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Migration und Integration in Deutschland

In allen Zielstaaten der Arbeitsmigration weisen die Eltern der als Migranten erfassten Jugendlichen eine kürzere Schulbesuchszeit und einen geringeren ökonomischen, sozialen und kulturellen Status auf als die Eltern von Nichtmigranten. Nirgendwo ist dieser Unterschied … aber so stark wie in Deutschland.

Konsortium Bildungberichterstattung, Bildung in Deutschland, 2006
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Interkulturelle Öffnung

Die Forderung der Diakonie

Der Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Klaus-Dieter Kottnik, forderte letzte Woche auf einer Veranstaltung in Berlin die interkulturelle Öffnung etwa in Kindergärten und Schulen. Kottnik sicherte zu, dass sich auch die Diakonie selbst interkulturell öffnen wolle.

VONBekir Altas

DATUM16. Juni 2009

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„Niemand darf aufgrund seiner kulturellen Herkunft oder Religionszugehörigkeit ausgegrenzt werden“, sagte Kottnik. Die Diakonie stehe in der kulturell und religiös vielfältiger werdenden Gesellschaft vor neuen Herausforderungen. „Ein zentrales Anliegen diakonischer Arbeit ist es, für Chancengleichheit aller Menschen einzutreten und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit alle an der Gesellschaft partizipieren können“, betonte Kottnik.

Die Ankündigung des Diakonie-Chefs Kottnik ist von sehr großer Bedeutung. Die aktive Beteiligung von Institutionen am Integrationsprozess ist für die gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben unentbehrlich. Ohne eine interkulturelle Orientierung bei Institutionen, wie die Diakonie, ist eine erfolgreiche Integration denkbar schwer. Durch ihre facettenreiche Arbeit erreicht die Diakonie alle Schichten in der Gesellschaft und hat damit eine existentielle Stellung im Integrationsprozess.

Interkulturelle Öffnung ist dabei nicht nur als Vermittlung von interkulturellen Kompetenzen zu verstehen. Interkulturelle Öffnung heißt auch Beteiligung junger Migranten in der Arbeit der Organisationen. Doch die kirchlichen Institutionen tun sich da noch etwas schwer. Noch vor einem Jahr hat die Diakonie in Hamburg die Bewerbung einer muslimischen Frau für eine Stelle in einem Projekt zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten, welche aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie des Bundes finanziert wurde, wegen Nichtzugehörigkeit zur christlichen Religion abgelehnt.

Unstreitig ist, dass im Hinblick auf das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften, die Zulässigkeit einer Differenzierung nach der Religion gerechtfertigt ist, solange diese nach „Art der Tätigkeit oder den Umständen ihrer Ausübung eine wesentliche, rechtmäßige und gerechtfertigte berufliche Anforderung angesichts des Ethos der Organisation darstellt“. Für die in Rede stehende Stelle einer Sozialpädagogin im Rahmen des Teilprojekts „Integrationslotse Hamburg“ kann dies jedoch nicht der Fall sein. Der Vortrag der Diakonie, wonach für die Tätigkeit als Integrationslotsin die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche unabdingbare Voraussetzung sei, überzeugt nicht. In der Praxis des Projekts finden sich nämlich keinerlei Bezüge zu einer religiösen Tätigkeit. Die Ausgrenzung einer muslimischen Frau unter anderem aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit lässt vielmehr vermuten, dass hier Integrationsbemühungen mit Missionierungsversuchen verknüpft werden. Ganz im Sinne der EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“, die den Dialog mit Muslimen im Rahmen der christlichen Mission vorsieht. Die Bewerberin führte hierzu im Verfahren zutreffend aus, dass eine derartige Verknüpfung für ein Miteinander hinderlich ist, da sie für alle, die eine fachliche Beratung ohne Verkündung eines Glaubens wünschen, eine Zugangsbarriere darstellt.

