde – auch wenn man es zähneknirschend macht – weil man dadurch noch bestimmte Leute in Ihrem Tun bestärken würde. Es ist nun einmal so, dass wir da alle in Deutschland in einem Boot sitzen und keinem damit gedient ist, diese dann ggfs. neuen türksichen Mütter hier im Stich zu lassen. Deren Kinder können wenig dafür, dass die Väter diesen Weg der Brautwahl gegangen sind. Sonst haben wir dann noch eine verlorene Generation von türkischen Migranten. Irgenwann sollte diese Negativspirale einmal stoppen.

    • BiKer sagt:

      es ist schon erstaunlich, wie sehr und selbstverständlich man nur noch über den wirtschaftlichen gewinn diskutiert. die türken aus dem osten anatoliens? ja, diese menschen leben oft in schlechteren verhältnissen und haben keine bildung genossen etc. aber diesen menschen geht es gut. sie verhungern nicht. es gibt menschen auf der erde, die verhungern!!!!!!!!! und wieso??? weil wir in europa alles billig einkaufen wollen und so stark sind, dass wir die preise bestimmen. ich frage mich, ob es dann nocht ethisch ist, wenn wir über menschen diskutieren, die wirtschaftlich keine vorteile bringen.

      • Markus Hill sagt:

        Vielleicht vermengen Sie hier zwei Bereiche. In dem Fall oben finden wir uns in dem Bereich „Einwanderungspolitik“. Da gibt es legitime Interessen von jedem Einwanderungsland. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Was Sie vielleicht meinen ist die humanitäre Komponente. Das wäre für mich aber ganz klar der Bereich des Asylrechts. Es gab vor Jahren eine Reform. Durch den massiven Missbrauch der Antragsteller verursacht (deren verständlichen Motive waren aber nur die eine Seite) hat man das Asylrecht so verschärft, dass kaum noch jemand, der irgendwo aus politischen Gründen gefoltert, verfolgt etc., nach Deutschland kommen kann. Man hätte damals die Anerkennungsquote für solche WIRKLICHEN Notfälle meiner Ansicht nach durch aus verzwanzigfachen können.
        Ein ähnlicher Fall übrigens auch beim Jugoslawien-Konflikt. Hier wurde grosszügig ein temporäres Bleiberecht eingeräumt. Ohne auf die darauffolgenden Missstände einzugehen, war das etwas, was auch nicht aus wirtschaftlichen Motiven her rührte.
        Ihre Form von „Ethik“ könnte vielleicht auf Kosten von anderen Menschen in diesem Lande gehen. Das meine ich hier nicht pekuniär. Es geht um Zukunfschancen für viele der bereits hier lebenenden Menschen. Unabhängig von deren Nationaliät. Wenn man da schon mit dem Begriff „Ethik“ operiert, sollte man die Sache etwas von verschiedenen Seiten beleuchten. Es gibt vielleicht so etwas wie den Gedanken des „Gemeinwohls“, der nicht nur eine internationale Komponente hat. Auch gegenüber den Einheimischen besteht eine „ethische“ Verantwortung – die Bürger des eigenen Gemeinwesens vor potentiellem Schaden zu schützen.
        Nach Abwägung all dieser Punket sehen Sie, dass es da durchaus verschiedene Sichtweisen geben kann. Meiner Ansicht nach kann man die auch nebeneinander stehen lassen. Diese müssen sich in vielen Fällen auch nicht gegenseitig ausschliessen.
        Auf den Punkt: Ich geben Ihnen natürlich recht, Einwanderungspolitik ist in der Regel stark nutzenorientiert – für beide Seiten. Ich kann mich mit dem Gedanken anfreunden, dass man in Deutschland eine ähnliche Position einnimmt wie die USA oder Kanada.

