Studieren, Studium, Studenten, Hochschule, Universität, Campus, Rucksack, Mann, Frau
Internationale Studierende in Deutschland (Symbolfoto)

Unesco-Studie

Deutschland bleibt Top-Ziel für internationale Studierende

Deutschland bleibt laut Unesco weltweit das viertbeliebteste Studienland für internationale Studierende. Doch DAAD-Daten zeigen: Außerhalb der Hochschulen erschweren Wohnungssuche, Bürokratie und Diskriminierung vielen das Ankommen.

Montag, 18.05.2026, 12:30 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 18.05.2026, 12:30 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Deutschland bleibt einer Unesco-Studie zufolge das viertbeliebteste Land für ausländische Studierende – nach den USA, Großbritannien und Australien. Rund die Hälfte aller internationalen Studierenden ziehe es nach Europa, Nordamerika und Australien, teilte die UN-Kulturorganisation in Paris mit. Darunter wählten zwölf Prozent Deutschland als Studienland. Für Studenten aus Europa, die in einem anderen europäischen Land studierten, sei Deutschland das beliebteste Land, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden, ergab die Unesco-Studie zu Hochschulstudierenden.

Als Gründe für ein Studium in Deutschland nennen junge Leute aus dem Ausland die Technologieführerschaft Deutschlands in vielen Bereichen, englischsprachige Studiengänge sowie im internationalen Vergleich niedrige Studien- und Lebenshaltungskosten, wie eine im September vorgestellte Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) ergab. Im Studienjahr 2024 stieg der Ausländeranteil bei den Ersteinschreibungen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf rund 30 Prozent. Im Trend bei Studienanfängern aus dem Ausland lagen demnach Naturwissenschaften und Mathematik.

___STEADY_PAYWALL___

Hürden jenseits des Campus

Die starke Nachfrage bedeutet der DAAD-Studie zufolge nicht, dass internationale Studierende im Alltag frei von Problemen sind. Auf dem Campus fühlten sich 75 Prozent der internationalen Studierenden willkommen oder sehr willkommen, nur zwei Prozent fühlten sich gar nicht willkommen. Außerhalb der Hochschule berichteten viele jedoch von Schwierigkeiten, insbesondere bei der Wohnungssuche, mit Bürokratie und beim Kontakt zu deutschen Mitstudierenden, heißt es in der DAAD-Studie.

Auch bei Diskriminierung zeigt sich demnach ein deutlicher Unterschied zwischen Hochschule und Alltag. Im Hochschulkontext berichteten 80 Prozent der internationalen Studierenden und der Studierenden mit Migrationsgeschichte, noch nie Diskriminierung erfahren zu haben. Außerhalb der Hochschulen berichtete rund die Hälfte beider Gruppen von gelegentlichen diskriminierenden Vorfällen, 13 Prozent von häufigen Erfahrungen. Besonders betroffen seien Studierende aus Afrika, Nahost und dem Asien-Pazifik-Raum. Die Unesco-Studie ordnet solche Befunde in einen größeren Zusammenhang ein: Hochschulbildung sei weltweit weiterhin von strukturellen Ungleichheiten geprägt, die Zugang, Studienverlauf und spätere Chancen beeinflussen könnten.

Mobilität bleibt Ausnahme

Wie die Unesco-Studie ergab, hat sich die Zahl der Studierenden, die weltweit zum Studium ins Ausland gehen, in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwar mehr als verdreifacht – von 2,1 Millionen im Jahr 2000 auf fast 7,3 Millionen im Jahr 2023. Dennoch können nur drei Prozent der Studierenden weltweit für ihr Studium ins Ausland gehen, wobei erhebliche regionale Unterschiede bestehen.

Die Unesco verweist zudem auf eine starke Konzentration internationaler Mobilität auf wenige Zielländer. Sieben Staaten – die USA, Großbritannien, Australien, Deutschland, Kanada, Russland und Frankreich – beherbergten demnach rund die Hälfte aller internationalen Studierenden. Der wachsende Austausch sei daher nicht mit gleichen Chancen für alle gleichzusetzen; internationale Mobilität bleibe trotz steigender Zahlen für den Großteil der Studierenden weltweit unerreichbar. (dpa/mig) Aktuell Panorama

Zurück zur Startseite
MiGLETTER (mehr Informationen)

Verpasse nichts mehr. Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über das Wichtigste zu Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Unterstüzte diese Arbeit und verpasse nichts mehr: Werde jetzt Mitglied.

MiGGLIED WERDEN
Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)