Was in Ceuta geschah, ist mehr als eine Grenzkrise. Es war ein Stresstest für Europas Rechtsordnung: Und sie ist krachend zusammengebrochen. Ceuta zeigt, wie weit der migrationspolitische Rechtsruck inzwischen reicht. Von Valeria Hänsel und Kerem Schamberger
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban ist die menschenrechtliche und humanitäre Lage in Afghanistan dramatisch. Entwicklungsministerin Alabali Radovan verspricht Hilfe – zugleich wächst die Kritik an Abschiebungen in das Land. Amnesty appelliert an die Bundesregierung.
Fünf Jahre nach der Machtübernahme der Taliban verschärft Deutschland seine Afghanistan-Politik. Schutzquoten für afghanische Männer sinken drastisch, Aufnahmezusagen werden infrage gestellt und Abschiebungen ausgeweitet – obwohl sich die Lage im Land nicht verbessert hat. Von Helen Rezene
Deutschland ermöglicht Nachkommen von Menschen, denen die Nazis die Staatsangehörigkeit entzogen, die Einbürgerung. In New York nahmen mehrere Juden ihre Urkunden entgegen – als späte Rückverbindung zu einer geraubten Zugehörigkeit. Von Anne Pollmann
Die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina bestimmt ein neues Oberhaupt. Der künftige Reis-ul-ulema könnte zu einer unabhängigen muslimischen Stimme Europas werden – und auch die Entwicklung bosniakischer Gemeinden in Deutschland prägen. Von Erdin Kadunic
Der Zentralrat der Jenischen hat dem Bundesinnenministerium ein Gutachten vorgelegt. Rund 200.000 Jenische leben nach eigenen Angaben in Deutschland. Nun verlangen ihre Vertretungen staatlichen Schutz für Sprache, Traditionen und gesellschaftliche Sichtbarkeit. Von Christiane Ried
Deutschland braucht dringend Personal für Kliniken und Praxen. Doch Menschen wie Hugo Mosquera berichten von schwer anerkannten Abschlüssen, rassistischer Ausgrenzung und Arbeitsbedingungen, die viele internationale Fachkräfte rasch wieder vertreiben. Von Malte Seiwerth
Nach dem offenen Streit nach Ceuta wollen die EU-Staaten ihre Krisenkommunikation enger abstimmen. Soziale Netzwerke sollen als Frühwarnsystem dienen, zugleich stehen ein stärkerer Außengrenzschutz und eine bessere Zusammenarbeit mit Frontex im Mittelpunkt. Von Niklas Treppner und Emilio Rappold
Deutschland profitierte 1953 selbst von einem großzügigen Schuldenerlass. Heute gehört die Bundesrepublik zu den Staaten, die ein verbindliches UN-Verfahren für faire Staatenentschuldung ausbremsen. Von Kiflemariam Gebre Wold
Wenn klamme deutsche Rentner in Thailand leben, heißt das „Selbstverwirklichung“. Wenn Arme nach Deutschland kommen, sind sie „Wirtschaftsflüchtlinge“. Deutschlands vergessene Auswanderungsgeschichte und Doppelmoral - zum 75. Jahr der Genfer Flüchtlingskonvention. Von Kiflemariam Gebre Wold