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Menschen in Äthiopien am Wasserbrunnen © mathess/123rf.com

Klimaschutz-Index

Deutschland verschlechtert sich um drei Plätze

Zu wenig Tempo bei den Erneuerbaren, Flüssiggas-Importe gegen hohe Energiepreise: Beim Klimaschutz hat sich Deutschland laut Fachleuten im internationalen Vergleich verschlechtert. Vorreiter sind demnach Dänemark, Schweden und Chile. Der Klimawandel ist einer der größten Fluchtursachen.

Montag, 14.11.2022, 17:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 14.11.2022, 13:52 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Dänemark, Schweden und Chile sind laut Fachleuten im internationalen Vergleich Vorreiter beim Klimaschutz. In einem am Montag von Germanwatch und dem „NewClima Institute“ anlässlich der Weltklimakonferenz in Scharm el Scheich veröffentlichten Ranking belegen die skandinavischen Staaten und das südamerikanische Land die Plätze vier bis sechs. Die ersten drei Plätze bleiben symbolisch leer, weil sich noch kein Land ausreichend bemühe, die Erderwärmung bei 1,5 Grad Celsius zu stoppen, erklärten die Organisationen. Deutschland belegt in dem Ländervergleich Rang 16 und hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze verschlechtert.

In dem jährlich erscheinenden Ranking vergleichen die Organisationen die Klimaschutzbemühungen der 60 größten Verursacher von Treibhausgasen. Die 59 Länder sowie die gesamte Europäische Union sind demnach für etwa 90 Prozent der Emissionen verantwortlich. Bewertet wurden die Treibhausgasemissionen, der Ausbau erneuerbarer Energien, der Energieverbrauch sowie die Klimapolitik.

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Die größten Klimasünder: China und USA

Dass Deutschland sich um drei Plätze verschlechtert hat, sei eine Folge des „stark erlahmten“ Ausbaus erneuerbarer Energien an Land bis 2020, sagte Jan Burck, einer der Autoren des Index. Zugleich machte der Energie-Experte von Germanwatch die Verfehlung der Klimaziele im Verkehrs- und Gebäudesektor für den Abstieg verantwortlich. Burck kritisierte auch die Pläne der Bundesregierung für weitere Flüssiggas-Importe zur Bewältigung der Energiekrise. Lobenswert seien hingegen unter anderem die Vorhaben zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien sowie das konstruktive Auftreten der Bundesregierung bei Klimaverhandlungen.

Die weltweiten größten Verursacher von Treibhausgasen, China und die USA, schneiden in dem Vergleich schlecht ab. China hat sich um 13 Plätze verschlechtert und liegt nun auf Rang 51, gefolgt von den USA (Rang 52). Zwar investiere China weiter in großem Umfang in erneuerbare Energien. Das Land schaffe es aber bisher nicht, „die steigenden Emissionen zu drosseln“, sagte Niklas Höhne vom „NewClimate Institute“. Schlusslichter sind die ölreichen Länder Kasachstan (Rang 61), Saudi-Arabien (Rang 62) und Iran (Rang 63).

Klimawandel einer der größten Fluchtursachen

Die Spitzenreiter Dänemark und Schweden hatten bereits vergangenes Jahr die vordersten Plätze des Rankings belegt. Chile verbesserte sich um drei Ränge und liegt in diesem Jahr auf Platz sechs. Das südamerikanische Land habe sehr niedrige Pro-Kopf-Emissionen und strebe bis 2050 Klimaneutralität an, lobten die Autorinnen und Autoren. An der Erstellung des Klimaschutz-Index 2023 waren den Angaben zufolge etwa 450 Fachleute beteiligt. Bei der Weltklimakonferenz im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich beraten noch bis Ende der Woche Delegierte aus mehr als 190 Ländern über Maßnahmen gegen die Erderwärmung.

Die Erderwärmung raubt weltweit Millionen Menschen ihren Lebensraum und treibt sie in die Flucht. Der Klimawandel und seine Folgen gehören inzwischen mit zu den größten Fluchtursachen. Schätzungen zufolge könnte der Klimawandel bis zum Jahr 2050 weltweit bis zu 140 Millionen Menschen in die Flucht treiben aufgrund von Dürren, schweren Stürmen oder anderen Naturkatastrophen. (epd/mig)

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