    • Non-EU-Alien sagt:

      2000 Wörter? Wow… wissen Sie wieviel Wörter der Durchschnittsdeutsche in seinem täglichen Leben durchschnittlich benutzt? Es sind um die 800 Wörter und Sie wollen, dass diese, wie Sie sie nennen „Importbräute“, 2000 Wörter können? Das erscheint mir ja nicht logisch…

    • nebukadnezarin sagt:

      Sprache in Wort und Schrift ist das Kommunikationsmittel!
      wenn man auf die Strasse geht und Kindern bei der Unterhaltung zuhört, so kann man feststellen das sich fast alle, sobald sie unter ihresgleichen sind, in ihrer Muttersprache unterhalten.
      Dementsprechend ist davon auszugehen, das sich auch zu Hause so unterhalten wird.
      Zu welchem Resultat das führt, kann man bei mundartsprechenden Einheimischen beobachten!
      z.B. welcher Finanzdienstleister stellt heute einen Auszubildenden ein, der in breitesten kölscher Dialekt sein Einstellungsgespräch absolviert?
      Abgesehen davon, das es mit der Rechtschreibung meist nicht besser aussieht.
      Wie sollen Migrantenkinder auch nur annähernd die gleichen Bildungchancen erhalten, wenn die Eltern jegliche Sprachbildung torpedieren?
      Was für ein Schwachsinn ist denn der Versuch, türkischen Frauen die ihre eigene Sprache nicht lesen und schreiben können, deutsch beizubringen ???
      Die machen Ihren Deutschkurs, bekommen ihr Visa um sich dann mit hier geborenen eigenen Kinder auf türkisch zu unterhalten.
      Was sollen Frauen ohne jegliche Ausbildung, abgesehen von der Qualifikation der Familienplanung unserer Gesellschaft bringen?
      Ein weiteres Beschäftigungsfeld gutmenschlicher Sozialfetischisten, die schon heute fast nicht mehr zu finanzieren sind?

      Denk ich an Deutschland in der Nacht…….

  5. elimu sagt:

    Also bei diesem Thema kommt mir persönlich (Entschuldgung) die Kotze hoch!
    Etliche Monate, die man auf seinen Partner warten muss. Schlimm für die wirklich liebenden Ehepaare..
    jaaaaa man glaubt es kaum, aber es gibt eben nicht immer diese toll umschriebenen Zwangsehen / arrangierte Ehen etc.! Richtig lange Beziehungen stehen manchmal auf dem Spiel..!

    So und nach allem kommt dann diese Deutschprüfung- die meiner Meinung nach der absolute Schwachsinn ist; einfach nur teuer, zeitaufwendig, nervtötend und verzweifelnd.

    Na Gott sei dank! es ist bei uns persönlich vorbei!
    Doch in Deutschland angekommen, geht es weiter. Denn was dort eingetrichtert (nicht gelehrt) wird, muss mein Mann hier nachholen. ( Zwar auch kostenspielig, aber es lohnt sich für den Anfang.)

    Die Kommentare da oben will ich erst gar nicht bewerten. Für mich riecht es einfach wieder viel zu viel nach pauschalisierenden und oberflaechlichen Meinungen, die mal so eben an das Thema streifen, ohne jegliche Spur von Menschlichkeit.

    • Markus Hill sagt:

      Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass Sie sich etwas „verriechen“. Oben ging es gerade nicht um solche Fälle wie bei Ihnen, sondern um eine ganz bestimmte Gruppe von Fällen. Ich weiss, dass das Thema keineswegs nur diese Gruppen betrifft. Jede andere Form von Konstellation – so wie Ihrem persönlichen Fall – ist da denkbar und ist keineswegs erschöpfend behandelt. Da gebe ich Ihnen recht. Bitte unterstellen Sie anderen Leuten nicht, dass da kein Mitgefühl vorhanden ist. Man kann eine Thematik schon in der Sache hart diskutieren, dass heisst aber häufig nicht, dass man nicht dort versteht, dass es für die Menschen da oft auch unangenehme Konsequenzen gibt. Und dann ist es noch einmal etwas ganz anderes, wenn jemand wie Sie die persönlichen Nöte schildert. Die Leute sind da oft gar nicht so „böse“ und verständnislos, wie man denkt. Natürlich treffen sie nicht immer für jeden den treffenden Ton.

