Nach fast fünf Jahren Arbeit zieht der NSU-Untersuchungsausschuss in Schwerin eine kritische Bilanz. Behörden hätten Hinweise nicht ausreichend ausgewertet, Informationen zu schlecht geteilt und Betroffene rechter Gewalt teils misstrauisch behandelt. Ob sich etwas ändert, wird bezweifelt – aus Erfahrung.
Rund jeder vierte Mensch in Bayern ist selbst eingewandert oder Kind zweier eingewanderter Eltern. Beschäftigung ist der häufigste Grund für Zuwanderung – weit vor Familienzusammenführung, Flucht und Vertreibung.
In Thüringen sind offenbar mindestens 19 rassistische Schreiben verschickt worden – an die Linke, Schulen und Polizei. Die Drohungen knüpfen mit „NSU 2.0“ an die rechtsextreme Mordserie an, bei der neun Menschen aus rassistischen Motiven und eine Polizistin ermordet wurden.
Das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem ist in Kraft. Innenminister Dobrindt spricht von Kontrolle und Klarheit, Kirchen und Menschenrechtsorganisationen warnen vor mehr Abwehr und weniger Schutz für Asylsuchende.
In Rom haben Tausende Rechte und Rechtsextreme unter dem Motto „Remigration und Rückeroberung“ demonstriert. Zugleich gründete Roberto Vannacci seine Partei Futuro Nazionale – rechts von Meloni, mit harter Migrationspolitik und nationalistischer Parole.
Drei Monate vor der Landtagswahl warnen Migrantenorganisationen vor wachsender Angst in Sachsen-Anhalt. Viele Menschen mit Migrationsgeschichte denken ans Wegziehen – mit Folgen für Schulen, Kitas, Arztpraxen und Betriebe.
Papst Leo XIV. fordert auf Gran Canaria sichere und legale Wege für Geflüchtete. Europa dürfe Menschenwürde nicht beschwören und zugleich hinnehmen, dass Mittelmeer und Atlantik zu „Friedhöfen ohne Grabsteine“ werden. Von Robert Messer
Belgien prüft, verurteilte Menschen ohne Aufenthaltsrecht in ausländischen Gefängnissen unterzubringen. Die Regierung sucht Entlastung für einen überfüllten Strafvollzug, in dem Häftlinge teils auf Matratzen am Boden schlafen. Von David Hammersen
Markus Söder nennt die AfD einen „Systemfeind“ und betont die Abgrenzung auf allen Ebenen. In Oberfranken unterstützten CSU-Politiker dennoch eine Ehrung für einen AfD-Mann – ohne jede Not. Es hagelt Kritik. Von Michael Donhauser
Drei Frauen und fünf Kinder aus Togo kamen mit deutschen Pässen nach Siegen, dann zog die Stadt ihre Papiere ein. Hintergrund ist eine Ehe von 1908 in der deutschen Kolonie Togo, die hiesige Gerichte nicht anerkennen. Von Yuriko Wahl-Immel