Der Religionsmonitor stellt das Bild einer polarisierten Gesellschaft infrage. Im persönlichen Umfeld erlebten viele Menschen den Zusammenhalt viel stabiler. Gerade die starke politische und mediale Aufmerksamkeit für Migration lasse Konflikte größer erscheinen.
Für viele galt Günter Leifheit als eine am Gemeinwohl orientierte Lichtgestalt – eine Erfolgsgeschichte aus der Wirtschaftswunderzeit. Doch der Unternehmer war einst überzeugter Nazi und bei einer SS-Eliteeinheit. Von Karsten Packeiser
Migranten sind in Nordrhein-Westfalen häufiger erwerbstätig als Menschen ohne Migrationserfahrung - obwohl ihre Qualifikationen deutlich seltener zum Einsatz kommen und jeder Fünfte von Benachteiligung im Alltag berichtet. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.
Fast jedes achte Unternehmen verzichtet trotz Bedarfs auf ausländische Fachkräfte. Viele Firmen beklagen lange Verfahren für Aufenthaltstitel und Arbeitserlaubnisse. Die KfW fordert weniger Hürden.
Aus dem Modell sollte längst Regelbetrieb geworden sein. Stattdessen reicht die Palette bis heute von staatlicher Islamkunde bis zur provisorischen Trägerschaft. Trotzdem besuchen mehr muslimische Schüler islamischen Religionsunterricht – in absoluten Zahlen.
Gute Schulleistungen bedeuten nicht automatisch gleiche Chancen: Der Bildungsmonitor sieht Hessen im Handlungsfeld Integration auf Platz eins. Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg schneiden deutlich schlechter ab. Bundesweit zeigt die Entwicklung seit Jahren nach unten.
Das IInstitut der deutschen Wirtschaft warnt vor spürbaren Folgen, falls Ostdeutschland keine Arbeitskräfte aus Drittstaaten gewinnt: Waren könnten liegen bleiben, Patienten unbehandelt und Restaurants geschlossen bleiben. Zugleich fordert das Institut mehr Weltoffenheit und weniger Diskriminierung. Von Michael Bosse
Steuern und Sozialabgaben internationaler Hochschulabsolventen übersteigen bereits kurz nach ihrem Abschluss die staatlichen Kosten. Eine aktuelle Analyse kommt langfristig zu Milliardenüberschüssen - abgesehen vom wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung.
723.000 Fachkräfte könnten 2029 fehlen – und der Mangel trifft ausgerechnet zentrale Bereiche des Alltags. Verkauf, Kinderbetreuung, Pflege, Bau und Industrie stehen vor großen Lücken. Besonders brisant: Auch mehr Zuwanderung wird den demografischen Effekt wohl nicht vollständig ausgleichen.
Bis 2031 könnten Sachsen-Anhalt bis zu 46.000 Beschäftigte fehlen. Das IWH warnt, dass eine migrationskritische Politik den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt zusätzlich belasten und dem Land bis zu 3,2 Milliarden Euro Wertschöpfung kosten könnte. Auch die IHK äußert Sorgen.