      • elimu sagt:

        ja entschuldigung………
        aber dieser Bericht da oben, der spielt ja auch förmlich daraufhin, dass man „Angst“ vor den „Ungebildeten“ analphabeten bekommt!!!
        Wo ist bitte Nusaybin (wurde sogar angezeigt; undzwar am A der Welt). Natürlich sind da auch nur Türken aus dem Osten, wo sowieso ein hoher Anteil (wenn nicht 99,99%) aller geschlossener Ehen ARRANGIERTE EHEN sind! Wobei diese bitte nicht zu unterschätzen sind und bitte NICHT zu vergleichen sind mit Zwangsehen! (Die Trennung der beiden Fälle ist natürlich sehr schwer, da gebe ich Recht)

        So entstehen aber die Vorurteile. Wir Deutschen können inzwischen keine neutrale Meinung abgeben. Das was man in diesem Video sieht, ist für viele von uns das, was in ganz Türkei passiert. Solche Fälle gibt es jaa.. aber was ist mit denen, die aus wirklich reiner Liebe heiraten. Ganz genau… für den deutschen Staat haben sie momentan die A-Karte gezogen. Da will man einfach nichts ändern. Ich finde es eben nur schade, dass daran auch wirkliche Ehen kaputt gehen und inzwischen Scheidungen vorliegen, nur weil dieser Test einen Hinderniss darstellt. ( Nicht nur weil der Partner nicht deutsch lernen will, sondern weil meistens die finanziellen Mittel fehlen!)

        Das ist einfach ungerecht, da können sich alle dumm und dämlich stellen, ES IST EINFACH NICHT MENSCHLICH! SO WAS MACHT UND TUT MAN DEN MENSCHEN NICHT AN!

        • Auch ich habe mich gefragt, ob der Bericht oben möglicherweise falsche Vorstellungen erweckt – insbes. das Video. Ich denke aber, dass das, was oben zu lesen und zu sehen ist, die Realität ist. Durch die Karte zeigen wir, wo sich diese Realität abspielt. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass es überall in der Türkei so ist. Ganz sicher nicht.

    • Johanna sagt:

      Darf ich frage, ob Ihr Mann arbeitet und abend weiter Deutsch lernt?

      • elimu sagt:

        natürlich dürfen Sie :)
        Mein Mann arbeitet natürlich nicht, denn die Integrationskurse dauern 600 Stunden und die sollten meiner Meinung nach so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Von morgens 9 bis 13.30Uhr dauern die Kurse. Für mich als Alleinverdienerin ist es manchmal natürlich schwer, aber ab Oktober hat er aber zu 90% eine Stelle zugesagt bekommen. Vorraussetzung ist natürlich die bestandene B1- Prüfung.

  6. nebukadnezarin sagt:

    BiKer
    tolle feststellung teleprompter! es war sehr interessant, ihre meinung darüber zu lesen. klasse!

    vielleicht sollten Sie sich mal an die eigene Nase fassen!

