Als Menschen sich vor dem Gebäude prügeln, spricht die Polizei von einer „Moschee“. Als dieselbe Einrichtung mit „FCK Islam“ beschmiert wird, nennt sie die Behörde nur noch „Kulturzentrum“. Diese unterschiedliche Wortwahl ist keine sprachliche Nebensache.
Eine Mutter wird vor ihrer zehnjährigen Tochter geschlagen, ihr Kopftuch heruntergerissen, Haare werden ihr ausgerissen. Kinder werden verfolgt, Reisende bedroht, Menschen in Bahnen rassistisch beleidigt. Die August-Meldungen der Polizei zeigen, wie Menschenfeindlichkeit in den Alltag drängt.
Lebenslang und besondere Schwere der Schuld: Viele glauben, die NSU-Terroristin Beate Zschäpe werde das Gefängnis nie verlassen. Doch Zschäpe arbeitet längst daran, wieder frei zu kommen – schon in fünf Jahren. Welche Strategie fährt sie und wie stehen ihre Chancen?
Brandenburg verzeichnet im zweiten Quartal 727 rechtsmotivierte Straftaten. Hinter der Statistik stehen konkrete Angriffe: ein Hakenkreuz an der Cottbuser Synagoge, eine brennende Fackel auf ein alternatives Wohnprojekt und Dutzende Taten gegen Geflüchtete.
Ein 14-jähriger Schüler wird von einem Beamten angeschossen und schwer verletzt. Polizei und Familie schildern die Sekunden vor dem Schuss unterschiedlich. Im Raum steht ein schwerer Vorwurf: Rassismus. Nun wird geprüft, was tatsächlich geschah. Gewerkschaft der Polizei und Forschung kommen zu unterschiedlichen Bewertungen. Von Birol Kocaman
Eine 36-Jährige wird in einer Berliner Straßenbahn wegen ihres Kopftuchs beleidigt. Wenig später schlägt ihr der Angreifer eine Glasflasche gegen den Kopf. Dann flüchtet er unerkannt. Jetzt ermittelt der Staatsschutz – ohne Zeugenaufruf. Berlin schweigt bislang zum Vorfall.
Vor einer Moschee in Rostock ist ein Schweinekopf abgelegt worden – nicht der erste Fall in der Stadt. Der Staatsschutz ermittelt. Birsant: Kürzlich hatte ein ehemaliger Rostocker AfD-Politiker von einer AfD-internen Chatgruppe berichtet, in der eine ähnliche Aktion verabredet worden sein soll.
Antisemitische Vorfälle an NRW-Hochschulen nehmen weiter zu, jüdische Studierende berichten von Angst, Rückzug und Wegzug. Besonders an kleineren Universitäten wird Sichtbarkeit für Betroffene zum Risiko. Von Bettina Grönewald
Mindestens 69 Polizeimeldungen im Juli enthalten Hinweise auf rassistische, antisemitische oder rechtsextreme Motive. Hinter der Masse verbotener Symbole stehen Angriffe auf Menschen – auf Kinder, Geflüchtete und Menschen, die widersprechen.
Mit seinem Taxi verfolgte Muhammad A. den Amokfahrer von Mannheim und blockierte dessen Wagen in einer Sackgasse. Für seinen lebensgefährlichen Einsatz erhält der 48-Jährige nun die Rettungsmedaille des Landes. Was A. dabei besonders wichtig ist. Von Stefanie Järkel