Rückkehrzentren in Drittstaaten rücken näher: Parlament und Mitgliedstaaten haben offene politische Fragen weitgehend geklärt. Deutschland sucht bereits mit anderen EU-Ländern nach Staaten, die solche Zentren einrichten würden. Nur an einem Punkt hakt es.
Deutschland wird im neuen Atlas der Zivilbevölkerung von „beeinträchtigt“ auf „beschränkt“ herabgestuft. Grund: Einschränkungen bei Gaza-Protesten. Weltweit leben dem Bericht zufolge nur 3,4 Prozent der Menschen in Staaten mit umfassenden Freiheitsrechten. Von Silvia Vogt
Um mehr Menschen nach Afghanistan abschieben zu können, gehen EU und Bundesregierung einen politisch hochumstrittenen Weg. Offiziell erkennen sie die Taliban-Regierung nicht an, de facto sieht es anders aus.
Die „Sea-Watch 5“ ist vor Libyen nach Angaben der Organisation mit scharfer Munition beschossen worden. An Bord waren 90 Gerettete und 30 Crew-Mitglieder; Sea-Watch fordert nun Konsequenzen von der Bundesregierung.
Die europäische Asylreform soll Verfahren beschleunigen und Zuständigkeiten neu ordnen. Doch kurz vor dem Start sind viele Mitgliedstaaten nicht bereit. Gerade bei Grenzverfahren und technischen Systemen zeigen sich deutliche Lücken – auch Deutschland hat noch eine offene To-do-Liste.
Mehr als 1,6 Millionen Syrer:innen sind seit dem Machtwechsel zurückgekehrt – die meisten aus der Türkei, dem Libanon und Jordanien. Deutschland wird einer aktuellen UN-Aufstellung als „Sonstige Länder“ mit rund 6.100 Rückkehrern geführt.
Pressefreiheit gilt als Gradmesser der Demokratie. Doch die neue Rangliste von Reporter ohne Grenzen zeigt: Weltweit kippt die Lage, und auch Deutschland verliert Boden – wegen der Berichterstattung über Rechtsextremismus oder den Krieg in Gaza, stehen Journalisten unter Druck. Von Ellen Nebel
Die Bundesregierung will bei Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe weiter sparen. Hilfsorganisationen warnen vor tödlichen Folgen: Kleine Entlastungen im Haushalt könnten für Millionen Menschen Hunger, Krankheit und weniger Schutz bedeuten. Von Maximilian Arnhold
7,7 Milliarden Euro flossen 2024 aus Deutschland als Rücküberweisungen ins Ausland. Hinter der Zahl stehen Familien, Krisenhilfe und stille Entwicklungspolitik von unten. Die Diaspora leistet, was politische Programme oft nur versprechen. Von Kiflemariam Gebre Wold
Deutschland steigt bei der afrikanischen Versicherungsagentur Atidi ein. Offiziell geht es um Entwicklung und Partnerschaft. Doch der Schritt zeigt auch: Entwicklungspolitik droht zunehmend zur Absicherung deutscher Unternehmen, Lieferketten und Märkte zu werden.