Die Tatsache, dass eine solche Ausgrenzung die vom Präsidenten der Diakonie verlangte Chancengleichheit, Partizipation und Integration torpediert, macht darauf aufmerksam, dass es nicht ausreicht, nur an mehr Toleranz und für eine interkulturelle Öffnung zu appellieren. Wirkung entfaltet so eine Forderung erst, wenn es in die Tat umgesetzt wird. So lässt sich nun hoffen, dass die Evangelische Kirche die richtigen Schlüsse aus dem Verfahren in Hamburg gezogen hat.

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33 Kommentare
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  1. Teleprompter sagt:

    „Ich wünsche mir aber, wie bereits dargelegt, dass Muslime ihr Angebot ausbauen und insbesondere in den oben genannten Bereichen mehr aktiv werden. Wieso meinen Sie das nicht begrüßen zu können?“

    Wieso meinen Sie, das ich das nicht begrüße?

  2. delice sagt:

    Lesen Sie übergaupt vorher, was Sie da schreiben? So eindeutig widersprüchlich geschriebenes ist schon gar nicht mehr zu überbieten!

    Außerdem ist doch egal, ob jemand Christ ist oder nicht. Schließlich ist auch dieses Religion von dort kommend!

    Eigentlich müsste die CDU sodann ODU und die CSU OSU heißen, wenn man den Ursprungsort unterstreichen wollte, nähmlich ausgeschrieben in Orientalische Demokratische Partei und Orientalische Soziale Partei!

    Ihr könnt doch nicht uns etwas verkaufen, was uns doch schon längst gehört hat. Ein Re-Import kann doch nur ein Generika sein, das heißt nur billiger und verfälschter! Oder?

  3. delice sagt:

    Ehrlich gesagt kann doch gar kein Dialog entstehen oder gar stattfinden, wenn Sie und ihre geistesgleichen nur wütig schießen und nie zuhören wollen!

    Ich denke, dass eher eine Mauer von unserem Reden nass wird, als dass das harte Holz, aus denen der andere fanatische Gegenüber geschnitzt ist, denn je feucht sein wird!

    Haben Sie eigentlich verstanden, was ich da geschrieben habe?

    Heute sterben tausende Menschen an den Folgen des Rauchens, am Straßenverkehr und z.B. an ärztlichen Fehlleistungen, dennoch reden sich viele an einem vermeintlichen und omünösen Feind heiß, den es so auch gar nicht gibt! Nun, an diesem Umstand gibt es natürlich viele interessierte Kreise, z. Kamera-Hersteller für Überwachungssysteme. Meinen Sie alle wirklich, dass ein wirklicher Attentäter seine Taten über den Mobilfink verbreiten wird, das er am Bahngof oder Flughafen den Herrn Schäublke und Schily zunächst zuwinken werden?

    Wenn Sie das alles und vieles mehr glauben, ja dann sind Sie noch ein Kleinkind geblieben, in Ihrer geistigen Entwicklungstufe, enn dann glauben Sie an Märchen. Bedenken Sie, dass alldiese Überwachungsanlagen zu nichts anderem genützt hatten, als das die Anschäge in Madrid und London dennoch verübt wurden!

    Die Sauerlandtruppe z.B. besteht doch nur aus halbstarken Bübchen, die zu blöd waren zu erkennen, dass die Polizei ihren Sprengstoff ausgetausch hatten. Es hätte nie zu einem Anschlag kommen können. Aber auch die beiden Kofferbomber aus Libanon, hatte alles toll konstruiert, nur das Kabel vermeintlich vertauscht, und blöderweise auch noch in jenem Bahnhof, das die ersten Kameras installiert hatte, dass Gesichtszüge erkenne.

    Ich denke, das wir alle großartig nach Strich und Faden regelrecht verarscht werden, wenn schon Herr Schily gerade in zwei Aufsichtsräten später sitzt, die seinen neuen Ausweise herausbringt! Ist das nicht etwas verwunderlich?

    Gott behüte, aber bei den vielen anderen unzähligen wäre das wohl nichts dagegen?

    Warum werden unseren Straßen nicht sicherer? Warum arbeiten Ärzte nicht vorsichtiger?

    Es ist halt viel einfacher gegen uns zu wettern, früher die Juden und jetzt eben wir!

