In Kassel, Berlin und Wunsiedel hat die Polizei nach dem WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste Hitlergrüße und rassistische Ausfälle gemeldet – weil dort Fußballfans widersprochen haben. Darüber hinaus ist nicht viel zu hören. Von Sedat Dursun
Deutschland wirbt in Indonesien, auf den Philippinen und in Usbekistan um Personal. Doch im Wettbewerb um Fachkräfte zählen nicht nur Jobs und Löhne, sondern auch Anerkennung, Familie, Sprache – und Schutz vor Rassismus. Von Martina Herzog, Michael Donhauser und Carola Frentzen
Der Verurteilte betrieb eine Plattform mit Todeslisten, Bombenbau-Anleitungen und Aufrufen zu Attentaten. Das Gericht nennt ihn einen überzeugten Rechtsextremisten. Die Bundesanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft gefordert, das Urteil fiel deutlich milder aus.
Ein 23-jähriges CDU-Mitglied aus Krefeld fantasiert in einem Video über Gewalt gegen Muslime. Staatsanwaltschaft und Staatsschutz prüfen Volksverhetzung, die Partei leitet ein Ausschlussverfahren ein. In sozialen Medien wird der Umgang etablierter Parteien mit Rassismus hinterfragt.
Südafrika gilt als wichtigstes Zielland für Arbeitsmigration im südlichen Afrika. Doch fremdenfeindliche Mobilisierung treibt Hunderte Simbabwer in Kapstadt vor das Konsulat – aus Angst und mit der Bitte um Rückkehrhilfe.
Zum Start der Innenministerkonferenz fordert die Türkische Gemeinde mehr Schutz für Menschen mit Migrationsgeschichte. Wer über Sicherheit spreche, dürfe Betroffene rechter Gewalt nicht nur als Problem in Migrationsdebatten behandeln. Auf der Tagesordnung der Minister stehen ganz andere Punkte.
Thüringen braucht internationale Studierende, doch viele erleben den Freistaat als wenig weltoffen. Beleidigungen, Mikroaggressionen und politische Verunsicherung wirken sich direkt darauf aus, ob sie ihre Zukunft im Land sehen.
Wäre ein deutscher oder englischer Spitzenschiedsrichter von der WM ausgeschlossen worden, wäre die Empörung groß gewesen. Bei Omar Artan bleibt sie gering – und genau darin liegt die unbequeme Wahrheit dieses Falls. Von Nasim Ebert-Nabavi
Im französischen Saint-Denis wird ein kommunaler Machtwechsel zur nationalen Debatte über Migration, Zugehörigkeit und politische Macht. Der Vergleich mit Frankfurt macht sichtbar, wie unterschiedlich postmigrantische Repräsentation politisch aufgeladen oder entdramatisiert wird. Von Dr. Homayun Alam
Randalierer setzten in Belfast Autos und Häuser in Brand und skandierten islamfeindliche Parolen. Ein Angriff, für den ein Geflüchteter aus dem Sudan angeklagt wurde, diente als Vorwand für Gewalt gegen ganze Communities. Von Patricia Bartos und Christoph Meyer