
B2-Niveau
Studie: Unternehmen bestehen auf gute Deutschkenntnisse
Viele Betriebe suchen Personal, verlangen aber zugleich hohe Deutschkenntnisse. Das zeigt eine aktuelle Studie. Das Sprachniveau B2 ist eine riesige Hürde, und nur wenige Firmen drücken bei mangelnden Kenntnissen ein Auge zu.
Dienstag, 28.04.2026, 12:04 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 28.04.2026, 12:04 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Mehr als die Hälfte aller Betriebe (57 Prozent) fordert einer Studie zufolge im Einstellungsprozess mindestens ein B2-Sprachniveau. Vor allem kleine und mittlere Betriebe seien bei Ausschreibungen neuer Stellen weniger bereit, Bewerbungen von Personen ohne hinreichende Deutschkenntnisse zu berücksichtigen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag mit.
B2 klingt zunächst nach einer nüchternen Einstufung, ist in der Praxis aber eine hohe Schwelle. Gefordert wird nicht nur, einfache Arbeitsanweisungen zu verstehen oder sich im Betrieb verständigen zu können. B2 bedeutet, komplexe Texte zu konkreten und abstrakten Themen zu erfassen, sich spontan und fließend zu verständigen und eigene Standpunkte klar zu erläutern. Für Berufe mit intensiver Beratung, Dokumentation oder Verantwortung kann das sinnvoll sein. Als pauschale Voraussetzung für Einstellungen ist B2 nach Einschätzung von Experten jedoch übertrieben. Der frühere Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) etwa forderte Unternehmen auf, keine perfekten Deutschkenntnisse zu erwarten.
Die höchsten sprachlichen Anforderungen stellen der Erhebung zufolge Betriebe aus dem Wirtschaftsbereich „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“. Hier fordern 79 Prozent der Firmen B2, gefolgt vom Bereich „Erziehung und Unterricht“ mit 76 Prozent und dem „Gesundheits- und Sozialwesen“ mit 74 Prozent. Die geringsten Anforderungen an das Sprechen und Schreiben neuer Mitarbeiter stellen der Bereich „Verkehr und Lagerei“ mit 37 Prozent und das Gastgewerbe mit noch 30 Prozent.
Größe der Firmen ist entscheidend
Unterschiede bei der Einstellungspraxis zeigten sich bei der Größe der Betriebe: Mit 26 Prozent fordert rund jeder vierte Betrieb mit 250 Beschäftigten oder mehr von den Bewerberinnen und Bewerbern generell mindestens B2-Kenntnisse. Bei den Kleinstbetrieben mit weniger als zehn Beschäftigten sind es dagegen 54 Prozent.
„Größere Betriebe sind zwar etwas flexibler bei der B2-Hürde, ihre Spielräume sind aber stark vom konkreten Stellenprofil abhängig“, sagte IAB-Forscher Alexander Kubis. Vier Prozent der Großbetriebe gaben an, dass das Sprachniveau für die Einstellung nicht entscheidend ist, während dieser Anteil bei Kleinstbetrieben bei rund acht Prozent liegt.
Die Auswertung beruht auf Angaben aus der IAB-Stellenerhebung, einer repräsentativen Quartalsbefragung. Im zweiten Quartal 2025 wurden laut IAB insgesamt 9.549 Betriebe befragt. (epd/mig) Aktuell Panorama
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