  4. Hans Schneter sagt:

    Sie sind unter anderem organisiert in *Moscheevereinen*, *islamischen Verbänden*, engagieren sich in der *Nachbarschaft*, in *Elternvereinen* und vielen anderen Bereichen

    ah, gesamtgesellschaftlich also… warum sind eigentlich bei der freiwilligen Feuerwehr unter 0,001 % Türken zu finden? Zu uncool? Oder falsche Zielgruppe?

  5. ibo sagt:

    Terroristen in Deutschland: Phantome der Geheimdienste
    ———————————————————————————
    Von REGINE NAECKEL, 10. März 2009 –

    Das BKA feiert sich und seine Ermittlungsergebnisse in Sachen Terrorismus bei regelmäßigen Auftritten vor laufenden Fernsehkameras. Schnell ist man dabei, einen „Fall“ gelöst zu haben und nicht selten verkündet BKA-Präsident Jörg Ziercke einen Fahndungserfolg, der Deutschland vor einem „Anschlag ungeahnten Ausmaßes“ geschützt habe.

    Schaut man sich das Geflecht mutmaßlicher Terroristen und die sie umgebenden Hintermänner einmal genauer an, fällt vor allem eines auf: fast immer haben die Geheimdienste ihre Finger im Spiel gehabt und schlimmer noch – nicht selten stecken hinter den Verdächtigten oder mutmaßlichen Tätern V-Leute oder sogar CIA-Agenten als Strippenzieher. Gerade in den letzen Wochen werden in einer Reihe von Fällen die Hintergründe und Verstrickungen immer mysteriöser. ….

    Quelle:
    http://www.hintergrund.de/20090310359/politik/inland/terroristen-in-deutschland-phantome-der-geheimdienste.html

    [Admin: Bitte keine Volltext-Artikel aus fremden Seiten posten. Diese sind möglicherweise urheberrechtlich geschützt. Ein Link zum Volltext ist in aller Regel ausreichend]

  6. Kosmopolit sagt:

    Dialogbereitschaft auf islamischer Seite soll zu Einführung der Scharia dienen.
    Die Vergangenheit zeigt immer wieder, dass der Islam es eigentlich nicht nötig hat, auf die Mehrheitsgesellschaft zuzugehen, da der Islam sich versteht als die letzte, endgültige, die nicht mehr anzweifelbare Offenbarung Allahs, damit ist ja schon alles gesagt.
    Deshalb besteht die islamische Dialogbereitschaft nur aus Forderungskatalogen gegenüber der jeweiligen Gesellschaft, in der Muslime leben. Ein Blick in die trostlose Gegenwart islamisch geprägter Länder sagt alles aus. Auch der Islam hat seine Dreifaltigkeit, bestehend aus Koran, Scharia und Hadithe. Das eine ist ohne das andere nicht vorstellbar. Für Muslime ist als Integration die Einführung der Scharia unabdingbar. Hier eine Hiliste die für Muslime, die sie unter Integration verstehen;
    ->Kleiderordnung, Speiseordnung, Schulordnung,
    hier grundsätzliche Trennung der Geschlechter, mit getrennten Toiletten zwischen Muslimen und dem Rest der Welt. Wird schon einzeln in Frankreich angewendet.
    ->Krankenhäuser und Altenpflege;
    es ist keinem Muslim zuzumuten, hier neben einem Ungläubigen zu liegen oder zu leben.
    ->Kindergärten, Sporteinrichtungen
    und vieles mehr, so wie die Religion es vorschreibt. Muslime sagen hierzu auch Scharia.
    Dazu gehört auch das Verbot, dass muslimische Frauen keinen Mann außer einem Muslim heiraten darf. Deshalb ist unter den Türken auch ein starker Heiratstourismus entstanden, verbunden mit alten Sitten, nur in Familien zu heiraten. Das man hier der Inzucht Vorschub geleistet, wird billigend ( unwissend ) in Kauf genommen.
    Außerdem wird hier eine Trennungslinie zwischen Gläubigen und dem Rest der Welt gezogen, die nebenbei in Berliner Schulen, durch islam. Verbände so formuliert wird: “
    Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen sind unsere Geschwister im Glauben, mit den anderen sind wir durch das Mensch-Sein verbunden.“
    Wie viele christliche oder nicht-religiöse Organisationen gibt es aber, die sich für Andersgläubige ( auch Muslime) einsetzen, sogar ihr Leben riskieren? Haben Sie mal gehört, das der grüne Halbmond (Rotes Kreuz des Islam) für Ungläubige gesammelt hat? Kann er auch nicht. Im Koran sind Ungläubige – Christen und Juden- geächtet. Grundsätzlich sammeln Muslime nur für ihre eigenen Brüder und Schwestern. Auch soziale Einrichtungen, wenn sie mal hier betrieben werden, sind nur für Muslime gedacht. Da müsste schon viel passieren und der Koran umgeschrieben werden, wenn ein Ungläubiger mal neben einem Moslem liegen sollte. Sind diese Ansichten und Regeln einer „barmherzigen“ Religion würdig? Oder bleibt der Islam in der Diaspora eine Kampfgemeinschaft, bis zu dem Tag bis alle, als Moslems, eingemeindet worden sind.
    Anpassen und integrieren heißt nicht, die eigene Identität aufzugeben. Aber es bedeutet, die sensibelsten Bereiche des Gastlandes zu akzeptieren, zu respektieren und unangetastet zu lassen. Und genau das müssen wir von unseren muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erwarten und verlangen.
    Wenn nicht, entstehen Parallelgesellschaften mit nicht absehbaren Folgen.

