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Seenotrettung im Mittelmeer (Archiv) © Sea Eye/Cédric Fettouche

Mittelmeer

Tote und Vermisste: Sea-Watch erhebt schwere Vorwürfe

28 Geflüchtete haben einen Schiffbruch überlebt und wurden von Seenotrettern aufgenommen. Für zwei Menschen, darunter ein Kind, kam jede Hilfe zu spät. Unter den Vermissten sollen drei weitere Kinder sein. Sea-Watch macht Europas Abschreckungspolitik mitverantwortlich für das Sterben auf dem Mittelmeer.

Mittwoch, 30.09.2026, 17:10 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 30.09.2026, 17:10 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Das von Sea-Watch betriebene Rettungsschiff „Aurora“ hat 28 Geflüchtete und Migranten im Mittelmeer gerettet. Für zwei Menschen kam die Hilfe jedoch zu spät: Die Schiffscrew habe zwei Tote geborgen, darunter ein Kind, teilte Sea-Watch am Dienstag mit.

Den Angaben zufolge traf die Aurora am frühen Dienstagmorgen in internationalen Gewässern auf ein fast luftleeres Schlauchboot, auf dem sich noch fünf Menschen befanden. 23 weitere Überlebende hätten sich nach dem Schiffbruch auf die Gasplattform Hasdrubal gerettet. Nach der Evakuierung des Schlauchboots und der Bergung der Toten habe die „Aurora“ die Gastplattform angesteuert und die Menschen von dort an Bord genommen. Mindestens sechs Menschen würden nach Angaben der Überlebenden vermisst, darunter drei Kinder einer Familie, hieß es.

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Fast 2.000 Tote und Vermisste

Die Sprecherin von Sea-Watch, Julia Winkler, äußerte sich nach dem Einsatz bestürzt. Wer Abschreckung zur Priorität mache, nehme „diese Toten bewusst in Kauf“, sagte sie und forderte ein staatliches europäisches Seenotrettungsprogramm. Diese Forderung wird seit vielen Jahren erhoben, die Europäische Union reagierte bislang nicht darauf.

Laut Sea-Watch ging dem Rettungseinsatz ein Notruf der zivilgesellschaftlichen Initiative Alarm Phone voraus. Die italienischen Behörden hätten der „Aurora“ die Mittelmeerinsel Lampedusa als sicheren Hafen zugewiesen.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Immer wieder versuchen Migranten und Geflüchtete aus nordafrikanischen Ländern, auf diesem Weg nach Europa zu kommen. Trotz der Risiken brechen sie häufig in nicht seetauglichen Booten auf. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind seit Beginn des Jahres mindestens 1.971 Menschen bei der Überfahrt gestorben, oder sie werden vermisst. (epd/mig) Aktuell Panorama

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