Für viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte bestätigt sich ein alter Eindruck: Deutschland misst Völkerrecht oft mit zweierlei Maß – zuletzt in Gaza und jetzt im Iran. Bundespräsident Steinmeier findet nun ungewöhnlich deutliche Worte.
Obwohl es bislang keine Hinweise auf eine größere Fluchtbewegung aus dem Iran gibt, wächst in Deutschland bereits die Skepsis gegenüber einer möglichen Aufnahme weiterer Geflüchteter. Die Debatte wird stärker von Befürchtungen als von der tatsächlichen Lage bestimmt.
Zwischen Bomben, Funkstille und zerbrochenen Hoffnungen erzählen Menschen aus dem Iran von Angst, Wut und Erschöpfung. Was als vorsichtige Hoffnung auf Öffnung begann, ist zu einem Albtraum geworden. Von Prof. Dr. Stefan Piasecki
Der Iran-Krieg entlarvt die USA nicht als Weltmacht, sondern als Brandstifter im Endstadium: militärisch planlos, politisch isoliert, wirtschaftlich verwundbar. Und Europa? Von Sven Bensmann
Noch bevor eine größere Fluchtbewegung sichtbar ist, zieht Europas Politik Grenzzäune im Kopf hoch: Statt Schutz zu organisieren, dominiert die alte Abschreckungslogik – mit 2015 als politischer Drohkulisse. Das Wort „Notbremse“ bekommt eine neue Bedeutung.
Sie suchten Arbeit im Ausland, um ihre Familien ernähren zu können: als Fahrer, Wachmann oder auf dem Bau. Doch statt eines Jobs landeten Hunderte Afrikaner in russischer Uniform an der Front – getäuscht, ausgenutzt und verheizt.
Explodierende Preise, Bomben aus Pakistan, eingeschränkte Einfuhren aus dem Iran: Immer mehr Menschen in Afghanistan wissen nicht, woher sie ihre nächste Mahlzeit nehmen sollen. Von Natalia Matter
Könnte Deutschland ein Ziel für Flüchtlinge aus dem Iran sein? Durchaus, sagt der Migrationsforscher Oltmer. Allerdings sei derzeit eine größere Fluchtbewegung eher unwahrscheinlich. Die Grenzen seien dicht. „Da ist kaum ein Durchkommen.“ Von Martina Schwager und Karsten Frerichs
Während viele im Iran die israelisch-amerikanischen Luftschläge gegen ihre Regierung anfangs begrüßten, wächst der Frust über zivile Opfer und Attacken auf Infrastruktur. Stimmen aus dem Land.
Auf Iran fallen amerikanische und israelische Bomben – und noch bevor Menschen fliehen, wird ihr mögliches Entkommen als Bedrohung verhandelt. Friedrich Merz spricht über den Iran-Krieg vor allem als Migrationsrisiko. Von Niklas Treppner und Melissa Erichsen