  7. Roi Danton sagt:

    @delice

    Darf ich das mit der oder die leckere übersetzen?

    Du redest von nassen Mauern und hartem Holz, aus dem Gegner vertrocknenderweise eben nicht geschitzt sind.
    Hast Du eigentlich verstanden, was Du da geschrieben hast?
    Offensichtlich nicht.
    Nicht nur sterben heute tausende Menschen, es werden auch tausende geboren.
    Jeden Tag.
    Tausende starben an Krebs oder sonstwas. Tausende verliebten sich. Tausende hatten einen miesen Tag . Tausende hatten einen schönen Tag. Tausende waren froh, das Allah sie liebt. Tausende waren froh, das Gott (Jesus) sie liebt. Tausende (unter ihnen ich) waren froh, keinen lieben zu müssen ausser seiner Frau.

  8. Roi Danton sagt:

    @Kosmopolit

    Wenn der Text von Dir ist, bist Du Gott.

  9. Kosmopolit sagt:

    @Roi Danton
    Man muss nicht gleich übertreiben. Wer hier nicht mit Scheuklappen rum läuft, sich etwas Zeit nimmt (Rentner haben das natürlich), einen Browser bedienen kann, der viel Auslandserfahrung hat (Kosmopolit), nicht verbohrt ist, unter dem Volk lebt, kommt automatisch zu solchen Ergebnissen. Nur große Teile unsere Spaßgesellschaft hat andere Probleme, DSDS o.ä. Ach so, viele Bücher über diesen Themenkomplex habe ich außerdem auch noch und fast alle gelesen!

  10. Hans Schneter sagt:

    Letztens ist mir folgendes wiederfahren: Ich war mit einem Kollegen in einem türkischen Restaurant zum Abendessen verabredet. Da ich das Restaurant weder kannte und noch genau wusste, wie es heisst bzw. von aussen aussieht, verwechselte ich den Eingang und betrat zielstrebig eine Lokalität, die durchaus ein Restaurant oder Cafe hätte sein konnen. Nette kleine Tische, eine Bar, eine Küche, kartenspielende Menschen, junge fröhliche Leute. Böse und grimmige Augen funkelten mir entgegen. Bevor ich mich an einen der kleinen runden Tische setzen konnte, wurde ich freundlich aber bestimmt von zwei Herren gebeten, zu gehen und zwar sofort.
    Ich war in einem deutsch-türkischen Freundschaftsverein gelandet…. leider gab es dort nichts auch nur annähernd deutsches. (Ganz anders im deutsch-italienischen Freundschaftsverein, bei dem ich oft zu Abend esse).


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