Das neue EU-Asylsystem übersetzt Menschen in administrative Kategorien übersetzt. Anschließend müssen sie beweisen, dass ihre Biografie nicht in das bereits erzeugte Verdachtsmuster passt. Von Mira E. Hazzaa
Ceuta erzählt nicht von einer Invasion Europas. Es erzählt von Menschen, die keine Zukunft sehen – und von einer Öffentlichkeit, die ihre Hoffnungslosigkeit zur Bedrohung erklärt. Von Joachim Glaubitz
Die Bundesregierung hat 31 ausreisepflichtige Männer nach Afghanistan abgeschoben. Grundlage des Flugs war eine direkte und umstrittene Vereinbarung mit den Taliban. Der Charterflug nach Kabul soll kein Einzelfall bleiben.
Die Genfer Flüchtlingskonvention gilt als Fundament des internationalen Schutzes. Doch sie erfasst Binnenvertriebene nicht – und selbst anerkannte Geflüchtete scheitern vielerorts an Armut, Sprachbarrieren und Behördenhürden. Von Jan Dirk Herbermann
Zum 75. Jubiläum der Genfer Flüchtlingskonvention warnt der Direktor der UNO-Flüchtlingshilfe, Mark Ankerstein, vor einer doppelten Krise: Internationale Hilfsgelder stagnieren, während immer mehr Menschen vertrieben werden und Staaten zentrale Schutzpflichten zunehmend infrage stellen. Von Moritz Elliesen
Abschiebungen in das von den Taliban autoritär geführte Afghanistan hat die Politik bislang damit gerechtfertigt, dass Straftäter außer Landes gebracht würden. Nun sollen aber auch Menschen, die sich nichts zuschulden haben kommen lassen, gehen. Menschenrechtsorganisationen üben scharfe Kritik.
Europa verschärft Grenzverfahren und verspricht zugleich Grundrechtsschutz. Doch während Menschen sterben und Pushback-Vorwürfe folgenlos bleiben, sind vielerorts die neuen Kontrollmechanismen nicht einsatzbereit. Auch Deutschland verhandelt noch über Geld für die Grundrechtsaufsicht.
Seit drei Jahren arbeitet die EU mit Tunesien zusammen, um Fluchtmigration über das Mittelmeer zu begrenzen. 46 Organisationen ziehen eine verheerende Bilanz: Europäische Gelder stärkten Sicherheitskräfte, denen Gewalt, Folter und Abschiebungen in die Wüste vorgeworfen werden.
Der Netflix-Film erzählt die wahre Geschichte der Berliner Initiative Jugend Rettet. Eine junge Crew rettete im Mittelmeer mehr als 23.000 Menschen und geriet anschließend selbst ins Visier italienischer Ermittler. Der Film macht sichtbar, wie humanitäre Hilfe durch politische Blockaden und juristische Verfahren unter Verdacht geriet. Von Cordula Dieckmann
Die WM in den USA zeigt uns nicht nur unsere sportliche Mittelklasse, sondern auch unsere drittklassige Debattenmoral – und den deutschen Freundschaftsrabatt für westliche Werte, denen wir gerne universelle Geltung zuschreiben. Von Birol Kocaman