Im Deutsch-Abi an Baden-Württembergs beruflichen Gymnasien soll es im nächsten Jahr auch um Koeppens Roman „Tauben im Gras“ gehen. Eine Lehrerin weigert sich, die Pflichtlektüre wegen rassistischer Sprache im Unterricht zu behandeln - und tritt damit eine Debatte los.
In Berlin treffen sich Politik, Verbände und Experten und debattieren über die vielen Probleme im Bildungssystem. Nur ein Thema steht nicht auf der Tagesordnung: Chancengleichheit. Das stößt auf Kritik.
Erstmals seit dem Schuljahr 2016/17 ist die Zahl der Schüler in Deutschland wieder gestiegen. Hauptursächlich dafür ist die Flucht aus der Ukraine. Damit steigt auch der Anteil der Schüler mit ausländischem Pass.
Vor mehr als einem Jahr griff Russland die Ukraine an - seitdem kommen auch viele junge Kriegsflüchtlinge nach Hessen. Das stellt die Schulen vor große Herausforderungen. Für geflüchtete Kinder aus anderen Krisenregionen hat sich die Situation deutlich verschlechtert.
Menschen ohne Abschluss landen häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen - und fehlen als Fachkraft. Schüler ohne deutschen Pass gehören zur besonders gefährdeten Gruppe. Sie verlassen die Schule doppelt so oft ohne Abschluss. Eine Studie zeigt, dass sich in dem Bereich wenig getan hat.
CDU-Generalsekretär Czaja hatte im Januar Deutschpflicht auf Schulhöfen gefordert. Dieser Forderung erteilt NRW-Schulministerin Feller eine deutliche Absage. Zwar seien Deutschkenntnisse wichtig, zugleich sei Mehrsprachigkeit aber gelebte Realität vieler Schüler in NRW.
Die Empfehlungen der Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz zum Umgang mit dem Lehrermangel fördern die Kopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft. Es gibt besser Optionen. Von David Legrand
In nordrhein-westfälischen Schulbüchern ist kein beabsichtigter Antisemitismus zu finden, dafür aber Stereotype. Die meisten Defizite bezögen sich auf die Darstellung Israels. Das geht aus einer Studie hervor, die nach Kritik des Zentralrats der Juden in Auftrag gegeben wurde.
Der interreligiöse Unterricht stärkt nach Einschätzung der Schulleiterin der Johannes-Löh-Gesamtschule das Miteinander von Christen und Muslimen. Es würden Vorbehalte abgebaut und der Blick füreinander geweitet. Von Nora Frerichmann
Frühzeitiger Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit erhöht Bildungserwartungen und Bildungschancen von Kindern mit Migrationserfahrung. Das geht aus einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung hervor. Experten empfehlen: Positive Effekte in der aktuellen Debatte nicht außer Acht lassen.