  7. Erkan sagt:

    Nachdem ich die ganzen Kommentare gelesen habe, sehe ich doch ein wenig die Notwendigkeit die Situation aus einem anderen Blickwinkel darzustellen. Meines Wissens nach, welches auch aus familiennahen Erfahrungen herrührt, werden die Tests für die Prüfung der sprachlichen Fähigkeiten in deutschen Konsulaten durchgeführt. Diese stellen sogar relativ hohe Erfahrungen; ich kenne Personen, welche diesen Test erst im dritten Anlauf bestaden haben, obwohl Sie einen relativ hohen Bildungsstand aufweisen konnten. Ich kann mir folglich nicht vorstellen, dass Personen, die weder schreiben noch lesen können diesen Test bestehen können, da hier schriftlich wie auch mündlich Anforderungen gestellt werden, die Analphabeten keineswegs meistern können.
    Ich könnte mir das so vorstellen, dass diese Personen während des Besuchs dieser Kurse parallel zunächst einmal die Fähigkeiten erwerben, um dann im weiteren Verlauf, vielleicht im 5.ten Versuch, erst in der Lage sind eine reele Chance zum Bestehen dieser Prüfung zu haben. Man kann davon ausgehen, dass es sich folglich um ehrgeizige junge Frauen handelt, die ein Ziel haben und dieses erreichen möchten. Die Anzahl der Analphabeten in solchen Kursen dürfte im Durchschnitt unter 10% liegen, von denen höchstwahrscheinlich auch ein nicht unwesentlicher Anteil die Prüfung nicht besteht.
    Insgesamt gesehen kann man nicht verleugnen, dass diese Persönlichkeiten meist mit einem geringen deutschen Sprachniveau in Deutschland einreisen. Darf aber nicht missachtet werden, dass der deutsche Staat schon sicherstellt, dass eine ausreichende finanzielle Situation gewährleistet ist, wenn diese Menschen in Deutschland einreisen. Es wird nicht möglich sein, dass ein Hartz 4 Empfänger seinen Partner aus der TR hier ohne weiteres einreisen lässt. Zu betonen ist an dieser Stelle weiter, dass diese Menschen keineswegs faul sind, da Sie in Deutschland einreisen, um hier ein besseres Leben zu haben. Sie sind engagiert und bringen bestimmte Tugenden mit, die auch als positiv anzusehen sind, so bspw. die Geburtenfreudigkeit.
    Der ein oder andere wird jetzt bestimmt sagen, dass diese Menschen gar nicht in der Lage seien ihren Kindern eine ausreichende sprachliche Basis zu schaffen, da Sie bspw. dauernd nur türkisch sprechen etc.
    Also aus meinem Bekanntenkreis kenne ich die Praxis, dass ein Elternteil nur türkisch mit dem Kind spricht, während der andere Elternteil nur deutsch spricht. So lernt das Kind beide Sprachen i.d.R. in ausreichendem Ausmaß.
    Ich kann zwar auf der einen Seite die Skepsis verstehen, aber möchte noch einmal darauf aufmerksam machen, dass die deutschen Behörden schon ziemlich hohe Hürden aufstellen, damit diese Menschen nicht in DE einreisen. Die Anzahl solcher Familiengründungen ist in den letzten Jahren deshalb auch meines Wissens nach um etwa die Hälfte zurückgegangen. Ob dass denn unbedingt nur Vorteile mit sich bringt, ist fraglich. In einer emanzipierten Singlegesellschaft ist es nun einmal nicht so einfach, einen Partner fürs Leben zu finden.
    (s. Bsp. Deutsche-Thailandfrauen – ist aber ein anderes Thema;))
    Ich hoffe, dieser Blickwinkel war hilfreich, um ein differenzierteres Bild gewinnen zu können.
    Ich hoffe, ich konnte für

    • Peter Habersaat sagt:

      „Sie sind engagiert und bringen bestimmte Tugenden mit, die auch als positiv anzusehen sind, so bspw. die Geburtenfreudigkeit.“

      LOL. Na darauf haben wir ja geradezu gewartet. Vielleicht ist es bei diesen Leuten noch nicht angekommen, aber bei 6,8 Milliarden Erdbevölkerung braucht man kein Menschenmaterial mehr! Ich bin für die 1-Kind-Familie: ab dem 2.Kind gibt es nix mehr und es kostet Strafe!

  8. Schneter sagt:

    Die Geburtenfreudigkeit türkischer Frauen nennen Sie eine Tugend? Ich bitte Sie….
    Es ist absolut falsch, dass Deutschland einen Geburtenzuwachs braucht, ganz im Gegenteil, würde das deutsche Volk auf 50 Millionen schrumpfen, wäre das eher positiv anzusehen. Was sollen wir mit 100 Millionen Einwohnern, von denen 50% keine Arbeit haben und auch nie eine bekommen werden?

  9. Erkan sagt:

    Also liebe Freunde,
    habt ihr schon einmal von sozialer Absicherung gehört. Also ich habe während meiner Schulzeit und stärker noch während meines wirtschaftswissentschaftlichen Studiums von renommierten Professoren eingetrichtert bekommen, dass der Geburtenzuwachs notwendig ist, um das soziale System in DE aufrecht erhalten zu können. Diese Behauptung wurde offensichtlich auch mathematisch dargestellt und bewiesen.
    Ihr behauptet nun das Gegenteil. In Ordnung, ich glaube euch mal ;)), damit wir Freunde bleiben.

    Um mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen. Wir leben in Deutschland und die Realität sieht ganz anders aus.

    • Mehmet sagt:

      Richtig:
      Irgendwoher müssen wir (!) Deutschen die Geburten herzaubern, sonst sieht es düster für Deutschland aus.

