Noch bevor eine größere Fluchtbewegung sichtbar ist, zieht Europas Politik Grenzzäune im Kopf hoch: Statt Schutz zu organisieren, dominiert die alte Abschreckungslogik – mit 2015 als politischer Drohkulisse. Das Wort „Notbremse“ bekommt eine neue Bedeutung.
Mehr als 50 gerettete Menschen harren weiter auf der „Sea-Watch 5“ aus – erschöpft, krank, teils verletzt, eine schwangere Frau unter ihnen. Während sich der medizinische Notstand zuspitzt, verweigern die Behörden einen nahen sicheren Hafen und machen das Mittelmeer erneut zum Schauplatz politisch kalkulierter Härte.
Zwei neue „Tatort“-Kommissare, ein alter Reflex: Noch immer gilt es als Sensation, wenn Figuren mit Einwanderungsgeschichte einfach nur ihren Job machen. Edin Hasanovic hält der Republik damit einen Spiegel vor.
Volksverhetzende Drohkulisse, Neonazi-Szene, einschlägig bekannte Kneipe – und trotzdem finden die Konzerte statt. Südthüringen zeigt, wie mühsam der Rechtsstaat gegen Rechtsextreme vorgeht, während diese ihre Räume weiter behaupten.
Die Zahl der Einreisen ohne gültige Einreisedokumente in die EU ist im Januar und Februar erneut deutlich gesunken. Doch der menschliche Preis steigt: In diesem Winter kamen mehr als 1.000 Menschen im Mittelmeer ums Leben, darunter viele Kinder – wie zuletzt wieder vor Lampedusa.
Eine Studie beleuchtet die Versorgung Geflüchteter mit psychischen Erkrankungen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Die Forschenden legen eine lange Liste mit erheblichen Mängeln vor.
In deutschen Gefängnissen ist die Seelsorge christlicher und jüdischer Insassen gewährleistet. Für Muslime mangelt es vielerorts aber an einer ausreichenden islamischen Seelsorge. Die Lage in den Ländern ist sehr unterschiedlich – manche geben an, es gebe keinen Bedarf. Von Jens Bayer-Gimm
Auf dem Arbeitsmarkt müssen vor allem Menschen ausländischer Herkunft sprachliche Hürden überwinden. Doch viele Iraner scheinen es zu meistern. Und wie eine Studie zeigt: vor allem Iranerinnen. Von Katrin Nordwald
Kein Geld für 2021: Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung scheitert auch in zweiter Instanz. Das Gericht stellt klar, dass selbst eine frühere rechtswidrige Förderpraxis keinen Anspruch darauf begründet, ebenfalls staatlich alimentiert zu werden.
Gut jeder achte Mensch in Deutschland sieht sich von Diskriminierung betroffen. Besonders häufig erfahren Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen mit Kopftuch und Angehörige sexueller Minderheiten Benachteiligungen, wie eine großangelegte Befragung zeigt.