
Bundesanwaltschaft
Razzien in zwölf Bundesländern gegen junge Neonazis
600 Einsatzkräfte, rund 50 Objekte, zwölf Bundesländer: Die Bundesanwaltschaft geht gegen mutmaßliche Mitglieder von „Jung & Stark“ und „Deutsche Jugend Voran“ vor. Der Verdacht zeigt, wie organisiert rechtsextreme Jugendgewalt inzwischen auftritt.
Mittwoch, 06.05.2026, 15:54 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 06.05.2026, 15:54 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Mit bundesweiten Razzien ist die Bundesanwaltschaft am Mittwoch gegen mutmaßliche Mitglieder von zwei rechtsextremistischen Vereinigungen vorgegangen. Mehr als 600 Polizeikräfte durchsuchten rund 50 Objekte in zwölf Bundesländern, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte. Es gebe insgesamt 36 Beschuldigte. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte: „Diese rechtsextremen Jugendgruppen rufen zu Gewalt auf und beteiligen sich an Gewaltaktionen gegenüber politischen Gegnern.“
Die Beschuldigten stünden im Verdacht, „herausgehobene Mitglieder der rechtsextremistischen Vereinigungen ‘Jung & Stark’ (JS) oder ‘Deutsche Jugend Voran“ (DJV)’ zu sein, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Die Mitglieder dieser bundesweit organisierten Vereinigungen vernetzen sich demnach über soziale Medien und durch regelmäßige Treffen. „Dabei wird zu Gewalttaten gegen politische Gegner sowie gegen vermeintlich Pädophile aufgerufen“, erklärten die Ermittler.
„Opfer von mehreren Angreifern geschlagen“
Einige Beschuldigte sollen Angehörige der linken Szene oder Personen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. „Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und trugen nicht unerhebliche Verletzungen davon“, hieß es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte: „Militante rechtsextreme Gruppen haben Zulauf – erschütternderweise gerade auch unter jungen Menschen.“ Sie verwies auf das Ausmaß der Durchsuchungen und betonte: „Rechtsextremismus ist die größte Gefahr, die Deutschland von innen droht.“ Innenminister Dobrindt bekräftigte: „Wir akzeptieren keine Gewaltaufrufe und gewalttätige Angriffe, sondern gehen entschieden dagegen vor.“
Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung
Den Beschuldigten wird nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, gegen einige wird zudem wegen Rädelsführerschaft und gegen acht Beschuldigte auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es gab keine Festnahmen. „Die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente aufzuklären“, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Die Durchsuchungen erfolgten auf Grund von Beschlüssen des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs. (dpa/mig) Aktuell Panorama
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