
Kongo
Ebola breitet sich aus – Kinder sterben besonders häufig
Mehr als 5.500 Menschen sind erkrankt, mindestens 2.642 seit Beginn des Ebola-Ausbruchs im Ostkongo an der Infektionskrankheit gestorben. Besonders gefährdet sind Kinder. Laut Save the Children breitet sich das Virus häufig innerhalb von Familien aus.
Von Birte Mensing Mittwoch, 26.08.2026, 12:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 26.08.2026, 12:22 Uhr Lesedauer: 2 Minuten |
Bei dem Ebola-Ausbruch im Ostkongo stecken sich laut der „Save the Children“-Vertreterin Katharina von Schroeder viele Menschen im nächsten Umfeld an. Das Virus verbreite sich innerhalb von Familien, bei der Pflege von Angehörigen oder von Eltern auf ihre Kleinkinder, sagte von Schroeder, die für die Hilfsorganisation in der Demokratischen Republik Kongo arbeitetet, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Oft sei kein Bewusstsein für die Krankheit oder die Ansteckungswege vorhanden.
„Ebola ist deutlich schwerer übertragbar als Covid-19“, sagte von Schroeder. Theoretisch sei es relativ leicht in den Griff zu kriegen, doch auch die Konflikte in der Region und Gerüchte erschwerten die Eindämmung. „Ebola ist auf jeden Fall noch in der Ausbreitungsphase und nicht in der Kontrollphase“, warnte die „Save the Children“-Vertreterin.
Tausende Menschen erkrankt
Der Ebola-Ausbruch im Ostkongo war Mitte Mai gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Vereinten Nationen haben zuletzt wiederholt vor der rasanten Ausbreitung des Virus gewarnt. Offiziellen Zahlen zufolge sind mehr als 5.500 Menschen erkrankt. Mindestens 2.642 Menschen sind seit Beginn des Ausbruchs an Ebola gestorben.
Die Lage sei insgesamt „sehr besorgniserregend“, sagte von Schroeder, auch im Vergleich mit vorherigen Ausbrüchen. Kinder machten etwa ein Viertel der Infizierten aus, aber ein Drittel der Todesfälle. Besonders Kleinkinder könnten sich etwa beim Stillen anstecken und hätten noch nicht genug Kraft, um den Symptomen etwas entgegenzusetzen. Auch hätten die Kinder in der Region Angst vor dem Virus und müssten mit Todesfällen im nahen Umfeld umgehen, sagte von Schroeder.
Heimliche Beerdigungen
Gerüchte verhinderten die Eindämmung der Krankheit. So werde verbreitet, dass Patienten in den Isolationsstationen getötet worden seien, oder das Desinfektionsspray Ebola-Viren beinhalte. Mehrfach seien schon Krankenwagen, Isolationsstationen und Beerdigungsteams angegriffen worden. „Dazu kommt die Scham, aufgrund der Leute Kranke zu Hause verstecken und die Toten heimlich beerdigen“, sagte von Schroeder.
„Save the Children“ arbeitet nach eigenen Angaben seit 1994 im Kongo, unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Bildung. Aktuell ist die Hilfsorganisation an einem Pilotprojekt beteiligt, bei dem ein Betreuungs- und Beobachtungszentrum für Kinder wenige hundert Meter entfernt von der Ebola-Isolierstationen gebaut wird. Dort sollen Kinder von erkrankten Eltern psychologisch betreut und auch medizinisch behandelt werden, sollten sie Symptome entwickeln. (epd/mig) Aktuell Ausland
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