
Parteienstreit
Forderung nach Erkundungsreisen für syrische Flüchtlinge
SPD, Grüne und Linke wollen befristete „Go-and-see-Besuche“ für Menschen aus Syrien ermöglichen, ohne sie ihren Schutzstatus riskieren. Union und AfD halten dagegen. Der Streit zeigt die Härte der deutschen Asyldebatte.
Dienstag, 28.04.2026, 11:37 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 28.04.2026, 11:37 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
In der Debatte um den Umgang mit syrischen Flüchtlingen in Deutschland sprechen sich Politiker mehrerer Parteien dafür aus, befristete Heimatbesuche zu ermöglichen. Ziel solcher Reisen soll es sein, Betroffenen eine Einschätzung der Lage vor Ort zu erlauben und Perspektiven für eine mögliche Rückkehr auszuloten.
„So können sich die Menschen vor Ort selbst ein Bild davon machen, ob sich für sie eine dauerhafte Rückkehrmöglichkeit eröffnet“, sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Das würde sicherlich auch bei allen Fragen rund um das Engagement der Menschen beim Wiederaufbau Syriens helfen.“
Auch Politiker von Grünen und Linken unterstützen entsprechende Vorschläge. „Die Bundesregierung sollte diese Reisen ermöglichen – unabhängig vom jeweiligen Aufenthaltstitel – und gewährleisten, dass den Betroffenen daraus keine Nachteile entstehen“, sagte die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen, Filiz Polat. Die Linken-Politikerin Clara Bünger erklärte: „Ich habe schon kurz nach dem Sturz von Assad gefordert, dass ‚Go-and-see-Besuche‚ für Syrerinnen und Syrer mit Schutzstatus ermöglicht werden müssen.“
Wer zurückreist, riskiert den Schutzstatus
Derzeit riskieren Flüchtlinge grundsätzlich den Verlust ihres Schutzstatus, wenn sie in ihr Herkunftsland reisen. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.593 Widerrufsprüfverfahren bezüglich Syrien aufgrund vorübergehender Heimreisen eingeleitet; im ersten Quartal dieses Jahres waren es 708. Wie oft der Schutzstatus infolge solcher Reisen tatsächlich aberkannt wurde, wird statistisch nicht erfasst.
Kritik an den Vorschlägen kommt aus der Union. „Wer so weit ist, dass er über die bestehenden Möglichkeiten der modernen Kommunikation hinaus hin- und herreist, der befindet sich offensichtlich nicht in einer Verfolgungssituation. Das Entfallen des Schutzstatus ist dann die logische Konsequenz“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Alexander Throm. Ähnlich äußerte sich der innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio. (dpa/mig) Aktuell Politik
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