      • Markus Hill sagt:

        Japan und andere Industrieländer machen gegenwärtig einen ähnlichen Prozess durch. Modelle werden überlegt, Verlängerung Lebensarbeitszeit, Produktiviätszuwachs etc. Da findet als gegenwärtig noch ein wissenschaftlich eine Diskussion statt.
        Sollte es unbedingt erforderlich sein mit dieser Form von „Geburtsstärke-Einwanderung“ zu liegäugeln, dann sollte es auf keinen Fall weitere türkische, bildungsferne Frauen sein. Dann würde ich in Deutschland eine Studie vorschalten, abwägen lasset etc.: Wen will man dafür haben? Wer ist ideal dafür geeignet und bereitet bei der Integration keinerlei Schwierigkeiten? (Wegen der schlechten Erfahrung mit der Zuwanderung der 60er, mit den heutigen Folgen).
        Ist aber nur hypothetisch, da ich an das Argument nicht ganz glaube. Im Gegenteil, die meisten Länder mit hoher Geburtenstärke haben enorme Probleme. Beispiel Türkei: Die ganze Problematik besteht ja gerade darin, dass man durch Auswanderungsmöglichkeiten den“ Überbevölkerungsdruck“ (keine adäquaten Beschäftigungsmöglichkeiten – sonst wären in den 60er Jahren nicht so viele Gastarbeiter gekommen) abbaut. Selbst Indien hat dieses Problem: Jeder Wohlstandszuwachs wird wieder „aufgefressen“ durch zu hohe Geburtenraten. Viele Geburten alleine kann meiner Ansicht nach nicht die ultimative Lösung sein.
        Wie gesagt, es wird da noch geforscht. Es bleibt abzuwarten, was die richtige Antwort für die Lösung der Demographie-Frage sich noch finden lässt.

    • Teleprompter sagt:

      „dass der Geburtenzuwachs notwendig ist, um das soziale System in DE aufrecht erhalten zu können.“

      Die Rechnung geht aber nur auf, wenn die Leute auch beschäftigt werden können, vernünftig verdienen und Sozialbeiträge zählen. Ich bin davon überzeugt: wenn das gewährleistet wäre, hätten auch die Deutschen genügend Kinder.

      • Mehmet sagt:

        „Ich bin davon überzeugt: wenn das gewährleistet wäre, hätten auch die Deutschen genügend Kinder.“

        Aber gerade die deutschen Familien aus den unteren Schichten haben mehr Kinder. Die Mittel- und Oberschicht begnügt sich mit 1-2 Kinder oder ersatzweise einem Haustier.

        • Schneter sagt:

          @Mehmet

          Kinder bekommen heisst auch Verantwortung übernehmen. Da die Oberschicht meist auch gebildet ist, ist ihnen klar, was es heisst, Kinder aufzuziehen und dafür die Verantwortung zu übernehmen. Das gerade viele Unterschichtfamilien viele Kinder in die Welt setzen, die sie weder vernünftig erziehen noch versorgen können, sagt viel über deren soziales Verantwortungsbewusstsein aus. „Andere werden dafür schon zahlen, gibt ja Kindergeld“

          • Mehmet sagt:

            Da sind wir einer Meinung.

            Anscheinend genügt es leider nicht, nur für 1-2 Kinder Verantwortung zu übernehmen. Vor allem die Mittel- und Oberschicht sollte dazu angeregt werden, mehr Kinder zu bekommen, da diese auch i.A. eine bessere Bildung genießen dürfen und dies der Gesellschaft zugute kommt. Wenn nun Deutschlandweit die Unterschicht mehr Kinder bekommt und obere Schichten sich schwer davon überzeugen lassen, dann können Sie sich selbst ausmalen, was das für die nächsten Generationen in Deutschland bedeutet.

        • Markus Hill sagt:

          Die Problematik im Bildungsbereich bei DEUTSCHEN Bildungsfernen ist schon Jahrzehnte bekannt. Die Antwort kann wohl kaum sein, in zusätzlich das Problem dadurch zu vergrössern, möglichst mehr TÜRKISCHE Bildungsferne den gleichen Weg einschlagen zu lassen. Ich würde zunächst daran ansetzen, dass Potential dieser bereits vorhandenen Bildungsfernen-Kindergeneration durch Bildungsmassnahmen auszubauen. Warum sollte man sich da die nächste „türkische Problemlawine“ ins Land holen? Bei den gegenwärtigen Diskussionen mit den bereits vorhandenen türkischen Bildungsfernen erscheint das als keine gute Lösung.
          Mit dem gleichen recht könnten auch alle Äthopier, als Beispiel, sagen: „Kinder kriegen, dass können auch wir gut. Warum nehmt Ihr die türkischen Analphabeten und nicht unsere?“ – ich stelle mir jetzt schon vor, wie dann in Deutschland äthopische Verbandsvertreter wg. Diskriminierung durch Bevorzugung der Türken gegen die Deutschen klage. (Um die Sache einmal etwas ins Absurde zu führen – halb im Ernst, halb im Spass gesagt).
          PS: Hoffen wir also, dass diese recht negative Form von Einwanderung noch stärker rückläufig wird. Es käme auch etwas mehr Ruhe in die allgemeine Diskussion.:-)

