Feuilleton

Ressort Feuilleton in chronologischer Reihenfolge:

Vererbte Wunden

Die Flucht endete. Der Nachlass blieb.

22.10.2026

Susanna Hiss, Unsere Mütter, Ausstellung, Foto, Trauma, Mutter, Tochter
Die Großmutter floh vor dem Krieg, die Tochter wuchs mit ihren seelischen Wunden auf. Erst Jahrzehnte später begann die Familie zu verstehen. Eine persönliche Geschichte über verdrängtes Leid, die Kraft der Erinnerung und die Frage, was die Erfahrungen früherer Generationen mit heutigen Geflüchteten verbindet. Von

Autorin Sibel Schick

„Emma“ hat islamfeindlichen Rassismus reproduziert

21.10.2026

Alice Schwarzer, Frauen, Emma, Medien, Zeitschrift, Feministin
Zum Ende der gedruckten „Emma“ übt Autorin Sibel Schick scharfe Kritik an Alice Schwarzer. Ihr Magazin habe wiederholt Feindbilder geschaffen und die Lebensrealitäten vieler Frauen ausgeblendet. Angesprochen worden seien vor allem weiße, privilegierte Frauen. Von

Gegen das Vergessen

Bundeskunsthalle zeigt neue Wege des Gedenkens an NS-Verbrechen

14.10.2026

Bundeskunsthalle, Gebäude, Bonn, Kunst, Ausstellung, Museum
Ein Baumversteck, eindringliche Bilder und ein interaktives Hologramm: Eine neue Ausstellung in Bonn verbindet Kunst mit historischen Zeugnissen. Sie fragt, wie die Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen auch für kommende Generationen lebendig bleiben kann. Von

Kinostart für „Heimsuchung“

Ein Haus am See – und die Abgründe deutscher Geschichte

13.10.2026

Heimsuchung, Film, Kino, Nationalsozialismus, Heimat, Flucht, Krieg
Jenny Erpenbecks Roman „Heimsuchung“ wird zum Kinostoff: An einem See in Brandenburg wechseln Bewohner und politische Systeme. Besonders eindringlich wird das Schicksal einer jüdischen Familie geschildert. Die Konzentration auf knapp zwei Stunden hat allerdings ihren Preis. Von

Rezension

Shida Bazyar und die Kunst des kollektiven Wegsehens

11.10.2026

Buch, Cover, Kiepenheuer & Witsch, Die Lücken, Buchpreis, Shida Bazyar
Shida Bazyar hat mit ihrem Roman Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 gewonnen. Sie erzählt von jüdischen Familien, die aus einer Kleinstadt verschwinden, und von Bewohnern, die ihre Mitverantwortung verdrängen. Jahrzehnte später: Wiederholt sich die Geschichte? Ein hochaktueller Roman. Von

Deutscher Buchpreis

„Die Lücken“ trifft einen Nerv, den Deutschland nicht loswird

06.10.2026

Buch, Cover, Kiepenheuer & Witsch, Die Lücken, Buchpreis, Shida Bazyar
Der Wunsch nach einem historischen Schlussstrich bekommt literarischen Gegenwind: Shida Bazyar erzählt von NS-Verstrickung, Schweigen und Rassismus bis in die Gegenwart. Dafür erhält sie den Deutschen Buchpreis – mit einem Werk, das Gleichgültigkeit ausdrücklich verweigert. Von und

Zeitdokumente

Erste Briefe nach dem Holocaust erzählen vom Überleben

15.09.2026

Warschauer Ghetto, Juden, Konzentrationslager, Nationalsozialismus
Eine neue Sammlung von Yad Vashem versammelt frühe Briefe jüdischer Überlebender nach 1945. Sie erzählen von Befreiung, Trauer, familiärem Verlust, seelischer Leere und der schwierigen Frage, ob und wo ein neues Leben beginnen konnte. Von

Postmigrantische Weltstadt

Frankfurt: Multiversum hinter der Skyline

14.09.2026

Menschen, Frankfurt a.M., Gesellschaft, Stadt, Mainufer, Skyline, Nacht
Zwischen Bankentürmen, Museen, Kliniken und Parks verdichten sich am Fluss die unterschiedlichen Lebenswelten Frankfurts. Das Ufer erzählt von Migration und Stadtgeschichte ebenso wie von sozialer Ungleichheit, Kultur und globaler Wirtschaft. Von

Finale Staffel

„Babylon Berlin“ endet mit Mahnung an die Gegenwart

09.09.2026

Babylon Berlin, Film, Kino, Serie, Nationalsozialismus, Geschichte
Nach fast einem Jahrzehnt endet „Babylon Berlin“. Das Finale führt vor Augen, wie die Weimarer Demokratie unterging und die Nationalsozialisten ihre Macht ausbauten. Eine historische Perspektive, die der Serie eine Gegenwartsnähe verleiht - beunruhigend aktuell. Von

„They're Here“

Doku zeigt verstörende Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE

08.09.2026

USA, Polizei, New Jersey, Abschiebung, Abschiebezentrum, Gewalt, Demonstration
Maskierte Beamte, gewaltsame Festnahmen und Proteste: Laura Poitras zeigt in ihrem Dokumentarfilm „They're Here“ die Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Die Bilder sind verstörend – und wirken wie aus einem Horrorfilm.