Halit Yozgat wurde 2006 vom NSU in Kassel ermordet. Zwanzig Jahre später erinnern Hunderte an ihn – und an ein Behördenversagen, das bis heute nachwirkt: mit offenen Fragen, dubiosen Rollen und einer Aufklärung, die nie zu Ende kam. Von Nicole Schippers
Auch im zweiten „Knockout 51“-Prozess vor dem Oberlandesgericht in Jena kommen die Angeklagten mit milden Strafen davon. Opferberater sprechen von Verharmlosung von Rechtsextremismus, Grüne und Linke fordern Verbot und spezielle Staatsanwaltschaft.
20 Jahre nach dem NSU-Mord an Mehmet Kubaşık erinnert Dortmund nicht nur an ein Verbrechen. Im Zentrum stehen auch falsche Verdächtigungen, behördliches Versagen und die Frage, warum vollständige Aufklärung bis heute aussteht. NRW-Ministerpräsident Wüst bittet um Entschuldigung.
Die mutmaßlichen Mitglieder der rechtsextremen „Letzten Verteidigungswelle“ wollten nicht einfach Angst verbreiten, sondern mit rassistischer Gewalt gegen Asylbewerber, Migranten und politische Gegner einen „Rassenkrieg“ entfachen. Neuen Razzien zeigen, wie jung, konkret und gefährlich rechter Terror noch immer ist. Von Jacqueline Melcher
Der NSU mordete, die Behörden versagten, Akten verschwanden – und bis heute ist das Unterstützernetzwerk nicht aufgeklärt. Dass ein Dokumentationszentrum diese Lücken sichtbar machen muss, ist wichtig. Dass es das noch immer muss, ist ein Skandal.
In Ilmenau fallen aus einem Auto heraus Schüsse. Das Kfz-Kennzeichen ist bestückt rechtsextremen Codes. Es gibt mehrere Verletzte – vor allem Ausländer. Die Angeklagten bestreiten eine rassistische Tatmotivation – trotz eindeutigen Hinweisen. Beobachter sprechen von Schutzbehauptungen.
Hanau ist kein Jahrestag, sondern eine offene Wunde, ein Prüfstein für den Rechtsstaat – und ja, eine Anklage: gegen das Wegsehen, gegen die Verharmlosung und eine Zugehörigkeit, die unter Vorbehalt steht. Von Mustafa Yeneroğlu
Die Anklage wirft ihnen eine völkische und rassistische Ideologie und eine Verherrlichung des NS-Regimes vor. In Sachsen stehen acht mutmaßliche Neonazis wegen Terrorismusverdacht vor Gericht. Sie sollen ethnische Säuberungen geplant haben. Von Jörg Schurig
Für die Bundesanwaltschaft war „Knockout 51“ eine Terrorgruppe. Das Thüringer Oberlandesgericht sah das anders. Die Karlsruher Behörde konnte nun auch den Bundesgerichtshof nicht überzeugen.
Ibrahim Akkuş überlebte den rassistischen Anschlag von Hanau schwer verletzt – nun ist er mit 70 Jahren gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf zehn. Zugleich flammt der Streit über ein „stilles“ Gedenken erneut auf.