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Bürogebäude (Symbolfoto) © de.depositphotos.com

Sachsen-Anhalt

Wirtschaft warnt vor Folgen migrationskritischer Politik

Bis 2031 könnten Sachsen-Anhalt bis zu 46.000 Beschäftigte fehlen. Das IWH warnt, dass eine migrationskritische Politik den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt zusätzlich belasten und dem Land bis zu 3,2 Milliarden Euro Wertschöpfung kosten könnte. Auch die IHK äußert Sorgen.

Donnerstag, 03.09.2026, 12:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 03.09.2026, 12:25 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Sachsen-Anhalt droht durch eine migrationskritische Politik der Verlust tausender Arbeitsplätze in den kommenden Jahren. Nach Schätzungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) könnten dem Land bis 2031 bis zu 46.000 Beschäftigte fehlen – 14.000 mehr als bei einer Fortsetzung der bisherigen Politik. Es könnten bis zu 3,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren gehen. Dies geht aus einer Analyse der Wissenschaftler hervor.

„Eine fremdenfeindliche Politik würde die Arbeitskräfteknappheit in Sachsen-Anhalt deutlich verschärfen“, sagte IWH-Präsident Reint Gropp. Die Folge wäre demnach ein spürbarer Wohlstandsverlust. Bereits jetzt habe das Land eine der ältesten Beschäftigtenstrukturen Deutschlands. Gleichzeitig sei der Ausländeranteil bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter den bundesweit niedrigsten. „Doch zu einem erheblichen Teil hat in den vergangenen Jahren die Integration von Geflüchteten den Arbeitsmarkt stabilisiert“, sagte Gropp.

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Forscher: Weniger Arbeitskräfte auch bei bisheriger Politik

Betroffen wären aus Sicht des IHW-Präsidenten vor allem jene Branchen, in denen ein hoher Ausländeranteil und ein Engpass an Arbeitskräften zusammenkommen. Das seien etwa die Bereiche Gastronomie, Tiefbau und Logistik, aber auch die Human- und Zahnmedizin. „Jeder fünfte Arzt in Sachsen-Anhalt ist Ausländer“, hieß es weiter.

Für seine Analyse hat das Institut die Brexit-Folgen im Vereinigten Königreich, das Erstarken rechtsnationaler Kräfte in Italien, aber auch den seit 2023 AfD-regierten thüringischen Landkreis Sonneberg analysiert. In allen genannten Fällen sei die Zuwanderung um mindestens ein Drittel bis zwei Drittel zurückgegangen, hieß es. „Eine Rückkehr von Ausgewanderten beziehungsweise ein Umzug von Einheimischen“ im Gegenzug lasse sich in keinem der Fälle belegen.

Selbst bei einer Fortsetzung der bisherigen Politik ließe sich der Abgang von 61.000 sachsen-anhaltischen Beschäftigten aus dem Arbeitsmarkt bis 2031 nicht ausgleichen, sondern allenfalls dämpfen, so die Wirtschaftsforscher weiter.

IHK-Chef: „Weltoffenheit ist Wirtschaftsfaktor“

Sorgen vor der anstehenden Landtagswahl äußert auch der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK), Thomas Brockmeier. „Weltoffenheit ist für Sachsen-Anhalt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagte Brockmeier dem „Handelsblatt“. Das Land müsse ein Standort sein, „an dem internationale Investoren, Fachkräfte und Wissenschaftler gern investieren, arbeiten und leben“.

Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. In Umfragen führt die AfD derzeit deutlich vor der CDU. Unabhängig vom Wahlergebnis sei entscheidend, „dass Sachsen-Anhalt stabile und verlässliche politische Rahmenbedingungen bietet und nach der Wahl möglichst rasch eine handlungsfähige Landesregierung gebildet wird“, so Brockmeier. (dpa/mig) Aktuell Politik

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