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Thüringen

Einwanderung gleicht Auswanderung nicht mehr aus

Wer aus Thüringen weggeht, den zieht es vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Sachsen. Bisher wurde der Verlust durch Zuzug auch aus dem Ausland ausgeglichen. Das ändert sich.

Montag, 11.05.2026, 13:48 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 11.05.2026, 13:48 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Aus Thüringen gehen mehr Menschen weg als durch Zuzug dazu kommen. Nach einem jahrelangen Plus durch Zuwanderung aus dem Ausland kippte der Trend 2025. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes in Erfurt hervor. Der sogenannte Wanderungssaldo – die Differenz zwischen Zu- und Wegzügen – sei erstmals seit 2016 negativ ausgefallen.

Laut Landesamt kamen im vergangenen Jahr 50.821 Menschen aus dem Ausland und anderen Bundesländern nach Thüringen. 51. 511 verließen den Freistaat – unter dem Strich war das ein Verlust von 690 Einwohnern. 2024 wies Thüringen noch ein Wanderungsplus von 4.515 Menschen auf. Grund für diese Entwicklung sei, dass die Zahl der Zuwanderer deutlicher sank als die der fortziehenden Menschen.

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Thüringer gehen in andere Bundesländer

Aus anderen Bundesländern zogen 23. 645 Menschen nach Thüringen. Im Gegenzug packten 29.696 Thüringer ihre Koffer und zogen in ein anderes Bundesland. Thüringen habe innerhalb Deutschlands auch im Jahr 2025 gegenüber keinem Bundesland einen positiven Wanderungssaldo verzeichnet, so die Statistiker. Thüringer gingen vor allem nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen.

Aus dem Ausland kamen 27.176 Menschen nach Thüringen, 21.815 Menschen gingen ins Ausland. Die Zahl der Zuzüge sank damit um 19,5 Prozent im Vergleich zu 2024. Den höchsten Wanderungssaldo gegenüber dem Ausland verzeichnete Thüringen mit der Ukraine mit einem Plus von 1.595 Menschen, gefolgt von Syrien mit 1.239 sowie Indien mit 1.084 Menschen.

Die Entwicklung des Wanderungssaldos hat Experten zufolge auch mit dem politischen Klima im Land zu tun. Der zunehmende Rechtsruck, steigende Umfragewerte der AfD, schreckten Menschen ab, sich in Thüringen niederzulassen. Dabei sei die Bevölkerung auf die Einwanderung von Fachkräften aus dem Ausland angewiesen, insbesondere in Gesundheitsberufen. Mit dem Rechtsruck tue sich Thüringen selbst keinen Gefallen. (dpa/mig) Aktuell Gesellschaft

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