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Krokodil am Flussufer © de.depositphotos.com

Abschreckung mit Reptilien

Indien prüft Grenzschutz mit Schlangen und Krokodilen

Indien prüft Schlangen und Krokodile als Grenzschutz zu Bangladesch. Der Vorstoß wirkt grotesk, folgt aber einer Politik, die Migration seit Jahren als Sicherheitsproblem behandelt. Menschenrechtler kritisieren.

Montag, 13.04.2026, 11:35 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 13.04.2026, 11:35 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die indische Regierung erwägt den Einsatz von Reptilien zum Grenzschutz. „Wir wurden gebeten, den Einsatz von Reptilien wie etwa Schlangen und Krokodilen an nicht bewachten Grenzfluss-Abschnitten zu prüfen“, sagte der Grenzschutz-Offizier Manoj Barwal der Nachrichtenagentur AFP. Barnwal sprach von einer „innovativen Idee“, die allerdings „zahlreiche Herausforderungen“ vor allem mit Blick auf die Sicherheit mit sich bringe.

So müsse unter anderem geklärt werden, wie die Reptilien beschafft werden könnten und welche Auswirkung ihre Präsenz auf Anwohner der Grenzflüsse haben könnten. „Wir haben unsere Einheiten vor Ort gebeten, den Plan auf Machbarkeit zu untersuchen und uns so schnell wie möglich Bericht zu erstatten“, sagte der Offizier.

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Indien hat eine mehr als 4000 Kilometer lange Grenze zu Bangladesch, die vor allem durch Flüsse, Sümpfe und Mangrovenwälder geprägt ist. Die seit 2014 herrschende Hindu-nationalistische Regierung unter Narendra Modi hat den Kampf gegen die sogenannte „illegale“ Einwanderung vor allem aus Bangladesch zu einem wichtigen Ziel erklärt.

Politik der Abschreckung

Der Vorstoß fügt sich in eine Politik der Abschreckung ein, mit der die Regierung Modi Migration seit Jahren vor allem als Sicherheitsfrage behandelt. Menschen aus Bangladesch stehen dabei besonders im Fokus. Vor allem im Grenzstaat Assam ist der Kampf gegen Einwanderung seit Jahren ein zentrales innenpolitisches Thema. Dort wurden Staatsbürgerschaft, Register und Abschiebungen immer wieder zu Wahlkampfthemen gemacht.

Human Rights Watch dokumentiert seit Jahren Schüsse, Misshandlungen und Tötungen an der Grenze. Auch jüngere Vorwürfe zu Abschiebungen und Pushbacks im Raum stehen. Der nun diskutierte Einsatz von Reptilien wird bislang zwar nur geprüft, zeigt nach Einschätzung von Beobachtern aber, in welche Richtung sich die Politik bewegt. (afp/mig) Aktuell Ausland

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