
Schwangere und Babys an Bord
Dutzende Geflüchtete von einer verlassenen Ölplattform gerettet
90 Menschen, darunter eine Schwangere, mehrere Kinder und ein Baby, erreichten mit der privaten Seenotrettungsmission Resqship Lampedusa. Ein Teil von ihnen hatte zuvor auf einer verlassenen Ölplattform Zuflucht gesucht – Seenotrettung trotz politischer Widerstände.
Donnerstag, 23.04.2026, 13:32 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 23.04.2026, 13:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten |
Die Seenotrettungsorganisation Resqship hat 90 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet und nach Italien gebracht. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, sind die Überlebenden am Mittwochabend auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa an Land gegangen. Etwa die Hälfte von ihnen hatte demnach auf einer verlassenen Ölplattform Zuflucht gefunden, bevor sie von der Crew der „Nadir“ gerettet wurden.
Die Einsätze zogen sich laut den Seenotrettern über mehrere Stunden. Am Dienstagabend habe die „Nadir“, das von Resqship betriebene Segelschiff, zunächst 47 Menschen auf der verlassenen Ölplattform Didon in internationalen Gewässern gefunden und an Bord genommen.
Schwangere und Babys an Bord
Nach Abschluss der ersten Rettung sei die Schiffscrew über einen weiteren Seenotfall in tunesischen Gewässern informiert worden. Dort seien am frühen Mittwochmorgen weitere 43 Menschen von zwei nicht seetauglichen Booten an Bord genommen worden. Die Rettung sei in Absprache mit den zuständigen Behörden erfolgt, hieß es. Zu den insgesamt 90 Geretteten zählten eine Schwangere, mehrere Minderjährige, zwei Kleinkinder und ein Baby.
Lina von Dobschütz, Vorstandsmitglied von Resqship, kritisierte die jüngsten Festsetzungen von Schiffen privater Seenotrettungsorganisationen durch Italien. Die von der „Nadir“ absolvierten Einsätze verdeutlichten, „wie dringend unsere Arbeit auf der Fluchtroute gebraucht wird“, sagte sie.
Mehr als 1.000 Tote auf dem Mittelmeer
Trotz großer Gefahren versuchen Geflüchtete und Migranten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen oder Tunesien immer wieder über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind auf der Fluchtroute seit Beginn des Jahres etwa 1.050 Menschen gestorben oder sie werden vermisst.
Die „Nadir“ ist ein 19 Meter langer Motorsegler, der seit 2021 für Resqship im Einsatz ist, vor allem um die Migrationsroute im Mittelmeer zu beobachten. (epd/mig) Aktuell Panorama
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