Ein neunjähriger Roma-Junge wird in Serbien von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung geschlagen. Die Öffentlichkeit ist empört, die Politik fordert Konsequenzen. Doch das Strafverfahren wird gegen eine kleine Zahlung an einen Hochwasserfonds eingestellt. Dagegen kämpft die Familie jahrelang. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte das Land verurteilt.
Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von Edgar Pocius
Lange prägten koloniale Stereotype das westliche Bild ostasiatischer Männer. Heute feiern Millionen Fans K-Pop-Idole als Schönheitsideale. Kulturwissenschaftler Kien Nghi Ha erklärt im Gespräch, warum dieser Wandel bedeutsam ist, aber Rassismus nicht automatisch überwindet. Von Vit Lê
Der Anschlag von Halle ist vor allem als Angriff auf eine Synagoge im Gedächtnis geblieben. Doch nachdem der antisemitische Massenmord scheiterte, griff der Täter gezielt einen Dönerimbiss an. Sein Motiv: Rassismus. Sieben Jahre später erinnern Überlebende daran, dass Antisemitismus und Rassismus zu derselben rechtsterroristischen Tat gehörten.
Der Wunsch nach einem historischen Schlussstrich bekommt literarischen Gegenwind: Shida Bazyar erzählt von NS-Verstrickung, Schweigen und Rassismus bis in die Gegenwart. Dafür erhält sie den Deutschen Buchpreis – mit einem Werk, das Gleichgültigkeit ausdrücklich verweigert. Von Jenny Tobien und Anna Ringle
Ein Mann mit Kippa wird geschlagen und getreten, einer Frau das Kopftuch heruntergerissen, an einer Synagoge Feuer gelegt. Polizeimeldungen aus dem September zeigen rechte und menschenfeindliche Taten – und zugleich, wie viel im Dunkeln bleibt. Die MiGAZIN-Recherche für September 2026:
Die UN wollen den Schutz vor rassistischer Diskriminierung verstärken. Viele Forderungen ihrer neuen Erklärung betreffen auch Deutschland. Die Bundesregierung blieb dem Treffen jedoch fern – mit Verweis auf 25 Jahre alte Vorgänge.
Wer Zugehörigkeit danach bemisst, wie verwertbar Menschen sind, landet bei einem Widerspruch. Dieser Brief an die AfD macht den Denkfehler sichtbar – und erklärt, warum ihre Politik keine Alternative ist. Von Elif Yakac
Zum Auftakt der Interkulturellen Woche gibt es deutliche Töne: Menschen würden wieder nach Herkunft, Religion oder Nutzen bewertet. Dem stellt die Aktionswoche bundesweit Tausende Veranstaltungen für Vielfalt, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben entgegen. Von Katharina Rögner
Eine Obergrenze für bestimmte Schüler, verpflichtende Sprachkurse für Eltern und ein Verbot von Gesichtsverschleierung: Italiens Regierung greift tief in den Schulalltag ein. Gewerkschaften und Schulleitungen äußern Zweifel an der praktischen Umsetzung.