
Bundesinnenministerium
Weniger Geflüchtete in Deutschland: Zahl sinkt um rund 20.000
In Deutschland lebten zur Jahresmitte rund 3,5 Millionen Geflüchtete - etwa 20.000 weniger als zu Jahresbeginn. Als Gründe nennt die Bundesregierung Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen. Die Bundesregierung hält weiter an Verschärfungen fest. Die Linke fordert schnellere Integration.
Von Karsten Frerichs und Jürgen Prause Sonntag, 06.09.2026, 11:47 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 06.09.2026, 11:47 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Die Zahl der in Deutschland lebenden Flüchtlinge ist in der ersten Jahreshälfte um rund 20.000 auf etwa 3,5 Millionen Menschen gesunken. Gründe seien Abschiebungen, Ausreisen und Einbürgerungen, heißt es in der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag. Zuerst hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet.
Der kontinuierliche Rückgang neuer Schutzsuchender aus der Ukraine halte an, heißt es der Linksfraktion zufolge in der Antwort des Ministeriums. So hätten im Juni nur noch 3.919 Ukrainer Schutz in Deutschland beantragt. Angesichts von 31.662 registrierten Ausreisen von Ukrainern im ersten Halbjahr sei die Zahl der in Deutschland lebenden Ukraine-Flüchtlinge per Saldo nur um 20.857 gestiegen.
Demgegenüber habe es im gesamten Jahr 2025 einen Saldo-Anstieg von 88.000 Flüchtlingen aus der Ukraine gegeben. Derzeit lebten insgesamt rund 1,35 Millionen Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland.
Linken-Politikerin: Integration statt Abschiebungen
Die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken, Clara Bünger, forderte ein Umdenken der Bundesregierung bei der finanziellen Unterstützung der Menschen, die bislang Sozialleistungen erhalten. „Es kommen nur noch wenige Menschen aus der Ukraine in Deutschland an. Umso schlimmer ist es, dass die Bundesregierung an ihren schäbigen Plänen zum Verweis neu eingereister Ukraine-Geflüchteter auf das Asylbewerberleistungsgesetz festhält“, erklärte Bünger.
Von den insgesamt hierzulande lebenden Flüchtlingen haben laut Bundesregierung etwa 438.000 (12,5 Prozent) einen unsicheren oder ungeklärten Status, alle übrigen haben ein Aufenthaltsrecht. Die Linken-Politikerin Bünger sagte, statt über weitere Gesetzesverschärfungen und Abschiebungen zu debattieren, sollte alles darangesetzt werden, die nach Deutschland geflohenen Menschen schnellstmöglich in Arbeit zu bringen und in die Gesellschaft zu integrieren.
Bünger kritisierte zudem die Migrationspolitik der EU. Immer weniger Schutzsuchende schafften es, die „hochgerüsteten und vorverlagerten Grenzen der EU“ zu überwinden. „Zehntausende sind im Mittelmeer ertrunken, eine beschämende Bilanz“, erklärte die Abgeordnete. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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