
Dauerkrise
Seenotretter melden weitere Tote und Gerettete im Mittelmeer
Menschen treiben tot im Wasser, andere werden nach Tagen auf überfüllten Booten gerettet. Innerhalb weniger Tage melden Hilfsorganisationen erneut zahlreiche Opfer. Seit Jahresbeginn wurden rund 1.650 Tote oder Vermisste registriert.
Montag, 17.08.2026, 16:41 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 17.08.2026, 16:41 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Hilfsorganisationen haben nach Rettungseinsätzen im zentralen Mittelmeer tote Geflüchtete gemeldet. Bei einem Einsatz der italienischen Organisation Emergency entdeckte die Crew nach eigenen Angaben sieben Tote auf einem überfüllten Boot, 57 Menschen konnten gerettet werden. Zwei der Geretteten befinden sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand.
Die Menschen waren demnach am Vortag von dem libyschen Küstenort Zuwara aus mit einem Holzboot aufgebrochen. Emergency forderte in einer Mitteilung für die beiden im kritischen Zustand einen dringenden medizinischen Rettungseinsatz.
Aufklärungsflugzeug entdeckt Leichen im Wasser
Wie Emergency berichtete, erfolgte der Einsatz in internationalen Gewässern, aber in der libyschen Such- und Rettungszone, für die das Land zuständig ist. Von den libyschen Behörden gab es dazu aber zunächst keine Angaben.
Unterdessen meldete die deutsche Organisation Sea-Watch den Fund von drei Leichen im Mittelmeer. Ein Sea-Watch-Aufklärungsflugzeug sowie die Organisation Resqship entdeckten die leblosen Körper am Wochenende im Wasser. Zuvor meldete bereits SOS Méditerranée, am Freitag elf Leichen im Wasser vor der libyschen Küste entdeckt zu haben. Die Leichen konnten nicht geborgen werden.
Dutzende Menschen im Mittelmeer aus Seenot gerettet
Nahezu zeitgleich meldet die „Ocean Viking“ die Rettung von 55 Menschen aus Seenot. Die Männer, Frauen und Kinder seien am Morgen in der maltesischen Such- und Rettungsregion aus einem überfüllten Schlauchboot geholt worden, teilte die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée am Montag in Berlin mit. Sie hätten zuvor drei Tage auf See verbracht.
Die Geretteten stammten überwiegend aus dem Sudan und dem Südsudan, hieß es weiter. Im Sudan herrscht seit drei Jahren Krieg, auch der Südsudan wird seit Jahren von Kämpfen erschüttert.
Schon 1.650 Tote und Vermisste in diesem Jahr
Der Einsatz sei inmitten einer sich zuspitzenden Lage im zentralen Mittelmeer erfolgt, erklärte SOS Méditerranée. Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen.
Lediglich die Schiffe privater Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen. Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits rund 1.650 Tote oder Vermisste bei Versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, gemeldet. (dpa/epd/mig) Aktuell Panorama
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