Eine 36-Jährige wird in einer Berliner Straßenbahn wegen ihres Kopftuchs beleidigt. Wenig später schlägt ihr der Angreifer eine Glasflasche gegen den Kopf. Dann flüchtet er unerkannt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz – ohne Zeugenaufruf. Berlin schweigt bislang zum Vorfall.
Vor einer Moschee in Rostock ist ein Schweinekopf abgelegt worden – nicht der erste Fall in der Stadt. Der Staatsschutz ermittelt. Birsant: Kürzlich hatte ein ehemaliger Rostocker AfD-Politiker von einer AfD-internen Chatgruppe berichtet, in der eine ähnliche Aktion verabredet worden sein soll.
Antisemitische Vorfälle an NRW-Hochschulen nehmen weiter zu, jüdische Studierende berichten von Angst, Rückzug und Wegzug. Besonders an kleineren Universitäten wird Sichtbarkeit für Betroffene zum Risiko. Von Bettina Grönewald
Mindestens 69 Polizeimeldungen im Juli enthalten Hinweise auf rassistische, antisemitische oder rechtsextreme Motive. Hinter der Masse verbotener Symbole stehen Angriffe auf Menschen – auf Kinder, Geflüchtete und Menschen, die widersprechen.
Mit seinem Taxi verfolgte Muhammad A. den Amokfahrer von Mannheim und blockierte dessen Wagen in einer Sackgasse. Für seinen lebensgefährlichen Einsatz erhält der 48-Jährige nun die Rettungsmedaille des Landes. Was A. dabei besonders wichtig ist. Von Stefanie Järkel
Eine Frau stirbt, viele Menschen werden schwer verletzt. Der Angriff mit einem Auto im Berliner Tiergarten galt offensichtlich den Besuchern des Christopher Street Day. Am Morgen nach der Tat liegen Blumen an den Absperrgittern, später versammeln sich Hunderte am Brandenburger Tor. Trauernde setzen jetzt bewusst auf Zusammenhalt und ein entschiedenes „Jetzt erst recht“. Von Andreas Rabenstein und Monika Wendel
Am 22. Juli vor zehn Jahren tötete ein Rassist am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen, die er gezielt auswählte. Beim Gedenkakt forderte Bundespräsident Steinmeier „mehr klare Kante“ gegen Rassismus. Zeitgleich erinnerte Norwegen an die Anschläge von Oslo und Utøya. Was die Taten verbindet.
Sind Strafverfolgungsbehörden blind auf dem rechten Auge? Während das Bundesinnenministerium 1.246 Fälle ausweist, dokumentierten Beratungsstellen in ihrer Jahresbilanz 3.167 rechte Angriffe. Sie warnen vor anhaltend hoher Gewalt - und vor den Folgen für Betroffene. Von Jonas Grimm
Neun Menschen mit Migrationsgeschichte wurden am Olympia-Einkaufszentrum vor zehn Jahren ermordet. Obwohl zahlreiche Hinweise auf ein rassistisches Motiv deuteten, hielten die Behörden jahrelang an der Einordnung als unpolitischer Amoklauf fest - ein Rückblick. Von Daniel Staffen-Quandt
Beim rassistischen Anschlag am Münchner OEZ wurde der 14-jährige Can getötet. Für seine Eltern setzte sich das Leid nach dem Anschlag in den Reaktionen von Polizei, Behörden und Politik fort - die rassistische Dimension der Tat wurde lange bestritten. Von Cordula Dieckmann und Johannes Mörz