  10. Erkan A. sagt:

    Teleprompter

    ich glaube eher, dass es Einstellungssache ist, ob man Kinder haben möchte oder nicht. Bestimmt gibt es auch eine positive Korrelation zwischen Einkommen und der Anzahl der Kinder. Damit jedoch eine Basis für Kinder geschaffen werden kann, ist die Voraussetzung i.d.R. eine funktionierende Ehe. Alleine dies kann noch nicht einmal gewährleistet werden; dieser Trend setzt sich in Europa fort.
    Was heisst den ausserdem „vernünftiges“ Einkommen. Ich denke auch hier gibt es eine unterschiedliche Wahrnehmung. Ich kann mir gut vorstellen, dass für ein durchschnittliches deutsches Paar „vernünftiges“ Einkommen viel höher liegt,als bei einem durchschnittlichen türkischen Paar.
    Also die obige Argumentation hört sich im ersten Augenblick logisch an ist jedoch nicht griffig, da andere sozioökonomischen Aspekte eine viel größere Rolle spielen.

    • Markus Hill sagt:

      Richtig. Es gibt verschiedene Kategorien der Betrachtungsweise. Für ein Einwanderungsland ist natürlich nicht die reine Anzahl von Köpfen (Nachwuchs, Geburtenrate), sonder die Qualität der Einwanderung relevant. Ich glaube, wenn die Diskussion oben über Vietnamesen und Chinesen und deren Beitrag zur „positiven Demographie-Wertschöpfung“ erfolgt wäre, lägen man da nicht so stark in der Auffassung auseinder. Eine türkische Analphabetin mit schlechten Deutschkenntnissen erscheint da gegenwärtig sachlich und repurtationsmässig nicht wettbewerbsfähig. Diese Variante stösst auf sehr wenig Resonanz in der öffentlichen Diskussion. Die sehr schlechte Erfahrung mit den türkischen Einwanderen in der x-Generation ermutigt nicht gerade dazu, jetzt wieder den gleichen Fehler zu machen (Potentialausbau „Bildungsferne“ durch hohe Geburtenrate zur Lösung der demographischen Probleme in Deutschland). So sehr ich auch verstehe, dass hier oft Türken für bildungsferne Türken ein gutes Wort einlegen, halte ich es sachlich nicht für geboten, die sehr schlechten Erfahrungen („Berliner Zustände“, „Ausländer-Ghettos“) nicht aus den Augen zu verlieren. Das schreckt sehr ab, nochmals solche Experimente sind kaum empfehlenswert. Vielleicht ergibt sich die Option für eine Diskussion wieder in 5 – 10 Jahren, wenn die türkischen Community sich wieder (aufgrund der zunehmend feststellbaren Erfolgsstories) einen akzeptablen Ruf erarbeitet hat. Zumindest ist dies auch eine mögliche Betrachtungsweise, natürlich mehr auch der deutschen Sicht oder der Sicht aller Steuerzahler, die die Folgen solcher Experimente letztendlich immer zahlen müssen (nicht Pass-abhängig!).

    • Markus Hill sagt:

      PS: Ich glaube in der obigen Fragestellung ist derzeit einfach die Interessenlage zu unterschiedlich ist gegenüber den oben angesprochenen „Bildungsfernen-Geburten-Thematik“. Mein Verdacht ist, dass viele in der Community der „erfolgreichen Türken“ da ein gemeinsames Interesse mit vielen Deutschen haben. Selbst wenn es nicht so stark in die Öffentlichkeit getragen wird, da man da vielleicht als türkischer Migrant als „Nestbeschmutzer“ betrachtet würde. Ich vermute dass, kann das nur auch persönlichen Gesprächen her belegen. Wäre eine Umfrage oder Studie wert.